St-Ottilien Sanierung 1 Mio Euro

Gute Nachrichten für die Wallfahrtskapelle St. Ottilien zwischen Kartaus und Kanonenplatz am Schlossberg: Für Sanierung von Kapelle und Quelle nimmt die Katholische Gesamtkirchengemeinde (GKG) Freiburg rund 1 Million Euro in die Hand. Davon übernimmt das Land 111.420 Euro. Der damalige Staatssekretär Rust begründete den hohen Zuschuss damit, dass dieses wertvolle Waldheiligtum aus dem 7. Jahrhundert den Rang eines „herausragenden Kulturdenkmals von nationaler Bedeutung“ habe. Nun wird eine der ältesten deutschen Wallfahrtskapellen durch das erzbischöfliche Bauamt saniert und für die Besucher aus dem Dornröschenschlaf geweckt. Ursprünglich waren 3 Bauabschnitte vorgesehen, nun werden die Sanierungsarbeiten aber aus Kostengründen zusammen gemacht. Die bereits begonnen Baumassnahmen werden voraussichtlich ca. 1 Jahr dauern.

Am schlimmsten habe es das Dachgebälk erwischt, so Eberhard Wittekind, Erzbischöflicher Bauoberamtsrat, das bei früheren Renovierungen falsch behandelt wurde, daher muss der Dachstuhl deutlich aufwendiger saniert werden und darf nun nur mit Schutzanzügen aufgrund der giftigen Holzlasur betreten werden.
Der Putz der Außenwand der Kapelle wird erneuert (ähnliche Farbe wie jetzt), die Sandsteinfensterbögen renoviert und der (feuchtigkeitsfreudige) Sockelverputz gänzlich abgetragen und ebenfalls erneuert. Auch entlang der Außenmauer wird aufgegraben und ein Gefälle von der Kapelle hin zum Weg hergestellt, damit bei Regen das Wasser nicht mehr an die Außenmauer geleitet wird (wie jetzt). Leider kann aus Kostengründen vor dem Eingang kein Pflaster angebracht werden. Das Dach selbst wird ebenfalls ausgebessert, vor allem an den beiden Enden über der Quelle und dem Altar.

Innen wird die Kapelle gänzlich eingerüstet, um sämtliche Bilder und Fresken zu säubern, den Salpeter im  Altarraum zu entfernen und die entstandenen Risse bei der Altarraumdecke durch geeignete Maßnahmen zu beseitigen. Der Boden in der Sakristei (durch Feuchtigkeit aufgequollen) wird neu gelegt, auch der Türzugang zur Kanzel gerichtet (die Kanzeltreppe ist ja schon lange nicht mehr vorhanden) und die Sakristei wird passend möbliert. Das Gestühl im Innern der Kapelle wird künftig beheizbare Sitzkissen erhalten, damit nicht die vorhandene Fußbodenheizung alleine die Besucher “verwöhnen soll”. Zusätzlich werden an den Fenstern Regler für eine Klimaregulierung sorgen, ebenso wird eine neue Beleuchtung installiert. Die ins Alter gekommene Orgel sei zwar noch funktionsfähig, nach Möglichkeit soll sie ersetzt werden und ebenso das Gestühl im Vorraum.
Im Raum, wo sich unten die Quelle befindet, kann aus Kostengründen leider nur etwas von dem Putz (Feuchtigkeitsschaden) erneuert werden. Um diesen richtig zu sanieren und die bisherigen Bodengitter und Abflusstürchen durch für den Raum passende Gitter zu ersetzen, fehlen leider die Mittel, hier könnte ein noch zu gründender Förderverein oder zumindest eine Initiative viel Nützliches tun und sich auch den acht Kreuzwegkapellen annehmen, die leider im Laufe der Jahre gelitten haben. Die ARGE Freiburger Stadtbild wäre bei der Gründung und bei der Festlegung, was wie zu tun ist im Einvernehmen mit dem Künstler der Figuren der Kreuzwegkapellen behilflich.
Bei St. Ottilien, mit den wertvollen, mittelalterlichen Fresken, handelt es sich um eines der ältesten Wallfahrtsziele Deutschlands. Die erste Kapelle stand an dieser Stelle um 679, um 1100 wurde eine neue Kapelle errichtet. 1503 stiftete der Freiburger Ratsherr Peter Sprung und seine Frau Elisabeth Zehenderin den Neubau der Ottilienkirche, die Weihe fand 1505 statt.
Die Ursprünge der Wallfahrt liegen zwischen dem 7. und 13. Jahrhundert; sie erreichte im 16. Jahrhundert einen Höhepunkt.
14.9.2015, Hans Homlicher
Dr. Hermann Hein, Arbeitsgemeinschaft Freiburger Stadtbild e. V., hermann.hein@gmx.de

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