Windkraft-Standorte Dreisamtal

Laut Gemeindeverwaltungsverband Dreisamtal haben von 14 beantragten Windkraft-Standorten im Hinblick auf behördliche Restriktionen überhaupt nur 6 Standorte Aussicht auf Genehmigung – so Ex-BGM Winterhalter mit Bedauern auf der Sitzung. Haupteinwand Naturschutz (Auerhuhn, …).

http://www.freiburg-schwarzwald.de/blog/dreisamtal-windraeder-windlos/ (27.3.2013)

Zu viele Einwände behindern die Energiewende
Die grün-rote Landesregierung hat die Förderung der erneuerbaren Energien auf ihre Fahne geschrieben. Die zögerlichen Regionalverbände sind durch kommunale Planungsgemeinschaften abgelöst worden. Vor Jahren wurde die Windkraft im Dreisamtal durch den ehemaligen Landrat und den ehemaligen Ministerpräsidenten verhindert. Jetzt scheinen untere Behörden deren Aufgabe übernommen zu haben.
Der Gemeindeverwaltungsverband Dreisamtal hat auf seiner letzten Sitzung zur Kenntnis nehmen müssen, dass von 14 beantragten Standorten für Windkraftanlagen im Hinblick auf behördliche Restriktionen nur 6 Aussicht auf eine Genehmigung haben. Dies hat Bürgermeister Winterhalter mit Bedauern festgestellt. Die zugrundegelegten Kriterien sind aber überhaupt nicht zur Diskussion gestellt worden. Der Gesichtspunkt nahe gelegene Wohngebiete ist unmittelbar einsichtig, der des Lärmschutzes fällt nicht allzu sehr ins Gewicht. Über alle Diskussion erhaben stellt sich jedoch der Naturschutz dar. Da muss insbesondere das Auerhuhn herhalten, das möglicherweise auf dem Hochfahrn vorkommen könnte. Hat man aber genau untersucht, wie weit sich dieser Vogel von Rotoren gestört fühlt? Ein großer Störfaktor werden sicherlich Bauarbeiten sein, die jedoch zeitlich sehr begrenzt sind. Zwischenzeitlich wird sich das Auerhuhn in ein entfernteres Gebiet zurückziehen, kann jedoch dann wieder ohne weiteres zurückkehren. Die Flügel der Windräder werden kaum mit den Flügeln des Auerhuhns in Berührung kommen. Noch weniger überzeugt das Flora-Fauna-Habitat Flügelginsterweide als Ausschlusskriterium für eine Windkraftanlage beispielsweise auf dem Hinterwaldkopf. Solch eine Anlage bedeutet doch nicht, dass die gesamte Fläche radikal in Mitleidenschaft gezogen würde.
Die acht übrig gebliebenen Standorte sollen jetzt auch noch überprüft werden im Hinblick auf das Landschaftsbild anhand von Sichtbarkeitsanalysen. Wieso dürfen Kraftwerke nicht sichtbar sein? Sind Atomkraft- und Kohlekraftwerke unsichtbar? Hat bei ihrem Bau das Landschaftsbild eine Rolle gespielt? Verschönern Überlandleitungen mit den dazugehörigen Schneisen das Landschaftsbild? Und welche Rolle soll der Vogelschutz spielen? Der Rote Milan mag am Hundsrücken gesichtet worden sein. Ich persönlich habe ihn aber auch zwischen Dietenbach und Geroldstal und über dem Buchenbacher Tennisplatz beobachtet. Offenbar ist er nicht auf das Feldberggebiet angewiesen. Wenn man den Schutz der Vogelwelt ernst nehmen will, müsste man den Autoverkehr auf allen Straßen drastisch einschränken.
Die Windkraft ist unstrittig die effektivste Form der erneuerbaren Energien. Für ihren Ausbau lohnt es sich zu kämpfen. Da muss man Gemeinderätin Zentgraf beipflichten Es darf nicht dabei bleiben, dass auf den windhöffigsten Lagen keine Windkraftanlagen stehen.
10.4.2013, Herwig Wulf, Kirchzarten, www.dreisamtaeler.de
 

Befangenheit im Gemeinderat? – Landschaftsschutz contra Windrad
Wenn ein Gemeinderat oder ein Gemeindeverwaltungsverband z. B. eine Bausache berät, dann pflegen befangene Vertreter von sich aus den Saal zu verlassen und an den Beratungen und Beschlüssen nicht teilzunehmen. Es soll schon der  Anschein einer unzulässigen Vorteilsgestaltung ihrer Geschäfte vermieden werden. So geschah es jedoch nicht im Falle der Frau Zentgraf. Bei der Beratung und Beschlussfassung zu Windkraftstandorten im Dreisamtal nimmt sie, wie „Der Dreisamtäler“ eingehend berichtet, massiv Einfluss. Nach unserer Meinung ist das unzulässig und Beschlüsse werden ungültig. Denn einmal steht Frau Zentgraf dem Wind-Unternehmer Markowsky persönlich nahe und zweitens verdient sie offensichtlich mit als Beteiligte der Firma Ökostromgruppe FR sowie der Regiowind-Gesellschaften als deren Prokuristin sie zitiert wird (Chilli/Das Freiburger Stadtmagazin, 9. 12. 2012, usw.). Für sie gelten diese Vorschriften genauso wie etwa für Grundstücksbesitzer, deren Äcker als Pachtfläche in Betracht kommen.
Anscheinend hat sie bereits ihre Parteifreunde angesteckt. Diese, die mehr Windkraft im Dreisamtal wünschen, sollten auch die Tatsache beachten, dass das Klima nicht geschützt werden kann. Es unterliegt fortgesetzt starken und wechselhaften Veränderungen, maßgeblich initiiert durch die Aktivitäten der Sonne und besondere planetarische Konstellationen. Es gibt nach wie vor keinen einzigen Beweis, dass wegen menschlich verursachten Kohlendioxyds, das Klima wärmer würde. Seit 12 Jahren sehen wir auch keinen Temperatur-Anstieg mehr. Klimaschutz rangiert somit keineswegs vor Natur- und Landschaftsschutz. Sie sind keine nachrangigen Güter. Sie können nicht als Opfergabe degradiert werden.
Im Gegenteil: Mit Blick auf die Zukunftsvorsorge – unsere lebenswerte Umwelt und Wirtschaftskraft, die wir daraus ziehen – ist es geradezu zwingend geboten, den Landschaftsschutz und den Naturschutz in und um das Dreisamtal gewissenhaft zu pflegen, wie wir das seit eh und je mit großem Erfolg getan haben. Den ersten Taten einer neugewählten, unerfahrenen Regierung zuliebe opfern wir keine seit über 100 Jahren gültige, wichtige und bewährte Prinzipien! So plötzliche Schwenks gehen nie gut. Deshalb können  nach Recht und Gesetz die angeordneten Bemühungen der Gremien des Tales auch nur damit enden, dass nach gründlicher und kostenträchtiger Suche keinerlei Standort gefunden wird, an dem man Betonmonster so hoch wie der Stuttgarter Fernsehturm errichten könnte, deren obere Bauteile auch noch ständig durch die Luft wirbeln und kreiseln (die Rotoren sind größer als das größte Flugzeug der Welt) und dabei Insekten, Fledermäuse und Vögel vernichten, ja ausrotten und dazuhin noch nachts blinken.
10.4.2013, Dr. Elmar Klein, Bürgerinitiative zum Schutz des Hochschwarzwaldes e.V., www.dreisamtaeler.de .

Replik zum o.a. Beitrag: http://www.freiburg-schwarzwald.de/blog/energiewende-korrekte-info/ (17.4.2013)

 

BEG-Dreisamtal eG – Windpark in Bürgerhand
Wer für die Energiewende im Dreisamtal – durch Bürgerengagement streitet, muss sich mit Sonne, Wind, Wasser, Holz usw. und den Meinungen in der Bürgerschaft intensiv auseinandersetzen. Unsere Befragungen beim derzeit laufenden Bürger-Forum je Ortsteil und durch eine Online-Umfrage (www.beg-dreisamtal.eu) haben ergeben, dass 85% für Windkraft und 15% mehr oder weniger dagegen sind. Deshalb plädieren wir für „Windkraft mit Augenmass“. ie Energiewende ist aber mehr als nur der Austausch von Kernkraft und Kohlekraftwerken durch erneuerbare Energien, weshalb eine Doppelstrategie verfolgt werden muss. Die derzeitigen Monopole der Energiekonzerne werden schrittweise dezentralisiert und gehen im Bürgerhand über, ohne dass ein chinesischer Staatskapitalismus durch die Kommunen und deren Stadtwerke entsteht. Die zinsgeilen Investoren werden ersetzt durch ein gewaltiges privates Konjunktur- und Investitionsprogramm im Dreisamtal. Was tun?
Ehe grosse Windparks entstehen sind die Bauherren und Kommunen gut beraten, vorher in Kleinanlagen zu investieren, um Praxiserfahrungen zu sammeln. Ideal sind Sonne-Windanlagen, lokal aus St. Georgen (www.wind-mobil.de). Windanlagen unter 10 Meter Höhe sind genehmigungsfrei, und unter 50 Meter sind nur TA-Lärm und baurechtliche Vorgaben zu befolgen. Flächen dazu gibt es zuhauf. 
Für grössere Windparks in Bürgerhand mit Höhen über 50 Meter und Investitionen über 2-3 Mio pro Windrad raten wir zu einem Bürgerentscheid im Dreisamtal über Windkraft. Ohne dies würden wir von der BEG-Dreisamtal eG als potentieller Mit-Investor die Finger vom Projekt lassen, zu unsicher, zu langwierig, zu risikoreich. Zur Zeit vernetzen wir uns mit anderen Genossenschaften für Sonne-Wind-Wasser-Holz-Projekte und ein Energie-Kompetenz-Zentrum Dreisamtal. 
Kleinanlagen Wind-Solar: http://www.wind-mobil.de/

Bürger Energie Genossenschaft Dreisamtal eG i.Gr.
goetz.baumeister@beg-dreisamtal.eu, www.beg-dreisamtal.eu

10.4.2013, Goetz Mosig-Baumeister, www.dreisamtaeler.de

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