Tragaltar – Sensationsfund

Sensationsfund im Augustiner-Museum: Tragaltar aus der Zeit Karls des Großen entdeckt. Im Besitz der Adelhauser Stiftung (ehem. Dominikaner-Kloster) und als Dauerleihgabe bislang schon zusammen mit anderen Tragaltären im Augustinermuseum ausgestellt, wurde er nun als weltweit einmaliges Kleinod in Freiburg identifiziert: Der Adelhauser Tragaltar!

Kaiser Karl der Große starb vor 1200 Jahren. Aus diesem Anlass finden etliche große Ausstellungen dazu u.a. in Frankfurt, Aachen, Ingelheim, Zürich und Prag statt. Und etliche dieser Museen hatten in Freiburg bezüglich der Ausleihe des Tragaltars angefragt. Grund genug dieses einmalige Stück wissenschaftlich detailliert zu untersuchen. Durch eine Untersuchung des Eichenholzes durch Mitarbeiter der Professur für Waldwachstum der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg konnte der Tragaltar so auf das letzte Drittel des 8. Jahrhunderts datiert werden (frühestens 759 n. Chr.). Das Holz stammt aus dem heutigen Raum Franken, möglicherweise Regensburg, eines der wichtigsten damaligen Klöster im Kaiserreich. Auch eine Computertomographie führte zu einer erstaunlichen Entdeckung: Im Holz des Altars befinden sich vier Reliquienkammern, gefüllt mit Textilbeutelchen mit Knochenteilen wie eine endoskopische Untersuchung ergab.

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Seine Herkunft liegt im Dunkeln: Niemand kann sagen, auf welchen Wegen der kleine, reich verzierte Altar nach Freiburg gelangte. Aus der Karolingerzeit sind nur wenige Objekte erhalten. Als geweihte, heilige Orte dienten Tragaltäre im Mittelalter hohen weltlichen oder geistlichen Herren dazu, auch auf Reisen oder auf Kriegszügen die Messe zu feiern, die damals täglich und somit auch in den Camps auf freiem Feld gelesen wurde. Möglichweise wurde dieser Tragaltar von Karl dem Großen sogar auf seinen Kriegszügen gegen die Sachsen mitgeführt.

In der Ausstellung „ Unterwegs in der Zeit der Karolinger – Der Adelhauser Tragaltar“ präsentiert das Augustinermuseum noch bis zum 28. Januar 2014 dieses wertvolle Objekt. Leihgaben aus deutschen und europäischen Museen verdeutlichen den kunst- und kulturhistorischen Kontext.
Öffnungszeiten: DI. – SO. von 10 bis 17 Uhr.
Prädikat: Unbedingt sehenswert!

21.9.2014, Hans Homlicher

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