ULTRA Bike in Kirchzarten zum 15. mal – ein grosses Fest

Für die nahezu 5.000 Biker aus ganz Deutschland und zahlreichen europäischen Staaten war das nach dem „Kälteschockrennen 2011“ mit Hagelschauern am letzten Sonntag die wichtigste Erfahrung des Tages: Der 15. Black Forest ULTRA Bike Marathon in Kirchzarten kam trocken und vor allem bei perfekten Temperaturen um die 20 Grad ins Ziel. Entsprechend freundlich war ab Mittag die Stimmung im Ziel im Sportstadion an der Oberrieder Straße sowohl bei den Athleten als auch den vielen Zuschauern auf der Tribüne. Und da es bis auf eine Streckenführungspanne beim Short Track nur wenig Probleme und Unfälle gab, waren Erhard Eckmann, Walter Hasper und Carmen Iber von der Leitung des Organisationskomitees am Ende sichtlich erleichtert.

Strahlende Gesichter gab es auch bei den Erstplatzierten auf den fünf unterschiedlichen Strecken durch den Südschwarzwald. Matthias Bettinger gewann nach vier Siegen auf dem Power Track zum ersten Mal die „Königsdisziplin“, den ULTRA, über 116,9 Kilometer mit 3150 Höhenmetern in 4.18,59 Stunden und war entsprechend glücklich: „Ich bin ziemlich kaputt, aber überglücklich! An jedem Anstieg haben mich Freunde und Bekannte hoch gepeitscht. Gerade die Königsdisziplin zu gewinnen, ist natürlich klasse.“ Bei den Frauen siegte Ann-Katrin Hellstern aus Freiburg nach 5.05,29 Stunden vor der Vorjahressiegerin Ariane Kleinhans aus Südafrika. Darüber hinaus gab es weitere Sieger aus der Region. Auf der klassischen Marathondistanz über 76,5 Kilometer und 2.050 Höhenmeter setzte sich die Freiburgerin Bettina Uhlig am Ende souverän durch. Mit einer Zeit von 3.23,22 Stunden stellte sie einen neuen Streckenrekord auf (der alte von Tatjana Dold aus dem Jahr 2009 lag bei 3.30 Stunden). Bei den Männern siegte Daniel Aspacher aus Allmersbach im Tal. Dritter wurde Heike Gutmann vom Rothaus Poisen Team.
Und es gab weitere Siege von Lokalmatadoren aus der Region: Andreas Kleiber (Team Rothaus Poison Bikes) gewann den Power Track (88,6 km) nach 3.06,31 Stunden, Julian Schelb (Lexware Racing Team), am Tag vor seinem Sportabitur, und Nina Wrobel (Team Rothaus Poison Bikes) jeweils den Speed Track nach 1.51,32 Stunden bzw. 2.10,19 Stunden und Helen Grobert (Lexware Racing Team) den Short Track (42,6 km) nach 1.29,56 Stunden vor Hanna Klein (Team Rothaus Poison Bikes). Auf dieser Strecke wurde der Sprint-Vizemeister Christian Pfäffle vom Team Rothaus Poison Bikes Zweiter. Bei den Teamwertungen der einzelnen Strecken lagen auch Teams der Sponsoren Testo, FSM und Stahlbau Schauenberg ganz  vorne. Alle Ergebnisse gibt es unter www.ultra-bike.de. Hier sind auch die Zeiten und Platzierungen aller anderen Teilnehmer(innen) zu finden. Ein „Pechvogel“ saß am Sonntag traurig im VIP-Zelt: Olympiasieger Georg Thoma (74), der eigentlich mit einem Start beim Short-Track seine sechzig Jahre lange Wettkampfära beenden wollte: „Schade, dass ich nach meinem Trainingssturz heute nicht mitfahren konnte. Ich war nämlich gut drauf. Aber vielleicht wage ich mich nächstes Jahr mal an den neuen Speed-Track. Der juckt mich nämlich. Ich werde mir die Strecke im Sommer mal anschauen.“

Ultra Bike 17.6.2012 - Erloesung im Ziel. Foto: Gerhard Lück

 Begonnen hatte das Wochenende, bei dem sich Kirchzarten und der Südschwarzwald einmal mehr als „Mountainbike-Paradies“ präsentierten, mit einem Empfang der Gemeinde in der Talvogtei aus Anlass der 1. Deutschen MTB-Sprint-Meisterschaft (siehe eigener Bericht). Gast war auch Mike Kluge aus Berlin, der die zwei ersten ULTRa’s gewonnen hatte und damals dem Stadionsprecher den noch heute legendären Satz ins Mikrofon sagte: „Jeder, der hier ins Ziel kommt, ist ein Sieger!“ Kluge hofft auf eine friedliche Lösung im Konflikt um die geplante Bike-Arena und bot Beratung und Vermittlung an. Bürgermeister Andreas Hall, der am Sonntag den Short Track problemlos schaffte, unterstrich bei seiner Begrüßung die nationale Bedeutung Kirchzartens für den Mountainbikesport. Am Samstagmorgen bewies sich dann beim Schwarzwälder Pactimo Kids-Cup, einer aus neun Rennen bestehenden Serie, der über 300 Fahrer starke Bike-Nachwuchs. Dabei zeigte sich, dass sich die Region um den MTB-Nachwuchs keine Sorgen machen muss.

Ultra Bike 17.6.2012 – Peggy Tröscher siegt auf Short Track-Strecke

Ein dickes Lob und großer Dank der OK-Leitung gilt allen weit über 1.000 Ehrenamtlichen aus Skivereinen, Feuerwehren, DRK und Bergwacht. Sie hatten gemeinsam mit der Polizei für einen reibungslosen Ablauf auf der Strecke und in den zehn beteiligten Gemeinden bis hin nach Bernau und Menzenschwand gesorgt. Und in Kombination mit dem tollen Wetter erlebte der Südschwarzwald ein rauschendes Mountainbike-Fest.
Gerhard Lück, www.dreisamtaeler.de

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