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Infos ab November 2007
zu Schulen und Bildung
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Blick nach Norden auf halbem Weg zwischen Birkendorf
und dem Steinatal am 21.9.2006 um 18 Uhr
Pädagogische Assistenten: Bewerbungsfrist endet in Kürze
Die Hauptschulen des Landkreises Breisgau-Hochschwarzwald befassen sich
seit Beginn des neuen Schuljahres verstärkt mit der individuellen
Förderung ihrer Schülerinnen und Schüler. Hierzu werden ab dem 1. Februar
2008 Pädagogische Assistenten eingesetzt, welche die vorhandenen
Lehrkräfte in den Klassen 5 bis 7 unterstützen.
Damit soll die schulische Ausbildung der
Hauptschülerinnen und Hauptschüler entscheidend verbessert und dadurch
deren Chancen auf dem Arbeitsmarkt erhöht werden. Die Pädagogischen
Assistenten sind keine eigenverantwortlich unterrichtenden Lehrkräfte. Sie
werden vor allem in den Fächern Deutsch und Mathematik eingesetzt. So
unterstützen sie beispielsweise die Lehrkräfte bei der gezielten Förderung
von Schülerinnen und Schülern oder sie arbeiten in jahrgangsübergreifenden
Klassen mit und unterstützten die Lehrkräfte bei Verhaltensauffälligkeiten
von Schülerinnen und Schülern während des Unterrichts. Auch im Landkreis
Breisgau-Hochschwarzwald stehen für zahlreiche Hauptschulen freie Stellen
in unterschiedlichem Umfang zur Verfügung. Interessierte können sich noch
auf die im Internet unter
www.paedagogische-assistenten.de ausgeschriebenen Stellen bewerben.
Das Kultusministerium fordert von den Bewerbern besonders pädagogische
Kompetenzen, die durch einen entsprechenden Ausbildungsabschluss
nachgewiesen sein müssen. Vorgesehen sind etwa Personen mit
Lehramtsausbildung, die in keinem aktiven Beschäftigungsverhältnis stehen,
Ausbilder in Betrieben, Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen sowie
Erzieherinnen und Erzieher. Darüber hinaus wird bei den Interessenten
Kooperationsfähigkeit und Verantwortungsbewusstsein vorausgesetzt. Das
Mindestalter beträgt 25 Jahre. Bewerben kann man sich direkt bei der
Schule. Der Einsatz von Pädagogischen Assisenten ist Teil eines
umfassenden Maßnahmenpakets zur Stärkung der Hauptschulen in
Baden-Württemberg. Es hat zum Ziel, Hauptschülerinnen und Hauptschüler
schwerpunktmäßig in den Fächern Deutsch und Mathematik individuell zu
fördern, um ihre
Ausbildungs- und Berufsfähigkeit zu verbessern.
5.12.2007, Landratsamt FR
 
InfoBlog
und Wiki-Lexikon des Deutschen Bildungsservers
Hilfe zur Selbsthilfe ist die Devise beim neuen InfoBlog des Deutschen
Bildungsservers. Der am 27. November 2007 frei geschaltete Blog
unterstützt Nutzerinnen und Nutzer darin, sich bei der Suche nach
konkreten Informationen gegenseitig zu helfen, Fragen zu stellen und auf
Fragen zu antworten. Kurz: Er wird der Community des Deutschen
Bildungsservers eine noch bessere Grundlage für einen regen
Informationsaustausch bieten. Der neue InfoBlog ist der interaktive Teil
der Wiki-InfoBörse, die als Recherche-Archiv fungiert. Mit der Anwendung
der Weblog-Technologie wird es Nutzern wesentlich leichter gemacht, Fragen
zu stellen und auf Fragen zu antworten. Ausklappbare Inhaltsübersichten
und eine sogenannte TagCloud, die die Popularität der einzelnen Themen
widerspiegelt, unterstützen die Navigation im Themenkatalog. Über die
vorgegebenen Kategorien hinaus können die Nutzer ihre Fragen mit eigenen
Tags ergänzend verschlagworten.
InfoBlog:
http://www.bildungsserver.de/link/infoblog
Wiki-InfoBörse:
http://www.bildungsserver.de/link/wiki_infoboerse
Artikel über die Studie zur Entwicklung von Ganztagsschulen (StEG) und
TagCloud im Wiki-Bildungslexikon
Mit StEG wird ein länderübergreifendes Forschungsprogramm zur Entwicklung
von Ganztagsschulen und -angeboten durchgeführt. Das aus dem Deutschen
Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF), dem Deutschen
Jugendinstitut (DJI) und dem Institut für Schulentwicklungsforschung (IFS)
bestehende Forschungskonsortium untersucht dabei, in enger Absprache mit
den Ländern und finanziert durch das Bundesbildungsministerium (BMBF) und
den Europäischen Sozialfonds, größere Stichproben von Schulen in mehreren
Erhebungswellen (Längsschnitt). Der Artikel im Bildungslexikon informiert
über Hintergründe, Fragestellungen und Ergebnisse aus der Studie.
Herzlichen Dank an den Koordinator des Projekts Dr. Ludwig Stecher vom
DIPF für diesen interessanten Beitrag.
http://www.bildungsserver.de/link/dipf_steg
TagCloud im Wiki-Bildungslexikon
Auch das Wiki Bildungslexikon ist inzwischen mit einer TagCloud
ausgestattet worden. TagClouds zeigen die in Portalen behandelten Themen
in verschiedenen Schriftgrößen an. Das Thema das in der größten Schrift
erscheint, ist jenes, über das auf diesem Portal die meisten Informationen
zu finden sind. Mit Hilfe von TagClouds lässt sich daher auf einen Blick
gut erkennen, zu welchen Themen aktuell die meisten Informationen zur
Verfügung stehen.
http://www.bildungsserver.de/link/wiki-lexikon
30.11.2007
 
Glück ist, zu mögen, was man muss, und zu dürfen,
was man mag. Wenn Henry Ford recht hat, muss man sich nicht wundern, dass Kinder
in der Schule weniger glücklich sind als zu Hause. Denn in der Schule gelten
strengere Regeln als in der Kleinfamilie. Weil dort viele Kinder zusammen sind,
stehen die Wünsche und Bedürfnisse eines Einzelnen weniger im Mittelpunkt als in
der Familie, in der heute meist nur ein bis zwei Kinder leben. Und in der sich
oft alles um sie dreht. Deshalb muss es in der Schule häufiger zu
Enttäuschungen, dem Gefühl der Zurücksetzung und Niederlagen kommen. Mit beidem,
dem Glück und der Enttäuschung, aber muss umgehen lernen, wer mit dem Leben
klarkommen will. Aus diesem Grund wäre es falsch, mit der aktuellen ZDF-Studie
eine neuerliche Diskussion über das Versagen der Schule zu beginnen. Und es
ginge auch an der Realität vorbei, daraus abzuleiten, dass Familien, und nur
Familien ein Hort des Glücks seien. Wissenschaftler definieren Glück als
subjektives Wohlbefinden. Das aber ist flüchtig. Zudem weiß man, dass gerade
Kinder sich arrangieren. Sie träumen Großes, aber sie suchen und genießen immer
wieder das kleine Glück. Was also können wir von dieser Befragung lernen? Es
steht nicht so schlecht um unsere Kinder, wie man manchmal meinen könnte. Die
Herausforderung aber ist: Schule muss nicht unglücklich machen. Vorausgesetzt,
sie schafft es, die Kinder davon zu begeistern, dass sie mögen, was sie müssen.
13.11.2007, Thomas Hauser, BZ
Einfach mal hinhören, worum es den Kindern geht
— das könnte ein Anfang sein
Dieser Analyse muss energisch widersprochen werden. Bildung hat die Aufgabe,
jungen Menschen zu helfen, die Welt zu verstehen, sich die Welt anzueignen und
ihren Platz darin zu finden. Das müsste eine spannende Herausforderung sein und
nichts spricht gegen die Annahme, dass Kinder daran ein Interesse haben, weil
sie neugierig und wissbegierig sind und weil sie davon profitieren. Aber diese
Aufgabe ist in unserer globalisierten und medial bestimmten Welt um ein
Vielfaches komplexer und schwieriger als noch vor 20 Jahren. Sie kann von
Elternhäusern vielfach nicht mehr bewältigt werden.
Wer, wenn nicht die Schule, die (fast) alle jungen Menschen erreicht, könnte
dieses Defizit ausgleichen? Bildung und Erziehung den geänderten
Herausforderungen anzupassen, erfordert von uns erhebliche Anstrengungen. Aber
wo sollen wir anfangen?
Das Fazit des Professors hat Herr Hauser vermutlich gar nicht mehr zur Kenntnis
genommen oder er hält nicht viel davon: Einfach mal hinhören, worum es den
Kindern geht! Wenn wir Erwachsenen dazu nicht bereit sind, werden sie weiterhin
und vermutlich zunehmend ihre nonverbalen Appelle an uns richten: Mehr als 80
000 Abgänger ohne Abschluss jedes Jahr (statistisches Bundesamt), 300 000
ständige Schulverweigerer (Städte- und Gemeindebund), Anstieg der
Folgeerscheinungen von Bewegungsmangel, Übergewicht und psychische Erkrankungen.
Wenn Herr Hauser das Ernstnehmen von Kindersorgen für sozialromantische
Gefühlsduselei hält, sollte er sich vielleicht die volkswirtschaftliche
Dimension vergegenwärtigen. Für eine Schule, die Kinder ermutigt und ihnen Hilfe
bei der Bewältigung des Lebens gibt, haben wir kein Geld. Das investieren wir
lieber in Nachqualifizierung, Resozialisierung und in ein aus den Fugen
geratendes Gesundheitssystem. Wann lernen wir, in solchen Zusammenhängen zu
denken? Kinder ernstnehmen und auf ihre Sorgen zu hören könnte ein Anfang sein.
BZ-Leserbrief vom 23.11.2007 von Thomas Heckner, Leiter der Flex-Fernschule,
OberrimsingenJa, in der Theorie, da hat jedes Kind Freude am Lernen
Unsere Tochter hat Angst vor Strafstrichen wegen vergessener Hausaufgaben. Sie
werden in fast jedem Fach verteilt — entgegen jeder Motivationstheorie: Du
sollst dein Kind für gute Leistungen loben und nicht strafen. Diese Worte finden
sich in jedem Ratgeber. Die Lehrerin sagt: "Ich habe keine Zeit, Positivpunkte
zu verteilen, dafür ist der Verwaltungsaufwand zu hoch. Wenn die Kinder die
Hausaufgaben nicht haben, dann werde ich auch mal strenger im Ton." Ich schreie
und tobe nicht. Ich verlasse nicht wütend den Raum. Ich sage nicht, dass mein
Kind ein Mensch ist, der geliebt und respektiert werden will und keine Akte, die
es möglichst ökonomisch zu verwalten gilt. Ich bleibe ruhig und denke an einen
Schulwechsel.
Schwache und besonders lebhafte Schüler erfordern und verlangen sehr viel
Aufmerksamkeit und die meiste Kraft vom Lehrer. Normale, oder begabtere Schüler
fallen oft nicht auf, sie werden weniger beachtet und häufiger nicht optimal
gefördert. Schulfrust ist programmiert. In der Theorie soll auf jedes Kind
gleichmäßig eingegangen werden, soll jedes Kind bei seinem individuellen
Leistungsstand abgeholt werden, sollen die Aufgaben an die Kenntnisse und
Fähigkeiten der Kinder angepasst werden.
Ja, in der Theorie, da hat jedes Kind Freude am Lernen und arbeitet in lockerer,
ruhiger, arbeitsamer Atmosphäre. Unsere Tochter ist an einer Regelgrundschule.
Ich denke, alle Kinder haben eine gute Ausbildung verdient und sind es wert,
beachtet und optimal gefördert zu werden, nicht nur die Kinder reicher Eltern,
die sich eine Privatschule leisten können. Die Schule meiner Tochter wird nicht
schlecht geführt, die Schulleitung ist sehr bemüht. Viele Lehrer geben ihr
Bestes. Es ist ihnen kein Vorwurf zu machen. Es bleibt ihnen aufgrund großer
Klassen, aus Zeit- und Geldmangel oft keine andere Möglichkeit. Sie agieren aus
Hilflosigkeit und Machtlosigkeit. Sie sehen die Fehler des Systems und können es
nicht ändern. Manche geben auf, machen ein Sabbatjahr, gehen an eine
Privatschule, wechseln den Job oder verfallen in abgestumpfte Routine. Vielen
droht der Burnout, denn von Elternseite gibt es viel Kritik und kaum positive
Bestätigung.
Es könnte ein so schöner Beruf sein, wenn die Bedingungen stimmen würden, wenn
auch von Seiten der Politik mehr Wertschätzung erfolgen würde, sprich mehr Geld
und mehr Personal für unsere Kinder. Kinder sind unsere Zukunft. Sie haben die
beste Ausbildung und eine optimale Förderung verdient.
BZ-Leserbrief vom 23.11.2007 von Dr. Anja Lusch, Freiburg
 
© by freiburg-schwarzwald.de, Update
05.12.07
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