Wegkreuz Oberried von Roesch

Neues Wegkreuz in Oberried am Bach geweiht – Arbeit vom Bildhauerbetrieb Daniel Rösch. Es gibt viele Beweggründe für Menschen, Wegkreuze oder Gedenksteine zu schaffen. Der Kirchzartener Heimatforscher Hermann Althaus hat sich vor einigen Jahren in einem Buch intensiv damit auseinander gesetzt und viele Kreuze und Denkmale im Dreisamtal mit ihrer Geschichte beschrieben. Der Oberrieder Hanspeter Schweizer, der ein Haus in der Straße „Am Bach“ direkt an der rauschenden Brugga bewohnt, setzte sich intensiv mit den Aussagen von Hermann Althaus auseinander und kam bei einer persönlichen, für das eigene Leben wichtigen Erfahrung zu dem Entschluss, auf seinem Anwesen am Weg zur Brugga ein solches Wegkreuz als Mahnung und Orientierung zu errichten. „Ich hatte schon immer großes Interesse an solchen Kreuzen und Naturdenkmalen“, erzählt Schweizer, „sie passen in die Landschaft und regen zum Nachdenken an.“ Im Stegener Bildhauer und Künstler Daniel Rösch fand er schnell den Meister, der seine Ideen eines Wegkreuzes umsetzen konnte. Nachdem es nun an seinem gewünschten Platz errichtet ist, lud Hanspeter Schweizer seine Familie, die Nachbarn, den Steinmetz und das Ehepaar Althaus zur Segnung durch Pater Roman Brud ein. Der bezog sich bei seiner Einführung auf den Spruch im Sockel des Kreuzes und verglich es mit dem „Kreuz auf dem Weg unseres Lebens“. Das sei auch der Weg, den Jesus selbst gegangen sei. Der Segen, den er dem Kreuz spende, möge die Menschen, die an ihm vorbei kämen, begleiten. Angesichts des zuvor andauernden Regenschauers verzichtete Pater Roman auf zusätzliches Weihwasser. Das habe der Himmel schon genügend von oben geschickt.

          

In der Oberrieder Straße „Am Bach“, direkt vor der Brugga-Brücke, steht ein neues Wegkreuz. Daniel Rösch (mit Oboe) hatte es mit seinen Mitarbeitern geschaffen und Pater Roman Brud (r.) gab ihm jetzt den Segen.
Ein Psalmspruch gibt dem Verweilenden gute Anregungen, um über seinen eigenen Lebensweg nachzudenken. Fotos: Gerhard Lück

Bildhauer Daniel Rösch erläuterte dann das in Stein gehauene Kunstwerk. Es handele sich um ein nach historischem Vorbild geschaffenes Wegekreuz. Der untere Sockel bestehe aus Schwartenmagen-Granit aus dem Schwarzwald, Kreuz, Korpus und Sockel seien aus Udelfanger Sandstein gearbeitet. Zur schlichten Gestaltung passe auch die klare Kalligrafie im Sockel – ein Textauszug aus einem alten Psalm. Für Rösch ist wichtig, dass nicht nur er an diesem Wegkreuz gearbeitet habe, sondern dass alle Mitarbeitenden seines Steinmetzbetriebes in Stegen ihren Beitrag geleistet hätten. Zur Freude der versammelten Segensgemeinde packte Rösch dann seine Oboe aus und gab mit Werken von Händel und Telemann dem feierlichen Rahmen sein eigenes Gepräge.
17.10.2013, Gerhard Lück

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