Ultra Bike Marathon Kirchzarten

Das hätte nach dem langen Winter niemand gedacht: Bei der 16. Auflage des Black Forest Ultra Bike Marathons am Sonntag, 23. Juni, in Kirchzarten rechnen die Veranstalter mit einem Teilnehmerrekord. Erhard Eckmann, Chef des Organisationskomitees, verkündete Anfang der Woche: “Stand heute haben wir bereits 4700 Starter. Und zu denen kommen bis zum Sonntag erfahrungsgemäß noch rund 700 Nachmeldungen.” Erstmals würden dann beim größten Mountainbikemarathon Mitteleuropas über 5000 Biker durch den Schwarzwald strampeln. Das freut OK-Finanzchef Walter Hasper: “Wir sind damit der Sieger der Champions-League-Mountainbike-Rennen!” Bislang lag die Höchstquote bei 4729 Bikern, die über eine der fünf Startlinien in Kirchzarten, Hinterzarten oder Todtnauberg gerollt sind. Hinzu zu zählen sind rund 300 Kinder und Jugendlichen, die am Samstag, 22. Juni, 13 Uhr, beim Kids-Cup am Giersberg in die Pedale treten.
Allerdings trübte vor zwei Wochen ein Wermutstropfen den Freudenbecher der Ultra-Bike-Fans. Da kam die Nachricht von der Sperrung der B 31 im Höllental zwischen Buchenbach und Hinterzarten wegen Felssicherungsarbeiten. Die Umleitung für Teilnehmer und Organisation bedeute zwischen Kirchzarten und Hinterzarten einen etwa 30-minütigen Zeitverlust, so Hasper. Daher wurden die Startzeiten in Hinterzarten um 15 Minuten nach hinten verschoben: Der Power-Track beginnt um 9.30 Uhr, der Short-Track um 11.35 Uhr. Die ersten Zielankünfte im Kirchzartener Sportstadion werden gegen 11.15 Uhr erwartet.
Trotz internationaler Konkurrenz wollen Einheimische vom Lexware Rothaus Team Kirchzarten bei der Siegerehrung ganz oben auf dem Treppchen stehen. Der Breitnauer Matthias Bettinger (Ultra-Sieger 2012) freut sich: “Ich kenne hier jeden Kieselstein persönlich, und die goldene Startnummer eins motiviert mich zusätzlich!” Markus Bauer erinnert sich an seinen Sieg 2009: “Ein tolles Erlebnis, als Erster durchs Stadion zu fahren – das würde ich gerne noch einmal erleben!” Bei den Damen führt an der Freiburgerin Ann-Katrin Hellstern kein Weg vorbei.

Gleich drei Bürgermeister sind mit am Start: Feldbergs Stefan Wirbser beim Power-Track, Klaus Vosberg (Oberried) und Andreas Hall (Kirchzarten) beim Short-Track. Hall freut sich schon: “Toll, dass wieder so viele Biker dem Lockruf folgen. Das unterstreicht, welche Faszination der Schwarzwald und vor allem diese Veranstaltung ausüben.” Das sehen auch viele ausländische Biker so, ihr Anteil liegt bei 19,4 Prozent, Italiener und Franzosen sind am stärksten vertreten.
Mit dem 16. Ultra-Bike finden auch die fünften Internationalen Deutschen Feuerwehrmeisterschaften statt. Und erstmals starten auf der Speed-Track-Strecke offiziell Einrad-Fahrer. “Wiederholungstäter” gehören auch dazu: Zum 15. Mal sind 35 Gemeldete und zum 10. Mal gar 90 am Start. Sie werden im Sportstadion für ihre Treue geehrt. Samstag und Sonntag können auf der Expo im Stadion zudem alle Dinge, die zum Mountainbiken gehören – vom neusten Bike bis zum schicksten Outfit – angeschaut und gekauft werden. Da Olympiasiegerin Sabine Spitz wegen Verletzung nicht starten kann, schreibt sie dort am Sonntag Autogramme.
Mehr als 1000 Ehrenamtliche sind am Wochenende im Einsatz – unterstützt von Polizei, Feuerwehr, DRK und Bergwacht.
21.6.2013, Gerhard Lück

 

Anmeldungen sind bis Samstagabend unter Tel. 07661/989650 oder vor Ort möglich. Infos gibt’s unter http://www.ultra-bike.de, über die Facebook-Seite: http://www.facebook.com/ultrabikeund im Programmheft.Die einzelnen Strecken:
- Ultra: 116,9 km – 3150 Höhenmeter; Start 7.30 Uhr in Kirchzarten
- Marathon: 76,5 km – 2050 Höhenmeter; Start 8.15 Uhr in Kirchzarten
- Power Track: 88,6 km – 2300 Höhenmeter; Start 9.30 Uhr in Hinterzarten
- Short Track: 42,6 km – 900 Höhenmeter; Start 11.35 Uhr in Hinterzarten
- Speed Track: 52,4 Höhenmeter – 1130 Höhenmeter; Start 12 Uhr in Todtnauberg  
 
 
 
                     
(1) Ultra-Bike-Start am 23.6.2013           (2) MTB in Kirchzarten                               (3) Drei Bürgermeister auf dem MTB

(1) Es ist jedes Jahr ein faszinierendes Bild, wenn der ULTRA-Bike-Marathon in Kirchzarten gestartet wird – diesmal bereits zum 16. Mal.
(2) Im Ziel „demonstrierten“ Sepp Scherer und Manfred Billharz (v.l.) „klar“ für eine Zukunft des Mountainbikesports in Kirchzarten.
(3) Noch im Zielbereich gab es ein Pils für die erfolgreichen Bürgermeister Stefan Wirbser, Andreas Hall und Klaus Vosberg (v.l.). Fotos: Gerhard Lück

 

16. Black Forest ULTRA Bike Marathon bringt unfassbaren Rekord

5.062 Biker strampeln durch den Südschwarzwald – Mit Kids-Cup und 5. Deutscher Feuerwehrmeisterschaft

Eigentlich ist diese Zahl unfassbar: Genau 5.062 Mountainbiker sind beim diesjährigen Black Forest ULTRA Bike Marathon quer durch den Südschwarzwald gefahren. Zum ersten Mal wurde in Kirchzarten damit die 5.000er Marke geknackt – und damit die 16. Auflage des größten Mountainbikemarathons in Mitteleuropa zur absoluten Rekordfahrt. Dazu traten tags zuvor genau 300 Kinder und Jugendliche, ebenfalls ein Rekord, beim Kids-Cup in der Dreisamtalgemeinde in die Pedale. „Nach diesem langen, kalten und schneereichen Winter sind diese neue Rekorde für uns tatsächlich sensationell“, freute sich OK-Chef Erhard Eckmann. Mit dabei waren am Sonntag fast 400 Feuerwehrmänner und -frauen, die bei der 5. Internationalen Deutschen Feuerwehr-Mountainbikemeisterschaft ihre Besten kürten. Und erstmals gingen beim Speed-Track ab Todtnauberg fünf Einradfahrer an den Start. 99 Starter waren zum zehnten Mal und gar 35 zum fünfzehnten Mal dabei.
Keine Gnade mit seinen Konkurrenten hatte Urs Huber. Der Schweizer feierte auf der Ultra-Distanz über 116,9 Kilometer und 3.150 Höhenmeter nach 2008 und 2010 bereits seinen dritten Erfolg auf dieser Strecke. Ann-Katrin Hellstern scheint ihm da nachfolgen zu wollen. Denn die Freiburgerin holte sich nach ihrem Triumph im Vorjahr auf der gleichen Strecke nun wieder überlegen den Sieg. Den Marathon über 76,5 Kilometer mit 2.050 Höhenmetern, wie der Ultra in Kirchzarten gestartet, gewannen Daniel Aspacher aus Allmersbach und Hielke Elferink aus Freiburg. Den Power-Track über 89 Kilometer und 2.300 Höhenmeter beendeten als Sieger Wolfgang Mayer aus Murg und Bianca Purath aus Donaueschingen. Der Short-Track über 43 Kilometer mit 900 Höhenmetern, ebenfalls mit Start in Hinterzarten, gewannen Uli Brucker aus Hausach und Hannah Grobert aus Remtschwiel. Zum dritten Mal startete in Todtnauberg der Speed-Track mit 52 Kilometern und 1.130 Höhenmetern. Sieger wurden Simon Schilli aus Gengenbach und Nina Wrobel aus Freiburg.
Dank des riesengroßen ehrenamtlichen Einsatzes der vielen hundert Frauen und Männer in Kirchzarten und an den Strecken sowie von vielen Helfern von Bergwacht, DRK, Feuerwehr und Polizei erlebten die über 5.000 Biker aus 20 Nationen wieder ein grandioses Rennwochenende. Tausende Zuschauer feuerten sie an und Thomas Zipfel sorgte mit seiner Stimmung an der „Alpe de Fidlebrugg“ in Aftersteg dafür, dass keiner am steilsten Stück der Strecke abstieg. Drei Bürgermeister – Andreas Hall (Kirchzarten), Klaus Vosberg (Oberried) und Stefan Wirbser (Feldberg) – gehörten zu den erfolgreichen Finishern. Bei der Mannschaftswertung standen die Biker vom Kirchzartener „Schauenberg-Racing-Team“ gleich dreimal auf dem Siegerpodest. Das Fazit von OK-Finanzchef Walter Hasper ist positiv: „Wir sind alle mächtig stolz und richtig happy, zu welch großem Volksfest sich der Ultra Bike entwickelt hat. Was mich besonders freut: wir hatten noch nie so viele Teilnehmer aus Italien und Frankreich. Der Ultra ist also mittlerweile richtig völkerverbindend.“
Dennoch hing ein Wermutstropfen über der erfolgreichen Veranstaltung, denn die Zukunft des „Black Forest ULTRA Bike Marathons“ steht in den Sternen. Nachdem die Leitung des Organisationskomitees (OK) mit Erhard Eckmann, Walter Hasper und Carmen Iber im Programmheft ihren Abschied nach über 25 Jahren Mountainbike-Organisation angekündigt hatten, trieben die Spekulationen am Sonntag im weiten Stadionrund echten Wildwuchs. Der Bürgerentscheid im Frühjahr sei auf jeden Fall ein herber Rückschlag für die Zukunft des Mountainbikesports in Kirchzarten, so ist im Editorial zu lesen. Am kommenden Montag wollen die drei erfahrenen OK-Leiter ihren Schritt vor der Presse erläutern. Das OK wird dann in seinen nächsten Sitzungen über die Zukunft der Veranstaltung zu befinden haben. Die Hoffnung und der Wunsch, dass sie auch im nächsten Jahr wieder in Kirchzarten beim ULTRA-Bike mitfahren können, war am Wochenende von ganz vielen Teilnehmern, die den Wettkampf oft auch mit ein paar Urlaubstagen im Schwarzwald verbinden, immer wieder zu hören. Der „Dreisamtäler“ bleibt am Thema dran. 

Alle Ergebnisse, auch vom Kids-Cup und der Feuerwehr-Meisterschaft, sind unter www.ultra-bike.de  im Internet zu finden.

27.6.2013, Gerhard Lück, www.dreisamtaeler.de

 

 

Stimmen zum angekündigten Rücktritt des Trios an der Organisationsspitze des Ultra Bike:
Mountainbike-Olympiasiegerin Sabine Spitz: “Ich hoffe doch sehr, dass der Ultra bleibt. Er ist die beste und größte Veranstaltung in ganz Deutschland! Da muss doch ein gemeinsamer Nenner gefunden werden!”
Urs Huber, der zum dritten Mal Ultra-Sieger wurde: “Cool, dass ich jetzt schon drei Mal gewonnen habe. Die Leute hier kennen mich jetzt wohl. Wenn das heute der letzte Ultra gewesen sein sollte, wäre das jammerschade. Das ist so eine große Veranstaltung – die darf nicht verschwinden. Ich möchte schließlich nächstes Jahr wieder kommen.”
Ultra-Titelverteidigerin Ann-Katrin Hellstern: “Ich hatte wahnsinnig viel Druck, wollte unbedingt gewinnen. Deshalb fällt mir jetzt ein großer Stein vom Herzen.” Sie kündigte an: “Ich werde auf alle Fälle was auf meinem Blog schreiben. Wir Mountainbiker sollten alle zusammen stehen, damit es weiter geht!”
Kirchzartens Bürgermeister Andreas Hall: “Heute wurde uns mal wieder allen deutlich gezeigt, was diese Veranstaltung für einen Stellenwert hat. Deshalb kann ich für alle Gemeinden entlang der Strecke sagen: Wir wünschen uns sehr, dass es nicht der letzte Ultra-Bike war.”  
27.6.2013

 

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