Demokratieförderung

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Müll in Kirchzarten am Giersberg im Juli 2022 – die anderen räumen ihn weg

 

Schöpflin Stiftung 20 Jahre: „Wir wollen Neues anstoßen“
Die Schöpflin Stiftung ist eine hierzulande seltene Konstruktion. Zum einen betreibt sie in Lörrach in eigener Regie soziale, kulturelle und städtebauliche Projekte. Zum anderen fördert sie seit knapp zehn Jahren bundesweit demokratiefördernde Projekte und Organisationen wie das mit dem Recherchezentrum Correctiv geplante Haus des gemeinnützigen Journalismus in Berlin. Was steckt hinter der Stiftungsarbeit und was erreicht sie? Michael Baas hat Gründer Hans Schöpflin und Vorstand Tim Göbel anlässlich des 20-jährigen Bestehens der Stiftung gefragt.
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BZ: Herr Schöpflin, das Magazin „Stiftungswelt“ nannte Sie 2021 einen Mutmacher. Wozu wollen Sie ermutigen und welche Rolle spielt die Stiftung dabei?
Schöpflin: Ermutigen zum Risiko. Es geht mir darum, vertraute Wege zu verlassen und etwas zu wagen. Dazu braucht es Umgebungen, in denen frei gedacht werden kann. Dafür sorgt die Stiftung.

BZ: Sie haben lange in den USA gelebt und waren dort als Investor, als Wagniskapitalgeber, erfolgreich. Dann gründeten Sie vor 20 Jahren mit Ihren Geschwistern die Stiftung. Gab es dafür einen Anlass?
Schöpflin: Unmittelbare Anlass war das Unglück, dass unser Sohn, der drogenabhängig war, an seiner Sucht gestorben ist. Dazu kam der Impuls, den wirtschaftlichen Erfolg nicht allein zu behalten, nicht nur zu nehmen, sondern auch zu geben.

BZ: Die private Tragödie prägte den ersten Schwerpunkt der Stiftung – die Suchtprävention bei Kindern und Jugendlichen in der Villa Schöpflin. Inzwischen umfasst das Portfolio auch Bildungs-, Kultur- und Medienprojekte wie den Werkraum Schöpflin und das Haus für Journalismus & Öffentlichkeit in Berlin. Wie kam das?
Schöpflin: Das Motiv ist der Erhalt der Demokratie. Das halte ich heute für wichtiger denn je. Eine lebendige Demokratie erfordert permanenten Einsatz. Das müssen wir vor allem jungen Menschen vermitteln. Das ist unsere Verantwortung.
BZ: Nach welchen Kriterien wählt die Stiftung ihre Projekte aus und wer entscheidet, was unterstützt wird?
Schöpflin: Für die grundsätzliche Ausrichtung ist der Stifterwille entscheidend. Die Projektauswahl treffen wir als Vorstand im Dialog mit den Mitarbeitenden.
Göbel: Das konkrete Kriterium dafür sind Bezüge zum Übergeordneten, also der Demokratieförderung. Daraus leiten sich die Projekte ab. Demokratien brauchen gut informierte Bürgerinnen und Bürger. Deshalb fördern wir zum Beispiel Journalismus. Junge Menschen müssen lernen, mit Mitbestimmung umzugehen. Deshalb fördern wir Projekte in Schulen. Genauso unterstützen wir Verbraucher- oder Nichtregierungsorganisationen, die zur Meinungsvielfalt beitragen. Letztlich identifizieren wir Projekte, sichern über längere Zeiträume deren Grundfinanzierungen und versuchen, nachhaltige zivilgesellschaftliche Organisationen zu entwickeln, die als Korrektiv zu Wirtschaft, Politik und Lobbyverbänden wirken.

BZ: Die Stiftung hat sich nicht nur inhaltlich verbreitert, sondern auch den Aktionsradius erweitert, operiert nun deutschlandweit. Wie ist das zu erklären?
Schöpflin: Das eine folgt quasi aus dem anderem. Ich hatte schon in den USA eine Stiftung, die bis heute besteht, das aber als reine Förderstiftung. Die Schöpflin Stiftung war 2002 zunächst eine operative Stiftung, die sich auf lokale Projekte in Lörrach wie die Villa Schöpflin oder das Kinderhaus konzentrierte. Diesen operativen Arm habe ich nach 2013 ergänzt durch eine Förderstiftung als zweiten Arm und damit war die Ausweitung des Aktionsradius unerlässlich.
Göbel: Dieses Zwei-Säulen-Modell, also ein operatives Standbein mit lokalen eigenen Angeboten und bundesweiten Projekten, ist in Deutschland sehr selten. Das Tolle ist, dass sich das im Idealfall wechselseitig befruchtet. Einerseits betreiben wir eine Schule, andrerseits fördern wir bundesweit Bildungsprojekte. Das ergibt echten Austausch, wobei der operative Arm ganz auf Lörrach konzentriert ist.

BZ: Wie stabilisiert die Stiftung die Demokratie, können Sie das konkretisieren?
Schöpflin: Wie Mahatma Gandhi sagte: Alles fängt mit dem ersten Schritt an. Diese Schritte mögen zunächst klein erscheinen. Aber sie führen immer wieder zum Erfolg. Die Bürgerräte etwa, die es inzwischen bundesweit gibt, obwohl sie die Parteien zunächst blockiert haben. Wir sehen doch, dass die Demokratie an Rückhalt verliert, die Distanz zwischen der Politik und Teilen der Bevölkerung größer wird. Bürgerräte sind ein Instrument, diese Kluft zu überwinden. Mit ihrer Förderung tragen wir dazu bei, die parlamentarische Demokratie weiterzuentwickeln.

BZ: Im angloamerikanischen Raum ist die Stiftungsidee verbreitet. Indes springen Stiftungen da oft für Dinge ein, die bei uns der Sozialstaat regelt. Sind Stiftungen hierzulande insofern weniger relevant?
Göbel: Hier gilt es zu differenzieren. Wir übernehmen keine Aufgaben, die dem Sozialstaat zugewiesen sind. In den USA sind Stiftungen oft Reparaturbetriebe, für Lücken, die der Staat lässt. Wir sehen uns wegen der anderen Rahmenbedingungen in einer anderen Rolle: Wir wollen Neues anstoßen. Die Bürgerräte sind ein Beispiel, die Organisation Hate Aid, die gegen Hetze und Hassrede im Netz vorgeht und Opfern hilft, ein anderes. Wir sehen uns vor allem als Impulsgeber zivilgesellschaftlicher Entwicklungen. Wir wollen die Zivilgesellschaft stärken und Motor für Innovationen sein. Gegenüber dem Staat haben wir oft den Vorteil, dass wir schnell und flexibel agieren können.
Schöpflin: Ein aktuelles Beispiel dafür ist die von „Reporter ohne Grenzen“ initiierte und von uns mit einer zweiten Stiftung in einer gemeinnützigen GmbH namens JX Fund institutionalisierte Hilfe für Journalisten im Exil. Dafür haben wir mit Hilfe der öffentlichen Hand fünf Millionen Euro eingesammelt. Dieses Projekt wäre ohne uns nicht zustande gekommen. Wir haben da die Rolle des Steigbügelhalters übernommen und staatlichen Institutionen den Weg geebnet.

BZ: Schnell, flexibel, innovativ: Das erinnert an die Investorenwelt. Herr Schöpflin, Sie kommen aus dieser Welt. Wie viel Investoren-Geist steckt in der Stiftung?
Schöpflin: Diesen Investoren-Geist leben wir jeden Tag. Was für Wagniskapitalgeber Erstfinanzierung heißt, nennen wir Anschubfinanzierung und versuchen damit, Projekte zum Fliegen zu bringen. Wir gehen zunächst ins Risiko und reduzieren den Einsatz, wenn es funktioniert. Die Villa Schöpflin etwa unterstützen wir heute nur noch mit 20 Prozent. Der Rest wird durch öffentliche Mittel finanziert beziehungsweise selbst erwirtschaftet.
Göbel: Dieser Mechanismus ist wichtig. Auch das Journalismushaus wird sich in wenigen Jahren selbst tragen. Unser Modell ist es, Dinge anzuschieben, aber wieder auszusteigen, wenn unsere Unterstützung nicht mehr notwendig ist. Die Gesellschaft verändert sich permanent. Da wollen wir reaktionsfähig bleiben.

BZ: Stiftungen werden mitunter kritisch bewertet, weil sie keiner öffentlichen Kontrolle unterliegen, sondern Instrumente der Stifter sind, die darüber eigene Interessen verfolgen. Was entgegen Sie?
Schöpflin: Unsere Arbeit widerlegt das. Wir arbeiten im Dienst der Zivilgesellschaft und da vor allem für die Jüngeren und ihre Bewusstseinsbildung. Es geht um Befähigung, nicht um Kontrolle.
Göbel: Die Legitimation kommt auch über die Nachfrage. Wenn es beispielsweise für 25 Plätze an der Schöpflin Schule 45 Interessenten gibt, ist das eine Abstimmung mit den Füßen, die unsere Arbeit bestätigt.
Schöpflin: … und dabei warten wir nicht passiv, sondern identifizieren aktiv Aktionsfelder. Insofern bezeichne ich uns auch als aktivistische Stiftung.

Hans Schöpflin (81) ist Lörracher, Spross der Versandhandelsdynastie Schöpflin und war als Investor erfolgreich.
Tim Göbel (44) studierte Wirtschaftswissenschaften und ist seit 2016 geschäftsführender Vorstand der Schöpflin Stiftung.
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Die Schöpflin Stiftung
Die Stiftung wurde 2001 von Hans Schöpflin und seinen Geschwistern gegründet und ist seit 20 Jahren tätig. Gut zehn Jahre beschränkte sie sich auf operative Projekte in Lörrach wie das Präventionszentrum Villa Schöpflin oder ein Kinderhaus. Inzwischen eröffnete sie noch eine Grundschule und entwickelt in den nächsten Jahren noch ein ganzes Quartier, das einst zum Schöpflin Campus werden soll. Seit 2013 ist sie als Förderstiftung auch bundesweit unterwegs und unterstützt demokratiestärkende Organisationen und Projekte.
Das jährliche Budget liegt bei etwa zwölf Millionen Euro, darin enthalten sind auch Bundes- oder Landesmittel für einzelne Projekte. Rund zehn Millionen Euro im Jahr bringt Hans Schöpflin als Stifter privat ein. Zentrale und Management umfassen etwa zehn Personen und absorbieren nur einen sehr kleinen Teil des Gesamtbudgets. Insgesamt beschäftigt die Stiftung in den diversen Projekten inzwischen rund 60 Mitarbeitende.

… Alles vom 20.9.2022 bitte lesen auf
https://www.badische-zeitung.de/wir-wollen-neues-anstossen?ts=1663674928#comment_217475618
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Kommentar:
Ich bewundere Herrn Schöpflin für seine Investor-Projekte zur Demokratieförderung („Meinungvielfalt“, „gut informierte Bürger“, „Mitbestimmung“) und zum Innovationsanstoß. Sorge bereitet mir die Kooperation von Schöpflin beim Medienhaus publix.de/Berlin mit der NGO correctiv.org, die linkem Journalismus zuarbeitet und abweichende Meinungen nur dann toleriert, wenn sie links sind.
20.9.2022, E.K.
Ende Kommentar

https://www.schoepflin-stiftung.de
https://www.publix.de
https://www.correctiv.org

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Demokratieförderung: Die woke Antirassismus-Agenda 2025
Aktivisten der „postmigrantischen Gesellschaft“ verkaufen den eigenen Lobbyismus als Einsatz der „Zivilgesellschaft“ für Demokratie und Integration. Sie fordern Vielfalt und Teilhabe und verunglimpfen Kritiker als Rassisten.

Die staatliche Allianz mit der sogenannten „Zivilgesellschaft“ mit dem Ziel der „Demokratieförderung“ zeichnet sich durch rasantes Wachstum aus. Diese Entwicklung begann 2014 mit dem „Demokratie leben“-Programm des Familienministeriums (BMFSFJ) durch Manuela Schwesig (SPD), das mittlerweile auf über 200 Millionen Euro im Jahr anwachsen soll. Nun soll diese staatliche Allianz durch das geplante Demokratiefördergesetz
https://www.bmfsfj.de/resource/blob/193484/99d3b37fcb308ba06c5fab10aefd5405/diskussionspapier-demokratiefoerdergesetz-data.pdf
auf eine neue Stufe gehoben und verstetigt werden.

Das alles ist Teil des umfangreichen Maßnahmenplans des „Kabinettsausschuss gegen Rechtsextremismus und Rassismus“,
https://www.demokratie-leben.de/das-programm/hintergrund/kabinettsausschuss-zur-bekaempfung-von-rechtsextremismus-und-rassismus
der unter Leitung von Angela Merkel und Horst Seehofer im November 2020 beschlossen wurde.
… Alles vom 4.7.2022 von Adrian Müller bitte lesen auf
https://www.achgut.com/artikel/die_woke_antirassismus_agenda_2025

Kommentare:
“Demokratieförderung” ist ein Code für “Demokratiezersetzung”?
Das Einüben des Neoneusprech wird wohl eine Genration dauern. Bis dahin werden wir Deutschen sowieso die größte Minderheit in unserem ehemaligen Lande sein. Vermutlich werden wir auch eine neue Kategorie etablieren – so etwas wie “Entwicklungsland erster Kategorie” oder “Neuentwicklungsland” oder “Transformationsland” oder “Klimaschwellenland” oder …! Der Terminus “Deutschland” wird später sowieso aufgrund der mutierten Demographie in einer finalen Lösungswahl abgeschafft werden bzw. als rassistisch-blasphemischer Terminus abgeschafft werden, so Allah will,
4.7.2022, L.L.

Merkt denn keiner,
daß die Rassisten in der BRD, es gibt sie ja tatsächlich, größtenteils nicht aus Deutschland kommen bzw. abstammen?
4.7.2022, W.Sch.
Ende Kommentare