Schwarzwald für Ehrenamtliche, Geschäftige und Erholungssuchende - Volunteering, Business and Holidays in the Black Forest


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Blick vom Birkwegeck unterhalb Kapfenberg nach Süden über St.Märgen zu Feldberg und Dreisamtal-Nebel am 15.12.2008
Blick vom Birkwegeck unterhalb Kapfenberg nach Süden über St.Märgen zu Feldberg und Dreisamtal-Nebel am 15.12.2008


Industrialisierung der Landwirtschaft rationalisiert Bauern weg

Liebe Mitglieder, FreundInnen und GönnerInnen,
die Bäuerin Wendy Peter-Hodel hat uns beim Aschermittwochsgespräch leidenschaftlich aufgefordert, nein zu sagen zur weiteren Industrialisierung der Landwirtschaft. Denn Industrialisierung der Landwirtschaft bedeutet, dass dort produziert  wird, wo es am billigsten ist, dass Bauern wegrationalisiert werden und überall Monokulturen für den Weltmarkt entstehen, mit denen wenige Konzerne spekulieren. Der für eine nachhaltige Zukunft wichtigste Unterschied wird sein, dass industrielle Landwirtschaft wie Industrie Ressourcen verbraucht, bäuerliche Landwirtschaft dagegen Ressourcen als Lebensgrundlagen erhält. Mit Bildern von der Plastikland(wirt) mit ihren unwürdigen Lebensbedingungen im spanischen Andalusien führte Wendy Peter vor Augen, wohin der Prozess der Industrialisierung der Landwirtschaft führt. Der Preis für die Industrialisierung und Globalisierung der Landwirtschaft sei mehr statt weniger Hunger auf der Welt, betonte sie. Die Folgen hierzulande wurden beim diesjährigen Aschermittwochsgespräch so deutlich wie noch nie: Überlastung der bäuerlichen Familien, Entsolidarisierung durch den Wettbewerb um Flächen, Liefer- und Prämienrechte usw., Lähmung der eigenen Möglichkeiten durch Bürokratie und Zertifizierung (Gleichmacherei) und Ignorieren von Standortunterschieden, was bei Bäuerinnen und Bauern das Gefühl erzeugt, am Rand der Gesellschaft zu leben. Hat nicht das Bundesverfassungsgericht am 8. Februar die Würde des Menschen auch für Harz 4-Empfänger eingefordert? Wer fordert die Würde der Bäuerinnen und Bauern von den agrarpolitischen Rahmenbedingungen? Agrarpolitik nach 2013 darf Industrialisierung der Landwirtschaft nicht weiter fördern, muss die logische Forderung heißen! Wir erinnern, 80 % der EU-Agrar-Milliarden gehen an 20 % der Betriebe, das heißt an diejenigen, die am weitesten rationalisiert und industrialisiert sind. Die neue österreichische Studie "Ausgleichszulage und Kulturlandschaft - eine fruchtbare Beziehung liefert Argumente dagegen und für die Berglandwirtschaft. Mehr auf http://publikationen.lebensministerium.at/publication/publication/view/3215/28555

Was ist zu tun?  Aus Sicht der Welternährung gab uns Wendy Peter-Hodel klare Empfehlungen auf den Weg:
1. Die Folgen der Industrialisierung der Landwirtschaft in die Gesellschaft tragen, um bewusst zu machen, dass je weiter sich die Gesellschaft von ihren bäuerlichen Wurzeln entfremdet, unsere Lebensgrundlagen weder sicherer noch gesünder werden.
2. Durchhalten, damit das Wissen, wie man Lebensmittel selbst erzeugt, lagert und konserviert , nicht verloren geht, denn in nicht allzu langer Zeit werden regionale Lebensmittel wieder mehr geschätzt werden.
3. Erkennen und Schätzen der eigenen Gestaltungsmöglichkeiten beim Leben und Arbeiten am Hof mit all seinen Möglichkeiten, anstelle dem industriellen Wachstumsmodell zu folgen.
4. Statt Land aus der Produktion zu nehmen, keine importierten Futtermittel verwenden, Zweinutzungskühe statt Hochleistungskühe halten und extensive Mastverfahren praktizieren.
5. Mit regionalen Vermarktungsinitiativen der Weltmarktstrategie entgegen treten (wie z.B. Echt Schwarzwald).

"Kultur und Politik" heißt die Zeitschrift des Bioforum Schweiz, die alle abonnieren und lesen
sollten, die sich für ökologische, soziale und wirtschaftliche Zusammenhänge um eine zukunftsfähige Landwirtschaft interessieren. Mehr unter www.bioforumschweiz.ch
7.3.2010, Siegfried Jäckle

 

IG Dreisamtäler Jungbauern wollen einen starken Bauernverband

Dass es nicht nur um Entscheidungswege im Bauernverband an diesem Diskussionsabend in der Kirchzartener „Sonne“ gehe, machte Dorothea Maier vom Jungbauernhof in Dietenbach dem Bauernpräsidenten Werner Räpple (l.) gleich zu Beginn mit einem Glas Milch deutlich. Jungbauern-Vorsitzender Martin Ganz (M.) freute sich über diese symbolträchtige Begrüßung.
Foto: Gerhard Lück

Kirchzarten (glü.) Der Badische Landwirtschaftliche Hauptverband (BLHV) erlebt momentan keine leichte Zeit. Gerade die heißen innerverbandlichen Diskussionen um die richtigen Wege zu einem gerechten Milchpreis machen besonders seinem um verbandliche Einigkeit bemühten Präsidenten Werner Räpple aus Oberrotweil den Alltag schwer. Der vom Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) offensiv geführte Kampf um die „Faire Milch“ hinterlässt auch in Baden und im Dreisamtal seine Spuren. Vor vielen Höfen erinnert „Faironika“ an den Kauf von „fairer Milch“, die den Bauern ein halbwegs ausreichendes Einkommen sichern soll. Bei der „Interessengemeinschaft Dreisamtäler Jungbauern“ im „Bund Badischer Landjugend“, die sich als BLHV-Nachwuchsorganisation versteht, gibt es manche BDM-Mitgliedschaft und -Sympathie. Die jungen Landwirte fühlen sich in strategischen Fragen der politischen Vertretung durch den BLHV oft nicht verstanden und gehört. Ihr Vorsitzender Martin Ganz hatte deshalb den Badischen Bauernpräsidenten Werner Räpple zu einem Diskussionsabend ins Gasthaus Sonne nach Kirchzarten eingeladen, um mit ihm über Mittel und Wege einer besseren Basisdemokratie im Bauernverband zu diskutieren. Versöhnlich machte Martin Ganz bei seiner Begrüßung deutlich, dass es nicht darum ginge, den BLHV abzuschreiben. Schließlich habe der Verband in früheren Jahren viel für die Landwirtschaft erreicht. Wenn auch „das Thema Milch brenne“, wolle man im Gespräch miteinander überlegen, wie die Basis wieder mehr bei Entscheidungen und Verhandlungen mit der Politik präsent sei: „Wir fühlen uns oft nicht vertreten.“ Werner Räpple freute sich über die Einladung: „Der Gesprächsfaden darf zwischen Mitgliedern und Verband nicht abreißen. Wir müssen uns zusammenraufen.“ Der laufende Leitbildprozess solle auch zu der Frage, wie das einzelne Mitglied besser integriert werden könne, beitragen. Die vom Buchenbacher Förster Markus Millen moderierte Diskussion kreiste dann um das große Thema „Meinungsfindung im BLHV“. Der BLHV brauche viel zu lange, bis die Basis gefragt werde, wenn eine Entscheidung zu fällen oder Position zu beziehen sei. Aus der Runde kam die Forderung, dass sich die Bauern bewegen müssten. Das habe der BDM getan und deshalb wanderten viele Milchbauern vom BLHV dorthin ab: „Der BLHV muss auch mal Rückgrat zeigen! Aber ist das Gespür für neue Meinungen im BLHV überhaupt da?“ Räpple versuchte deutlich zu machen, dass der Badische Bauernverband nur einer unter vielen Landesverbänden auf Bundesebene sei und die Meinungsbildung im Bund wäre nicht immer einfach. Und leider sei die Konfrontation BDM – BLHV zu hart geworden. „Da ist etwas zerschlagen worden. Da geht nichts mehr“, stellten Räpple und der anwesende BLHV-Kreisvorsitzende Eugen Tritschler aus Titisee-Neustadt übereinstimmend fest.
Wie schwierig es für die Landwirte ist, eine einheitliche Meinung zu formulieren, stellten die Jungbauern selbst fest: „Jeder Bauer hat sein eigenes Weltbild.“ Deshalb sei es mit der Solidarität untereinander nicht so einfach. Eugen Tritschler forderte abschließend, dass der Ausbau der internen Kommunikation sowohl von oben nach unten als auch von unten nach oben im BLHV zu stärken sei. Der BLHV müsse ein Einheitsverband für alle bleiben, in dem auch die Milcherzeuger sich wieder richtig vertreten fühlten. Deshalb sei es wichtig, die Fachausschüsse und Ortsverbände zu stärken. Einschränkend stellte Tritschler fest, dass alle im Verband ehrenamtlich tätig seien – und das koste unter anderem auch Zeit.

Bauernpräsident Werner Räpple nahm nach eigenen Aussagen aus Kirchzarten mit, dass er manche Defizite wieder stärker erkannt habe und dass der Verband mehr Gesprächsmöglichkeiten finden müsse: „Wir müssen einfach mehr miteinander und nicht übereinander reden!“ Es müssten mehr Diskussionsforen geschaffen werden, in denen man offen und ehrlich miteinander umgehe. Im Übrigen machte der lange Abend in der „Sonne“ wieder deutlich, dass der Verbraucher den Landwirten ein gutes Stück bei der Bewältigung ihrer Probleme helfen kann, in dem er Milch und andere landwirtschaftliche Produkte von hier und nicht von „wer weiß woher angekarrt“ kauft. Und die heimischen Produkte sollten ihm auch einige Cent mehr wert sein. Landwirtschaft gehe schließlich alle an!

Zu einem weiteren Termin laden die „Dreisamtäler Jungbauern“ am 16. März 2010 um 20 Uhr ins Gasthaus Bären nach Zarten ein. An diesem Abend gibt es gemeinsam mit dem Maschinenring Breisgau interessante Informationen rund um den Anbau von „Miscanthus“, auch unter den Namen Chinaschilf oder Elefantengras bekannt.


Gemeinsam sind sie freier - Betriebskooperationen

Warum immer mehr Landwirte in der Region Betriebskooperationen eingehen

Früher hat manches Bauernpaar ein ganzes Leben ohne Urlaub und Ausschlafen verbracht, heute können sich das viele Landwirte nicht mehr vorstellen. Um Zeit zu gewinnen und zugleich Kosten zu sparen, entscheiden sich in der Region immer mehr von ihnen für eine Betriebskooperation. Für einige ist das die Alternative zur Hofaufgabe.
Mein Vater und ich waren acht Jahre lang jeden Tag zusammen im Stall, ohne auch nur einen einzigen freien Tag", berichtet der Milchbauer Jürgen Scheer aus Freiamt. So war es ein Glück, dass seinem Schwager Thomas Hauber, der in der Nähe einen Hof betreibt, vor zwei Jahren das Geld für einen neuen Kuhstall fehlte. Die beiden jungen Bauern und ihre Väter taten sich zusammen und gründeten eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts GbR). Sie bauten Scheers Stall zu einem großen und modernen für beide Kuhherden aus und nutzen landwirtschaftliche Flächen, Stallungen und Gebäude gemeinsam. Wald und Obstbrennerei blieben getrennt. „Der Vorteil ist riesig", sagt Jürgen Scheer über die Hauber-Scheer GbR: „Seit wir zusammenarbeiten, habe ich jeden zweiten Sonntag frei, kann mal abschalten und in den Urlaub fahren."
Unterstützung in der Not und Nachbarschaftshilfe habe es in der Landwirtschaft immer gegeben, doch Betriebsfusionen seien im Schwarzwald ein Phänomen seit Mitte der 90er-Jahre, sagt Peter Ackermann, kommissarischer Leiter des Landwirtschaftsamtes im Landratsamt Emmendingen. Mehr als zehn solcher Kooperationen gibt es im Kreis Breisgau-Hochschwarzwald, im Kreis Emmendingen sind es erst eine Handvoll. Vor allem angesichts niedriger Milchpreise, hohem Kostendruck und der Notwendigkeit, sein Angebot ständig zu verbessern, sei die Zusammenarbeit mit einem Kollegen für viele Bauern eine große Chance, so Ackermann: „Mancher Landwirt, der kurz davor war, seinen Hof aufzugeben, konnte sich so neu aufstellen."
Bernhard Böhringer vom Pfaffenhof und Manfred Ketterer vom Griesbachhof bei Titisee-Neustadt waren 1996 die ersten Landwirte im Hochschwarzwald, die eine Kooperation eingingen. „Wir haben uns damals einen Mustervertrag aus Bayern geholt, die waren da schon weiter", berichtet Böhringer. Auch sie wählten die GbR als relativ unbürokratische Rechtsform. Weil Böhringer genauso viele Kühe wie Ketterer, aber knapp zehn Hektar weniger Nutzfläche einbrachte, kaufte er an der Milchbörse ein Milchkontingent in entsprechender Höhe dazu. „So haben wir keine komplizierte Rechnerei, und die Gewinnverteilung ist einfacher", erklärt Böhringer. Der Erlös sei tatsächlich gestiegen – schließlich könnten sie die Kosten für Melkmaschine und Milchtank teilen. „Wir sind größer, moderner und schlagkräftiger geworden und haben unsere Leistung gesteigert", berichtet der Bauer. –
„Gewaltige Kosteneinsparung"
Auch der Lenzkircher Mathias Brugger, der seinen Hof Anfang der Nuller Jahre mit dem seines Kollegen Christoph Schäfer verbunden hat, spricht von einer „gewaltigen Kosteneinsparung". Seit die Milch seiner Kühe in Schäfers Käserei statt zur Molkerei fließt, seien seine Einnahmen deutlich gestiegen. Außerdem mache das gemeinsame Arbeiten einfach mehr Freude. „Ich wollte nicht mehr allein schaffen", sagt Brugger. Dass zuweilen Diskussionen geführt und Kompromisse geschlossen werden müssen, habe sogar sein Gutes, meint auch Böhringer vom Pfaffenhof: „Unsere Ideen fließen zusammen, und am Ende treffen wir gemeinsam oft die bessere Entscheidung." Allerdings, sagt Peter Ackermann vom Landwirtschaftsamt: „Man muss ein Teamtyp sein, Eigenbrötler sind nicht geeignet, und die Chemie muss stimmen." Alles andere lasse sich vertraglich regeln – auch, was geschieht, falls man sich wieder trennt. Matthias Werner, Bildungsreferent des Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverbands (BLHV), empfiehlt kooperierenden Bauern, sich ab und zueinen professionellen Mediator oder Supervisor zu holen, wie es in anderen Branchen längst üblich ist: „Das ist bei unserer Klientel sicher nicht immer der erste Gedanke, doch ein Blick von außen kann eine große Hilfe sein." Der BLHV berate hier gerne.
Seminar zu Betriebskooperationen in der Landwirtschaft am Freitag, 29. Januar, 9.30 bis 16Uhr, im Landwirtschaftlichen Bildungszentrum Hochburg in Emmendingen. Anmeldung beim Landratsamt unter Telefon 07641/58000 und E-Mail s.woehrle@landkreisemmendingen.de

Sigrun Rehm, 24.1.2010, www.der-sonntag.de

 

 

Ab 11/2009 Ausbildung zur Fachkraft für den landwirtschaftlichen Haushalt

Die Fachschule für Landwirtschaft, Fachrichtung Hauswirtschaft, bietet Frauen, die jetzt oder zukünftig in einem landwirtschaftlichen Haushalt tätig sind oder sein werden, eine Weiterbildung zur Fachkraft für den landwirtschaftlichen Haushalt an. Ziel des Unterrichtsangebotes ist, die Anforderungen von Haushalt, Familie und Landwirtschaft besser unter einen Hut zu bringen. Der Unterricht  umfasst unter anderem zeitgemäße und rationelle Haushaltsführung, Betriebswirtschaftslehre, Büroorganisation, EDV und Unternehmensführung. Der Inhalt wird in 600 Unterrichtsstunden vermittelt. "Kompakt, individuell und ganz nah an der Praxis", so kommentierte eine der Absolventinnen das Fachhochschulangebot zur "Staatlich geprüften Fachkraft für den ländlichen Haushalt".
Als neues Wahlfach wird die "Häusliche Betreuung von Altenteilern" angeboten. Es kann ebenso wie das Wahlfach "Agrotourismus" auch von externen Teilnehmerinnen besucht werden, die nicht die gesamte Ausbildung absolvieren möchten.
Der Unterricht findet einmal pro Woche (außer in den Schulferien) von 8.30 bis 16.45 Uhr statt. Er beginnt im November 2009 und endet im März 2011. Weitere Informationen über den Ausbildungsgang und einen Informationsflyer erhalten Interessierte beim Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald,
Fachbereich Landwirtschaft, Telefon 0761/2187-5816 oder Email
25.8.2009

  Über 2 Mio EU-Agrarsubventionen nach Freiburg

Die Webseite der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung registriert im Stadtgebiet 191 Empfänger von EU-Agrarsubventionen, wobei die Spanne von 100 bis 353.000 Euro reicht. Neben den landwirtschaftlichen Betrieben erhalten auch Organisationen wie der Schwarzwaldverein oder das Forum Weißtanne Zuschüsse. Auch die Breisgaumilch ist registriert. Damit ist viel gesagt über das Fördersystem der Europäischen Union. Es folgt drei Zielrichtungen.
Alles von Silvia Faller vom 23.6.2009 bitte lesen auf
http://www.badische-zeitung.de/freiburg/wo-landen-in-freiburg-die-eu-agrarsubventionen

 

Die Landwirtschaft ist kein Auslaufmodell

Zum Artikel "Nur vier Tage Urlaub vom Bauernhof" (BZ vom 8. Januar): Im Bericht über den Hinterbauernhof im Eschbacher Steurental wird in der Einleitung zweimal die Frage gestellt: "Ist Landwirtschaft ein Auslaufmodell?" In der Tendenz beantwortet der Redakteur die Frage mit Ja. Nun stelle ich mir vor, dieser schreibende Mitarbeiter geht auch mal auf den Münstermarkt und kauft Gemüse, Obst, Brot, Speck und so weiter ein. Oder er geht auf einen anderen Bauernmarkt oder zu Rewe, Edeka oder auch Aldi. Woher kommen wohl die dort zu kaufenden Lebensmittel? Von der Industrie, vom Dienstleistungsgewerbe oder gar dem Bankengewerbe? Dass die Landwirtschaft ein Auslaufmodell ist, schon die Fragestellung ist absurd. Der Mensch ist ein natürliches Wesen, und ohne Nahrung kann er nicht leben. Alle anderen Dinge, die die Wirtschaft herstellt, sind uns sicher nützlich, aber unbedingt brauchen tun wir sie nicht. Oder wissen wir, ob es in 50 Jahren noch eine Autoindustrie gibt? Vielleicht gibt es bis dort ganz andere Möglichkeiten der Fortbewegung. Was die Zukunftsfähigkeit eines Wirtschaftsbereiches angeht, darin ist die Landwirtschaft unschlagbar. Und was die Kleinräumigkeit unserer Schwarzwälder Landwirtschaft betrifft, so ist sie qualitativ und ökologisch unverzichtbar. Ein Nebenprodukt dieser Wirtschaftsweise ist die Offenhaltung und damit der Erhalt der Jahrhunderte alten Kulturlandschaft.
14.1.209,
Walter Oberkirch, Kappbläsihof in Oberglottertal



 
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