Auch die andere Seite anhören

Audiatur et altera pars – „Gehört werde auch der andere Teil“. Gerade in der heutigen Zeit zunehmender Spaltung der Gesellschaft ist es angezeigt, stets beide Seiten zu hören und sich über die konträren Meinungen zu informieren. Und es macht Freude!
Früher was es einfacher: So hatte ich jahrelang zwei Wochenzeitungen abonniert: den Spiegel für die eher progressive und die ZEIT für die gemäßigt liberale politische Meinung. Und für die tägliche Zeitungslektüre kamen die linke Süddeutsche und die rechte WELT hinzu. So war man ausgewogen informiert und zudem war es interessant, zu einem Problem die unterschiedlichen Sichtweisen zu erfahren und abzuwägen.

Heutzutage funktioniert dies leider nicht mehr, da in allen diesen vier Zeitungen Spiegel, ZEIT, Süddeutsche und WELT ungefähr dasselbe steht (oftmals unterscheiden sich nur die jeweiligen Headlines) – langweilige Konformität, gleichgeschaltet anmutendes Gelabere, mediales Andienen statt Kritik,  Mainstream-Medien als Claqueure der Regierenden. Außerdem hat man den Eindruck, daß alle Zeitungen gerne voneinander abschreiben, statt selbst zu recherchieren.
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Vielleicht hat diese öde Uniformität des deutschen Presseangebots auch etwas Gutes: Ich bin gezwungen, mich zur Informationsbeschaffung (1) an Social Media und (2) ins Ausland zu wenden.
(1) Alternative bzw. freie Medien wie Achgut.com, TichyEinblick.de, Cicero.de, Junge-Freiheit.de, Reitschuster.de, publicomag.com, Nachdenkseiten.de, Vera-Lengsfeld.de, Rubikon.news, Telepolis und Sciencefiles.org bieten einen breiten Überblick über die Sichtweise der politischen Rechten, Liberalen und Konservativen. Diese kann man dann den News der eher linken Blätter wie SZ, Welt, Spiegel und ZEIT gegenüberzustellen. Die FAZ als ehemals seriöse und anerkannte „Zeitung für Deutschland“ muß ich (leider) ignorieren, da sie keinen Mehrwert mehr bietet.
(2) Ohne online die Presse in den USA und GBR zu lesen, kommt man nicht aus. Wie sehr sich Deutschland im EU-Ausland isoliert hat, erfährt man, wenn man z.B. französische oder italienische Zeitungen liest.

Wissen ist eine Holschuld. Als mündiger Bürger einer Demokratie, die von der politischen Streit- bzw. Diskussionskultur lebt, ist man zur Informationsbeschaffung geradezu verpflichtet. Zudem sind die Infos zu Politik und Gesellschaft dank Internet weitgehend kostenlos zu haben.

„Achgut lese ich prinzipiell nicht, da steht nur rechtes Zeugs drin“. Diese Aussage deutet auf intellektuelle Wohlstandsverwahrlosung, engen Meinungskorridor und Verdummung durch Einseitigkeit ebenso hin wie das Statement „In den Spiegel als linkes Kampfblatt schau ich nicht rein“ der anderen Seite.
Audiatur et altera pars – Höre auch die andere Seite: Schon die alten Römer wußten, daß es auf Dauer langweilig ist, nur innerhalb der eigenen Meinungsblase zu kommunizieren – und daß es interessanter und spannend sein kann, mit der Gegenseite über deren Meinungen zu diskutieren. Seit der Römerzeit hat sich daran nichts geändert: Diskussion ist erhellend und macht Spaß, wenn mit Kritikern über deren „abweichende Meinung“ zu debattieren ist. Ohne Kritik kein Fortschritt.
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Helmut Schmidt (SPD) hat regelmäßig den Bayernkurier (CSU) gelesen. So war er gut informiert über die Meinung der politischen Gegenseite – Helmut Schmidt blickte stets durch. Mein informatorischer Festtag ist der Donnerstag, denn dann kommen die neuen Ausgaben der Wochenzeitungen ZEIT und JUNGE FREIHEIT. Es ist interessant, zuweilen erstaunlich, auch amüsant und geradezu spannend, die unterschiedliche Sicht der politischen Linken und Rechten zu den aktuellen Themen zu erfahren. Warum bieten die Marketingleute von ZEIT und JUNGE FREIHEIT nicht ein ermäßigtes Duo-Abonnement ihrer Zeitung mit dem Blatt des jeweiligen politischen Gegners an – das wäre doch den Zeitungsverlagen selbst wie auch dem mündigen Bürger förderlich?
Audiatur et altera pars.
15.1.2022

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Warum reden Coronamaßnahmen-Befürworter nicht mit den Skeptikern?
Die Badische Zeitung (in Freiburg) könnte erwähnen, dass Herr Sauter unbehelligt und ungefährdet bei uns mitlaufen kann, während Teilnehmer unserer Versammlung, welche sich an den Rand der Gegendemo stellen um mit deren Teilnehmern ins Gespräch zu kommen, schnell von der Polizei entfernt werden. Man befürchtet nämlich, dass es von Seiten der sogenannten Antifa zu Handgreiflichkeiten kommt.
Wenn es in der Vergangenheit dazu kam, dass sich beide Versammlungen einander näherten, ergab sich regelmäßig das folgende Bild: Die Polizei steht mit dem Rücken zu uns und mit der Front zur sogenannten Antifa. Dieses Bild sagt alles.
Vielleicht sollten jene bürgerlichen Gegendemonstranten, welche den Aufrufen von Grünen, BZ und vielen anderen gefolgt sind, mal unsere Demo besuchen und mit unseren Teilnehmern reden. Die allermeisten werden sich bei uns sehr viel besser aufgehoben fühlen und zwar sowohl menschlich als auch inhaltlich.
… Alles vom 17.1.2022 bitte lesen auf
https://freiseinfreiburg.de/hetze-gegen-friedliche-buerger-aus-der-mitte-der-gesellschaft/

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