Facharbeiter

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Blick nach Nordosten über den Hochrhein zur Kraftwerkbaustelle bei Schwörstadt rechts am 14.8.2008

 

 

Elektro Schneider&Lämmlin schließt: Facharbeitermangel
Für Schneider & Lämmlin in Freiburg-Wiehre endet eine 102 Jahre lange Geschichte
„Seit rund einem Jahr haben wir gar keinen Außendienst mit Elektromonteuren mehr, nur noch das Ladengeschäft – einfach weil wir keine guten Fachkräfte mehr gefunden haben“, berichtet Kerstin Lämmlin. Die wenigen Stellenbewerber, die sich noch gemeldet hätten, seien entweder nicht passend qualifiziert gewesen, hätten bestimmte Montagearbeiten gar nicht übernehmen wollen, sondern am liebsten nur noch am Schreibtisch geplant, oder hätten illusorische Vergütungsvorstellungen geäußert.
Mit dem Ladengeschäft allein – an der Günterstalstraße verfügt das Unternehmen über rund 300 Quadratmeter Verkaufs- und Werkstattfläche – habe man aber auf Dauer nicht überleben können. Beim reinen Verkauf von Elektrogeräten seien die Konkurrenz und der Preisdruck durch den Onlinehandel sehr groß. „Der Corona-Lockdown und die Pandemie insgesamt haben die Lage für uns sicher nicht leichter gemacht“, sagt Kerstin Lämmlin. Für staatliche Corona-Hilfe habe man indes nicht die nötigen Voraussetzungen erfüllt.
Ein weiteres Problem, welches das Aus der Firma mitbesiegelt habe, sei die nachlassende Zahlungsmoral der Kundschaft.

Zum letzten Mal geöffnet ist Schneider-Lämmlin am Freitag, 9. Juli. Bis dahin läuft der Räumungsverkauf. Geöffnet ist Montag bis Samstag, jeweils von 8.30 bis 12 Uhr sowie von 14 bis 17 Uhr.
https://www.schneider-laemmlin.de/home.html
.. Alles vom 24.6.2021 von Holger Schindler bitte lesen auf
https://www.badische-zeitung.de/fuer-schneider-und-laemmlin-in-freiburg-wiehre-endet-eine-102-jahre-lange-geschichte–202847373.html

 

Facharbeitermangel – Das leise Sterben dieses Landes
Der Leserbrief bezieht sich auf die Kolumne von Roland Tichy: Das war eine schwarze Woche für Deutschland
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Ich war heute abend das erste Mal seit langem wieder abends aus, Essen gegangen, beim „Italiener um die Ecke“. War nett, fast so, als habe es die letzten 15 Monate nicht gegeben, und drinnen saß auch früher bei diesem Wetter keiner. Ich benutze das aber nur als Einleitung zu dem, was mir bei diesem Besuch sonst passiert ist.
Nachbartisch, ein jüngeres Paar, nett und offen, zu unhip und unexaltiert, um Berliner aus dem zentralen Bereich sein zu können. In der Tat, sie stammen aus der Gegend um Braunschweig. Der Mann arbeitet bei einem Zulieferer von VW. Er erzählt davon, wie ein Betrieb nach dem anderen dichtmacht, nach Osteuropa verlagert, oder eben Asien.
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Und nein, es geht dabei nicht einmal um Rendite. Ja, die Strompreise steigen und steigen. Immer mehr Bürokratie, Erfassungen, Steuern. Aber der wahre Grund ist: Sie finden in Deutschland ganz einfach keine Leute mehr. Haufenweise gehen jetzt die bisher dominierenden Babyboomer-Jahrgänge in Rente. Sie können sie nicht ersetzen.
Natürlich gibt es im Dreieck Hannover Braunschweig Wolfsburg noch junge Leute. Aber es sind eben keine Deutschen mehr, so wie die Babyboomer, die bisher den Kern der Betriebe ausmachten. Aber die hatten kaum Kinder. Meist sind es jetzt Türken, Nordafrikaner, Kosovaren, Kaukasier, Eriträer, die „Flüchtlinge” seit 2015, was da eben so kam und sich ansiedelt.
Sie können mit ungebildeten Bewerbern nichts anfangen. Sie brauchen Facharbeiter, Mechatroniker, Zerspannungsmechaniker, Schlosser, das ganze Programm der Feinindustrie. Sie bilden ja aus, es gibt genug Ausbildungslehrstellen, aber sie haben weder Zeit noch Geld, die gesamte Schulbildung seit der 3. Klasse noch einmal zu vermitteln. Sie brauchen Leute, die, auch als Lehrlinge mit 1.000 netto bereit sind, um 6:30 zur Frühschicht anzutreten, und das jeden Tag. Die pünktlich kommen und wissen, was das ist. Die wenigstens 5 Minuten ohne Smartphone auskommen, die Anweisungen auf Deutsch verstehen, überhaupt bereit sind, tatsächlich zu arbeiten. Die verstehen, daß der tiefergelegte Golf GTI mit Brembo-Titanauspuff erst nach mehreren erfolgreichen Jahren als Geselle drin ist, und nicht mit 19 nach drei Monaten Aushilfsarbeit.

Diese jungen Leute finden sie nicht mehr. 20 Jahre konnten sie Sachsen-Anhalt leerräumen, jetzt lebt da kein junger Mensch mehr, und wenn doch, pendelt der nicht mehr 90 km jeden Tag, sondern findet was zuhause.
Also gehen sie nach Polen. Noch gibt es dort Facharbeiter, gut ausgebildete, sogar in Rumänien. Arbeitsmoral ist gut, und Deutsch ist als Lingua Franca dort fast so geläufig wie Englisch. Also macht der Laden hier dicht. Einer nach dem anderen. Die jungen Frauen ziehen zum Orchideenstudium nach Berlin oder Hamburg, die wenigen jungen deutschen Männer ohne Abitur passen sich den Orientalen in Aussehen und Jargon und Habitus an.
Das ist das stille, leise Sterben dieses Landes. Es ist viel schlimmer als das, was Roland Tichy anprangert. Und im Grunde hat es gerade erst angefangen. Mit langer Ansage – aber niemand wollte hören.
… Allesvom 17.6.2021 bitte lesen auf
https://www.tichyseinblick.de/meinungen/was-ein-junger-mann-von-einem-zulieferer-fuer-vw-erzaehlt/

 

Fachkräfte vom Ausland abzuwerben wird Deutschland niemals gelingen.
Menschen verhalten sich ökonomisch. Analphabeten ohne Ausbildung gehen in Länder mit hochdotierten Sozialsystemen, Fachkräfte mit guter Ausbildung gehen in Länder mit niedrigen Steuern.
Wer Fachkräfte nach Deutschland anlocken will, muß Steuern senken und Sozialleistungen auf wirklich Bedürftige beschränken. Da Deutschland in Siebenmeilenstiefeln Richtung Sozialismus unterwegs ist, werden hier niemals Fachkräfte die Grenzen überschreiten.
9.11.2018

 

Facharbeiter = Duale Ausbildung

Die akademische Bildung volzieht sich an Hochschulen bzw. Universitäten, die berufliche Bildung hingegen im dualen System, das zwei Lernorte vorsieht: den Betrieb und die Schule. Je nach Gewichtung dieser beiden Lernorte sind zu unterscheiden:

  • Duale Ausbildung zum Facharbeiter: Betrieb und Berufsschule
  • Duales Studium zum Ingenieur: Betrieb und Hochschule (früher Fachhochschule genannt)

 

IHK – Industrie- und Handelskammer Südlicher Oberrhein

Industrie- und Handelskammer (IHK) Südlicher Oberrhein mit Sitz in Freiburg
Schnewlinstraße 11 – 13, 79098 Freiburg, Tel 0761 3858-0
ihk@freiburg.ihk.de
www.suedlicher-oberrhein.ihk.de
c/o Bernd de Wall, bernd.dewall@freiburg.ihk.de

 

 Facharbeitermangel ab 2011 

Eine IHK-Umfrage unter 1200 mitarbeitersuchenden Unternehmen aus dem Kammerbezirk Südlicher Oberrhein zeigt:
– 76,4 Prozent der Befragten benötigen Mitarbeiter mit einer beruflichen Aus- und Weiterbildung
– nur 11,5 Prozent mit einer akademischen Bildung
– Die restlichen Mitarbeiter müssten weder eine berufliche noch eine akademische Bildung aufweisen
Diese Zahlen wertet der Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Südlicher Oberrhein, Steffen Auer, als Indiz dafür, dass die Bildungspolitik in die falsche Richtung steuere. Der doppelte Abiturjahrgang 2012 habe dazu geführt, dass viele Ausbildungsstellen besetzt wurden – doch schon im nächsten Jahr könnte es laut IHK zu Engpässen kommen.