Zinklern Neubaugebiet Lehen

Im Gewann Zinklern zwischen Dreisam, Lehen und Paduaallee sollen 100 Eigentümer von 170 Grundstücken einem Neubaugebiet mit 350 Wohnungen für 900 Bewohner zustimmen. Inzwischen besitzen Treubau AG, Peter Unmüßig und die Stadt je 25% des Baugrunds (gesamt also 75%) und 10% der Eigentümer wollen selbst bauen. Die Stadt kauft für 100 Euro/qm, entwickelt und verkauft für 410 Euro/qm – “Gewinn”-Verwendung für Infrastruktur.

Üblicherweise werden ca 25% der Fläche für Infrastruktur (Strassen, Wege, Plätze, Kiga, Spielplatz, Lärmschutz) verwendet, im Zinklern sollen es annähernd 50% sein?

            
(1) Blick nach Südwesten                (2) Blick nach Nordwesten

(1) Lehen – Gewann “Zinklern” – Bild: Gerhard Lück
(2) Rund 400 Wohneinheiten sollen im Gewann Zinklern entstehen – Bild: Stadtplanungsamt FR, Amtsblatt 25.10.13

Ein Kampf um Grund und Boden
Gibt es keine Einigung, sondern Enteignung, zahlt die Stadt den Fixpreis von 100 Euro. Unmüßig und Treubau hingegen machen mindestens 50 Prozent mehr locker. Folglich dürfte die angedrohte Entwicklungsmaßnahme so manchen Eigentümer zu den Projektentwicklern treiben. Und die werden, fürchtet zum Beispiel der baupolitische Sprecher der Grünen-Fraktion Eckart Friebis, nicht dazu beitragen, dass die Immobilienpreise sinken. ….
Alles vom 11.3.2013 bitte lesen auf
http://www.badische-zeitung.de/lokales/freiburg/ein-kampf-um-grund-und-boden 

Ein paar Jahre zu spät dran
…. Die beiden Projektentwickler zu kritisieren, die mit Geld und Gesprächen die Eigentümer überzeugten, ist albern. Sie machen ihr Geschäft immer nur so gut, wie es der Gegner zulässt – und das ist in diesem Fall die Verwaltung. Dem Frieden im Ortsteil mag es dienlich sein, wenn das Baugebiet ohne Enteignung möglich wird. Dem Freiburg-typischen Anspruch an ökologisches und soziales Wohnen nicht. … Alles vom 14.3.2013 lesen auf
http://www.badische-zeitung.de/freiburg/muenstereck-ein-paar-jahre-zu-spaet-dran–70021688.html
http://www.badische-zeitung.de/freiburg/kritik-an-der-bodenspekulation–70021005.html

Großes Interesse an Zinklern
Der zentrale Punkt auf der Tagesordnung des Lehener Ortschaftsrates: die Vorstellung des Siegerentwurfs aus der Mehrfachbeauftragung des Baugebiets Zinklern. Und dieses Thema lockte am Mittwoch Abend so viele Bürgerinnen und Bürger in die Ortschaftsratsitzung, wie selten zuvor. 21 Zuhörer saßen auf den grünen Stühlen im Sitzungssaal des Ortschaftsrates. Sie hörten zu, wie Cordula Intrup vom Stadtplanungsamt den Siegerentwurf der Bürogemeinschaft Böwer Eith Murken präsentierte. Fünf Ingenieurbüros hatten durch die im Frühjahr beschlossene Mehrfachbeauftragung Pläne für die Bebauung des 18,3 Hektar großen Geländes zwischen Dreisam, Breisacher Straße und Paduaallee ausgearbeitet. Der Bewertungskommission sei eine Entscheidung nicht leicht gefallen, sagte Intrup. Nahezu jede Bürogemeinschaft habe die Auflagen erfüllt und gute, abwechslungsreiche Vorschläge ausgearbeitet, so dass der Siegerentwurf nur einen kleinen Vorsprung bekommen habe. Unterschiede zeigten sich in Formen und Größen der Gebäude, der Grünverteilung und der Wege- und Straßenführung. INeubaugebiet Zinklern sollen neben Wohnungen ein Kindergarten, ein Pflegewohnheim, ein Lebensmittelmarkt, öffentliche Gebäude und eine Feuerwache entstehen. Von dem 18,3 Hektar großen Gelände können letztlich nur 7,6 Hektar bebaut werden: Ein zehn Meter breiter Gewässerrandstreifen am Mühlbach und ein 50 Meter breiter Erholungsstreifen entlang der Dreisam dürfen nicht bebaut werden.
Ortsvorsteher Bernhard Schätzle, Freier Wählerbund Lehen (FWL) sagte in der Diskussion, dass Lehen mit dem Baugebiet durch die zahlreichen Varianten gut bedient sei. Auch der Übergang zum Ortskern sei gut gelöst. Thomas Braun (FWL) kritisierte den Siegerentwurf, vor allem die Höhe mancher Wohnblöcke und die Führung der Zufahrtsstraße. Auch Cordula Intrup befürchtet eine Überlastung der Breisacher Straße, die jetzt schon täglich von 6000 Fahrzeugen befahren werde.
Der frühere Feuerwehrkommandant Walter Kamenzin (FWL) hielt das für die Feuerwache vorgesehene Gelände für zu klein. Außerdem forderte er mehr Ein- und Zweifamilienhäuser statt größerer Wohnblöcke. Seiner Meinung schloss sich auch Sabine Lutz-Bonengel (Freie Bürgervereinigung/FBV), an. Insgesamt sollte das Baugebiet 400 Wohneinheiten haben, dies sei der Stadt aber zu wenig.
Martin Gnädinger (SPD und Unabhängige) bezweifelte, dass Bürger oder Räte wesentlichen Einfluss auf die Bauformen nehmen könnten, da sich der größte Teil des Baugebiets in den Händen zweier Baufirmen befinde. Bernhard Schätzle versicherte ihm, dass die Planungshoheit bei der öffentlichen Hand liege.
Bedrückt äußerte Sigrun Löwisch (FWL) ihre Kritik: Für sie sei deutlich spürbar, dass die Stadt und die Baufirmen eine wesentlich höhere Verdichtung als der Ortschaftsrat anstrebten. Cordula Intrup erklärte, dass sich die Hausgrößen erst später herausstellten. Am vorliegenden Entwurf müsse noch viel geändert werden.
Im weiteren Verlauf der Sitzung genehmigte der Ortschaftsrat zwei Bauanträge. In der Bundschuhstraße 18 sollen Dachgauben auf- und umgebaut werden. Zudem ging es um den Umbau eines bestehenden Einfamilienhauses zu einem Mehrfamilienhaus mit drei Wohneinheiten in der Breisgauerstraße 33.
Ortsvorsteher Bernhard Schätzle berichtete von Gespräche mit der Herdergruppe. Dabei gehe es um den Vorschlag von Ratsmitglied Christoph Vonderstraß (FWL), eine Panoramatafel beim Türmle auf dem Lehener Berg aufzustellen. Die Gespräche, so Schätzle, seien auf einem guten Weg.
Martin Brand (SPD und Unabhängige) erkundigte sich wegen des Lärmschutzes. Bernhard Schätzle gab bekannt, dass demnächst eine Bürgeranhörung zu dem Thema geplant sei.
25.10.2013, Harald Albiker

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