Strategiepapier – Risikoanalyse

Man liest, hört und sieht viel zu Covid-19 – ausführlich kommentiert. Nur die Fakten verschweigen die Leitmedien dem mündigen Bürger: So das Strategiepapier des BMI vom 29.3.2020, dessen 17 Seiten es wirklich in sich haben. Oder die Risikoanalyse des BBK vom 9.2.2012, dessen Forderungen zur Daseinsvorsorge von der GroKos seit 8 Jahren bewußt ignoriert wurden. Ganz im Gegenteil:
Regierung wie Medien machten sich seit 2012 geradezu lustig über die ach so übertriebene Notfall-Lagerhaltung in Japan und die lächerlichen AtemschutmaskenträgerInnen in Südkorea. Im deutsch-arroganten Nudging-Tenor “So etwas kann doch uns in D nicht passieren”. Lesen Sie bitte unten das Strategiepapier vom 29.3.2020 und die Risikoanalyse vom 9.2.2012 – es lohnt.
9.4.2020
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“Wie wir Covid-19 unter Kontrolle bekommen“ – Strategiepapier BMI 29.3.2020
Seit Ende März gibt es ein Strategiepapier des Bundesinnenministeriums, das den Umgang mit der Corona-Pandemie beschreibt. Kein großes Medium hat das 17-seitige Dokument bisher komplett veröffentlicht, dessen Lektüre manch einen Leser umhauen dürfte. Diese Analyse ist aber insofern wichtig, weil sie verdeutlicht, in welcher Lage wir uns befinden.
Schon im ersten Absatz des Papiers ist unter der Überschrift „Wie wir Covid-19 unter Kontrolle bekommen“ zu lesen: Wenn nichts unternommen würde, wäre in Deutschland mit mehr als einer Million Toten allein in diesem Jahr zu rechnen. Nur in 2020. Plus unabsehbare Folgen für Wirtschaft und Gesellschaft. JFB dokumentiert das komplette Papier, um zu verdeutlichen, was eigentlich auf dem Spiel steht, was es zu vermeiden gilt.
… Allesvom 6.4.2020 bitte lesen auf
https://juergenfritz.com/2020/04/06/covid-19-strategiepapier-des-bundesinnenministeriums/
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Wie wir COVID-19 unter Kontrolle bekommen – Strategiepapier des Bundesinnenministeriums
https://fragdenstaat.de/dokumente/4123-wie-wir-covid-19-unter-kontrolle-bekommen/
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Pandemie-Risikoanalyse vom 9.2.2012
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) kritisiert, dass seine Risikoanalyse zu einer Pandemie vom 9.2.2012 ignoriert wurde. „Leider wurde dieser Bericht wie so einige andere dieser jährlichen Risikoanalysen nicht in der wünschenswerten Tiefe diskutiert. Die letzten, sehr wichtigen Schritte im sogenannten Risikomanagementprozess fehlten in der Tat“, so Christoph Unger, Präsident des BBK am 5.4.2020 in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ (FAS). http://www.faz.net.
Unger beklagte, dass weder der Innen- noch der Gesundheitsausschuss die Risikoanalyse diskutiert, geschweige denn Konsequenzen gezogen hätten, denn „meist sind diese Risiken aber für die Politik zunächst weit weg und werden durch aktuelle Probleme nach hinten verdrängt“. Nun zeige sich in der Coronakrise angesichts des riesigen Mangels an Schutzkleidung und Atemmasken, „dass die Vorhaltung von bestimmten Ressourcen sinnvoll ist, auch wenn sie Steuergeld kostet“, sagte Unger.
Die Risikoanalse – genauer: Drucksache „17/12051“ vom 9.2.2012 – umfasst zwei Risikoanalysen zu einem Hochwasser und einer Pandemie. Unter Federführung des Robert Koch-Instituts haben Experten im Auftrag des Innenministerium durchgespielt, was in Deutschland passieren würde, wenn sich eine Seuche ausbreitet. Der Erreger heißt hier „Modi-Sars“ und ist angelehnt an das alte Sars-Virus.
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Während sich BBK-Präsident Christoph Unger kritisch zur Irgnorierung der Analyse von 2012 äußert, hält sich das Robert-Koch-Institut – da abhängig von Regierungsgeldern – nun vornehm zurück. Auch die meisten deutschen Journalisten wollen von Kritik nichts wissen – dabei sind Daseinsvorsorge und Notfallplanung grundlegende Aufgaben jeder Regierung. Im BBK-Info vom 26.3.2020 (s.u.) heißt es lapidar: “Ob und welche Maßnahmen in den Ländern auf Grundlage der Risikoanalyse 2012 getroffen wurden, entzieht sich unserer Kenntnis“. Im Klartext beideutet dies: Von Regierungsseite wurde seit 2012 in Sachen Pandemie-Daseinsvorsorge NICHTS unternommen. Man vergleiche dazu die Daseinsvorsorge in Ländern wie Südkorea, Singapur, Hongkong, Taiwan und Japan.
9.4.2020
Bundesamt ür Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe
https://www.bbk.bund.de/DE/Home/home_node.html
https://www.bbk.bund.de/DE/AktuellesundPresse/aktuelles_und_presse_node.html;jsessionid=82BCA155CBB8ACA0E976812C55252BCC.2_cid330

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Was ist die Risikoanalyse „Pandemie“ der Bundesregierung von 2012?
Im Zusammenhang mit der aktuellen COVID 19-Pandemie wird häufig die Risikoanalyse „Pandemie“ der Bundesregierung aus dem Jahr 2012 erwähnt. Diese Risikoanalyse wurde vor dem Hintergrund des gesetzlichen Auftrages des Bundes zur Durchführung von Risikoanalysen im Bevölkerungsschutz erarbeitet (§ 18 Absatz 1 Satz 1 Zivilschutz- und Katastrophenhilfegesetzes des Bundes (ZSKG).
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Der nationale Pandemieplan wurde in den letzten Jahren regelmäßig angepasst und auch nach Durchführung der Risikoanalyse 2012 weiter überarbeitet. Ob und welche Maßnahmen in den Ländern auf Grundlage der Risikoanalyse 2012 getroffen wurden, entzieht sich unserer Kenntnis. Die Fortschreibung, Übung und Bereitstellung der nötigen Ressourcen liegt in der Verantwortung jeder einzelnen Behörde, jedes einzelnen Unternehmens, so z.B. auch vor allem der Unternehmen, die zu den Kritischen Infrastrukturen zählen.
… Alles vom 26.3.2020 bitte lsen auf
https://www.bbk.bund.de/SharedDocs/Kurzmeldungen/BBK/DE/2020/03/Erklaerung_Risikoanalyse_2012_Bundesregierung_Pandemie.html .

Bericht zur Risikoanalyse im Bevölkerungsschutz 2012 vom 09.02.2016
Er­geb­nis Ri­si­ko­ana­ly­se „Pan­de­mie durch Vi­rus Mo­di-SARS“
… Kompletten Bericht vom 9.2.2016 bitte lesen auf
https://www.bbk.bund.de/SharedDocs/Downloads/BBK/DE/Downloads/Krisenmanagement/BT-Bericht_Risikoanalyse_im_BevSch_2012.html
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https://www.bbk.bund.de/SharedDocs/Downloads/BBK/DE/Downloads/Krisenmanagement/BT-Bericht_Risikoanalyse_im_BevSch_2012.pdf?__blob=publicationFile
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Kommentare:
Nach dieser Pandemie-Simulation von 2012/13 absolut nichts zu tun,
was Bevorratung der nötigen Ausrüstung betrifft, ist mehr als fahrlässig. Es setzt unnötig Leben aufs Spiel. In diesem Staat wird doch alles Mögliche bevorratet, warum nicht massenhaft solche Cent-Artikel wie Schutzmasken? Anstatt zu meinen, man hätte die Weisheit mit Löffeln gefressen, hätte man ja schon nach der SARS-Epidemie 2003 mal die Asiaten fragen können, was man da besser machen kann, um auf solche Fälle vorbereitet zu sein.
5.4.2020, T.S., YO
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Man ging davon aus, dass so eine Pandemie alle 100 bis 1.000 Jahre einmal statt findet
und keiner von uns sie noch zu Lebzeiten selber erleben muss. Wäre man von den 100 Jahren augegangen und hätte zurück gerechnet wann die spanische Grippe die Weltbevölkerung dezimiert hat, wäre man besser auf das aktuelle Geschehen vorbereitet gewesen. Es wäre vielleicht nicht alles perfekt gewesen, aber wenigsten hätte man genügend Vorräte für alle anlegen können um jedem Bundesbürger 2 FFP3 Masken pro Woche zuteilen zu können. Und genügend Masken für alle die im medizinischen oder im Pflegebereich arbeiten. Masken die im Normalfall Centbeträge gekostet hätten, werden jetzt für viel Geld teuer eingekauft. Und da die Nachfrage weltweit gigantisch ist, können die Hersteller die Bestellungen nicht mehr fristgemäss liefern. Hätte man vorher geahndelt statt jetzt in wilden Aktionismus zu verfallen, wäre Deutschland tatsächlich gut auf die Pandemie vorbereitet gewesen, denn Geld allein, um die Wirtschaft zu stützen, schützt nicht vor Viren.
5.4.2020, Zwe

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