Stellung des KuCa in Littenweiler

Die Stellung des KuCa in Littenweiler. Kampf ums KuCa geht weiter. Direkte Anwohner fühlen sich durch Lärm belästigt. Inhaltliche Arbeit nur wenig bekannt. Solidarität des KuCa mit den Wagenburglern. Duldung auf dem PH-Gelände bis Oktober. Rektor Druwe bis 2022 im Amt bestätigt. KuCa-Action-Week vom 8. bis 14. Juli 2013 auf der Wiese bei der PH-Aula.

 

KuCa-Action-Week vom 8. bis 14. Juli 2013 für den Erhalt des KuCas an der PH Freiburg
Vom Abriss bedroht sind die Container an der Bahn. Sie ge­hören der PH und werden auch von Studierenden genutzt. In einem davon hat die Studierendenvertretung, der AStA sein Büro sowie die Studien-, Sozial- und Bafög-Be­ra­tung. Auch das selbstverwaltete KulturCafé hat dort seinen Sitz.

Wo soll es hin – und was ist drin?
Die Studierenden haben sich im Rahmen der KuCa-Action-Week Gedanken gemacht. Eine ganze Woche lang gab es Vorträge, Diskussionen und weitere Veranstaltungen, auf der PH-Wiese. Das KuCa hat seinen Kaffeebetrieb und die Ver­anstaltungen ins Freie verlegt. Wie auch sonst waren die Veranstaltung offen für alle Interessierten. Die Gestaltung der Woche war symbolisch für die vielfältige Arbeit des KuCa. Dort wird mehr geboten, als nur Kaffee, Party und gemütliche Sofas. Der Montag wurde vom Kultur-Referat vorbereitet. Tagsüber gab es eine Spielewiese mit Slack-Line, verschiedenen Spielen und Kinder- und Erwachsenenschminken. Abends fand ein gut besuchter Poetry-Slam in Kooperation mit der Deutsch-Fachschaft der Pädagogischen Hochschule statt. Den Dienstag organisiert das Sozial-Referat, teilweise in Kooperation mit dem Institut der Soziologie, mehrere Vorträge zu verschiedenen sozialen Themen, darunter auch zu Asyl-Politik und Integration.

Bürgergespräch zur KuCa-Thematik
Am Mittwoch hat das Bildungspolitische Referat diverse Bil­dungspolitische Spiele angeboten. Abends fand um 17.00 Uhr ein Bürgergespräch zur KuCa-Thematik mit verschiedenen betroffenen Personen, unter anderem Anwohner­/innen, Politiker/innen und Studierenden statt. Unter anderem waren Wilfried Nagel, Mitinitiator des Haus 197 und Ga­briele Hoferichter vom Ortschaftsrat Ebnet (und Forum Ebnet) anwesend sowie Stadtrat Sebastian Müller (Junges Freiburg), der die unterschiedlichen Gruppen/­Vereine/In­stitutionen/Kirchen und Einzelpersonen zu diesem Abend ein­geladen hatte. Durch den Abend führten Joachim Schweizer, Mitglied des AK KuCa.

         
Bürgergespräch am 11.7.2013 auf der Wiese zwischen PH-Aula und KuCa – Bilder: Sebastian Müller
   
Es wurden unterschiedliche Themen besprochen. Dabei kam es zu folgenden Er­geb­nissen zu den einzelnen Fragen.

Welchen Stellenwert hat das Kulturcafé im Stadtteil?
Bemerkt wurde, dass selbst die PH, die ja einen großen Stellenwert für Freiburg hat, noch nicht richtig im Stadtteil an­gekommen ist und zu wenig im Bewusstsein der Bevölkerung verankert ist. Dem KuCa geht es ebenso. Die vielen Aktionen sind noch zu wenig bekannt. Das soll in Zukunft durch verstärkte Öffentlichkeitsarbeit geändert werden. Ein Anwohner bemerkte, dass vor vielen Jahren die frühere Rek­torin der Reinhold Schneider Schule,Gerda Liebner, die Zusammenarbeit der Grundschule mit den Flüchtlingen in der Hammerschmiedstraße initiiert hat. Sie ist auf die PH zugegangen und hat sich Unterstützung vom Rektor und den Studierenden geholt. Die Arbeitsgruppen trafen sich unter anderem auch im KuCa. Aktionen wie „Zeit für Kinder“ oder die Fußballgruppe wären ohne die Studierenden hier nicht möglich. Von Seiten der Bevölkerung wird die Arbeit des KuCa geschätzt. Allerdings klagen die direkten Anwohner über teilweise hohe Lärmbelästigung, gerade bei Festen, wenn sich nicht an die verabredeten Ruhezeiten ab 22 Uhr gehalten wird. Die Betreiber des KuCa wollen in Zu­kunft stärker darauf achten. Die Baracken sind sehr schlecht isoliert. Auch die Anwohner sind für ein KuCa und halten es für ausbaufähig, wünschen es sich aber an einen Ort, wo andere weniger dadurch gestört sind.

Kann sich aus dem Kulturcafé ein Stadtteilzentrum ent­wickeln?
Die Idee entsteht, ob es wünschenswert wäre für Bürger/­innen einen offenen Raum zu haben oder mehrere dezentrale Räume, in denen sich selbstverwaltete Gruppen treffen können. Bisher kann man zum Beispiel den Bürgersaal, den Gemeindesaal oder Räume im Haus 197 für Veranstaltungen mieten, aber spontane Treffen sind nur schwierig möglich. Für das zukünftige KuCa, auch mit einer erweiterten Nutzung, gilt es einen Ort zu finden, wo die Belästigung der Anwohner minimal ist. Die Studierenden könnten sich dafür das leer stehende Bahn­hofsgebäude gut vorstellen. Aber solange die Besitzver­hältnisse nicht geklärt sind, ist dessen Zukunft ungewiss. Die Lösung wäre zudem eine sehr teure. Weitere Vorschläge waren, das PH-Parkhaus zu nutzen oder den Fahrradabstellplatz im Innenhof der PH umzubauen.

Wie soll das bisher als Parkplatz genutzte Gelände ge­stal­tet werden?
Für die Gestaltung des Parkplatzes wurde die Frage in den Raum geworfen, ob die Wagenburg, die sich im Moment dort befindet, auf Dauer bleiben könnte. Joachim Schweizer, Mitglied des AK KuCa-bleibt!, erklärte im Anschluss an das Gespräch: „Grundsätzlich sehen alle Teilnehmer/­inn­en die Wichtigkeit des KuCa auch für den Stadtteil. Einige Anwesende wünschen Verbesserungsbedarf beim Thema Lärm und der Kommunikation zwischen KuCa und Stadt­teil. Der Grundtenor des Gesprächs war, dass das KuCa in Littenweiler auf jeden Fall erhalten werden soll.“ Auch der anwesende Stadtrat Sebastian Müller befand: „Alles in Allem war es eine sehr konstruktive und bereich­ern­de Gesprächsrunde für alle Seiten.“

Wagengruppe darf bis 1. Oktober bleiben
Nach den bisherigen Grundstücksverhältnissen gehört der ganze PH-Parkplatz dem Land, aber auch nach dem Fläch­en­tausch im Zuge der geplanten Bebauung des Bahnhofsareals wird der kleine Teil des Parkplatzes, auf dem jetzt die Wagengruppe „Sand im Getriebe“ steht, weiterhin dem Land gehören. Der Rest wird dann Eigentum der Stadt Freiburg. (Siehe Anlagen zum Tagesordnungspunkt der 10. Sitzung des Gemeinderates vom 20.11.20123. Übersicht Eigentumsverhältnisse heute und nach der geplanten Umsetzung (öffentlich) auf www.freiburg.de). Die Studierendenvertretung UStA der PH Freiburg begrüßt die Entscheidung des PH-Rektors Ulrich Druwe, die Wagengruppe bis zum 1. Oktober 2013 auf dem PH-Parkplatz zu dulden. Die Wagenburgler dürfen solange die sanitären Einrichtungen im KuCa nutzen.

Rektor Ulrich Druwe im Amt bestätigt
Der Senat der Pädagogischen Hochschule Freiburg hat am 17. 7. 2013, den Rektor der Pädagogischen Hochschule, Prof. Dr. Ulrich Druwe, in seinem Amt bestätigt – nachdem dieser am selben Tag im Hochschulrat als Rektor der Pädagogischen Hochschule Freiburg wiedergewählt wurde. Die Hochschulpolitik bleibt somit konstant und in bewährten Händen. Der bisher offene und konstruktive Umgang aller Beteiligten miteinander lässt auf eine für alle zufriedenstellende Lösung für die Zukunft hoffen.
7.8.2013, Anja Lusch, Littenweiler-Dorfblatt

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