Wonnhalde-Bebauung – Schrebergaerten zwischen Wiehre und Guenterstal

Wenn zwei Bürgervereine in langen Presseerklärungen behaupten, etwas sei kein Thema, macht das misstrauisch. So geschehen bei der Debatte um die mögliche Bebauung der Wonnhalde-Kleingärten. Die Bürgervereine der Wiehre stellen sie öffentlich einträchtig als Sturm im Wasserglas dar. Tatsächlich gab es hinter den Kulissen ein Tauziehen zwischen den Vereinsvorständen. Einen Fürsprecher hat die Idee weiter in Helmut Thoma, Grünen-Stadtrat und im Oberwiehremer Bürgervereinsvorstand. Oberbürgermeister Dieter Salomon ist strikt dagegen.
Alles vom 2.8.2012 auf http://www.badische-zeitung.de/freiburg-sued/streit-mit-vorgeschichte–62262987.html

Stell-Arbeitsgruppe (Stadtteil-Entwicklungs-Leitlinien) für die Wiehre diskutiert Wonnhalde-Bebauung
Ein Gespenst geht um in Freiburg: das Gespenst der Wonnhalde-Bebauung. Schon im Bericht über die Hauptversammlung des Bürgervereins Mittel- und Unterwiehre klangen entsprechende Befürchtungen an; genauere Informationen gab es dazu allerdings nicht. Alles nur Hysterie? Durch Ihren neuen Bericht ist es jetzt öffentlich, dass die Idee, das Gebiet der Kleingärten an der Wonnhalde mit Wohnhäusern zu bebauen, existiert und bereits in der Stell-Arbeitsgruppe (Stadtteil-Entwicklungs-Leitlinien) für die Wiehre diskutiert wird. Aber, oh Wunder, diese Idee hat keinen Urheber; es wird uns versichert, dass sie “irgendwann im Laufe des Arbeitsprozesses aufgekommen” sei. Wir sollen also glauben, dass sie sich ganz von selbst, sozusagen zwingend aus der Diskussion unter Wiehremer Bürgern ergab. Wer würde da noch Widerspruch wagen? Andererseits: Wenn diese Gedankenspiele sich einem Urheber zuordnen ließen (und die Protokolle unterrichten uns darüber, dass die Arbeitsgruppe in diesem Punkt keineswegs einig war), könnte man ja nachfragen, welche Beweggründe und Interessen hier im Spiel waren. Da besteht noch einiger Aufklärungsbedarf. Ein Projekt von solcher Tragweite kann nicht in einem kleinen Kreis von etwa 15 Personen erörtert werden. Spätestens seit dem 21. März, als der Gedanke einer Wonnhalde-Bebauung in die Stell-Arbeitsgruppe eingebracht wurde, handelt es sich um eine Angelegenheit von öffentlichem Interesse. Schließlich ist eine große Anzahl Bürger von diesen Plänen betroffen – zu den 462 Gartenpächtern kommen viele Freiburger (nicht nur Wiehremer), die das Wonnhalde-Gelände als Naherholungsgebiet schätzen. Leider scheint die Wertschätzung von Gartenanlagen bei städtischen Entscheidungsgremien nicht sehr ausgeprägt zu sein – nicht nur in Freiburg: Eine Recherche im Internet liefert in Sekundenschnelle Berichte über vergleichbare Auseinandersetzungen in Frankfurt, Chemnitz, Hildesheim, Radebeul… Gärtnern ist aber mehr als nur ein altmodisches Hobby für betagte Leute. Immer mehr junge Familien entdecken den Wert des Gartens für die Selbstversorgung, für die Freizeitgestaltung, nicht zuletzt als Quelle lebendiger Erfahrung für die kommenden Generationen. Einer ökologischen Vorzeigestadt wie Freiburg steht die umfassende Versiegelung naturnaher Flächen übel zu Gesicht. Im Geleitwort der Homepage der Stadtteilrichtlinien (http://www.stell-wiehre.de betonen die Vorsitzenden der Wiehremer Bürgervereine, Eugen Reinwald und Karl-Ernst Friederich, welch hohe Bedeutung der Mitwirkung der Bürger an der Gestaltung und Entwicklung ihrer Stadtteile zukommt.
Die Bürger in Freiburg und anderswo sind weniger denn je bereit, sich tiefgreifende Umgestaltungen ihres Lebensraums von einer kleinen Gruppe von Experten aufoktroyieren zu lassen. Die ungebetenen Teilnehmer der STELL-Sitzung am 20. Juni haben Reinwald und Friederich beim Wort genommen und gezeigt, dass es ihnen mit der Bürgerbeteiligung ernst ist.
Michael Belotti, Freiburg , 23.7.2012

Zum Artikel “Kleingärtner fürchten um ihre Grundstücke”, BZ vom 4. Juli, und die Umstände, die dazu geführt haben, dass die Kleingärten an der Wonnhalde zwischen der Kernstadt und Günterstal Gegenstand einer Diskussion um Bebauung wurden.

Wonnhalde am 4.10.2012 - Blick nach Westen über die Kleingärten zum Lorettoberg

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