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Mittelständische Unternehmer – Jobmotor-Preisträger 2021 aus dem Raum Freiburg

  • „Ökonomischer Selbstmord“? Warum halten die Industrie-Lobbys still? (21.6.2022)

 

„Ökonomischer Selbstmord“? Aber warum halten dann die Industrie-Lobbys still?
Zahlreiche Beobachter warnen, dass die Bundesregierung mit den aktuellen Wirtschaftssanktionen einen „wirtschaftlichen Selbstmord“ begünstigen könnte. Aber von einer Gegenwehr durch Vertreter mächtiger Industrie-Verbände ist nur wenig zu spüren.
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Machtgruppen wie der BDI https://bdi.eu/ oder die „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“ http://www.insm.de/insm haben alle Voraussetzungen zu wirkungsvollen Kampagnen, wenn es etwa darum geht, Verbesserungen bei der Rente oder der Entlohnung zu verhindern. „Die Industrie“ hat ihre Fähigkeiten zur politischen Einflussnahme bereits häufig unter Beweis gestellt – so häufig, dass die Mutmaßung, die politischen Geschicke würden auch, oder vor allem, nach Maßgabe von Konzern-Lobbys gestaltet, nicht abwegig erscheint: „Die Staatsgewalt geht vom Großen Geld aus“, überschreibt etwa Albrecht Müller ein Kapitel in seinem aktuellen Buch „Glauben Sie, wir hätten eine Marktwirtschaft und lebten in einer Demokratie?“ https://www.nachdenkseiten.de/?p=73586

Wenn in der Vergangenheit also Interessen der großen Arbeitgeber bedroht schienen, so haben deren mächtige Abwehrmechanismen bestens funktioniert. Doch dieses Mal, wo doch angeblich die industrielle Basis eines Exportlandes von der eigenen Regierung angegriffen wird, ohne dass dadurch den Bürgern Vorteile erwachsen würden, herrscht weitgehend Funkstille. Ein vereinzeltes Beispiel für Warnungen von Konzernseite war ein Interview mit dem Chef von BASF, wo er vor der Zerstörung der „gesamten Volkswirtschaft“ warnt.
https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/basf-chef-warnt-in-embargo-debatte-vor-zerstoerung-der-gesamten-volkswirtschaft-a-87009924-b320-4ba5-87b6-68d34fef864b

Warum gibt es nicht mehr Interviews wie dieses, flankiert von teuren Anzeigenkampagnen und Diffamierungen der Kritiker? Und das alles in jener aggressiven Form, die man gewöhnt ist, etwa wenn es gegen Sozialleistungen geht?
Wie gesagt: Diese Interventionen werden hier nicht gefordert, aber dass sie ausbleiben, ist bemerkenswert. Bereits bei ausbleibenden Reaktionen auf einige Elemente der Corona-Politik hatten sich ähnliche Fragen gestellt.
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Durch die Zurückhaltung der Konzern-Lobbys drängen sich folgende Fragen auf:
– Es gibt nicht „die Industrie“: Wirken momentan verschiedene Interessen, die sich neutralisieren?
– Entstehen am Ende der aktuellen Entwicklung doch (jetzt noch nicht sichtbare) Vorteile für bestimmte Branchen und Konzerne, auf die nun Insider spekulieren?
– Käme eine „hausgemachte“ Wirtschaftskrise gar gelegen, weil man dann die Massenentlassungen, die ohnehin wegen Automation etc. anstehen könnten, dem russischen Präsidenten anlasten kann?
– Wird die aktuelle Entwicklung zugelassen, weil die Unternehmen dadurch ohnehin geplante Teil-Verlegungen in Billiglohnländer besser rechtfertigen können?
– Gibt es womöglich „Weisungen“ von einer interessierten Seite, die mächtig genug ist, diese auch durchzusetzen? Sind viele deutsche Konzerne wegen Teilhabe internationaler Investmentfonds gar nicht mehr als „deutsch“ zu bezeichnen?
– Sind etwa auch die Industrie-Chefs der Wirkung der aktuellen emotionalen Meinungsmache erlegen?
– Oder aber ist die (anscheinende) Untätigkeit der Konzern-Lobbys ein gutes Zeichen, das einfach nur zeigt, dass nun anscheinend „der Staat“ die Handlungshoheit von „der Wirtschaft“ zurückgeholt hat?
… Alles vom 21.6.2022 bitte lesen auf
https://www.nachdenkseiten.de/?p=85007