Badisch-Elsaessische

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Mahnweg am 20.4.2007 um 18.30 Uhr: Blick nach Norden zum Batzenberg zwischen Pfaffenweiler und Kirchhofen

 

 

Badisch-Elsaessische Bürgerinitiativen – Badisch-Elsaessische.net

Auf der Homepage www.Badisch-Elsaessische.net finden Interessenten in deutscher und französischer Sprache
die aktuellen Veranstaltungstermine und lesenswerte Informationen (auch zum AKW ) über die Geschichte der Badisch-Elsässischen Bürgerinitiativen.
www.Badisch-Elsaessische.net

SprecherInnen: Philippe Hugoniot, Colette Marchal, Bernd Nössler, Erhard Schulz, Heinz Siefritz
Bügerinitiative Weisweil e.V., Hauptstraße 53, 79367 Weisweil

Badisch-Elsässischen Bürgerinitiativen
ASSOCIATIONS ANTINUCLEAIRES DE BADE ET D’ALSACE
Konto / No de compte: 22 053 994,Sparkasse Freiburg/Nördl. Breisgau,BLZ 680 501 01

Kontakt für die Medien in Deutschland:
Erhard Schulz
Mitglied im Sprecherkreis der Badisch-Elsässischen Bürgerinitiativen
Kandelstraße 51, 79312 Emmendingen, Tel 07641-41252, Fax: 07641-570807
erhard-schulz at t-online.de

 

Frauen beim AKW-Widerstand in Wyhl – Zeitzeuginnen gesucht

Im Herbst 2012 trafen sich zahlreiche Frauen im Bürgersaal in Weisweil, um von ihren Erfahrungen im Widerstand gegen Blei und Atom zu erzählen. Anlass waren die Publikationen von Prof. Jens Ivo Engels im Internet, speziell zur Rolle der Frauen im Wyhl-Widerstand. An diesem Abend erzählten die Frauen anschaulich, wie vielfältig, neu, phantasievoll, freudig entschlossen, auch anstrengend, konfliktreich, schmerzlich der Widerstand war – doch gemeinsam überschritten sie so manche Grenze…mit viel Erfolg. „Nur“ in Fessenheim tickt eine Zeitbombe seit 1977 – und manche Frauen sind seit Jahrzehnten aktiv. Andere setzen sich inzwischen mit anderen Themen, an anderen Orten, für Menschen in Not ein, oder brauchen im Alter selbst Unterstützung. Uns wurde deutlich, wie wertvoll die Berichte der Zeitzeuginnen sind, die sich seit Beginn der 70er Jahre in Kaiseraugst, Breisach, Marckolsheim, Fessenheim, Wyhl, Heitersheim, Gerstheim, Heiteren engagierten. Wir haben begonnen, Interviews und Erzählungen von Frauen aus dem Widerstand im Dreyeckland aufzuzeichnen. Je mehr Frauen mitmachen, desto reicher und bunter wird sein, was für die Nachkommenden erhalten bleibt. Schreiben wir unsere Geschichte selbst und überlassen wir(FETT KURSIV) das nicht fernen Professoren!
Mit diesem Verzell-Nachmittag wollen wir uns anwärmen, erinnern, erzählen, zuhören:
– Was war uns damals wichtig?
– Wieso und wie habe ich mitgemacht?
– Wie hat sich dadurch mein Leben verändert?
– Wer hat Zeit und Lust, in der Gruppe mitzuarbeiten oder Projekte zu starten?
– Wer weiss Geldgeber für Projekte (Film, Buch, Archiv, …)

Kurt Schmidt
BI-Weisweil, Salmenstr. 8 , 79367 Weisweil , Tel +49 (0)7646 1039
schmidt.kurt@t-online.de, Web:  https://www.archiv-badisch-elsaessische-bi.net
17.4.2013

Die Badisch-Elsässischen Bürgerinitiativen – Ihr Widerstand gegen das Atomkraftwerk Wyhl

Grenzüberschreitende Zusammenarbeit gegen Atomkraft und für Alternativen am südlichen Oberrhein und anderswo Die Badisch-Elsässischen Bürgerinitiativen – Ihr Widerstand gegen das Atomkraftwerk Wyhl und weitere Standorte und die Folgen bis Fukushima – lieber aktiv als  radioaktiv
von Dr. Georg Löser

Einleitung und Zusammenfassung
1. Das drohende „Ruhrgebiet am Oberrhein”
2. Zur Vorgeschichte ab 1969/70: Atomkraftprotest zu Kaiseraugst (CH), Fessenheim (F) und Breisach (D)
3. „Marckolsheim” und „Wyhl” und die Gründung der Badisch-Elsässischen Bürgerinitiativen
4. Die Badisch-Elsässischen Bürgerinitiativen und der lange Kampf um das Atomkraftwerk Wyhl
5. Fessenheim (II): Breite Proteste und die Kontrollkommissionen
6. Erfolge und Misserfolg: Schwörstadt und Heitersheim/Baden, Gerstheim und Heiteren/Elsass
7. Die Europa-Erklärung, die ersten Wyhl-Jahrestage
8. Auswirkungen und Folgewirkungen der Badisch-Elsässischen Bürgerinitiativen
8.1. Unterstützung des Widerstandes bei Atomstandorten außerhalb der Region
8.2. Denk-Male
8.3. Die Badisch-Elsässischen Bürgerinitiativen nach 2000 bis heute
8.4. Neue Initiativen gegen das Atomkraftwerk Fessenheim
8.5. Weitere Folgewirkungen und Nachwirkungen am Oberrhein und anderswo
9. Fazit und Ausblick
Anhang 1: persönliche Anmerkungen / Widmung
Anhang 2: zum Autor
Anhang 3: Literaturhinweise
Anhang 4: Abbildungen aus der Präsentation vom 12.4.2002 und andere Abb.
© Dr.rer.nat. Georg Löser

Badisch-Elsässischen Bürgerinitiativen – Ihr Widerstand gegen das Atomkraftwerk Wyhl (ausführlicher Text)

Einleitung und Zusammenfassung
Die Badisch-Elsässischen Bürgerinitiativen und mit ihnen breite Schichten der Bevölkerung in der Region beiderseits am südlichen Oberrhein haben Geschichte gemacht. Höhepunkte und Brennpunkte ihrer Arbeit und Aktionen waren die Kämpfe um die geplanten Atomkraftwerke Wyhl/Baden, Fessenheim sowie Gerstheim/Elsass ebenso wie um eine geplante Bleichemiefabrik in Marckolsheim/Elsass Die Badisch-Elsässischen Bürgerinitiativen entstanden formell mit ihrem internationalen Komitee am 25.8.1974 in Weisweil und mit ihrer damaligen „Erklärung der 21 Bürgerinitiativen an die Badisch-Elsässische Bevölkerung”. Sie wuchsen bald auf fast 50 Initiativen an. Sie sind im Zusammenhang zu sehen mit den etwa zeitgleichen Kämpfen um das geplante Atomkraftwerk Kaiseraugst bei Basel und weitere Atomanlagen im Dreiländereck, dem schon zuvor begonnenen Protest gegen das Atomkraftwerk Fessenheim, mit der erste in Europa, und – bereits sehr intensiv, mit  großer Resonanz und erfolgreich – gegen das geplante Atomkraftwerk bei Breisach. Sie widersetzten sich der drohenden Vision einer weitgehenden, streckenweise großflächig geplanten atomkraftbetriebenen Industrialisierung am südlichen Oberrhein. Hinter dem bei Marckolsheim, Wyhl und Kaiseraugst besonders eskalierten Protest stand und steht primär die gemeinsame Sorge von Menschen um die Existenzgrundlagen: für Leben und Gesundheit auch künftiger Generationen, für Weinbau und Landwirtschaft, die schöne Heimat, für gute Arbeitsplätze. Die Badisch-Elsässischen Bürgerinitiativen haben mit ihrem Widerstand und vielfältigen Aktionen den Grundstein gelegt für einen atomenergiekritischen Konsens im Dreiländereck, der politisch und zugleich früh am klarsten – nach Volksabstimmungen – in den beiden Baseler Kantonen Ausdruck fand und findet, der aber u.a. auch in einem „Schwur” elsässischer Bürgermeister, Kommunalvertreter und Vereinigungen gegen weitere Atomkraftwerke sowie in Südbaden in der Verhinderung mehrerer geplanter Atomenergieanlagen gipfelte. Die Bürgerinitiativen haben auf der Ebene aktiver Bürgerschaft Beispiele grenzüberschreitender Zusammenarbeit und Verständigung gesetzt. Sie haben hierdurch auch die offizielle regionale Zusammenarbeit befruchtet und vorangetrieben. Ihre „Volkshochschule Wyhler Wald” hat über 13 Jahre auf besetzten Bauplätzen und in Dörfern und Städten der Region als Kommunikations- und Informationszentrum, als innovativer, volksnaher Bildungsträger, als „geistiges Kraftwerk”, neu-alemannisches Kulturzentrum und Aushängeschild der  Initiativen gewirkt. Aus dem Contra heraus wurden mit den populären Sasbacher Sonnentagen 1976-78 konkrete positive Energie-Visionen entwickelt, die sich als populäre Öko-Spezialmessen in Rouffach sowie fortgesetzt in Colmar/Elsass, direkt und zuerst aber als ÖKO-Solar-Energie- und Umwelt-Messen in Freiburg sowie anderswo in Deutschland und anderen Ländern weiterentwickelten. Eine Reihe bedeutender regionaler bis nationaler Umweltschutz- und Alternativenergie-Vereinigungen der BürgerInnen sowie Ansätze zu einer Umwelt- und Solar-Modellregion am Oberrhein sind im Gefolge entstanden, gewachsen bzw. weiterhin am Entstehen.
Die Badisch-Elsässischen Bürgerinitiativen, auch heutzutage in kleinerer Form und mit neuen Instrumenten weiterbestehen, haben mit ihrem Wirken und ihrer Streitkultur auf schwierigem Feld – im Ringen mit dem Staat, Konzernen und einer Staatsgrenze – ein Stück „Demokratie von unten” verwirklicht. Dieses fand vor allem mit dem gemeinsamen Kampf um Wyhl auch weltweite Beachtung und zeigt über die Region am südlichen Oberrhein hinaus zahlreiche und weitreichende positive Folgewirkungen.
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9  Fazit und Ausblick
In Marckolsheim und Wyhl und zu Fessenheim haben die Badisch-Elsässischen Bürgerinitiativen mit ihrer grenzüberschreitenden Kooperation Geschichte gemacht. Sie haben im Ringen mit dem Staat und den Konzernen ein Stück kämpferischer „Demokratie von unten” vorgelebt, das weltweite Beachtung fand und nicht nur am südlichen Oberrhein viele positive Folgewirkungen zeigt. Ihr teilweise sehr erfolgreicher Widerstand gegen Atomkraft und ihr Einsatz für Alternativen ist eng verflochten mit weiteren Anti-Atom- und Energie-Initiativen am Oberrhein. Dies wirkte und wirkt weiterhin als Vorbild in der Region, in Deutschland und in anderen Ländern. Einerseits kann zum Beispiel durch einen großen Atomenergieunfall in der trinationalen Region die Arbeit der Badisch-Elsässischen Bürgerinitiativen in der Region weitgehend vergeblich werden. Andererseits aber kann als eine Spätfolge am Oberrhein – trotz des dortigen großen Entwicklungsdrucks auf diese zentrale Region der EU – immer noch eine europäische Modellregion für ökologische Energie und für die Entwicklung von Nachhaltigkeit entstehen. Dafür müssen jedoch die technischen, geistigen, gesellschaftlichen und politischen Potentiale von der regionalen Politik und den hiesigen Institutionen viel intensiver in dieser Richtung genutzt werden. Bei der offiziellen trinationalen Oberrheinkonferenz, und beim Oberrheinrat sind hierfür bisher nur zarte Ansätze erkennbar, umso mehr aber bei engagierten Teilen der Bürgerschaft und des Mittelstands sowie in inzwischen vielen Städten und Dörfern. Aus Erfahrung der Badisch-Elsässischen Bürgerinitiativen sprechend, wird es nötig sein, dass aktive Teile der Bevölkerung und ihre Vereinigungen die Politik und Wirtschaft weiterhin anschieben und selber Verantwortung übernehmen.
Dr.rer.nat. Georg Löser, Gundelfingen/Freiburg i.Br., im April 2002, Februar 2005 und August 2011

Dr. Georg Löser, Weiherweg 4B, D-79194 Gundelfingen, im April 2002
glp052-fpc/Veröff/BEBILFE6.rtf =Badisch-Elss-Bis-Koll-2002-Langfassung endg 23.06.2002, korr. 040825
aktueller Stand: 28.8.2011
Die kompletten Text von Dr. Löser finden Sie hier:
https://www.freiburg-schwarzwald.de/pdf/badisch-elsaessische-loeser201108.pdf

In dem so informativen Buch 
Dr. Georg Löser: Buch “Die AKW-Protestbewegung von Wyhl bis Brokdorf” – Besser aktiv als radioaktiv,
Bibliothek des Widerstands des Laika-Verlags, 2011
ISBN: 978-3-942261-01-0
werden die Informationen zur Widerstandsbewegung in Wyhl aktualisiert mit den aktuellen Wyhl-Folgen, AKW Fukushima und  AKW Fessenheim.