Vum Fußballkampf zum Fußballkrampf – mer kaa au verliere

Über zwei Stunde lang rackere sich do elf Bayern-Stars ab, renne uff Biege un Breche gege d gepanzert Zehn-Mann-Abwehr vun eme Gegner aa, wo zwar während em Spiel klar die schlechter Mannschaft isch, aber am End g’winnt. Dodemit het de Bayern-Trainer Jupp Heynckes wohl nit grechnet gha, dass nebe Bayern au noch anderi Mannschafte gwinne. Dasses im Sport vun Anfang aa dezue ghört, dass me selber au verliere kaa. Au wemme kämpft het bis zum bittere End. Ja ä bitters End isches gsii. Aber kämpfe ällei isch nit Sport, s ghöre manchmol numme ein zwei Schlenzer dezue, wie me bim Elfmeterschieße het könne sähne, un ime Sekundebruchteil isch alles anderschtrum. De Traum wurd zum Alptraum vun im Wortsinn am (Stadion)-Bode zerstörte Fußballhelde. Tragischi Helde? Wieso? Was soll do tragisch sii dra, dass anderi gwinne? Do nützt kei Hätt un kei Wenn. Mangelndi Chanceverwertung? Mentalitätsprobleme? Übermotivation? Alles Blödsinn. Alli nachträgliche Analyse sin numme Trauerbewältigung. D andere hen an dem Daag ebe gwunne un sunsch war nix. Wenn allerdings nooch em Spiel de Bayern-Präsident Uli Hoeneß tönt: „Zweiter zu sein, ist kein Zustand, den ich akzeptiere!“, dann hemmer viellicht doch ä Grund defür, dass Bayern München glii dreimol in dere Saison numme Zweiter wore-n-isch. Wer z viel will, het am Schluss weniger, als r hätt könne haa. Un wer so verbieschtert und erbarmungslos Fußballspieler (Spieler!) mit programmierte Automate verwechselt un bloß Sieger akzeptiert, vergellt nit numme de Spieler, sondern au uns Zuschauer d Freud am Spiel.
Stefan Pflaum, 23.5.2012

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