Volunteering, Business and Holidays in the Black Forest


Verkehr
 im südlichen Hochschwarzwald und Breisgau
 

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Blick nach Norden übers Gewann Weingarten in Laufen am 26.10.2006 Blick nach Westen von Autobahn zwischen Bad Krozingen und- Hartheim bei km 768.5 am 19.4.2007  
... kaum Verkehr - mehr ... verkehr(te) Werbung - mehr  

 

Wenn’s de Geiß z wohl isch - Keine Kunst mehr im Kreisverkehr

No nit lang her, hab’ i ämol vorgschlage, dass me Kreisverkehrsschönheitswettbewerbe veranstalte sott un d schönscht Insel usszeichne. Jetz sin aber an scharfkantige, bickelhärte un spitze Skulpture vun sonige Verkehrsinsel-Kunschtwerke ä paar Autofahrer umkumme un des schleckt kei Geiß meh weg. Dodefür solls jetze aber dere Inselkunscht au an de Krage.
S isch jo anfangs kuum ebberem groß uffg’falle, dass an de meischte Stroße allewiil weniger Ample de Autoverkehr an Kreuzunge g’regelt hen, dodefür ä Kreiverkehr des Gschäft übernumme het. Schön brav bisch dranaa gfahre, hesch iigfädelt, de Blinker gsetzt und bisch in d g’wünscht Stroß abboge. Noch ä weng armselig hen die Insle aafangs ussgsähne, mit Schotter, Sand, Unkrut. Oder Kaiweziigs druffgheit. Dass sich die Insle-n-ämol zueneme riesige Museumspark entwickle dääde mit Betonskulpture, Holzkunschtwerke, Springbrunne, Metallgestänge, Verkehrsinsel-Garteschaue un Lieblingsplätz für Dorfembleme un Industrie-Symbole, wer hätt sell denkt? Un eigentlig sott sich ä jeder freue könne drüber. Aber jo, Babbedeckel! Jetze heißt’s plötzlig: „Keine Kunst mehr im Kreisverkehr!“ Kunscht isch „risko- un unfallträchtig“. Also alles umbaue, rückbaue, abbaue. Jetzt könne sich d Gärtner verkünschtle mit Blüemli un Staude. Aber kei Bananestaude oder Olivebäum. Die gelte als „starre Hindernisse“ un käme uff de Risikokriteriekatalog. Ehrlig gsagt: Ä Kreisverkehr ohni Bananestaude, des halt i au als Süd-Badener uss. Grad noch.
Im Alemannische heißt’s: „Wenn s de Geiß z wohl isch, no goht si uffs Iis“. Des isch aber schiins bi de Verkehrsinselgeschtalter, de Verkehrsplaner und de Autofahrer nit anderscht.
13.1.2012, Stefan Pflaum, www.dreisamtaeler.de

Kunstwerk oder Todesfalle?, Patrik Müller, 5. Januar 2012:
http://www.badische-zeitung.de/suedwest-1/kunstwerk-oder-todesfalle--54421696.html

Das kann nur bedeuten: weg mit den Alpen!
Fahren Sie geradeaus über den Kreisverkehr – nehmen Sie die zweite Ausfahrt. So oder ähnlich klingen die Ansagen in Navigationsgeräten. Nehmen Sie bitte den ersten Teil nicht so wörtlich, sonst beschädigen Sie vielleicht irgendein Kunstwerk im Innenleben des Kreisels. Wenn man sich jetzt über die Gefährlichkeit der Innengestaltung im Falle eines Unfalls Gedanken macht, so müssen nun in nächster Konsequenz alle Bäume, die zu nah am Straßenrand stehen, gefällt werden, denn just immer dann, wenn ein Raser von der Straße abkommt, steht so ein blöder Baum rum und verschlimmert den Unfall. Es kommt noch dicker: Bei der Überquerung der Alpen lauert hinter fast jeder Haarnadelkurve eine Felswand, die gefährlich werden kann. Deshalb: weg mit den Alpen! Vielerorts hat man sich die Mühe gemacht, die Flächen in Kreisverkehrsplätzen zu gestalten. Wer dabei die Kurve nicht kriegt, ist entweder betrunken, zu schnell oder beides. Dass jetzt wegen den vorgenannten Verkehrsteilnehmern die mühevoll gestalteten Kreiselflächen zurückgebaut werden sollen, ist unverständlich.
18.1.2012, Günther Holl, Grenzach-Wyhlen

Ein Kreisel auch hier zu sehen (ein wenig Geduld, es gibt viel zu entdecken):
http://www.youtube.com/watch?v=0aPjY0klSko

Die Ursache für schwere bis tödliche Unfälle ist das fahrerische Unvermögen und/oder der Leichtsinn des Fahrzeuglenkers. Das gelegentlich ein Hindernis im Weg steht, ist nicht diesem anzulasten.
18.1.2012

 

Tempolimit: Was dem Ami die Waffen, ist dem Deutschen das Rasen

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat sich erneut für ein Tempolimit und eine Pkw-Maut stark gemacht. "Wir sind klar für ein Tempolimit", sagte der Grünen-Politiker auf einem Automobilkongress in Nürtingen. So könnten die Straßen entlastet, der CO2-Ausstoß gesenkt und viele Unfälle vermieden werden. Die Diskussion in Deutschland über ein Tempolimit werde sehr emotional geführt, kritisierte Kretschmann. "Was dem Ami die Waffen, ist dem Deutschen das Rasen."
Alles vom 18.10.2011 bitte lesen auf
http://www.badische-zeitung.de/was-dem-ami-die-waffen-ist-dem-deutschen-das-rasen

 

Radfahren ohne Licht: Dunkelmann wurde übersehen

Am Donnerstagmorgen kam es im Berufsverkehr an der B 3 in Emmendingen bei der Bahnunterführung zu einem Unfall zwischen einem Radfahrer und einem Auto. Beim Abbiegen auf die Grundstückszufahrt zu einem Autohaus übersah der Autofahrer den auf dem Radweg fahrenden Radfahrer. Dieser befuhr den kombinierten Fuß- und Radweg verkehrswidrig entgegen der vorgesehenen Richtung, so die Polizei. Zudem hatte er trotz der Dunkelheit keine Beleuchtung am Fahrrad. Bei dem Zusammenstoß zog sich der Radler Blessuren zu. Für die Polizei ist es aus diesen Gründen sehr gut nachvollziehbar, warum der Autofahrer den Radler übersehen hat. Der Sachschaden beläuft sich auf etwa 1100 Euro.
20.11.2010

 

Toter Winkel beim LKW-Steuer: Unterricht Grundschule Kirchzarten

„Round Table 25 Freiburg“ und EWK gaben Anschauungsunterricht zum „Toten Winkel“ an der Grundschule Kirchzarten

„Ja, wo ist denn meine Klasse 4c geblieben?“, wird sich Lehrerin Cornelia Richter gefragt haben, als sie am LKW-Steuer im „Toten Winkel“ nur noch den hochaufgeschossenen Kirchzartener Bürgermeister Andreas Hall entdeckte. Die „Round-Table“-Mitglieder gaben den Kindern gute Erläuterungen, denen auch EWK-Chefin Christina Blender (l.) gerne lauschte.

Foto: Gerhard Lück

Kirchzarten (glü.) Eine alte Pfadfinderregel heißt „Learning by doing – Lernen beim Tun“. Das ist im Leben für viele Erfahrungsbereiche wichtig, im Straßenverkehr aber besonders. Und weil vor allem Radfahrer und Fußgänger im Straßenverkehr durch abbiegende LKWs gefährdet sind – jährlich sterben zwischen 140 und 160 in Deutschland und in Freiburg sind die Radlerunfälle am Dreisameck und an der Kartäuserstraße noch in Erinnerung – hat sich „Round Table 25 Freiburg“ mit 219 anderen Tischen in Deutschland die Aufklärung über die Unfallursachen auf die Fahnen geschrieben. Dabei belassen sie es aber nicht bei schönen Vorträgen und Flyern, sondern gehen gemäß dem Pfadfinderwahlspruch mit LKWs in die Schulen und lassen die Kinder (und Lehrer) auf dem Fahrersitz selbst erleben, was der LKW-Fahrer nach vorne und zur rechten Seite sieht – und vor allem nicht sieht. Solch lebenserhaltender Anschauungsunterricht fand vergangenen Freitag auf dem Hof der Grundschule Kirchzarten statt. Der „Serviceclub Round Table 25 Freiburg“ will das Problem „Toter Winkel“ mit aktiver, praktischer Verkehrserziehung durch Problematisierung des „Toten Winkels“ präventiv angehen. „Round Table“ ist ein internationaler Serviceclub, dessen Mitglieder sich dem Austausch von beruflichen und privaten Erfahrungen sowie der Förderung hoher Ideale im gesellschaftlichen Leben verpflichtet fühlen. Seit drei Jahren ist die Freiburger Round-Table-Vereinigung in Sachen „Toter Winkel“ aktiv. Mit der Vermittlung von Bürgermeister Andreas Hall und dem Sponsoring der Energie- und Wasserversorgung Kirchzarten (EWK) kam es jetzt zum praktischen Anschauungsunterricht in Kirchzarten. Alle fünf dritten und vierten Klassen der Grundschule Kirchzarten erlebten hautnah, wie es mit dem Blickwinkel des LKW-Fahrers, der noch keine erst jetzt vorgeschriebene Spiegelausrüstung hat, bestellt ist. Die nicht einsehbaren 38 Prozent Fahrzeugumfeld waren mit roten Flatterbändern abgesteckt. In diesen Feldern gingen dann die Schüler(innen) im wahrsten Sinne des Wortes „verloren“. Die Lehrerinnen sahen auf dem LKW-Fahrersitz ihre Kinder nicht mehr und die, ebenfalls am großen Lenkrad „thronend“, konnten ihre Kameraden ebenfalls nicht mehr sehen. Eindrucksvoller kann Verkehrserziehung nicht sein – der „Dreisamtäler“-Redakteur kann’s aus eigener Anschauung bestätigen. „Round Table’s“ Lernziele konnten so bestens erreicht werden: „Ich muss immer aufpassen.“ „Der Fahrer kann mich sehr schlecht oder gar nicht sehen.“ „Ich muss schauen, ob ich den Fahrer sehen kann.“ „Wenn der Fahrer mich sieht und Blickkontakt hat, ist die größte Gefahr gebannt.“ und „Immer Abstand halten!“ Thomas Schmidt, Tobias Göggel und Tim Veil von „Round Table 25 Freiburg“ machte es sichtlich Freude, den Kindern der Grundschule Kirchzarten lebensnahen Verkehrsunterricht zu geben. Christina Blender, die stellvertretende EWK-Geschäftsführerin, war mit ihrer Marketingleiterin Patricia Brandhorst und der BA-Studentin Jessica Monse bei der Aktion vor Ort. „Uns ist das wichtig“, so Blender, „mit dieser Aktion etwas Besonderes zur Verkehrssicherheit der Grundschüler zu tun. Außerdem passt es in unser Konzept, uns sozial zu engagieren.“ Dafür war die EWK gerade zwei Tage zuvor in Stuttgart beim LEA-Mittelstandspreis „Leistung, Engagement und Verantwortung“ von der Caritas und dem Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg mit dem Titel „Sozial engagiert 2010“ geehrt worden. Patricia Brandhorst hatte die Auszeichnung in Stuttgart entgegengenommen. Blender dankte den beiden Kirchzartener Unternehmen Steinhauser und Schauenberg, die für diese und weitere im Dreisamtal geplante „Tote-Winkel-Aktionen“ ihre LKWs zur Verfügung stellen. Und auch die Polizei war mit einem „Blaulichtwagen“ und der Polizeihauptmeisterin Heike Mann dabei. „Das hier ist heute ein gute Ergänzung unserer Schulbegleitung der ersten Klassen“, freute sich die freundliche Polizistin, die mit ihren Erklärungen für die Kinder ein wenig eine „Polizei zum Anfasen“ verkörpern wollte. Heike Mann hofft, dass die heutigen Erfahrungen durch die Anleitung der Eltern noch verstärkt würden. Grundschulrektor Heinrich Schneider dankte allen Beteiligten für die großartige Verkehrsunterrichtsaktion. „Round Table 25 Freiburg“ ergänzt seine „Tote-Winkel-Aktionen“ übrigens noch durch eine weitere lebenswichtige Tat. An bereits 160 Freiburger Ampelkreuzungen wurde ein so genannter „Trixi-Spiegel“ montiert, der den LKW-Fahrern aus dem toten Winkel hilft. Der Vater der 1994 mit ihrem Fahrrad von einem LKW beim Rechtsabbiegen erfassten und schwer verletzten Trixi Willburger erfand diesen Spiegel, der weitere Unfälle wie seiner heute schwer gehbehinderten Tochter Trixi widerfahrenen Unfälle verhindern kann.
Gerhard Lück, 7.7.2010, www.dreisamtaeler.de

 

 

Konus: Die kleinen Gemeinden zahlen, Freiburg profitiert

Man kann den Freiburger Tourismusmanagern eine große Cleverness bescheinigen, denn sie haben im gesamten Schwarzwald den KONUS eingeführt, der die Gäste von überall kostenlos in die Stadt befördert. Bezahlt wird dieser von den Gemeinden, die damit ihre eigenen Geschäfte im Ort, die kleinen Gewerbetreibenden, in den Ruin treiben. Die Gemeinde Glottertal bezahlt pro Jahr etwa 50 000 Euro in das System KONUS ein, welches die Gäste aus dem Ort wegbringt. Doch die Stadt Freiburg ist diesem System nicht angeschlossen. Gäste aus Freiburg, die mit Bus oder Bahn aus der Stadt hinaus in die Umlandgemeinden fahren möchten, müssen bezahlen. Tja, man kann wirklich von Profis sprechen, die hier am Werke waren und dieses System eingeführt haben. Nur die kleinen Gemeinden, die sowieso über Geldmangel klagen, zahlen die Zeche. Es gibt keinen Zweifel daran, dass wir unseren Gästen hier im Schwarzwald etwas bieten müssen, aber solch ein ungleiches System gibt es nirgendwo. Am meisten bewundere ich die Gemeinden, die dem KONUS in dieser Form bislang nicht beigetreten sind. Bleibt dabei! Ich bin gespannt, wann andere aufwachen und wieder austreten, denn der anfangs in Aussicht gestellte Ausgleich der Besucher wird nie stattfinden. Somit gibt es nur wenige Gewinner und dazu gehört die Stadt Freiburg.
BZ-Leserbrief vom 29.3.2010 von Familie Schill, Glottertal



Bahnausbau am Oberrhein: Positionspapier des BUND

Zum Themenbereich Neubaustrecke der Bahn am Oberrhein gibt es eine Vielzahl von Stellungnahmen unterschiedlichster Interessengruppen. Auch der BUND und seine Gruppen vor Ort haben immer wieder zu Details der Planung für Mensch, Natur und Umwelt Stellungnahmen abgegeben. Was bisher fehlte, war eine kurze Bewertung des Gesamtprojekts. Dieses Fehlen hat auch damit zu tun, dass es keine "guten Lösungen" gibt. Es gibt für die geschundene Landschaft und die lärmgeplagten Menschen am
Oberrhein nur "unterschiedlich schlechte" Lösungen. Im Gegensatz zu Positionen von örtlichen Bürgerinitiativen muss der BUND auch überregionale Aspekte der Nachhaltigkeit in seine Überlegungen mit einbeziehen. Bürgerinitiativen müssen das Maximale für ihre Mitglieder und die Menschen vor Ort fordern. Ein Naturschutzverband muss neben der örtlichen Betroffenheit auch darauf achten, dass beispielsweise das Bahnfahren in Zukunft noch erschwinglich sein wird.

Transitland Oberrhein
Der Verkehr auf Straßen und Schienen am Oberrhein nimmt zu. In Sachen Verkehr wird Südbaden immer stärker zur zentralen europäischen Nord-Süd-Achse mit zunehmend unerträglichen Abgas-, Lärm- und Flächenverbrauchsproblemen. In der veröffentlichten Diskussion spielt dabei das Hauptproblem, der PKW- und LKW-Verkehr, der Ausbau der Straßen und insbesondere die Pläne, die teilprivatisierte Autobahn A5 sechsspurig auszubauen, leider eine untergeordnete Rolle. Eine rasche Verwirklichung der europäischen Verkehrsprojekte am Oberrhein (Verkehrsdrehkreuz Oberrhein) ist ein zentrales Ziel der Metropolregion. Ein "Verkehrsdrehkreuz Oberrhein" kann für AnwohnerInnen auch ein
Alptraum sein. Die Neu- und Ausbaustrecke der Bahn zwischen Karlsruhe und Basel soll nach offiziellen Angaben einen Teil des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene verlagern, die Fahrzeit von Karlsruhe nach Basel um insgesamt 31 Minuten verkürzen und Möglichkeiten bieten, den ÖPNV vor Ort zu verbessern. Der BUND für Umwelt und Naturschutz unterstützt diese Ziele. Dennoch müssen wir manche Bahnaussagen auch kritisch hinterfragen. Wir leben in einer nicht nachhaltigen Raubbaugesellschaft, die auch beim Menschen- und Gütertransport immer mehr und alles gleichzeitig will und zwar sofort. Es sollen zwar mehr Güter auf die Bahn, gleichzeitig soll der LKW-Verkehr auf der ausgebauten Autobahn auch massiv zunehmen. Es geht nicht um eine Verkehrsverlagerung, um ein "Entweder - Oder" sondern um ein unhinterfragtes Mehr an Güterverkehr. Die Bahn soll dem innereuropäischen Flugverkehr Konkurrenz machen und mit höheren Bahngeschwindigkeiten Vielflieger zum umweltfreundlicheren Zug umleiten. Doch "der Himmel ist voll", die Flugplätze sind am Rande ihrer Kapazität. So schafft die "Entlastung durch die Bahn" im innereuropäischen Flugverkehr mehr Kapazitäten für außereuropäische Fernflüge. Gleichzeitig steigt mit den hohen Bahn-Geschwindigkeiten auch der Energieverbrauch der Züge massiv an und frisst manche Umweltvorteile der Bahn wieder auf.
Immer mehr Menschen und Güter mit immer höheren Geschwindigkeiten, mit einem gesteigerten Rohstoff- und Energieverbrauch zu transportieren... Dieses Grundprinzip ist in einer Zeit des Klimawandels, schwindender  Öl-, Gas,- Uran- und Rohstoffvorräte (-- in der wir gerade in einem Jahr  weltweit so viele fossile Rohstoffe verbrauchen, wie die Erde innerhalb einer Million Jahre herausgebildet hat --) dauerhaft nicht aufrecht zu erhalten. In diesem Zusammenhang ist der Bahnausbau nicht die tolle,  ökologische und nachhaltige Problemlösung, sondern das deutlich kleinere Übel. Auf die Details der Planung kann ein solch kurzes Positionspapier nur sehr allgemein eingehen. Dazu gibt es die vielfältigen Stellungnahmen der BUND-Gruppen vor Ort. Wo immer möglich, setzen wir uns für finanzierbare, menschen- und naturschonende Trassen und für optimalen Lärmschutz ein.

Autobahn-parallel oder Bahn-parallel
ist insbesondere im Norden eine der zentralen und umstrittensten Fragen der Bahnplanung. Vor vielen Jahren hatten sich die Naturschutzverbände gemeinsam auf die bahnparallele Trasse festgelegt. Zwischenzeitlich haben viele neue Informationen und Argumente diese Position aufgeweicht und verändert. Heute stehen wir vor der zentralen Frage, ob das "Schutzgut Natur" oder das "Schutzgut Mensch" im Vordergrund unserer Argumentation stehen soll. Deutlicher als in dieser unsäglichen Fragestellung kann sich unser Dilemma bei den Planungen nicht zeigen. Das "Schutzgut Mensch" spricht aus Herbolzheimer und Kenzinger Sicht für die Autobahnparallele. Aus Sicht der weiter von der Bahn entfernten Orte im Westen spricht es für die Bahnparallele. Menschen sind vom Bahnausbau immer betroffen, mal mehr, mal weniger. Wenn wir jetzt mehrheitlich "eher" für die Autobahnparallele und einen Tunnel in Offenburg sind, dann heißt das nicht, dass wir mit Vehemenz für diese Trasse streiten. Die Argumente unserer Schwesterorganisation NABU oder einzelner, direkt betroffener BUND-Mitglieder für die Bahnparallele sind akzeptabel und nachvollziehbar.

Den Flächenverbrauch durch eine möglichst enge Bündelung der Trassen minimieren
Schon in der frühesten Planung hat sich der BUND als Erster für eine möglichst enge Bündelung von Bahntrasse und Autobahn und für einen optimalen Lärmschutz eingesetzt. Sicherheit durch Technik (Trennwand) statt durch Flächenverbrauch muss die Devise sein. Der (viel zu große) Regelabstand zwischen Bahn und Autobahn liegt bei 18,5 Metern. Dieser Sicherheitsabstand zwischen Autobahn und Neubautrasse führt zu einem nicht hinnehmbaren Flächenverbrauch zu Lasten von Natur und
Landwirtschaft und erhöht die Kosten für Brückenbauwerke. Extrem landschaftsverschandelnde Teilstrecken wie beispielsweise die geplanten Überwerfungsbauwerke bei Kenzingen / Herbolzheim brächten bei der Bahnparallele eine massive Entwertung der Landschaft und sind darum  so nicht akzeptabel. Hier sind landschaftsschonende Alternativen zu realisieren (Tieferlage). Auch wertvolle Naturschutzgebiete müssen bestmöglich geschützt werden.

Ökologische Ausgleichsmaßnahmen
Vor dem sogenannten "Ausgleich" muss stets das Ziel der Minimierung der Eingriffe stehen. Starke Lobbygruppen (u.a. die Landwirtschaft) melden massiv ihre Interessen an. Wir sehen die große Gefahr, dass nicht in mehr Natur und mehr Flächen, sondern in teure, technisch aufwendige Einzelmaßnahmen investiert werden könnte. Alibibiotope lehnen wir ab. Unsere Hauptforderung bei den Ausgleichsmaßnahmen: Mehr Platz für Bäche und Flüsse: Die problematischsten Aspekte der Neubaustrecke sind der Flächenverbrauch, die Landschaftszerschneidung und der Lärm. Wir brauchen, neben dem Lärmschutz also Projekte, die genau an diesen Problemfeldern ansetzen. Die meisten Mittel- und Unterläufe unserer Bäche und Flüsse wurden zu geradegestreckten, kanalisierten, naturfernen Kanälen umgebaut. Möhlin, Elz, Dreisam, Glotter, Schutter, Kinzig -- diese landschaftsprägenden Gewässer unserer Heimat könnten durch geeignete Maßnahmen, insbesondere
durch Dammrückverlegungen, ökologisch aufgewertet und renaturiert werden. So könnten auch zusätzliche Möglichkeiten zur Hochwasserrückhaltung geschaffen werden. Es sollte auch versucht werden, durch geeignete bauliche Maßnahmen (z.B. breite Durchlässe unter Autobahn und Neubautrasse) die Wandermöglichkeit von Tieren entlang der Bäche wieder zu verbessern. Grüne Bänder, d.h. breite, naturnahe Korridore, teilweise mit Auecharakter zwischen Schwarzwald und Rheinaue sollten als Ziel angestrebt werden. Nicht teure Ingenieurbiologie, sondern zusammenhängende Flächen, insbesondere die weniger wertvollen Böden in Bachnähe, werden gebraucht. Dazu gehört auch die Wiedervernässung von Wiesen in Flussnähe, als Maßnahme für einen wirklichen Biotopverbund. Für Teilabschnitte der Dreisam liegen fertig ausgearbeitete Konzepte vor. An Hand dieses Beispiels sollte geprüft werden, an welchen Gewässern der Region mit dem geringsten finanziellen Aufwand der größtmögliche Effekt für Mensch und Natur erzielt werden könnte. Andere wichtige Ausgleichsmaßnahmen: Neben diesem zentralen Schwerpunkt, der nach Ansicht des BUND oberste Priorität haben sollte, gibt es noch eine Vielzahl von wichtigen Projekten und Vorschlägen, die von allen Verbänden gemeinsam unterstützt werden. Dazu gehören u.a. die Wiedervernässung von Wiesen, Sümpfen und Wäldern, Maßnahmen zur Förderung von Brutvögeln, Insekten und Amphibien sowie ökologisch ausgerichtete Waldpflege. Sollten die Ausgleichsgelder nicht sofort ausgegeben werden können, dann sollte ein Teil der Summe in eine regionale Naturschutzstiftung eingebracht werden.

Der BUND sagt differenziert "Ja, aber" zu den Planungen der Bahn
Um so deutlicher ist unser Nein zu den Plänen, die Umweltzerstörung am Oberrhein durch den Ausbau der Autobahn massiv zu verstärken. Wir sehen die Pläne der Bahn kritisch, vor dem Hintergrund des Flächenverbrauchs, der Naturzerstörung, der Verlärmung und der damit verbundenen abnehmenden Lebensqualität am Oberrhein.
Ilse Weghaupt / BUND-Vorsitzende, Ortenaukreis
Gerhard Völker / BUND-Vorsitzender Landkreis, Emmendingen
Frank Baum / BUND-Regionalvorstand, Breisgau Hochschwarzwald
Andreas Hoffmann / BUND-Vorsitzender, Freiburg
Axel Mayer / BUND-Geschäftsführer, Südlicher Oberrhein
10.11.2009 
, freiburg@bund.net 


 


Doppelfehler: A5 Autobahnausbau Malsch-Offenburg


Heute findet die offizielle Übergabe der Konzession zum Betreibermodell Autobahn A5 Malsch-Offenburg statt. Das Regierungspräsidium Karlsruhe hatte im Februar den Zuschlag an die "Via Solutions Südwest GmbH & Co. KG" erteilt. Die Konzession beinhaltet den 6-spurigen Ausbau der A5 im Abschnitt Baden-Baden / Offenburg sowie den Betrieb und die Instandhaltung der A5 zwischen Malsch und Offenburg über einen Zeitraum von 30 Jahren. Der Bund für Umwelt und Naturschutz hält dies für einen Doppelfehler.

Die Teilprivatisierung öffentlicher Aufgaben bedeutet, dass die SteuerzahlerInnen langfristig nicht nur die Baukosten und Zinsen zahlen müssen, sondern auch die Gewinne des privaten Konsortiums. Aus den Fehlern der Finanz- und Wirtschaftkskrise (Privatisierung / Deregulierung) wurde nichts gelernt. Die finanziellen Risiken tragen wie immer die SteuerzahlerInnen. "Laut Medienberichten werden 400 Millionen  Euro mit Bankdarlehen finanziert. 200 Millionen kommen demnach von der  Europäischen Investmentbank (EIB, Luxemburg). Eigentümer der EIB sind die Mitgliedstaaten der EU. Weitere 200 Millionen Euro steuert laut Vinci ein Bankenkonsoritum bei, dem die spanischen Banken Banco Bilbao
Vizcaya Argentaria und Santander, die belgische Bank KBC und die niederländische Bank NIBC angehören. Bei den Bankdarlehen handele es sich um solche »ohne Rückgriff auf die Gesellschafter«, teilte Vinci mit. Das heißt, dass Via Solutions Südwest nicht für die Kredite haften muss. Eigenes Geld und eigene Kredite werden den Angaben zufolge nur in Höhe von 110 Millionen Euro in den A5-Ausbau investiert."/ (Quelle: Baden-Online)

Die neue, schnelle, breite Autobahn A 5 mit sechs Spuren wird zum Alptraum für das Transitland Oberrhein. Öffentlich diskutiert und kritisiert wird am Oberrhein immer nur der  Bahnausbau. Doch in Sachen Abgase und Feinstaub ist die Autobahn das größere Problem. Sie bringt mehr Lärm, Abgase und weitere Zerstörung von Erholungsflächen. An einer zentralen europäischen Transitachse zu leben,
bedeutet Verlust an Lebensqualität und keinen Gewinn. Was nützt ein sechsspuriger Autobahnausbau, wenn der Gotthard immer noch eine nur zweispurige Röhre hat? Hier wird mit dem Sachzwangsprinzip die Schweiz bearbeitet, die am meisten unter dem Transitverkehr leidet. Die Güter im Fernverkehr gehören auf die Bahn und das nicht erst ab der Grenze.
Metropolregion Oberrhein bringt noch mehr Verkehr: Viele Planer, Politiker und Teile der Wirtschaft wollen eine zukünftige Metropolregion Oberrhein, welche die rasanten Zerstörungsprozesse am
Oberrhein noch beschleunigen könnte. Eine rasche Verwirklichung der  europäischen Verkehrsprojekte am Oberrhein (Verkehrsdrehkreuz Oberrhein) ist ein zentrales Ziel der Metropolregion. Das ist keine Zukunftsvision sondern ein Alptraum.

Der autogerechte Ausbau der Dörfer und Städte im letzten Jahrhundert wird immer mehr als ein Vergehen an Menschen, Lebensqualität und Umwelt erkannt. Mit viel Geld werden die
städtebaulichen Sünden der Vergangenheit vorsichtig beseitigt. Jetzt, im Zeitalter drohender Klimaveränderungen und in einer Zeit, in der die Endlichkeit des Erdöls immer deutlicher
wird, soll mit dem "privat finanzierten" sechsspurigen Ausbau der Autobahn A5 und vielen anderen neuen Straßenbauprojekten die ganze Oberrheinregion autogerecht ausgebaut werden...
4.5.2009
Axel Mayer, BUND RV Südlicher Oberrhein 0761/30383
Lara Weissenborn, BUND RV Mittlerer Oberrhein
http://vorort.bund.net/suedlicher-oberrhein/ausbau-autobahn-a5-via-solutions-suedwest.html

Bäume fallen im Höllental zwischen Falkensteig und Hirschsprung

Im Höllental zwischen Falkensteig und Hirschsprung werden sämtliche Bäume zwischen B 31 und Bahnstrecke gefällt. Deshalb bleibt die Strecke zwischen Himmelreich und Hinterzarten vom 17. bis zum 25.11.2008 tagsüber gesperrt. Umleitung nach Osten über Buchenbach, Spirzenstrasse, Thurner, Breitnau nach Hinterzarten. Umleitung nach Westen über Breitnau, St.Märgen, St.Peter - von dort durchs Glottertal zur Autobahn bzw. über Stegen ins Dreisamtal. Sperrung werktags von 9 bis 15.30 Uhr und am Samstag und Sonntag von 8 bis 17 Uhr.

Blick nach Osten im Höllental kurz vor Hirschsprung am 17.11.2008
Blick nach Osten im Höllental kurz vor Hirschsprung am 17.11.2008 - das sieht schlimm aus (2) Bäume und Äste werden an Ort und Stelle zu Hackschnitzeln verarbeitet
 
(3) Blick nach Westen vor Falkensteig: Alles abgeholzt - lockerer Fels rechts oben
 
(4) Ein Wagenheber in der Felsspale löst den Brocken (5) Der Felsbrocken (oben links) hat sich gelöst und fällt herunter ... (6) ... auf die B31 und zertrümmert beim Aufschlag in viele Steine

(1) An der Baumfällaktion, die rund 100 000 Euro kosten wird, sind insgesamt an die 50 Leute beteiligt.
(2) Die Bäume werden an Ort und Stelle von einer anderen Spezialfirma zu Holzhackschnitzeln verarbeitet.
(3-6) Ein gefährlich lockerer Felsbrocken zwischen der Höllentalbahn und B31 wird zu Fall gebracht.
17.11.2008

ALPINA Fels- und Gemäuersanierung, Peter Rambach
Schulstraße 12, 79183 Waldkirch, Tel 0 76 81/95 89
alpina-rambach at t-online.de
www.alpina-rambach.de
 

Unermeßliche Verschandelung: 1000 Bäume fallen im Höllental

Man möchte sich einen kollektiven Aufschrei wünschen: 1000 Bäume im Höllental zur Fällung freigegeben und in einer Nacht- und Nebelaktion umgeschlagen. In Freiburg muss jede größere Baumfällung genehmigt werden, auch im Umland wird um jeden Baum gekämpft, es gibt ein dokumentiertes Baumsterben im Schwarzwald, eine Klimadebatte, und nun vollständiger Kahlschlag in ungeheurem Ausmaß in einem der landschaftlich reizvollsten Täler im südlichen Schwarzwald. Das Höllental – eine Touristenattraktion weit über die Grenzen hinaus – wird nie wieder so aussehen, wie wir es in Erinnerung haben. Die Landschaftsverschandelung ist bleibend und unermesslich. Wer ist schuld? Die Verkehrsbehörde, die Forstbehörde, das Landsratsamt, und andere Behörden, die die Bäume dem Moloch Auto geopfert haben. Keine(r) der Verantwortlichen war zu erreichen, um zu retten, was noch zu retten ist. Der Naturschutz wurde nicht gehört, offenbar nicht einmal informiert. Auch die Bürgermeister der umliegenden Gemeinden wussten nichts davon. Für den Jägerpfad entlang des Höllbachs gibt es keinen Euro, für die Fällung der Bäume auf der Gegenseite der Straße 100 000 Euro. Mir ist nicht bekannt, dass erheblicher Sachschaden oder gar Personenschaden durch umstürzende Bäume auf der B 31 durch das Höllental entstanden ist. Warum dann dieser schwerwiegende und kaum wieder gutzumachende Eingriff in die Landschaft. Ähnliche Schneisen sind auf der Strecke Titisee–Bärental und Bärental− Altglashütten entstanden – hier vermutlich auf Betreiben der Deutschen Bahn. Die Baumfällung im Höllental wird die Böschung instabil machen, in einigen Jahren wird Bodenerosion einsetzen, und teure Befestigungsmaßnahmen mit Stahlnetzen werden erforderlich werden, ähnlich wie in der Kartäuserstraße. Das zeugt nicht von Sachverstand, schon gar nicht von Liebe zur Natur. Freiburg hat sich dem Naturschutz verschrieben und sich um den Green Capital Award in Brüssel beworben. Angesichts von 1000 gefällten Bäumen auf dem Weg in das bevorzugte Naherholungsgebiet sind solche Versprechungen nicht mehr als ein Lippenbekenntnis.
BZ-Leserbrief vom 19.11.2008 von Dr. Lothar Spillmann, Kirchzarten

Vorschlag: eine hangsichernde Bepflanzung
Zu dem Beitrag "1000 Bäume fallen im Höllental" sowie zu dem Leserbrief dazu "Unermessliche Verschandelung" schreibt je ein Leser (BZ vom 17. und 19. November).
Die Fällaktion im Höllental mutet im Sinne des Naturschutzes furchtbar an; sie führt an folgenden Erkenntnissen nicht vorbei: Die Verkehrssicherungspflicht für die B 31, einer autobahnersetzenden Bundesstraße, zwingt zu präventiven Maßnahmen: Jeder Baum in Hanglage hat eine Neigung hangabwärts, so dass schneebeladene Baumkronen den ganzen Baum aus dem Erdreich hebeln und hangabwärts abrutschen lassen. Die Standsicherheit des Hanges ist gefährdet. Das Höllental mit seinen steilen Hängen stellt für die B 31 eine permanente Absturzgefahr dar, welche zum Beispiel auch für das Wehra-Tal gilt. Mein Vorschlag zur Verbindung von Verkehrssicherungspflicht und Naturschutz: Eine ingenieurbiologische, hangsichernde Bepflanzung in Form von Büschen, Stauden, welche die ausladende Absturzgefahr von Bäumen bannen. Aber bitte keinen Ginster!
Leserbrief vom 21.11.2008 von Peter Opelt, Kirchzarten

Weitsichtig denken und handeln
Ich bin auch dafür, Umwelt und Natur zu erhalten und zu schützen, doch Ihre Aussage, Herr Spillmann, es sei kein Sachschaden oder Personenschaden durch umstürzende Bäume bekannt, grenzt schon an, na sagen wir es mal höflich, naiv! Soll wieder gewartet werden, bis ein Mensch tödlich verletzt wird, nur weil Leute wie Sie uneinsichtig und engstirnig die Natur verteidigen! Naturschutz heißt auch weitsichtig und vorausschauend zu denken und zu handeln. Erst der Mensch, dann die Natur denn nur der Mensch kann die Natur schützen. Hoffentlich fällt Ihnen kein Baum auf den Kopf.
Leserbrief vom 21.11.2008 von Peter Müller, Freiburg

 

Radarkontrollen an der B 317 im Wiesental

Pendler im Wiesental können schon fast darauf wetten, sie jede Woche mehrmals zu sehen, auch wenn sie darauf nur zu gut verzichten könnten: Zwei silberne Fahrzeuge, in denen Geschwindigkeitsmessgeräte versteckt sind, überwachen den Verkehr an der B 317 häufig. Sehr häufig. Das sei nur noch Abzocke und Schikane, beschweren sich viele Autofahrer. Wird tatsächlich so oft geblitzt und wenn ja, warum? Und wer ist überhaupt dafür verantwortlich? Diesen Fragen sind wir nachgegangen.

"Grundsätzlich bin ich ein absoluter Befürworter einer sicheren und angepassten Fahrweise" , sagt Werner Schmidt aus Raitbach, der jeden Tag die B 317 bis über den Feldberg zur Arbeit fährt. "Geschwindigkeitskontrollen an Gefahrenstellen sind sinnvoll, aber die Häufigkeit der Kontrollen im Wiesental ist wirklich beispiellos." Schmidt ärgert sich über die vielen Kontrollen und darüber, dass "allzu oft nicht an wirklichen Gefahrenstellen gemessen wird" . An einigen Stellen, an denen die Kontrolleure stünden, gäbe es weder Einmündungen, noch Wohngebiete oder Schulen und auch sonst keine offensichtlichen Gefahren. "Ich frage mich schon, ob wir Autofahrer Investitionen in Messgeräte bezahlen müssen oder Personalüberhang beschäftigt werden muss" , sagt Schmidt und spricht damit vielen Autofahren aus dem Herzen. Roger Senn aus Bürchau kann Werner Schmidt nur zustimmen. "Gerade wenn man sozial an einem Wohnort hängt und wenn dieser Ort ein Kompromiss der eigenen Arbeitsstätte und der des Partners ist, muss man heute flexibel sein." Senn fährt täglich 45 Kilometer zu seiner Firma. "Da ist die Versuchung schon groß, an der einen oder anderen Stelle etwas schneller zu fahren als erlaubt." Gegen Geschwindigkeitskontrollen an neuralgischen Punkten wie Schulen, Bushaltestellen und Wohngebieten hätte auch er überhaupt nichts einzuwenden. Die Sicherheit anderer liege ihm am Herzen. Aber: "Wird an Stellen geblitzt, an denen die Geschwindigkeitsbegrenzung an sich schon hinterfragt werden kann, oder zu Zeiten, an denen kein Verkehr herrscht, stellt sich für mich schon die Frage, ob es um den eigentlichen Zweck oder nur um Geldbeschaffung geht." Für die Geschwindigkeitskontrollen ist nicht etwa die Polizei zuständig, wie viele Fahrer vermuten. "Wir sind unschuldig", verspricht ein Beamter des Polizeipostens Oberes Wiesental. "Das ist Sache des Landratsamtes." Tanja Zimmermann, Sachgebietsleiterin der Kreispolizeibehörde beim Landratsamt bestätigt das. "Ja, wir sind dafür verantwortlich und es stimmt, dass wir die Geschwindigkeit viel häufiger messen als früher." Der Grund: Der Landkreis kaufte vor knapp eineinhalb Jahren zwei Fahrzeuge mit modernsten Messanlagen. Diese beiden Autos sind zweischichtig werktags und gelegentlich auch am Wochenende im Einsatz im ganzen Landkreis. "Zieht man die Anfahrts- und Aufbauzeit ab, kommen wir auf etwa 20 Stunden am Tag, an denen wir im Kreis die Geschwindigkeit prüfen." Acht Mitarbeiter im Außen- und zwei im Innendienst sind den ganzen Tag nur mit den Temposündern beschäftigt. "Es ist absolut übertrieben, wenn am Montag die Blitzer in Fahl, am Dienstag in Brandenberg, am Mittwoch vor Todtnau und am Donnerstag in Schönau stehen" , sagt der Utzenfelder Helmut Grüner. Es würde nicht nur unter der Woche, sondern auch samstags geblitzt, außerdem häufig abends. "Damit wird nicht nur während der Schulzeit kontrolliert, was ich für sinnvoll halte, sondern dem Bürger über den ganzen Tag das Geld aus der Tasche gezogen." Zwischen Anfang September und Mitte Oktober, in einem Zeitraum von etwa sechs Wochen, standen die Blitzer-Fahrzeuge 48 mal an der B 317 zwischen Schopfheim und Todtnau. Jeden Tag sammeln die Mitarbeiter rund 200 Verstöße. Wohin fließt das viele Geld? "Ich bekomme keine Provision" , antwortet Tanja Zimmermann lachend. Zum einen müssten die teuren Fahrzeuge abbezahlt werden, dazu kämen Personalkosten. "Und was übrig ist, fließt in den Kreishaushalt." Wo die Fahrzeuge platziert werden, entscheiden mehrere Verantwortliche gemeinsam. "Wir achten schon darauf, dass es sinnvolle Stellen sind" , erklärt Zimmermann. Zum einen seien das Unfallschwerpunkte, zum anderen gefährliche Einmündungen, behauptet sie. Die beiden Messgeräte können Fahrzeuge erfassen, die in beide Richtungen fahren — sind also immer für beide Richtungen gefährlich. Ob durch die verstärkten Kontrollen tatsächlich Unfälle verhindert werden können, daran zweifeln viele Autofahrer. Roger Senn geht sogar so weit zu sagen: "Mit der Häufigkeit, mit der zurzeit im Wiesental kontrolliert wird, ist meines Erachtens nur eines erreicht: Eine erhöhte Aufmerksamkeit, wo die bekannten Fahrzeuge stehen, um danach freie Fahrt zu haben."
Kathrin Blum, 28.10.2008, BZ

 

Lkw im Höllental: Internationale Panne in globalisierter Welt

Zu einer "internationalen Panne" kam es am Freitagnachmittag im Höllental. Bei einem Lastzug, der gegen 15.20 Uhr Richtung Freiburg fuhr, waren die Bremsen heißgelaufen. Der Fahrer konnte das Fahrzeug noch auf einem Parkplatz zwischen der Posthalde und der Kehrekurve anhalten, bevor es zu einem Reifenbrand kam. Die hinzugerufenen Polizisten vom Revier Titisee-Neustadt staunten, als sie die Daten erhoben: Der polnische Fahrer war im Auftrag einer österreichischen Spedition mit einer tschechischen Zugmaschine und einem holländischen Auflieger in Deutschland unterwegs. Zu einem bleibenden Schaden in diesen internationalen Beziehungen kam es nicht, denn das Gespann konnte, als die Bremsen abgekühlt waren, die Fahrt fortsetzen.
pes, 1.0.2008

 

Lkw-Fahrer: 13-Stunden-Tag bei 5,75 Euro Stundenlohn gilt als normal

Zu "Bedarf für 50000 Fahrer", Heidrun Wulf-Frick, BZ-Extra vom 30.1.2008

Ich kritisiere diese vielen Pseudoexperten, die ohne einen einzigen Tag im Alltag von uns Kraftfahrern zu verbringen, sich anmaßen, die wahren Gründe für den immer unbeliebter werdenden Job als Fahrer zu kennen. Da flüchten die verschiedensten Verbände, die sich (zumindest nach außen) das Wohl von uns Fahrern auf die Fahne geschrieben haben, in "Workshops" , um dem Fahrermangel zu begegnen. Da wird von den Medien in immer sensationsgeileren Aufmachungen über spektakuläre Lkw-Unfälle berichtet, ohne zu hinterfragen, was diesem Fahrer denn vor dem Unfall alles abverlangt wurde, dass es zu einem derartigen Horrorszenario kommen konnte. Und der Öffentlichkeit wird weisgemacht: Wir haben ja eine Lenk- und Ruhezeitenverordnung sowie ein Arbeitsgesetz. Schöne heile Welt!

Die Autorin des Artikels hat offenbar keine Ahnung, dass in über 90 Prozent der Speditionen und Transportunternehmen ein Arbeitstag von 13 Stunden (und mehr) normal ist (wohlgemerkt nach Abzug eventueller Pausen und natürlich ohne Lohnausgleich). Aber darüber zu berichten, ist ja auch nicht so quotenreich wie einer dieser Horrorcrashs. Dass uns Fahrern immer mehr Arbeiten abverlangt werden, für die wir gar nicht zuständig sind (jedenfalls nach Meinung unserer Berufsgenossenschaften), ist nur einer der wahren Gründe, warum sich immer weniger von uns eine solche Behandlung gefallen lassen. Die Autorin dieses Artikels scheint sich auch kein Bild über die Bezahlung in unserem Job gemacht zu haben. Denn dann würde sie leicht erkannt haben, dass es sehr schwer für unsere, ach so armen, vom Fahrermangel geplagten Fachorganisationen ist, noch mehr Leute für einen Stundenlohn von durchschnittlich 5,75 Euro zu finden, die dafür auch noch die ganze Woche von zu Hause weg sind und einen Spesensatz bekommen, der in Europa nur noch von Lettland und Rumänien unterboten wird. Selbst Litauen und Estland gestehen ihren Fahrern mehr Spesen zu. Die Höhe aber ist, dass die mangelnde Ausbildung als der einzig wahre Grund für den Wegbruch von Lkw-Fahrern ins Feld geführt wird. Dass der Fahrer beim Kunden sich als Depp behandeln lassen muss ist nach langjähriger Erfahrung der eigentliche Ausbildungszweck, auf den es den Unternehmen wirklich ankommt: dass er nämlich außer seiner eigentlichen Aufgabe Arbeiten verrichtet, für die andere den Lohn kassieren. Welche Wertschätzung der Fahrer aber auch bei den Behörden hat, mag man selbst beurteilen, wenn man sich vor Augen führt, dass die hiesige A 5 vor der Grenze zur Schweiz erst kürzlich mit der neuesten Technik zur Strafverfolgung gegen Lkw-Fahrer, die sich nicht an die Regeln im Stau halten, eingerichtet wurde — auch wenn sie nur mal aufs Klo müssen. Denn für die Installation von Toiletten war anscheinend kein Geld mehr da, nach der teuren Hightechausstattung.
BZ-Leserbrief vom 13.2.2008 von Horst Schlichting, Dachsberg

 

Volkstrauertag - Verkehrstotentrauertag

Der Volkstrauertag ist kein kirchlicher, sondern ein staatlicher Feiertag. Er wird seit dem Jahr 1952 zwei Sonntage vor dem Ersten Advent begangen. Es wird dabei der Toten von Gewaltherrschaften und Kriegen in aller Welt gedacht. Der Volkstrauertag wurde 1919 vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge als Gedenktag für im Ersten Weltkrieg gefallene Soldaten ins Leben gerufen. Die Nationalsozialisten benannten den Tag 1934 in Heldengedenktag um. Nicht mehr der Toten sollte fortan gedacht werden, sondern die Helden sollten verehrt werden. Die Flaggen wurden nicht mehr auf Halbmast, sondern auf Vollmast gehisst. Den letzten Heldengedenktag gab es 1945. Drei Jahre später wurde die Tradition des Volkstrauertags wieder in alter Form aufgenommen.

Verkehrstote 1006
Im Jahr 2006 starben auf den Straßen in Südbaden 575 Menschen. In 90 der 535 Unfälle kamen die Fahrer von Motorrollern, Mofas und Motorrädern ums Leben. In 311 Fällen fuhr das Opfer einen Pkw, in 31 einen Lastwagen, 49 waren auf dem Fahrrad unterwegs und 89 waren Fußgänger. Unter den Unfallopfern waren: 5 Kleinkinder unter 6 Jahren, 12 Kinder von 6 bis 15 Jahren, 45 Jugendliche zwischen 18 und 21 Jahren. 61 junge Erwachsene von 21 bis 25 Jahren, 303 zwischen 25 und 65 Jahren und 149 über 65 Jahre.
17.11.2007


Der 13-jährige Benjamin war am 1. Februar 2001 um 7.30 Uhr mit dem Fahrrad auf dem Schulweg von seinem Zuhause in der Wiehre nach Herdern. Beim Überqueren der Freiburger Kartäuserstraße wurde er trotz grüner Ampel von einem 37-jährigen Lkw-Fahrer übersehen. Dieser wollte von der Schwabentorbrücke in die Straße einbiegen. Der Junge war sofort tot, nachdem ihn der Lkw überrollt hatte. Der Fahrer stand lange unter Schock. (Altar Hausnische)

Die 22-jährige Nina starb am 3. Januar 2004 um 21.43 Uhr auf der B 31 auf der Höhe des Eugen-Keidel-Bads bei Freiburg. Eine entgegen kommende Autofahrerin war in einer Linkskurve ins Schleudern gekommen und auf die Gegenfahrbahn geraten. Es kam zur Kollision und Nina wurde in ihrem Wagen eingeklemmt. Als die Notärzte eintrafen, war sie bereits tot. Die 42-Jährige Unfallverursacherin ebenfalls.

Die 16-jährige Eva-Christine war am 22. Juni 2005 in Freiburg mit dem Fahrrad unterwegs nach Günterstal. Beim Überqueren des Fußgängerüberwegs Ecke Schreiberstraße / Kaiser-Josef-Straße stieß sie mit einem 14 Tonnen schweren Betonmisch-Fahrzeug zusammen und war sofort tot.

Der 16-jährige Johann starb am 20. September 2005 in Freiburg auf der Schnewlinbrücke auf dem Heimweg von der Schule. Ein Geisterfahrer in einem BMW erfasste sein Fahrrad, schleuderte den Jungen über das Brückengeländer hinunter auf die B 31. Er war sofort tot. Der Autofahrer hatte einen Zuckerschock.

Die 12-jährige Nina war am 7. April 2007 mit dem Fahrrad auf der Freiburger Eschholzstraße unterwegs. Beim Überqueren der Straße wurde sie von einem abbiegenden Lkw erfasst und starb an der Unfallstelle. Der Fahrer und sieben Zeugen mussten wegen Schocks vom DRK betreut werden.

Ein Fahrradfahrer und ein Motorradfahrer kamen sich am 22. August 2002 auf der Landstraße zwischen St. Ulrich und Geiersnest entgegen und stießen frontal zusammen. Beide waren sofort tot.

Joseph Mühl und seine Ehefrau Anna waren am späten Abend des 4. Oktobers 1858 mit dem Pferdefuhrwerk auf dem Heimweg nach St. Ulrich. Kurz vor dem Ortseingang ging ihr Pferd durch und riss den Wagen mit den Eheleuten einen Hang hinunter in das Wasser der Möhlin. Ehepaar und Pferd überlebten den Sturz nicht.

 

Bahnkürzungen: Der Anfang vom Ende des vorbildlichen ÖPNV ?

Oberbürgermeister Salomon und die Landräte Glaeser und Hurth fordern das Land auf, die Kürzungen im Schienenverkehrsangebot noch einmal zu überdenken

Die angekündigten Streichungen im Schienenverkehrsangebot könnten dem ÖPNV-System in der Region Freiburg nachhaltig Schaden zufügen. Das befürchten die Chefs des Zweckverbandes Regio-Nahverkehr Freiburg (ZRF), Freiburgs Oberbürgermeister Dieter Salomon und die Landräte Jochen Glaeser (Breisgau-Hochschwarzwald) und Hanno Hurth (Emmendingen). Deswegen wollen sie mit dem Land die Streichliste noch einmal verhandeln. Das Land müsse der hohen Nachfrage im regionalen Schienenverkehr gerecht werden, so der Appell des ZRF-Vorsitzenden Salomon und seiner beiden Stellvertreter, und die Streichungen nochmals überdenken. Ziel von weiteren Verhandlungen soll sein, so viele Zugverbindungen an den so genannten "Randlagen" , also morgens und abends, zu erhalten, dass Pendler weiterhin grundsätzlich die Möglichkeit haben, mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit zu gelangen. "Wir dürfen die Pendler nicht vom ÖPNV abhängen", sagt Landrat Jochen Glaeser. Konkretes Ziel ist es, auf der Dreiseenbahn die zur Streichung vorgesehene Verbindung (Seebrugg ab 7.05 Uhr) Richtung Freiburg zu retten. "Wir hoffen, den Frühzug Richtung Freiburg halten zu können" , sagt Glaeser, es gebe zwar noch keine Zusage, aber es würden Gespräche geführt. Auch über die Einrichtung von Schienenersatzverkehr werde verhandelt, um ein sinnvolles Nahverkehrsnetz erhalten zu können. Die Verantwortung für den Schienenpersonennahverkehr (SPNV) wurde bei der Neuordnung des Eisenbahnwesens vom Bund auf die Länder übertragen (Regionalisierung). Zur Finanzierung des SPNV erhalten die Länder vom Bund die so genannten Regionalisierungsmittel aus dem Mineralölsteueraufkommen. Das Land Baden-Württemberg ist Aufgabenträger für den SPNV und damit zuständig für die Planung, Organisation und Finanzierung der Nahverkehrsleistungen im Rahmen des vom Land vorgegebenen "Integralen Taktfahrplans (ITF)" . Dieser Taktfahrplan optimiert den Schienenpersonennahverkehr landesweit durch nachfragegerechte Taktzeiten sowie konsequente Abstimmung aller Fahrpläne. Das minimiert Umsteigezeiten und sorgt zusammen mit höheren Zug- und Busfrequenzen für eine Attraktivitätssteigerung und mehr Kundenfreundlichkeit im ÖPNV.

Die ZRF-Chefs Salomon, Glaeser und Hurth fordern das Land angesichts der Streichliste auf, sich nicht unter das einmal erreichte Niveau des Integralen Taktfahrplans zu begeben. Stadt und Landkreise hätten viel Geld ausgegeben, um das gute Schienenverkehrsangebot zu ermöglichen. Die Verbandsvorsitzenden weisen darauf hin, dass gerade im Verbandsgebiet des ZRF ein erheblicher Zuwachs an Fahrgästen im Arbeits-, Ausbildungs- und Freizeitverkehr unter anderem durch ein ständig verbessertes Angebot mit stärkerer Vertaktung sowie schnelleren Verbindungen zu verzeichnen sei. Bereits im September 2006 hatten die Vorsitzenden vor den Auswirkungen der nun zur Gewissheit gewordenen Kürzungsplänen gewarnt: Der Nahverkehr in der Region sei ein aufeinander abgestimmtes funktionierendes Gesamtsystem, dessen Erfolg gefährdet ist, wenn man einzelne Angebotselemente herausbricht. Mit Einsparungen und Streckenstilllegungen werde zudem eine wichtige Basis für den ÖPNV insgesamt, das "Integrierte Regionale Nahverkehrskonzept Breisgau-S-Bahn 2005" und für den Erfolg der Regiokarte in Frage gestellt. Die Regiokarte, ein Tarif mit einem überaus günstigen Preis-Leistungs-Verhältnis, und das bestehende sehr gute Verkehrsangebot hätten erst bewirkt, dass die Bürger in der Region auf den ÖPNV aufmerksam wurden und in immer stärkerem Maße umgestiegen seien. Obwohl der gemeinsame Widerstand gegen Stuttgart Wirkung gezeigt habe und die eine oder andere Streichung überdacht beziehungsweise zurückgenommen worden sei, bleibe es doch bei erheblichen Kürzungen gerade auf der Dreiseenbahn und der Höllentalbahn im Hochschwarzwald sowie auf der Rheintalbahn.

Auf der Dreiseenbahn werde durch die Streichungen im morgendlichen Schüler- und Berufsverkehr sowie im abendlichen Berufsverkehr die vom Land nach dem Integralen Taktfahrplan (ITF) vorgesehene Bedienung nicht mehr erreicht. Es entstünden für die Fahrgäste gravierende Angebotslücken, ohne dass das Land ein Konzept vorgelegt habe, wie die bestehende Nachfrage künftig befriedigt werden soll. Die geplanten Streichungen auf der Höllentalbahn seien zwar deutlich, jedoch entspreche das künftige Angebot immerhin noch dem Standard des ITF. Der ZRF gehe aber davon aus, dass auf jeden Fall mit noch mehr Enge in den morgendlichen Zügen zu rechnen sei. Entlang der Rheintalbahn sei das Angebot an den kleinen Haltepunkten im RVF-Gebiet bereits heute weit entfernt vom ITF. Für die Fahrgäste Richtung Norden wochentags, und am Wochenende in beide Richtungen, sollen im Sommer weitere Regionalbahnen gestrichen werden. Zum Teil werden dann einzelne Stationen vier bis sechs Stunden lang nicht angefahren, obwohl der ITF einen Stunden- beziehungsweise Zwei-Stunden-Takt vorsieht und die Züge vorbeifahren, jedoch nicht halten. Wenn die Pendler in starkem Maße dazu gezwungen werden, wieder auf das Auto umzusteigen, seien zwei negative Folgen zu erwarten: Zum einen werden weniger Fahrkarten verkauft, wodurch den Verkehrsunternehmen weniger Mittel für das heute noch sehr gute ÖPNV-Angebot zur Verfügung stehen. Zum anderen seien mit einer verstärkten Autonutzung negative Folgen für die Umwelt verbunden und dies angesichts der berechtigterweise hoch gesteckten Klimaschutzziele. Es stehe zu befürchten, so der OB und die Landräte, dass durch die jetzt geplanten Streichungen der ÖPNV in eine Abwärtsspirale gerät, wie bereits in den 1960er- und 70er-Jahren geschehen.

Franz Dannecker , 31.1.2007, Kompletten Beitrag auf www.badische-zeitung.de

 

Landrat gegen Streichungen beim regionalen Schienenverkehr hinnehmen

Noch ist die genaue Streichliste nicht bekannt, doch jetzt schon ist klar, dass durch das zwischen Land und Bahn vereinbarte Sparprogramm bei den Mitteln für den Regionalverkehr das Angebot im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) auch im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald empfindlich getroffen wird. So mancher Berufspendler muss wahrscheinlich vom Zug auf das Privatauto umsteigen. Solch gravierende Konsequenzen will Landrat Jochen Glaeser jedoch nicht hinnehmen. "Wir wollen versuchen, das wieder umzubiegen" , sagte er gestern.

70 Millionen Euro pro Jahr stellte der Bund dem Land künftig für die Finanzierung des regionalen öffentlichen Verkehrs zur Verfügung. Wegen dieser zehnprozentigen Kürzung muss das Angebot ausgedünnt werden. Weil das Land den Rotstift vor allem beim Busverkehr ansetzt, kommt man beim Schienenverkehr mit einer Kürzung um fünf Prozent aller Verbindungen aus. Gleichwohl werden manche Regionen und bestimmte Fahrgastgruppen besonders hart getroffen. Welche Verbindungen letztendlich wegfallen, wird erst im kommenden Frühjahr mit dem neuen Sommerfahrplan bekannt gegeben. Es steht jedoch bereits fest, dass im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald die Strecken Freiburg — Titisee — Neustadt — Donaueschingen, Titisee— Seebrugg (Dreiseenbahn) und die Rheintalstrecke betroffen sind. Menschen aus dem Hochschwarzwald, die in Freiburg arbeiten und mit der Bahn zur Arbeit fahren, könnten unter dem Streichprogramm am stärksten zu leiden haben. Gestrichen werden sollen vor allem Verbindungen in den sogenannten Tagesrandzeiten — also frühmorgens und spätabends. Wenn die Frühzüge auf der Dreiseenbahn gestrichen werden und der erste Zug Richtung Freiburg erst um etwa acht Uhr fährt, dann haben die Pendler aus dem Hochschwarzwald "ein Riesenproblem" , so Landrat Glaeser.
Sie haben keine Möglichkeit mehr, rechtzeitig zum Arbeitsbeginn nach Freiburg zu kommen — und müssen sich vom ÖPNV verabschieden und aufs eigene Auto umsteigen. "Das kann nicht sein" , sagt der Landrat, "das wollen wir nicht hinnehmen" . Er sehe ein, dass gespart werden müsse, so Glaeser, doch man dürfe nicht übers Ziel hinausschießen. Als "nicht so gravierend" schätzt der Landrat ein, dass auf der Höllentalstrecke zwischen Freiburg und Donaueschingen an den Wochenenden Zugverbindungen gestrichen werden sollen. Es sei auch zu akzeptieren, wenn Verbindungen in den Abendstunden dem Rotstift zum Opfer fielen — nur der letzte Zug des Tages, der dürfe nicht gestrichen werden, sonst kämen Kino- oder Theaterbesucher nicht mehr mit dem ÖPNV nach Hause. Ärgerlich sei, dass die bisher zwischen Kirchzarten und Freiburg eingesetzten sogenannten Verstärkerzüge wegfallen sollen, die während der Hauptstoßzeiten eingesetzt werden. "Das gibt ein Riesengedränge auf dem Bahnhof in Kirchzarten" , meint der Landrat.

Auf der Rheintalstrecke werden die Züge wegfallen, die an sämtlichen Bahnhöfen halten, erwartet Glaeser. Nach Bad Krozingen werde man weiterhin jederzeit kommen, wer aber nach Ebringen wolle, der werde Probleme bekommen. "Es trifft wieder den ländlichen Raum" , klagt der Landrat.

Diese Einschränkungen seien um so ärgerlicher, als die Region ja bisher Vorbildliches auf dem Gebiet des öffentlichen Nahverkehrs geleistet habe. "Wir haben da viel Geld reingesteckt" , so Glaeser, jetzt werde das Erreichte zum Teil kaputt gemacht. Er wolle, sagt Glaeser, gemeinsam mit Freiburgs Oberbürgermeister Dieter Salomon und dem Emmendinger Landrat Hürth Front gegen die gravierendsten Einschränkungen protestieren.

Einen Mitstreiter hat der Landrat im Feldberger Bürgermeister Stefan Wirbser. Jetzt treffe das ein, "wogegen wir immer gekämpft haben" , so Wirbser, die Pendlerverbindung nach Freiburg werde zerstört. "Wir werden uns dagegen wehren" , kündigt der Bürgermeister an..
4.11.2006, www.badische-zeitung.de

  

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