Stefan Kretzschmar: Meinung

Der frühere Handball-Nationalspieler Stefan Kretzschmar hat sich im Interview mit T-Online erstaunlich offen zum Thema Meinungsfreiheit und Gesellschaftskritik in Deutschland geäußert. Hier ein Ausschnitt:
“Wie würden Sie denn heute die Situation eines Profisportlers in der Öffentlichkeit beschreiben? Warum ist es so schwer, seine Meinung zu sagen?
Dafür können die Spieler nichts, die spielen das Spiel nur mit. Für jeden Kommentar bekommst du eins auf die Fresse. Wenn du eine polarisierende Meinung hast, finden die 50 Prozent scheiße. Für alles, was dich von der Masse abhebt, erntest du einen Shitstorm. Dem setzt sich kein Profisportler aus.
Alle gehen ihren gemütlichen Weg, keiner streckt den Kopf höher heraus, als er muss. Das würde ich genauso tun. Welcher Sportler äußert sich denn heute noch politisch? Es sei denn, es ist die Mainstream-Meinung, mit der man nichts falsch machen kann. Eine gesellschafts- oder regierungskritische Meinung darf man in diesem Land nicht mehr haben. Wir Sportler haben in Deutschland eine Meinungsfreiheit, für die man nicht in den Knast kommt. Wir haben aber keine Meinungsfreiheit im eigentlichen Sinne. Wir müssen immer mit Repressalien von unserem Arbeitgeber oder von Werbepartnern rechnen. Deswegen äußert sich heute keiner mehr kritisch.
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Gibt es dann noch einen Weg dahin zurück, wie Sie es von früher kennen?
Nein, es entwickelt sich immer weiter nach vorne. Es wird nie zurückgehen, keine Chance. Das Phänomen der Influencer wird abebben und andere Charaktere werden nach vorne treten. Aber die Zeit, in der Zeitungen und Fernsehsender die wichtigsten Medien waren, ist vorbei.
Mesut Özil hat mit seiner eigenen Facebook-Seite eine höhere Medienrelevanz als die “Bild”-Zeitung selbst. Die Sportler sind inzwischen alle eigene Marken. Überall Interviews zu geben, ist heute nicht mehr notwendig, um in der Öffentlichkeit stattzufinden. Das kontrollierst du heute über deine eigene Seite. Die Entwicklung der eigenen Medien, die wird weiter voranschreiten und sich professionalisieren.
Das heißt aber auch, dass wir immer weniger “Real Content” von Sportlern bekommen. Das wird alles von Marketing-Agenturen gesteuert und die “Verkünstlichung” weiter zunehmen.”

Komplettes Interview mit Stefan Kretzschmar zu “Für jeden Kommentar bekommst du eins auf die Fresse” vom 9.1.2019 bitte lesen auf
https://www.t-online.de/sport/handball/id_85044462/stefan-kretzschmar-fuer-jeden-kommentar-bekommst-du-eins-auf-die-fresse-.html
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Wenn du abweichst, wirst du geächtet: VON WAS abweichst?
„Aber wir haben keine Meinungsfreiheit im eigentlichen Sinne.“ Damit ist so gesehen alles gesagt. Wenn du abweichst, wirst du geächtet. Da muss man sich die Frage stellen, wovon man denn abweicht, um geächtet zu werden. Was anderes als Adorno und seine Frankfurter Schule (1968er) kommt mir da nicht in den Sinn.
Man muss sich nur mal überlegen, was jeden Tag an Grausamkeiten im Namen des Islam verübt wird. Und das soll ich okay finden? Mir scheint, die Mehrheit der Leute weiß überhaupt nicht, was für ein Geschenk es ist, im Europa der Werte der Aufklärung zu leben! Diese Idioten sind nicht „tolerant“, wie sie so gerne von sich behaupten, sie sind ignorant! Himmelweiter Unterschied.
Und man mag uns ja als Nazis bezeichnen, aber hat hier jemand irgendwelche Sympathien für den vollirren Österreicher? Ich jedenfalls nicht, weil ich jede Art von Sozialisten ablehne, auch die nationalen. Rechts und Sozialismus verträgt sich nicht. Ich habe allmählich ohnehin das Gefühl, dass Hitler immer dann herhalten muss, wenn überhaupt nur eine unbeliebte Meinung geäußert wird. Wie war das mit Godewins law? Die Wahrscheinlichkeit, dass jemand jemand anderen als Nazi/ Hitler bezeichnet, nähert sich mit zunehmender Dauer einer Diskussion dem Wert Eins an.
Aber nicht schlecht, dass Stefan Kretzschmar dieses Statement abgegeben hat. Das muss man wirklich mal sagen. Respekt!
10.1.2019, Outshined, PIO
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Auf Sportler wie Kretzschmar können wir stolz sein
Obwohl er links steht, vertritt Stefan Kretschmar eine sehr vernünftige Meinung zu den Zuständen in diesem Land. Seine Mutter, Waltraud Kretzschmar, war in den Siebzigern die mit Abstand erfolgreichste Handballerin der Welt, unter anderem drei Weltmeistertitel mit der DDR-Nationalmannschaft….
„Eine gesellschafts- oder regierungskritische Meinung darf man in diesem Land nicht mehr haben. “ Was für eine Einsicht! Eine Meinung, die gegen unsere über alles geliebte Kanzlerin, gerichtet ist, ist schlichtweg nicht hilfreich und wird mit der Vernichtung der bürgerlichen Existenz bestraft.
10.1.2019, gh,

Handballnationalmannschaft
Im übrigen ist die deutsche Handballnationalmannschaft noch deutsch geprägt und nennt sich auch noch Nationalteam und nicht „Die Mannschaft“ wie Jogis bunte Truppe. Auch der Wintersport ist noch sehr unbereichert im Gegensatz zum Fußball.
10.1.2019, RDX
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Danke an Stefan Kretzschmar für die offenen und ehrlichen Worte
„Wir sind bunt“ und „Refugees welcome“, genau so ist es. Wer das kritisiert, dem wird das Leben schwer gemacht, zumindest wenn er im Rampenlicht steht. Ganz anders sieht es unter den Normalbürgern aus, in den Jahren seit 2015 habe ich ob geschäftlich, Zufallsbekanntschaften oder privat fast nur kritische bis ablehnende Meinungen gehört. Wer also presst uns diesen Irrsinn und Schwachsinn auf?
10.1.2019, Lorbas
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Es geht nicht um links/rechts, sondern um gut/böse bzw. Haltung
Leute, merkt Ihr nichts? Es geht nicht um „links“ oder „rechts“. Es geht nur noch um „gut“ oder „böse“, um Haltung und Gesinnung. Die „richtige“ Einstellung ist wie eine Monokultur auf dem Acker. Alles vermeintlich schlechte und lebensunwerte wird abgetötet. Die favourisierten Pflanzen gedeihen erwartungskonform und laugen den Boden aus, so dass hinterher nichts mehr produktiv wachsen kann. So stehts auch um unsere Gesellschaft. Egal welcher Einfluss geltend gemacht werden soll, also egal ob „links“ oder „rechts“, er wird mit Stumpf und Stil ausgerottet. Und zurück bleibt ein wirtschaftlich, intellektuell und kulturell ausgeblutetes Volk.
10.1.2019, Magnus

NetzDG, DSGVO
Amerikaner und Rechtspopulisten behaupten gerne, dass in Deutschland keine echte Meinungsfreiheit herrscht. Stimmt das?
Wer die falsche Meinung vertritt wird zwar nicht direkt in Knast gesteckt – aber muss mit Repressalien rechnen. Ergo keine richtige Meinungsfreiheit.
Argumente wie Sarrazin durfte doch sein Buch veröffentlichen oder wurde in Talkshows eingeladen sind Fakes. Sarrazin wurde massiv angegangen, diffamiert und diskreditiert und hat seinen damaligen Job verloren, vom nun 3. Parteiausschlussverfahren der SPD mal abgesehen. Weitere Bespiele gibt es in rauen Mengen.
Auch das NetzDG hat nur den Sinn und Zweck ungeliebte Meinungen zu zensieren. Wie kann es sein, dass eine Regierung die Beurteilung über Beleidigungen, Hassrede (ein juristisch nach meinem Wissen nicht existierender Begriff) an eine private, politisch vorbelastete, Organisation abgibt?
Weiter geht es mit der DSGVO – die auch nur dazu dient die Kommunikation nicht den offiziellen Medien zugehörigen einzuschränken.
Der nächste indirekte Zensurschritt wird der Artikel 13 – der auch die Verbreitung privater Nachrichten an die Allgemeinheit – deutlich einschränken wird.
Alles natürlich nur zum Schutze der Menschen vor falscher Information und falscher Beeinflussung. Spiegel Spiegel an der Wand .. Big Brother lässt grüßen.
Edgar Baumeister, Dr. rer. nat. Chemie, Eberhard Karls Universität Tübingen
https://de.quora.com/Amerikaner-und-Rechtspopulisten-behaupten-gerne-dass-in-Deutschland-keine-echte-Meinungsfreiheit-herrscht-Stimmt-das/
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Diese Leute wie KRETZSCHMAR sind sehr sehr rar geworden
Es ist so widerlich und abstoßend was in der Medienlandschaft für rückgratlose Haltungsschleimer bezahlt werden. D verkommt immer mehr zur DDR. …
Überall #Nazisraus. Aber wo sind sie denn nur? Überall sollen Nazis rausgeworfen werden. Woher kommen plötzlich die vielen Nazis, die niedergeschlagen, rausgeworfen oder deportiert werden sollen? Eine fiebrige Aktion ausgehend von öffentlich-rechtlichen Sendern greift um sich.“
https://www.tichyseinblick.de/tichys-einblick/ueberall-nazisraus-aber-wo-sind-sie-denn-nur/
10.1.2019, Veronika

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Debatte um Meinungsfreiheit: Grenzen werden enger gezogen
Deutschland diskutiert über die Interviewäußerungen des bekannten Handballers Stefan Kretzschmar. Dieser hatte behauptet, die Meinungsfreiheit in Deutschland sei erheblich eingeschränkt. Insbesondere das konservative Spektrum zeigte sich über die Aussagen des eher links positionierten Sportlers erfreut, bestätigte es doch ihren schon seit langer Zeit vorhandenen Eindruck, dass bestimmte Meinungen eben doch etwas „gleicher“ seien. Wie nicht anders zu erwarten, musste sich Kretzschmar auf erhebliche Gegenreaktionen einstellen. Feministin und taz-Autorin Sibel Schick warf ihm sogar vor, einen „rechten Ausdruck“ wie „Meinungsfreiheit“ zu benutzen – und bestätigte so ungewollt seine Aussagen.
… Indirekt geben die Medien zu, dass es eine Einengung der Meinungsfreiheit gab. In den letzten Jahren schreiben sie immer häufiger und immer gleichlautend, die AfD habe die „Grenzen des Sagbaren“ verschoben. Nun impliziert die Zunahme an sagbaren Dingen aber, dass in der Vergangenheit bestimmte Dinge unsagbar – also eben nicht durch die Meinungsfreiheit geschützt – waren.
… Alles vom 16.1.2019 bitte lesen auf
https://www.tichyseinblick.de/meinungen/debatte-um-meinungsfreiheit-grenzen-werden-enger-gezogen/
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Neben “Meinungsfreiheit” wird auch „Freiheit“ zum rechten Begriff erklärt?
Demnächst wird „Freiheit“ zum rechten Begriff erklärt. Dann wird auch ein „anti-faschister Schuztwall“ erforderlich und wir singen wieder „die Partei hat immer Recht“. Ich habe die Gelassenheit diesen Mummenschanz hinzunehmen, dass diese Systeme an der Realität zerebrechen, Armes Deutschland nochmals zum Experimentierfeld“ zu werden…16.1.2019, Th,TO
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„Meinungsfreiheit“ ist also ein “ rechter Ausdruck“
den man gefälligst nicht zu benutzen hat, wenn man nicht in Den Verdacht geraten will, selbst für „rechts“ gehalten zu werden. Wie gaga ist das denn?! Ich hab‘ zweimal lesen müssen, um ganz sicher zu sein, dass ich die Dame von der taz richtig verstanden habe. Daraus folgere ich, dass nach Meinung dieser taz-Schreiberin die Meinungsfreiheit als solche auch „rechts“ ist und das Grundgesetz folglich ebenfalls. Und solche Leute geben in Deutschland mittlerweile den Ton an. Einfach unfassbar!
16.1.2019, A.I.
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Rechts reagiert immer nur
Es gibt im rechten und konservativen Meinungsspektrum inzwischen viele Beiträge dieser Art. Das Muster, nach dem sie ablaufen, entstehen, ist immer gleich: Konservative Autoren beschweren sich, erregen sich. Thematisieren linke Einschränkungen der Meinungsfreiheit, linke Politik, linke Äußerung.
Und etwas anderes ist auch immer gleich: Es ist immer die Linke, die vorlegt, angreift, einschränkt, wertet, zensiert. Rechts reagiert immer nur. Und ist stets von neuem erstaunt und zornig, was Links nun wieder aus seiner Wundertüte hervorgezaubert hat.
Genau dieses Muster muß durchbrochen werden. Es entsteht, weil Rechte und Konservative nicht so sein wollen, wie Linke. Sie wollen keine Gesellschaft mit Denkverboten, Meinungskorridoren, Haltungs- und Gesinnungshuberei.
Und doch: Wer gewinnt? Wer regiert? Wer setzt sich durch? Hat Kretzschmar „gewonnen“? Wollte er das überhaupt?
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Kretsche ist beileibe kein Rechter, auch wenn er aus dem Osten kommt und tätowiert ist. Wirklich politisch war er nie, und wenn, dann eher auf eine diffuse Art links-sozialdemokratisch, wie es im Osten früher fast alle waren, die nicht bei den Nazis landeten, als Erbschaft der DDR und der stillen Überzeugung, der Sozialismus sei im Grunde doch das bessere System, wenn, tja das mit den Bananen und Ferienfliegern besser geklappt hätte. Keine Sorge, das wird hier kein Ossi-Bashing, ich möchte auf etwas anderes hinaus: Wie kann es sein, daß ausgerechnet einer wie Kretsche, der 1998 keinerlei Probleme gehabt hätte, die Toten Hosen oder eine Berliner Punkband auf seiner Geburtstagsparty spielen zu lassen, auf einmal als „rechts“ gilt?
Aber klar erkennbar ist: Kretsche hat Angst genau davor. Wie so viele Deutsche heute hat er sehr viel mehr Angst, außerhalb des Mainstreams zu stehen, allein da draußen nur noch mit der AfD, die ihre Hand brüderlich auf seine Schulter legt, als zu seiner Meinung zu stehen.
Was für mich nämlich haften bleibt, ist sein eilfertiges Zurückrudern, seine Richtigstellungen und Abschwächungen hinterher. Nein, das war kein Spielen über Bande, um zu zeigen, daß er Recht hat. Mir ist klar, einer wie er lebt von Werbeverträgen und seiner Rolle als B-Promi. Bevor er im Dschungelcamp endet oder auf der Nacktinsel, kann er noch seröser Geld verdienen, und sei es bei Let’s Dance oder in Kochshows. Das wird ihm ein zorniger Anruf seines Agenten, dessen Mailbox ebenfalls von zornigen Anrufen von Werbekunden vollief, klargemacht haben. Kein Heckenschütze vom „Tagesspiegel“ oder „Spiegel“ wäre notwendig gewesen. Gewonnen hat Links, der nächste Sportler wird sich eher als schwuler Fußballer beim FC Türkiyemspor Oberhausen outen als gegen links anzuargumentieren.
So läuft es immer. Anschließend lesen wir dann Beitrage wie diese hier oder bei Broder (Achgut.com) oder bei Facebook, inklusive 184 Leserkommentare, die Merkel und die Grünen verdammen. Und so geht es weiter und weiter.
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Ich bin Vater. Was habe ich schon wenige Wochen nach der Geburt meines ersten Kindes gelernt: Kinder brauchen Grenzen. Es reicht nicht zu sagen, „Till, also bitte werfe nicht immer deine Tasse vom Tisch“ (Till, zweieinhalb, kichert, strahlt, wirft zum 8. Mal Tasse vom Tisch, Mama hebt auf, Till…) es bringt auch nichts, ihm zu erklären, daß auch Polyurethan ein brechbares Material ist und Till nicht aus einer kaputten Tasse trinken kann, das kann Till noch nicht mal aussprechen, sondern ein lautes: „Schluß jetzt!!“ Till guckt entsetzt, weint, schaut hilfeheischend zu Mama. Und nun kommts: Wenn Mama ihn gleich schmust, tröstet, plärrt er ein bißchen, dann sieht er Papa, der nicht hinguckt, und Klack! Liegt die Tasse wieder auf dem Boden. Hihihi. Wer Kinder hat, weiß, wie es läuft. Früher, da bekamen Kinder eine Kopfnuß oder was auf den Hintern, das machen wir heute nicht mehr. Aber wenigstens sollte auch Mama hier hart bleiben. Till würde noch lauter weinen, und wenn der Erfolg ausbliebe, in seinem kleinen Kopf abspeichern: Tasse runterwerfen = böse, Till böse = Mama und Papa böse auf Till, Till = will liebgehabt werden, also: keine Tasse mehr runterwerfen. Nun wissen aber alle Eltern, daß kein Papa und keine Mama „böse“ sein wollen, lieber will man mit seiner kleinen Maus knuddeln. Strenge und Konsequenz sind anstrengend und für den, der sie walten läßt, oft härter als für den, der ihr ausgesetzt ist. Das ist auch der Grund, warum unsere Kinder mit jeder Generation unerträglicher werden – weil wir alle diese Härte scheuen und Laschheit mit Zuneigung verwechseln.
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Zurück zu Kretsche und dem linken Shitstorm. Wir sind Mama und Papa, und links ist der unartige Till, den wir liebhaben und der trotzdem nicht gehorchen will. Und dabei ist der gerade mal zweieinhalb, was wird erst kommen, wenn der mal ein pubertierender 14jähriger ist. Geht dann noch was, was klein Till nicht gelernt hat? Wir scheuen die Härte, die Strenge, die Standhaftigkeit, weil wir so konditioniert wurden, jede Auseinandersetzung zu meiden. Runde Tische, fairer Interessenausgleich, Stuhlkreise, kein Frontalunterricht mehr, alle sind gleichwertig und Partner usw. Es muß am Ende immer alles im Konsens enden.
Und so sind diese steten Beiträge in konservativen Medien ein Flehen darum, doch endlich wieder akzeptiert und angenommen zu werden, wie „früher“, als angeblich noch jeder jedem zuhörte und seine Meinung zur Kenntnis nahm. Aber hallo: Hat Dieter Hildebrandt je „fair“ mit Helmut Kohl diskutiert? Wurde auf Straußens Wahlkampfauftritten nun eine „Eierwurfgrenze“ abgesperrt, oder nicht? Früher war gar nichts besser, allenfalls gab es noch mehr Konservative als heute.
Die konservative Hälfte der Politik muß raus aus der Defensive. Sie muß die Agenden setzen. Sie muß härter werden. Den „Respekt“ bekommt nicht der, der recht hat, sondern der das Blickduell als Sieger beendet. Kretsche hat schon nach 24 Stunden die Augen niedergeschlagen, den Kapuzenpulli hochgeklappt und ist still abgezogen. Guckst Du, Bruda. Meinen Respekt hat er auch nicht.
16.1.2019, Th. H., TO
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Rechtfertigungsdruck und Bekenntniszwang als Zeichen fehlender Meinungsfreiheit
Man muss andere Meinungen nicht akzeptieren oder unkommentiert lassen; auch das Recht zur freien Gegenrede gehört zur Meinungsfreiheit. Es kann aber nicht sein, dass etwa die Ablehnung von Gewalt gegen einen AfD-Politiker ausschließlich mit dem Nachsatz akzeptabel ist, dass man die Ansichten von „Rechten“ oder gar „Nazis“ selbstverständlich nicht teile oder die Absage an Gewalt mit dem Schlagwort „Nazis raus“ garniert, um zu insinuieren, dass es ja irgendwie schon doch auch den Richtigen getroffen habe oder zumindest in diesem Fall minder schwer wiege. Auch Rechtfertigungsdruck und Bekenntniszwang gehören zum Instrumentarium illiberalen Denkens und autoritärer Systeme. Stefan Kretzschmar hat ganz Recht: Es muss auch möglich sein, mit gängigen Slogans wie „Refugees welcome“ oder „wir sind bunt“ zu fremdeln, diese zu kritisieren oder in ihrer Plattheit gar abzulehnen
… Alles vom 17.1.2019 von Ralf Schuler bitte lesen auf
https://www.tichyseinblick.de/meinungen/rechtfertigungsdruck-und-bekenntniszwang-unterduecken-meinungsfreiheit/
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Respekt vor der Meinung des anderen, auch wenn ich sie nicht mag? Das war einmal!
Die Diskussion um Meinungsfreiheit nimmt wirre und abstruse Züge an. Lieblingsargument: „Sie konnten doch sagen was Sie wollten! Wurden Sie dafür etwa erschossen?! Sehen Sie: Das ist Meinungsfreiheit!“ Nun ja, der eine oder andere stolpert nach Auslebens seiner grundgesetzlich garantierten Meinungs- und Redefreiheit schon mal unglücklich vor die Füße von ein paar jungen Männern, Autos entzünden sich spontan aus heiterem Himmel, aus Häuserfassaden brechen mysteriöse Farbflecken hervor, Steine oder Einmachgläser mit Farbe fallen rätselhafterweise durch Fenster, Knallfrösche machen leise „peng“ vor einem Parteilokal, Kinder werden von Schulen abgelehnt, Menschen werden aus ihrem Arbeitsverhältnis entfernt… usw…. Es gibt sicherlich noch weitere Ausprägungen dieser Form der „Meinungsfreiheit“.
Um es mal drastischer zu formulieren: Wenn ich mich als schwuler, transsexueller und bekennender Teufelsanbeter um einen Job bewerbe, dann darf man mich auf keinen Fall benachteiligen. Das verbietet das AGG und das ist – grundsätzlich! – auch richtig so! Vertrete ich aber so „radikale“ Positionen wie: „Nur Menschen, die in ihren Heimatländern politisch verfolgt werden, die sowohl ihre Identität als auch den Umstand der Verfolgung beweisen können oder über jeden vernünftigen Zweifel hinaus glaubhaft machen können, haben Recht auf Asyl in der Bundesrepublik“, dann muss ich damit rechnen, dass ich in Kneipen kein Bier mehr bekomme oder dass mein Arbeitgeber mich mit Entlassung bedroht. Meinungsfreiheit?! Respekt vor der Meinung des anderen, auch wenn ich sie nicht mag? Das war einmal!
17.1.2019, M.H.

Endet Meinungsfreieit erst im Gefängnis?
Fast kafkaesk ist, dass ausgerechnet die Diskussion um Kretzschmars Aussage, die massiven Vorwürfe gegen ihn, der Versuch, ihn sofort in die rechtsradikale Ecke zu drängen, seine hastige Abbitte, belegen, dass er Recht hatte. Und dass dieser offensichtliche Schluss von vielen ignoriert wird.
Es gehört einiges an Realitäts-Resistenz dazu, um Kretzschmars Stimme in den Wind zu schlagen. Denn auch über den Handballer hinaus gibt es Warnungen: “Merkwürdig ist es in Deutschland, dass normale politische Äußerungen abqualifiziert werden mit Nazi-Vorwürfen“, schrieb etwa Bassam Tibi in der Basler Zeitung. “Es geht darum, politische Überzeugungen der Mitte als illegitim im demokratischen Diskurs zu brandmarken.” Jaques Schuster diagnostizierte in der „Welt“ einen “Drang…, die Meinung des anderen nicht nur abzulehnen, sondern sie auszumerzen und ihn mit der Wucht eines Großinquisitors zu vertilgen, dem es bisher nicht gelang, die Ketzerei auszurotten.”
Der Historiker Heinrich August Winkler schrieb im Juli 2018 in der “Welt”: “Die deutsche Debattenkultur trägt leider immer noch Schlacken der absolutistischen Zeit. Es gibt auch eine Art von intellektuellem Absolutismus, die typisch ist für Staaten, die eine lange absolutistische Vergangenheit haben. In Deutschland gibt es (…) noch immer Spuren der Parole: ,Und willst du nicht mein Bruder sein, dann schlag’ ich dir den Schädel ein. Diese Art von politischer Debatte im Geiste der Religionskriege ist ein Stück der deutschen Pathologie.”
…. Alles vom 15.1.2019 bitte lesen auf
https://www.tichyseinblick.de/meinungen/endet-meinungsfreiheit-erst-im-gefaengnis/
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“Ihnen mit Argumenten zu widersprechen statt sie mit Tabuisierung und Stigmatisierung zu unterbinden.“ Diese Apparatschniks in den „Altparteien“ haben keine Argumente – daher das oben beschriebene Verhalten. Kein Wunder also, dass die AfD jetzt vom VS beobachtet wird: Wofür sonst wurde Maaßen „entsorgt“? Interessant ist die Stern Umfrage (s.u.) und auch der Kommentar!
https://www.stern.de/sport/stefan-kretzschmar–die-reaktionen-geben-ihm-leider-recht-8530180.html
15..2019, J.F., TO
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Denunzieren als Normalfall?
Das Denunzieren eines Mitgliedes einer demokratisch gewählten Partei oder seiner Sympatiesanten ist in DL Normalität geworden, ja wird verlangt! Der der denunziert, wird gefeiert als aufrechter anständiger Bürger. Ein Held mit Haltung, wo es doch gegen rechts geht. Die Übermacht dieser so denkende Menschen in diesem Land ist so groß, dass es keinen oder kaum Widerspruch gibt. Haltung und Gesinnung werden als gute Charaktereigenschaften verkauft, natürlich nur wenn beides voll zum Zeitgeist gehört also links bis linksextremistisch ist. Wer sich dem nicht beugt ist ein unanständiger Mensch denn er gehört nicht zu den Anständigen. Es gibt keine Debattenkultur, weil es keine Debatten gibt.
15.1.2019. H.P., TO

Die Reaktionen geben Kretzschmar leider recht
In einem Interview beklagte Stefan Kretzschmar, dass nur wenige Sportler sich trauen würden, ihre Meinung öffentlich zu äußern – aus Angst vor einem Shitstorm. Prompt endet der Handball-Star selbst am virtuellen Pranger. Seine Kritiker geben ihm dadurch unfreiwillig recht. ….
“Warum ist es so schwer, seine Meinung zu sagen?, wollten die Journalisten von dem Handball-Star wissen, der früher mal als “Berliner Schnauze” galt. Und der 218-malige Nationalspieler wusste eine Antwort: “Für jeden Kommentar bekommst du eins auf die Fresse. Wenn du eine polarisierende Meinung hast, finden die 50 Prozent scheiße. Für alles, was dich von der Masse abhebt, erntest du einen Shitstorm. Dem setzt sich kein Profisportler aus. Alle gehen ihren gemütlichen Weg, keiner streckt den Kopf höher heraus, als er muss. Das würde ich genauso tun”, gab Kretzschmar zu. “Welcher Sportler äußert sich denn heute noch politisch? Es sei denn, es ist die Mainstream-Meinung, mit der man nichts falsch machen kann. Eine gesellschafts- oder regierungskritische Meinung darf man in diesem Land nicht mehr haben. Wir Sportler haben in Deutschland eine Meinungsfreiheit, für die man nicht in den Knast kommt. Wir haben aber keine Meinungsfreiheit im eigentlichen Sinne. Wir müssen immer mit Repressalien von unserem Arbeitgeber oder von Werbepartnern rechnen. Deswegen äußert sich heute keiner mehr kritisch.”

Dabei hatte sich Kretzschmar noch Mühe gegeben, zu konkretisieren, inwieweit er die Meinungsfreiheit eingeschränkt sieht – und das eben nicht durch den deutschen Staat, der Kritiker in Gefängnisse werfen würde, sondern durch die Angst, ins Kreuzfeuer einer wütenden Netzgemeinde zu geraten. Und seine Angst war berechtigt. In den sozialen Medien wird Kretzschmar nun als Nazi, Verschwörungstheoretiker oder Dummkopf verunglimpft.

Ja, Kretzschmar wird in Deutschland für eine Meinungsäußerung nicht in den Knast gesperrt. Aber wenn er dieses Mal erst zwei und drei Mal darüber nachdenken musste, ob er seine Meinung äußert und schließlich den Mut dazu aufgebracht hat, wird er das nächste Mal vielleicht lieber schweigen. “Der schlaueste Weg, Menschen passiv und folgsam zu halten, ist, das Spektrum akzeptierter Meinungen strikt zu limitieren, aber innerhalb dieses Spektrums sehr lebhafte Debatten zu erlauben” schrieb der Sprachwissenschaftler Noam Chomsky bereits 1998. Die Einschränkung der Meinungsfreiheit beginnt eben nicht erst hinter Gittern, sondern in den Köpfen.

Schweigespirale nennt man in der Kommunikationswissenschaft dieses Phänomen. Dieser Theorie nach hängt die Bereitschaft vieler Menschen, sich öffentlich zu ihrer Meinung zu bekennen, von der Einschätzung des allgemeinen Meinungsklimas ab. Entspricht die eigene Meinung nicht der als vorherrschend empfundenen, so tendiert man dazu, seine eigenen Ansichten für sich zu behalten. Eine Isolationsfurcht, die die meisten Menschen empfinden, ist der Grund hierfür – ob bewusst oder unbewusst.
Nicht alle wollen Beschimpfungen, Verunglimpfungen und Hass in Kauf nehmen. Und somit bekommt die Meinungsäußerung einen Preis, auch wenn dieser Preis nicht die eigene Freiheit oder Unversehrtheit ist. Einen Preis, den Kretzschmar nun zahlen muss
… Alles vom 15.1.2019 bitte lesen auf
https://www.stern.de/sport/stefan-kretzschmar–die-reaktionen-geben-ihm-leider-recht-8530180.html
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