Aktionsbündnisse gegen die B 31 neu
Presseinformation - 12. Dezember 1997
 

Die B-31-Planung - ein einziges Desaster
B-31-Aktionsbündnisse: Regierungspräsidium ist hoffnunglos überfordert

 Als beispiellose Blamage bezeichnete heute der Sprecher der Aktionsbündnisse gegen die
B 31 neu, Reiner Ehret, die jüngsten Meldungen zum B-31-Neubau. Das Regierungspräsidium Freiburg beweise zum wiederholten Male, daß es mit der Planung und der kosten- und termingerechten Durchführung des Milliardenprojektes hoffnungslos überfordert sei. “Eine Firma, die so handeln würde, wie das RP es sich hier leistet, wäre längst pleite,” behauptete Ehret.
 Beim geplanten  Baubeginn im Herbst 1996 habe man festgestellt, daß die Bauablaufpläne falsch sind. Sie mussten neu erstellt werden. Bauverzögerung = mindestens 1 Jahr. Durch Änderungen im Bauablauf seien auch die Baukosten nicht zu halten gewesen. Es gäbe Nachforderungen des Baukonsortiums in bisher unbekannter Höhe. Im Konrad-Guenther-Park habe man zuviel Bäume abgeholzt. Dafür müsse das RP (aus Steuermitteln!) ein Bußgeld an die Stadt Freiburg bezahlen. “Der tollste Streich ist aber jetzt in Döggingen passiert,” höhnte Ehret. Man werde im nächsten Jahr den Dögginger Tunnel fertigstellen, könne ihn aber noch jahrelang nicht in Betrieb nehmen, weil die dazugehörige Brücke fehle.
 “Die Baumeister von Schilda haben im Basler Hof würdige Nachfolger!” Der Spott des Aktionsbündnis-Sprechers gilt dabei auch den Ankündigungen von “Privatfinanzierungen” der Dögginger Brücken und des Freiburger Stadttunnels. Es gebe, so Ehret, keine gesetzliche Grundlage für Finanzierungsmodelle, wie sie z.B. die Firma Bilfinger & Berger vorgeschlagen habe. Im übrigen lohne es sich, einmal nachzurechnen, wie teuer z.B. der Stadttunnel tatsächlich käme, wenn man ihn mit dem “Schattenmaut”-Modell finanzieren würde. “Aus 600 Millionen Mark Baukosten würden bei 30 Jahren “Schattenmaut-Pflicht” insgesamt mehr als 1,5 Milliarden Mark an Refinanzierungskosten entstehen. “Total unwirtschaftlich,” folgerte Ehret, “und deshalb nach dem Spruch des Verfassungsgerichtshofes Rheinland-Pfalz verfassungswidrig!” Sowohl OB Böhme als auch Regierungspräsident Schroeder würfen “finanzpolitische Nebelkerzen,” schloß Ehret. Das nehme er besonders Böhme übel, der als ehemaliger Staatssekretär im Bundesfinanzministerium sehr genau wisse, daß das Bilfinger & Berger-Angebot keine Chance habe. “ Das gleiche gelte übrigens auch für den Vorschlag des Möbelhauses Mutschler, Teile der B 31 West privat zu finanzieren. Mutschler wolle eine möglichst breite Zufahrt zu einem Möbel-Supermarkt westlich Freiburgs, mehr nicht!
 Purer Aktionismus sei auch die Ankündigung, man werde demnächst die B 31 neu zwischen Kirchzarten und Buchenbach dreispurig ausbauen. “Das wäre ein neuer, dummer und teurer Streich des RP,” kommentierte der Aktionsbündnis-Sprecher die Meldung aus dem RP. Das Nadelöhr Falkensteig bliebe dann trotzdem erhalten. Die B 31 würde nach Himmelreich bis zur Löffeltalkurve hinter dem Hirschsprung zweispurig bleiben, da mit dem Falkensteigtunnel in den nächsten Jahrzehnten überhaupt nicht zu rechnen sei. RP Schroeder möge sich, so Ehret, stattdessen dafür einsetzen, daß endlich das zweite Gleis der Höllentalbahn und in Burg-Birkenhof und Kappel Bahnhaltepunkte gebaut würden.
 

V.i.S.d.P.: Reiner Ehret, Scheffelstraße 41, 79199 Kirchzarten, Tel. + Fax: 07661 980028

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