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An der Küste von Ligurien 40 km östlich von Genua am 10.7.2014

An der Küste von Ligurien 40 km östlich von Genua am 10.7.2014

 

 

Uni heute: Denken unerwünscht – am Beispiel einer Promotion
„Wir folgen der Wissenschaft“ – Diese Phrase aus der bleiernen Merkel-Zeit wird sicherlich in die Geschichte eingehen. Es war eine dreiste Lüge, denn das Gegenteil ist der Fall. Es ist die Wissenschaft, welche der Politik folgen muss. Sie darf nur solche Ergebnisse liefern, welche die Agenda der Mächtigen rechtfertigen. Hier ein erschreckendes Beispiel.
Die Tempel der Wissenschaft, die Universitäten, sind Forschung und Lehre verpflichtet, d.h. sie müssen neue Erkenntnisse erarbeiten und gleichzeitig ihre Studenten zu Fachleuten ausbilden. Diese Ausbildung hat Etappen, etwa das „Diplom“, das für eine entsprechende Arbeit verliehen wird. Falls dann noch Interesse an weiterer wissenschaftlicher Tätigkeit besteht, so kann das im Rahmen einer Doktorarbeit geschehen, die etwa zum Dr. Ing. führt.
Unser Doktorand ist Diplomingenieur, mit Zusatzstudium in Mess- und Regeltechnik und mit vielen Jahren Berufserfahrung, speziell auch in Fehlerstatistik. Er kam nun auf die Idee, diese Methodik auf ein naturwissenschaftliches Phänomen anzuwenden, welches von öffentlichem Interesse ist. Das sollte seine Doktorarbeit werden, und es gelang ihm, einen Doktorvater an einer mitteldeutschen Universität dafür zu gewinnen.
Mit ihm vereinbarte er das Thema: „Analyse zur Bewertung und Fehlerabschätzung globaler Daten und deren Bestimmungsprobleme“. Aufbauend auf seine beruflichen Erfahrungen fertigte er in zwölf Monaten seine Doktorarbeit an und reichte sie bei der Universität ein, welche den Empfang ordnungsgemäß bestätigte.
Doch dann passierte lange nichts. Erst nach viel Hin- und Her wurde ihm mitgeteilt, dass seine Arbeit nicht akzeptiert würde. Die Tonart der Kommunikation mit dem Doktoranden hätte dabei eher auf den Hinterhof eines Gebrauchtwagenhändlers gepasst, als in den elfenbeinernen Turm einer im Jahre 1409 gegründeten, ehrwürdigen deutschen Universität.
….
Unerwünschte Erkenntnisse
Es handelte sich also um eine Analyse der Messwerte, welche Grundlage für die Theorie von Global Warming sind. Dabei kam heraus, dass die von Satelliten seit etwa 1980 gemessenen Werte für Temperatur und Meeresspiegel präzise genug waren, um die von IPCC etc. angestellten Berechnungen zur globalen Erwärmung möglich zu machen.
Ältere Messungen mit traditionellen Instrumenten aber waren dafür ungeeignet. Deren Unsicherheit war ähnlich groß, oder größer als die angeblich gefundenen Zunahmen von Temperatur und Meeresspiegel. Damit war ein Vergleich heutiger Klimadaten mit den historischen irrelevant – aber gerade der stellt einen wesentlichen Teil des aktuellen Klima-Narratives dar.
Dieses Ergebnis hat Doktorand und Doktorvater nicht überrascht, denn etwas anderes war, aufgrund der abgeschlossenen Vergangenheit, nicht zu erwarten. Die Temperaturen von 1850 konnte man ja nicht gerade mal mit heutigen Satelliten genauer nachmessen. Man hoffte nun, dass sich diese, in einer wissenschaftlich objektiven Arbeit gewonnene Erkenntnis in der akademischen Welt und dann in die Öffentlichkeit verbreiten würde.
Das wäre natürlich eine Revolution. Der Dekan der Fakultät, unter deren Dach die Arbeit entstanden war, hatte jetzt eine Bombe im Haus und geriet in Panik, und mit ihm noch ein paar Professoren, welche die Arbeit gelesen hatten.
Diese Bombe musste entschärft werden – oder entsorgt!
Entschärfen oder entsorgen?
Nun war es gut möglich, dass der Doktorand Fehler gemacht hatte, dass also die finale Aussage seiner Arbeit nicht stimmte. Die Suche nach solchen Fehlern wäre die eigentliche Aufgabe der Gutachter gewesen, aber die wollten sich nicht so recht an die Arbeit machen. Vielleicht waren sie fachlich überfordert, vielleicht war ihnen das Eisen zu heiß. Auf jeden Fall fand sich niemand, der in der Lage gewesen wäre, die „Bombe zu entschärfen“.
Nun kümmerte sich der Dekan der Fakultät um die Entsorgung der Bombe. Er suchte im deutschen Klimawandel-Milieu nach willigen Schergen, die Gutachten schreiben sollten, mit deren Hilfe man sich die eingereichte Doktorarbeit als insgesamt „inakzeptabel“ Halse schaffen konnte, ohne auf ihren fachlichen Inhalt eingehen zu müssen.
So geschah es. Dank der bestellten Gefälligkeitsgutachten entsorgte man die Bombe schließlich, nachdem es nicht gelungen war, sie zu entschärfen. Der Doktorand wurde um das Recht betrogen, seinen akademischen Titel zu erwerben.

Keine Sternstunde
Er gab sich damit jedoch nicht zufrieden. Er klagte auf sein Recht zur Einsicht der detaillierten Beurteilungen, die zur Ablehnung geführt hatten. Daraufhin musste ihm die Universität die Kopien seiner Arbeit aushändigen, die mit den handschriftlichen Kommentaren der Gutachter versehenen waren.
Es war offensichtlich, dass die beiden bestellten Experten weder die Absicht, noch die Fachkenntnis hatten, um die wissenschaftlichen Aspekte der Arbeit nachzuvollziehen und gegebenenfalls sachliche Fehler zu finden. Ihre Kommentare beschränkten sich auf den Anfang der 130-seitigen Schrift, wo noch keine Formeln und Gleichungen standen.
Da aber zeigten die Herren Gutachter ihre ganze fachliche Expertise und ihre akademische Bildung. Sie hatten handschriftlich, am Rande der Seiten, ihr qualifiziertes Urteil hinterlassen: „Hat keine Ahnung“, „Bullshit“, „Schei*e“.
Ich vermute, dass diese ehrwürdige Alma Mater in ihrer 600-jährigen Geschichte schon bessere Zeiten gesehen hat. Eine Institution, die Verstand, Wissen und Moral fördern soll, verbietet jetzt deren Einsatz.

Diese skandalöse Begebenheit liegt zehn Jahre zurück, die Abschaffung von akademischer Freiheit und Ethik hat in Deutschland also schon vor Corona eingesetzt.
… Alles vom 29.8.2021 von bitte lesen auf
https://think-again.org/denken-unerwunscht/

Hans Hofmann-Reinecke: GRÜN UND DUMM forever
– Wenn Panik das Denken ersetzt
Juni 2021, Taschenbuch, 24,61€
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Kommentar:
… die Drittmittel gefährdet ?
Das Traurige ist: Gerade diese Leute sind unkündbar und völlig unabhängig. Aber der Status fällt und steigt eben auch mit Drittmitteln, und der Zahl der damit einzustellenden Mitarbeiter, die dann als Doktoranden den Ruhm des Doktorvaters mehren. Der beschriebene Fall einer von ausserhab kommenden Doktorarbeit ist heikel, wenn dadurch die Drittmittel gefährdet werden. Und die meisten Drittmittel haben heute mit sog. Klimaschutz zu tun. Da ist man bei den staatlichen Geldgebern vernagelt.
3.9.2021, RMP

 

 

Das Elend der Wissenschaftskarriere – Von Job zu Job
Die Universitäten werden in wesentlichen Bereichen getragen von jungen Menschen, die wenig verdienen und trotzdem nicht wissen, ob es ihren Job nächstes Jahr noch gibt. Vor allem haben sie kaum Chancen, durch ihre Knechtsarbeit an Lehrstühlen und Instituten wirklich die akademische Karriere zu absolvieren, für die sie doch all das auf sich nehmen. ….   Alles von Wulf Rüskamp vom 17. Juli 2014 bitte lesen auf
https://www.badische-zeitung.de/kommentare-1/leitartikel-von-job-zu-job–87591984.html

Es fehlt ihnen nicht an klaren Worten, sondern es fehlt an Geld
Die Situation von Nachwuchswissenschaftlern und -wissenschaftlerinnen an deutschen Universitäten und Forschungseinrichtungen ist in der Tat katastrophal. Sie ist eine Zumutung für die betroffenen Frauen und Männer, und sie ist verantwortungslos gegenüber der Zukunft unserer Gesellschaft, für die bekanntlich Bildung und Wissenschaft die wichtigsten Garanten sind. Neu ist das alles nicht. Die Stellungnahmen von Wissenschaftlern und Wissenschaftsmanagern, die diesen Notstand anprangern und nach Abhilfe rufen, lassen sich kaum noch zählen.
Die Folgerung, die Rüskamp aus seiner Beschreibung zieht, enttäuscht. Die Universitäten sollen ihrem Nachwuchs „klar sagen“, wie es um dessen Karrierechancen steht? Als ob diese Hochqualifizierten nicht selbst genau wüssten, auf was sie sich einlassen. Rüskamps Rat ist von der gleichen wirkungslosen Hilflosigkeit wie die bisherigen Reaktionen aus dem akademischen Bereich. Reden statt handeln, sich mit der Situation abfinden, statt politische Wege zu ihrer Veränderung gehen.
Nicht an klaren Worten fehlt es unseren Universitäten. Es fehlt ihnen an Geld. Geld ist zwar in unserer Gesellschaft genug da. Aber seine Verteilung ist eine Frage der Macht, und die Universitäten sind offenbar außer Stande, die symbolische Macht, die sie haben, zu nutzen und vom Staat das Geld, das sie brauchen, nicht zu erbitten, sondern zu fordern und zu erstreiten. Die Lehrsituation in vielen Fächern ist nicht mehr zumutbar: Warum zeigen die Rektoren und Dekane das nicht der Öffentlichkeit und stellen ihre Lehre ein – anstatt deren Löcher ständig zu stopfen? Die Personalsituation in vielen Instituten ist längst unhaltbar: Warum schließen die Direktoren nicht ihre Institute – anstatt deren Betrieb durch die Ausbeutung des Nachwuchses technisch aufrechtzuerhalten?
Aber zu einem Streit mit dem Staat sind meine Kollegen und Kolleginnen nicht zu bewegen, Beamte und Staatsangestellte in persönlich gut dotierten Stellen. Und ein öffentlicher Streit mit dem Staat würde Unruhe und Unannehmlichkeiten mit sich bringen. Und die betroffenen Nachwuchswissenschaftler? Sie sind abhängig von ihren Professoren. Und die tägliche Arbeit plus das Schreiben an der Habilitation ist mehr als genug. Zudem: Universitätskarrieren individualisieren, trimmen auf Konkurrenz. Wo sollen da Antrieb und Kraft herkommen, sich zu solidarisieren und bundesweite Aktionen und Streiks zu organisieren?
So werden die Universitäten weiterhin Not leiden. Wie unser gesamtes Bildungssystem. Eine Gesellschaft verspielt ihre Zukunft.
23.7.2014, Prof. Dr. Hans Peter Herrmann, Freiburg

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