Windkraft in Suedbaden

Die Windkraftplanung im Regierungsbezirk Freiburg kommt voran, so die Regierungspräsidentin Barbara Schäfer. Zum 31. 12. 2012 entfielen die bis dahin in den Regionalplänen enthalten Windkraft-Ausschlussgebiete. Deshalb kommt jetzt den Gemeinden bei der Ausweisung von Windkraftanlagen eine Schlüsselrolle zu. Von den 296 Gemeinden im Regierungsbezirk haben viele zu Planungsverbänden zusammengeschlossen. Insgesamt sind es 104 Flächennutzungsplanträger, von denen 76 nun einen Aufstellungsbeschluss gefasst haben. Wenn man berücksichtigt, dass 18 Gemeinden aufgrund ihrer geografischen Lage über zu wenig windhöfige Flächen verfügen, so haben etwa 90 % der Planungsträger mit ausreichender Windausbeute einen Flächennutzungsplan Windkraft in Planung. Bärbel Schäfer ist deshalb optimistisch, dass das Ziel der Landesregierung, zehn Prozent des benötigten elektrischen Stroms auch hier im Regierungsbezirk aus heimischer Windkraft zu erzeugen, erreicht wird. Das Regierungspräsidium sieht sich als Bündelungsbehörde, die unter ihrem Dach verschiedene Fachrichtungen vereinigt, die know-how zum Naturschutz, zu forstlichen Schutzkategorien oder der Luftverkehrssicherheit einbringen und so der rechtlichen Abwägung ein solides Fundament verleihen können.
Dr. Johannes Dreier, im Regierungspräsidium zuständig für das Kompetenzzentrum Energie, ist sich darüber im Klaren, dass viele aufgrund der Windhöfigkeit interessante Standorte für Windkraftanlagen ausscheiden, weil Immissionsschutz- und Artenschutzrecht sie nicht zulassen. Insbesondere dem Schutz von Vogelarten wie Auerhuhn oder Wandfalke sei große Bedeutung zuzumessen. Daher käme es jetzt darauf an, die kommunale Planungsenergie in die wirklich Erfolg versprechenden Flächen zu investieren. Das Regierungspräsidium unterstütze und berate hier gerne. Für Bärbel Schäfer sei auch eine intensive und konstruktive Bürgerbeteiligung ein wichtiger Erfolgsfaktor für das Gelingen der Windkraftplanung. Die Bewältigung von Zielkonflikten zwischen Naturschutz und Windkrafterzeugung sei sicherlich nicht immer einfach. Wenn man aber gemeinsam an passgenauen Lösungen arbeite, gäbe es häufiger gute Lösungen als man zunächst vermutete. 
Im Internet ist der Jahresbericht des Kompetenzzentrums Energie einsehbar. Außerdem können die Bürgerinnen und Bürger sowie Investoren und Gemeinden sich anhand von Karten darüber informieren, welche Träger der Flächennutzungsplanung im Regierungsbezirk mit der Aufstellung eines Flächennutzungsplans Windkraft begonnen haben: www.rp-freiburg.de  („Aktuelles“)
6.2.2013, Dagmar Engesser, www.dreisamtaeler.de

Windkraft und Naturschutz: Kompromisse bei der Planung sind möglich 
Der Konflikt Windkraft versus Naturschutz wird leider häufig falsch eingeschätzt. Die nun von vielen Gemeinden erstellten Flächennutzungspläne (FNP) sind da von großer Bedeutung. Die Ersteller von FNP – in der Regel beauftragte Fachbüros – müssen dringend neben Naturschutzkompetenz auch ausgewiesene Windkraftplaner sein. Denn ein kategorischer Ausschluss von Windanlagen in Gebieten des Auerhahns oder des Rotmilans entspricht nicht den neuen Kenntnissen zur friedlichen Koexistenz, viel schlimmer, sie schließen den überwiegenden Teil der windstarken Standorte im (Süd-) Schwarzwald aus. Kompromisse sind möglich bei der Standortplanung. Die derzeitige Praxis zeigt, dass viele Gemeinden dies nicht erkennen. Beispiel Rotmilan: Der Bestand ist seit 20 Jahren konstant trotz Anwachsens der Windkraftanlagen von wenigen Hundert auf rund 22 000. Der Rotmilan fliegt in 50 bis 80 Meter Höhe. Er kommt damit mit den neuen Maschinen mit 140 Meter Nabenhöhe und 100 Meter Rotordurchmesser gar nicht in Berührung! Dennoch ist in vielen FNP das Gebiet um die Nester von Rotmilanen ein Ausschlusskriterium.
13.2.2013, Georg Hille

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