Wunderbare Band – Abschied

Die Freiburger Stadtteilbesinger gehen getrennte Wege Es ist Abschied von dieser Wunderbaren Band. Dennis Schälicke, Texter aller Songs und ein echter Littenweilermer mag nicht mehr: „Es gibt keinen besonderen Grund, es war einfach Zeit aufzuhören. Über zehn Jahre haben wir die Chronifizierung der Breisgaumetropole, wahlweise Schwarzwaldperle, mit unseren musikalischen Karikaturen dokumentiert. Damit ist Schluss, ehe wir selbst in einem Lied vorkommen. Status Quo muss man nicht zweimal haben.“ Ob Dennis nun mehr Zeit haben möchte seinen Enkeln Schlaflieder zu singen, oder ob ihm keine Texte zu Freiburg und all den vielen Stadtteilen einfallen, das bleibt zunächst ungewiss. „Wir sind dann mal weg“, schreibt Jack Huttmann, Sänger und Sozialarbeiter im Nebenjob, in seinem Abschiedsbrief. Jack ist entgegen aller Beteuerungen, dann doch ins Rieselfeld gezogen. Freiburg wächst und es wird neue Stadtteile geben, die nun keiner mehr besingt. Was bleibt, sind schöne Erinnerungen an zahlreiche Konzerte. Noch gibt es CDs zu kaufen und einige Videos im Netz. Aber nichts wird den Liveeindruck ersetzen können. Beim Abschiedskonzert am 25. Juli in der Wodanhalle war die Stimmung trotz allem entspannt.
Die Bühnenkarriere hat die Band im Jahr 2004 beim ersten „Avanti Dilettanti“ zur Unterstützung hilfsbedürftiger Journalisten gestartet. Das Programm lautete damals „Freiburg und andere Katastrophen.“ Die passende CD dazu ist lange schon vergriffen. Die besungene Frau aus der Wiehre – auf dem Cover – sie lebt noch und kommt regelmäßig zu den Konzerten. „Ich liebe eine Frau aus der Wiehre“, singt Dennis. Ob das stimmt, wissen wir nicht. „Ich auch“, ergänzt Jack immer mal wieder, sehr glaubwürdig. Diese Liebeserklärung, die gibt es nur live – und auf keiner CD. Und Liebe ist doch viel wichtiger als alles Geld der Welt. Damals, zu Beginn der Karriere, hatte Dennis Schälicke gesagt: „Ja, wir wollen ganz erfolgreich und damit reich werden.“
Erfolg hatte die Band, das Geld kam wohl nicht. Schuld daran waren mit Sicherheit die vielen kostenlosen monatlichen Konzerte im La Playa, neben dem Strandbad, zu denen nicht nur Littenweilermer gerne gepilgert sind. Nur der Abschied von dieser Spielstätte war plötzlich überraschend teuer. Der Song „Es ist Abschied Strandbad“ bekam plötzlich eine ganz andere Bedeutung. Der Mangroup fehlte nun der öffentliche Übungsraum. Trotzdem durften sie im Jahr 2008 zum ersten Mal auf dem ZMF auftreten, gemeinsam mit dem lettländischen Rockquartett „G-Point“.
Im Jahr 2011 erschien die CD „Guten Morgen“. Sie ist in nur zwei Tagen im TempleStudio in Ebnet entstanden. Dann kam der „Pabscht“ nach Freiburg, der passende Song dazu erschien rechtzeitig zum Papstbesuch. Das Video steht noch im Netz. Die CD ist noch zu haben. Weiter erinnern wir uns an singende Männer im Lorettodamenbad, an laue Abende in der Talvogtei und an das Konzert im Oktober 2014 im La Corona in Littenweiler, zur Feier der 100-jährigen Zugehörigkeit zur Stadt Freiburg. Das war noch lange nicht alles. Die Band hat den Freiburger Heimatabend gemeinsam mit Freunden erfunden, einen vorletzten Auftritt gab es im Februar im Jazzhaus. Nun ist es aus. Die Männer haben noch einmal ihr Bestes gegeben, ein musikalischer Rückblick der letzten Jahre. Auch wenn sie nicht alle 64 Stücke spielen konnten, so waren doch viele Highlights dabei, eines davon sogar Playback. Das war eine Premiere auf dem letzten Live-Konzert. Sie trennen sich freundschaftlich und werden in anderer Kombination weiterspielen.
DIESE WUNDERBARE BAND: Das waren Dennis Schälicke, Texter, Songwriter und Sänger; Jack Huttmann, Songwriter, Sänger; Georg Marschall, Gitarre; Mike Sillmann, Bass; Hans Brugger, Schlagzeug und Alex Schweizer, Tontechnik. Noch gibt es CDs zu bestellen auf www.wunderbare-band.de
7.8.2015, Anja Lusch, Littenweiler Dorfblatt

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