Jakobswege

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Westlich vom Feldberg: Blick nach Osten vom Ahornkopf zu Tote Mann am 31.8.2008 um 10 Uhr

Westlich vom Feldberg: Blick nach Osten vom Ahornkopf zu Tote Mann am 31.8.2008 um 10 Uhr

 

Himmelreich-Jakobusweg: Einweihung am 11.7.2010

Am Sonntag 11.7.2010 wird bei der Jakobuskapelle im Hofgut Himmelreich der neue „alte“ Weg von Hüfingen bis Weil eingeweiht – Ausführliche Wegbeschreibung liegt als Büchlein vor

Kirchzarten-Himmelreich (glü.) Bereits vor über drei Jahren wurde im Gasthof Himmelreich bei Freiburg über einen Himmelreich-Jakobusweg nachgedacht. Hintergründe waren die auf dem Gelände des Hofgut Himmelreich befindliche Jakobus-Kapelle und der Hinweis auf eine „alte französische Karte“, die einen früheren Pilgerweg vom Schwarzwald herunter über das Himmelreich und Freiburg und von dort nach Weil a.Rh. und dann Basel beschrieb. Nach einigen Recherchen fanden die Initiatoren die „Neuauflage“ dieser Karte zusammen mit einem französischen Buch, welches „Jakobuswege in Europa“ beschreibt. So bekam die Idee für den Himmelreich-Jakobusweg konkrete Züge.

Über den neuen Jakobus-Pilgerweg freuen sich Albert Schneider, Albert Hauser, Erhard Trotter und Hans Teichelkamp (v.l.) vom Vorstand des „Förderverein Himmelreich-Jakobusweg e.V.“ und zeigen stolz die Wegmarkierungsschilder.

Ende Juli 2009 gründeten die Initiatoren der „Förderverein Himmelreich-Jakobusweg e.V.“, der die Vorbereitungsarbeiten aufnahm. Die Initiatoren und Gründungsmitglieder sind alle Jakobspilger und Schwarzwaldvereinsmitglieder. Neben Gesprächen mit 29 Bürgermeistern waren Beratungen mit über 20 Ortsverbänden des Schwarzwaldvereins, sechs Forstverwaltungen, vielen anderen Einrichtungen sowie Kontakte mit je über 20 katholischen und evangelischen Kirchengemeinden angesagt. Fast zu 100 Prozent liegen nun die Zustimmungen für den Wegeverlauf vor und die letzten dürften in Kürze eingehen. Der „Himmelreich-Jakobusweg“ zweigt in Hüfingen vom Neckar-Baar-Jakobsweg ab und führt über Neustadt und Himmelreich nach Freiburg, von dort nach Müllheim und Weil. Ab Basel gibt es Anschlusswege durch die Schweiz und durch Frankreich zum großen gemeinsamen Ziel: Santiago de Compostela.

Insgesamt ist der 168 Kilometer lange Weg in acht Etappen eingeteilt. Die Tagesstrecken schwanken zwischen 16 und 26,8 km. Leicht ist der Weg auch in mehr oder in weniger Etappen aufzuteilen – je nach Lust und Können der Pilger(innen) und Wander(innen). Entlang des Weges soll eine Infrastruktur entstehen, die es Pilger(inne)n ermöglicht, auch außer in der heimischen Hotellerie und Gastronomie Unterkunft und Verpflegung zu bescheidenen Kosten – eben pilgergerecht – zu erhalten. Dies erfordert allerdings noch viel Vorarbeit, die bis zur Einweihung des Weges noch nicht abgeschlossen ist. Geplant ist, bei den örtlichen Tourismusbüros ein Infoblatt zu hinterlegen, aus welchem solche Unterkünfte und Verpflegungsmöglichkeiten zu entnehmen sind. Auch dies ist noch im Aufbau. Gedruckt liegt aber ganz aktuell zum Einweihungstag eine 92 Seiten umfassende handliche Broschüre mit ausführlichen Wegbeschreibungen von Hans Teichelkamp, Albert Schneider, Anne Trotter und Dominik Wunderlich vor. Erhard Trotter steuerte wertvolle praktische Pilgertipps hinzu. 65 vierfarbige Fotos weisen auf Kirchen, Kapellen, Wegkreuze und Reliefs, aber auch auf die Schönheiten der Landschaft, durch die der Weg führt, hin. Das kleine, liebevoll zusammengestellte Büchlein kann am Sonntag im Hofgut Himmelreich während des Eröffnungsfestes gegen eine großzügige Spende erworben werden. Große Teile des neuen Weges sind inzwischen bereits mit der Jakobusmuschel gekennzeichnet. Übrigens kann der Weg auch, bis auf kleine Wegstücke, mit dem Mountainbike befahren werden.

Am kommenden Sonntag, dem 11. Juli 2010 beginnt der feierliche Einweihungstag um 8:30 Uhr mit einer Rundwanderung auf dem neuen Pilgerweg ab Hofgut Himmelreich. Um 10:30 Uhr erhält der Weg in einem ökumenischen Gottesdienst bei der Jakobuskapelle auf dem Gelände des Hofguts Himmelreich den ökumenischen Segen. Anschließend gibt es einen Festvortrag der Pilgerin Monika Hild-Renz aus Au, Autorin des Buches „Buen Camino“, dem diverse Grußworte folgen. Der Gasthof Himmelreich verwöhnt die Gäste mit einem interessanten Angebot an Speisen und Getränken. Musikalisch umrahmt die Feier die Trachtenkapelle Breitnau. Die Familie Rombach aus Stegen bietet Kutschfahrten in die Umgebung an. Natürlich ist auch ein Internet-Auftritt in Vorbereitung, aber noch eine Baustelle:www.himmelreich-Jakobusweg.de . Dieser Internetseite können dann neben allgemeinen Informationen über den Weg auch aktuelle Informationen (z.B. zu den Unterkünften bei den Tourismusbüros) entnommen werden. Die Verantwortlichen des Vereins mit dem Vorsitzenden Erhard Trotter an der Spitze freuen sich, dass ihre Arbeit, die sie in einer Rekordzeit bewältigt haben, nun zum Ergebnis führt. Sie hoffen, dass viele Menschen aus der Region auf dem Himmelreich-Jakobusweg direkt „vor ihrer Tür“ pilgern oder wandern: „Erlebnisse für Aug’ und Ohr, für Herz und Seele und für Ihre Muskeln warten auf Sie“, versprechen die engagierten Jakobuspilger.
Gerhard Lück, 7.7..2010, www.dreisamtaeler.de

Beim Pilgern neue Horizonte entdecken

Mit einem ökumenischen Gottesdienst vor der Jakobuskapelle im Hofgut Himmelreich wurde der neue Himmelreich-Jakobusweg würdevoll eröffnet (l.). – Lissy Rees überreichte als Unterstützung einen Scheck an den Vereinsvorsitzenden Erhard Trotter (r.).

Großes Fest zur Eröffnung des Himmelreich-Jakobusweges im Schatten der Jakobuskapelle

Kirchzarten-Himmelreich (glü.) Standesgemäß für engagierte Pilger wurde mit einem Fußmarsch vom Himmelreich zum Giersberg und nach Kirchzarten und zurück am vergangenen Sonntag der neue „Himmelreich-Jakobusweg“ eingeweiht. Im Schatten der Jakobuskapelle auf dem Gelände des Hofgutes Himmelreich bekam der Weg, dessen Ziel seit Jahrhunderten von Jahren Santiago des Compostela ist, dann mit einem ökumenischen Gottesdienst den kirchlichen Segen. Der Freiburger Regionaldekan Werner Kohler stellte in seiner Ansprache fest, dass es in den letzten Jahren einer Explosion gleich komme, mit welch großer Euphorie der Jakobuspilgerweg entdeckt werde. „Es braucht wohl eine Bewegung“, so Kohler, „die uns hilft, zum alltäglichen Bewegtsein Abstand zu halten und einen anderen Horizont zu öffnen.“ Es sei ein besonderes Kennzeichen des Jakobuswegpilgerns, ganz allein und individuell auf dem Weg zu sein und dabei andere Menschen zu treffen, „die mir zeigen, dass ich nicht allein bin“. Es sei eine wunderbare Erfahrung, „mein Leben nach der Unterbrechung des Pilgerns wieder neu zu entdecken“. Kirchenrat Jürgen Rollin aus Karlsruhe unterstrich die Bedeutung des Hofgutes Himmelreich am Pilgerweg als einer Stätte, „an der wir zu Hause sein können“. Pilgern sei ein „tägliches Aufbrechen und Gehen“ stellte Pilgerin und Autorin des Buches „Buen Camino“ Monika Hild-Renz aus Au zu Beginn ihres Festvortrages fest. Sie war in der Zeit des Übergangs vom Beruf in den Ruhestand von den Pyrenäen nach Santiago de Compostela gepilgert. Sie beschrieb die dabei gemachten Erfahrungen, stellte den heiligen Jakobus vor und unterstrich auch die Bedeutung des Jakobusweges für andere Religionen. Die Jakobsmuschel sei sowohl ein Schutzzeichen als auch das Erkennungszeichen für alle Jakobspliger. Sie weist auch den Pilgern auf dem neuen Weg von Hüfingen nach Weil den richtigen Weg. Kirchzartens Bürgermeister Andreas Hall hofft, dass etwas von den Pilgererfahrungen auch auf die Gemeinden am Weg abfällt. Es sei ein schöner Weg durch eine wunderschöne Gegend und er wünsche, dass die Pilger von dort etwas auf den Weg zu sich selbst mitnehmen können. Sein besonderer Dank galt Erhard Trotter und allen anderen Initiatoren des „Himmelreich-Jakobusweges“. Für die Dreisamtäler Seelsorgeeinheiten sieht Pastoralreferent Franz Himmelsbach Pilgern als Chance, zum Wesentlichen zu kommen und Antworten auf wichtige Fragen zu finden. Erhard Trotter, der Vorsitzende des Fördervereins für den Himmelreich-Jakobusweg, hatte zu Beginn der Feierstunden, die vom Musikverein Breitnau begleitet wurden, allen Wegbereitern und seiner Ehefrau Anne für die Unterstützung gedankt: „Es war eine Herkulesarbeit, bis dieser Verein gegründet war. Doch heute können wir stolz sein, dass der Löwenanteil der Arbeit geleistet ist.“ Sein Wunsch, die Arbeit auch weiterhin mit Spenden zu unterstützen, erfüllte Lissy Rees vom Schwarzwaldverein Kirchzarten prompt und überreichte Trotter einen Scheck über einhundert Euro für die Vereinsaufgaben.

Gerhard Lück, 17.7..2010, www.dreisamtaeler.de

 

 

 

 

Tagebuch von Rudolf Mäder – Grenzerfahrungen 

Mit Fotos und Hinweisen über Streckenführung und Übernachtungsmöglichkeiten. Im Zeichen der Muschel berichtet der Autor in seinem 315 seitigen Tagebuch über seine Erlebnisse, Erfahrungen und Empfindungen, die er auf seinen zwei Pilgerreisen mit dem Fahrrad vom Schwarzwald nach Santiago de Compostela in Nordwestspanien gemacht hat. Vor allem berichtet er über das Erleben und Empfinden während seiner Reise, die er allein gemacht hat und der ein Jahr später erfolgten Reise zu zweit. Oft hat er in diesen langen 26 Tagen, als er einsam, verlassen und allein über Berge und Höhen, durch Täler und Wälder, über belebte Straßen und einsame Wege gefahren ist, über sich, sein Leben und den Sinn einer solchen Pilgerreise nachgedacht. Andererseits erlebte er aber auch sehr viele interessante, spirituell und religiös anregende und befruchtende Begegnungen mit anderen Pilgern. Es gab auch unfreiwillige und überraschende Ereignisse, lustige Begebenheiten, abenteuerliche Pannen und gefährliche Situationen. Im Unterschied zur ersten Pilgerreise berichtet er auch über das ganz andere kommunikative Erleben während der Reise zu zweit und die damit verbundenen andersartigen Erfahrungen. Diese werden ergänzt durch die zusätzlichen Tagebucheintragungen seines Freundes und Mitpilgers Mariano Antón. Die erste Pilgerreise führte von der Jakobuskapelle in Buchenbach/Himmelreich bei Freiburg im Breisgau in 26 Tagen über 2280 km auf der „Via Podiensis“ zum Ziel, die zweite von der Jakobuskirche in Stegen/Eschbach bei Freiburg im Breisgau in 27 Tagen über 2235 km auf der „Via Lemovicensis“.

„El Camino es la Meta“ (Der Weg ist das Ziel) – Tagebuch von Rudolf Mäder
ISBN Nummer 978-3-00-024711-8 Preis 19,90 € oder 29,90 CHF. Bezug direkt: Tel 07661/1470, Mail:maeder@t-online.de, www.mäder-jakobsweg.de oder im Buchhandel. Der Autor hält auf Wunsch auch Vorträge über diese Pilgerfahrt.

11.2.2010, www.dreisamtaeler.de

 

 

Pilgerwege über Freiburg und C-Punkt

Freiburg ist zunehmend beliebter Teil des Jakobsweges – Kerkeling-Buch wirkt nach

Seit Hape Kerkeling vor drei Jahren „Ich bin dann mal weg – Meine Reise auf dem Jakobsweg“ veröffentlichte, ist es nicht nur unter Pilgern beliebt, den Jakobsweg zu begehen. „Gepilgert wird schon seit Jahrhunderten“, weiß Karl Uhl aus Elzach (70), der sich in der Badischen St. Jakobusgesellschaft engagiert, „aber erst seit den 1990er Jahren beginnen immer mehr Pilger ihre Reise in Deutschland, Polen oder Tschechien und pilgern dann über Freiburg“. Der Pilgerboom in Europa ist auch in Freiburg angekommen. „Hier kommen im Jahr bis zu 200 Pilger vorbei“, so Michaela Elbs, Mitarbeiterin des C-Punktes. Allerdings werden die Pilger bisher nicht statistisch erfasst. Zudem machen nicht alle Pilger beim C-Punkt Halt. „Wir merken aber eine deutliche Zunahme“, so Elbs. Sie kommen aus Heilbronn, Esslingen, Bielefeld, Frankenthal, aber auch aus Wien, Winnenden, Coburg oder Rottenburg. Ihr Ziel ist das Grab des Apostels Jakobus in Santiago de Compostela in Spanien, ihre Motivation ganz unterschiedlich. In Freiburg bekommen sie im C-Punkt – dem Münsterladen – einen Kaffee, können ihren Rucksack abstellen und erhalten den Pilgerstempel. Der ist wichtig, denn er berechtigt die Pilger in den ehrenamtlich geführten Pilgerherbergen zu übernachten. In Freiburg kommen die Pilger in den Klöstern St. Elisabeth oder St. Lioba, bei Privatpersonen oder auch einmal bereits beim Dompfarrer unter. „Ein Pilger ist man erst ab einer zusammenhängenden Wanderstrecke von 100 bis 150 Kilometern“, weiß Bettina Derndinger, Religionspädagogin, die stundenweise im C-Punkt arbeitet und dort auch immer wieder Pilgern begegnet. „Weil wir noch keinen Pilgerstempel mit der Jakobsmuschel haben, bekommen die Pilger bei uns den Stempel der Münsterbauhütte oder einen eigens für die Pilger erstellten Stempel“. „Viele Menschen pilgern in Abschnitten“, erklärt Uhl, „sie wandern beispielsweise von Freiburg bis nach Taizé in Frankreich und pilgern dann im nächsten Jahr von Taizé aus weiter bis nach Santiago de Compostela. Nicht jeder hat die Zeit, die 2400 Kilometer oder mehr in einem zu pilgern“. In Spanien sei die Infrastruktur des St. Jakobsweges sehr viel besser ausgebaut. Es gebe ehrenamtlich geführte Herbergen, die Wege seien besser beschildert und es pilgerten sehr viel mehr Menschen, sagt Uhl. Die Pilgerbewegung ist in Süddeutschland noch im Aufbau. Seit April dieses Jahres gibt es in Oberrimsingen eine erste sehr einfache Pilgerherberge mit vier Betten, Toilette und kaltem Wasser. Wer pilgern möchte, muss zunächst einen Pilgerausweis beantragen. „Nahezu jeden Tag bekommen wir bei der Badischen St. Jakobusgesellschaft einen Antrag auf einen Pilgerausweis“, berichtet Uhl. Interessant sei, dass man früher vor allem in den Sommermonaten pilgerte, heute aber auch der Winter keine pilgerfreie Zeit mehr sei. Die St. Jakobusgesellschaft plant die Pilgerwege von Freiburg aus bis zur nächsten Station in Thann in den Vogesen in diesem Winter mit den Muschelzeichen auszuschildern.
4.11.2009, Maike Busson-Spielberger, www.stadtkurier.de

 

Neuer Himmelreich-Jakobusweg: Förderverein sucht Mitglieder

Auf den Spuren des heiligen Jakobus zu pilgern, liegt derzeit im Trend. An die 700 000 Treffer werfen Internetsuchmaschinen beim Stichwort Jakobusweg aus. Es erscheinen Reiseberichte, Buchtitel, Routenbeschreibungen und Übersichtskarten. Nun soll die rund 140 Kilometer lange Strecke Himmelreich-Jakobusweg dazu kommen. In Kirchzarten gründete sich jetzt ein Förderverein. BZ-Mitarbeiterin Silvia Faller sprach mit dem Initiator und Gründungsvorsitzenden Erhard Trotter, 66, Unternehmensberater aus Teningen.
….
BZ: Wie sind Sie auf die Idee gekommen, nun auch noch den Weg über Himmelreich auszuweisen?
Trotter: Uns liegt eine alte französische Karte vor, die den Weg von Ost nach West, und zwar von Krakau über Prag, Stuttgart und Villingen über den Schwarzwald durch das Höllental hinab an Himmelreich vorbei nach Freiburg als Pilgerweg darstellt. Hier in Himmelreich gibt es zudem eine Kapelle, die dem heiligen Jakobusweg geweiht ist und als frühere Pilgerstation bekannt ist.
BZ: Geht es nicht auch um eine touristische Förderung?
Trotter: Natürlich wird der eine oder andere Gast in die Gaststätten und Herbergen entlang des Weges und auch in das Hofgut Himmelreich einkehren. Ein touristischer Effekt ist für die ganze Region wahrscheinlich. Es geht aber in erster Linie darum, Pilgern, die nicht den ganz großen Weg gehen wollen, hier in der Region etwas anzubieten und auch darum, einen früheren Pilgerweg wiederzubeleben, der Teil unserer Kulturgeschichte ist. Der Weg, den wir ausschildern wollen, zweigt vom Jakobusweg von Rottweil nach Schaffhausen ab, führt weiter über Bräunlingen, Löffingen, Neustadt, Hinterzarten und Kirchzarten nach Freiburg und von dort über Freiburg-St. Georgen, das auch als Station auf dem Weg von Rottenburg ins elsässische Thann ausgewiesen ist, nach Ebringen und weiter durch die Vorbergzone des Schwarzwaldes bis nach Weil am Rhein, wo die letzte der insgesamt neun Tagesetappen beginnt und im schweizerischen Aesch endet. Von St. Georgen bis Weil am Rhein verläuft die Strecke weitgehend entsprechend dem Markgräfler Wiiwegli. Von dort wird es einen Anschluss über Basel nach Aesch geben, wo der Baseler Weg in Richtung Lausanne anschließt, der zu den großen europäischen Fernwegen zählt.
Trotter: Wir benötigen zwischen 7000 und 8000 Euro, wovon der größte Teil tatsächlich für die Schilder und das Befestigungsmaterial, aber auch für den Pilgerführer gebraucht wird. Der neu gegründete Verein sammelt nun Spenden dafür und wird auch die Beschilderung verantworten. Wir werden dabei mit demSchwarzwaldverein kooperieren, denn wir nutzen von ihm bereits ausgeschilderte Wege.
Alles Silvia Faller vom 31.7.2009 bitte lesen auf
http://www.badische-zeitung.de/kreis-breisgau-hochschwarzwald/neue-schilder-fuer-alten-pilgerweg–17780894.html

Gemeinnütziger Förderverein Himmelreich-Jakobusweg
Jahresbeitrag 20 Euro für Familien, 15 Euro für Erwachsene, 8 Euro für Jugendliche.
Erhard Trotter, Teningen, et@trotter-hc.de, Tel 07641-914710

 

 Köln – Oberrotweil – Taize – Compostela zu Fuß mit drei Eseln

Rund 2500 Kilometer unterwegs auf Schusters Rappen, das ist der Plan von Marion und Jürgen Neumann. Das Kölner Ehepaar will nach Santiago de Compostela im Nordwesten Spaniens pilgern. Ihre treuen Begleiter dabei sind die 3 Esel Bodega, Prinz und Jumper. Das Quintett legte kürzlich einen Zwischenstopp in Oberrotweil ein, wo die beiden Pilger bei der Weinlese mithalfen.

Die Neumanns in Oberrotweil – Bild: Bohn

“Das ist für uns der absolute Luxus” , betont Jürgen Neumann, der sich an seiner blauen Emailtasse voll warmem Kaffee wärmt. Auf der bisherigen Tour war meist ein tonnenförmiges Zelt Schlafstätte der beiden Pilger. Hier, auf dem Hof von Hans-Peter Bitzenhofer in Oberrotweil, wo die zwei bei der Weinlese helfen, können sie sogar in einem Wohnwagen übernachten. Doch leider gebe es in den kommenden Tagen nicht mehr viel für sie im Weinberg zu tun, schildert Neumann. “Der Müller ist schon im Keller und der Burgunder braucht noch ein bisschen.” Deshalb will das Paar nach fast eineinhalb Wochen am Kaiserstuhl in den nächsten Tagen wieder aufbrechen. “Im Moment bringen wir noch unsere Sachen in Ordnung”, sagt er.
Die Reifen an einem kleinen Handwagen, der mit dem robusten Allwetterzelt und den dicken Schlafsäcken bepackt ist, sehen schon etwas mitgenommen aus. “Die sollen ersetzt werden” , meint er und tippt auf den rissigen Radmantel. Außerdem stellt Neumann Hufschuhe für die Esel her, denn besonders asphaltierte Straßen seien sehr anstrengend für die Tiere. Demnächst wolle man wieder aufbrechen. Geplant sei, über die Rheinbrücke bei Sasbach nach Frankreich zu gelangen. Wo genau die erste Nacht auf der anderen Rheinseite verbracht wird, sei allerdings noch nicht ganz sicher. Sorgen wegen der Verständigung machen sich die Neumanns, die weder französisch noch spanisch sprechen, allerdings nicht. “Auch das bekommen wir hin” , sind sich die zwei sicher. Mit Gelegenheitsjobs, meist gegen ein warmes Essen und ein trockenes Dach über dem Kopf, haben sich die Pilger in der vergangenen Zeit durchgeschlagen. Jürgen Neumann, der gelernter Werkzeugmacher ist, bezeichnet sich selbst als handwerklichen Allrounder. Der 55-Jährige macht alles von Streichen bis Schweißen. “Wir packen gerne an, wo Hilfe gebraucht wird”, macht Marion Neumann klar. Die 46-Jährige war früher als Arzthelferin tätig. Einen Blitzschlag habe sie allerdings nur mit dauerhaften Schäden überlebt und seither sei sie nicht mehr ganz arbeitsfähig, erzählt die Pilgerin. Auch das sei mit ein Grund dafür gewesen, dass die beiden den Entschluss zu ihrem abenteuerlichen Plan gefasst haben. “Es kam knüppeldick”, betont Marion Neumann, die wie ihr Mann immer wieder einen Schluck Kaffee aus ihrem Emailbecher trinkt. Viele Ereignisse hätten sich angehäuft. Unter anderem starb plötzlich Jürgen Neumanns Bruder, dessen Großgärtnerei er kurzerhand übernahm. Ohne allerdings zu wissen, dass der Betrieb hoch verschuldet war, und so zehrten die Schulden am Vermögen des Paares. “Wir wussten oft nicht mehr, wie es weitergehen sollte, und wollten einfach mal eine Auszeit nehmen, um alles zu verarbeiten”, schildert Jürgen Neumann. Gesagt, getan! Die Neumanns packten, verkauften ihren übrigen Besitz für die Reise und  machten sich von einer kleinen Kölner Vorstadt aus zusammen mit ihren 3 Eseln vor rund 4 Monaten auf den Weg. Den nächsten längeren Aufenthalt will das Ehepaar bei derGemeinschaft von Taizé verbringen. Dort wollen die beiden zusammen mit ihren Eseln ihr Winterquartier beziehen. “Im Juni oder Juli 2009 wollen wir dann in Santiago ankommen” , berichtet Marion Neumann. Aber damit sind sie noch nicht am Ziel ihrer Pilgerreise angelangt. Danach soll es noch nach Assisi und Rom gehen und so werden die Pilger wohl noch bis 2011 unterwegs sein.  …
Kompletten Beitrag von Benjamin Bohn vom 4.10.2008 bitte auf www.badische-zeitung.de lesen
Compostela-Pilger Karl Uhl aus Elzach arbeitete als Hospitalero

1994 ist Karl Uhl erstmals auf dem Jakobsweg ins nordwestspanische Santiago de Compostela unterwegs gewesen. Seither hat der Weg, der “camino” ihn nicht mehr losgelassen, immer wieder ist er ihn gegangen. In diesem Jahr arbeitete Uhl nun zwei Wochen als Hospitalero in einer großen Herberge am spanischen Jakobsweg.

Der Jakobsweg ist ein fester Bestandteil im Leben von Karl Uhl. Der Elzacher ist Mitglied in derJakobusgesellschaft und kümmert sich dort ums “Jakobusblättle” . 1994 ging er erstmals mit seiner Tochter auf den camino in Spanien, damals als “Radpilger” . Schon ein Jahr später wagt er es zu Fuß, den “großen camino” , so Uhl. Damals entdeckt er an einer Herberge ein Schild, das auf das Jugendwerk in Oberrimsingen hinweist. “Das Schild wies darauf hin, das Jugendliche aus Oberrimsingen geholfen hatten, die Herberge zu sanieren” , berichtet Karl Uhl. Kurz darauf wurde das Projekt imKonradsblatt vorgestellt. Karl Uhl war beeindruckt und spendete Geld an das Projekt. Der Kontakt zur Jakobusgesellschaft war somit geknüpft. 2002 entstand schließlich ein neues Projekt derselben Art: “Pilgern als therapeutische Maßnahme” . So gehen die Jugendlichen mit Betreuern jedes Jahr zwei Wochen einen Teil des Jakobsweges. “Anfangs waren es rund 40 Jugendliche, nun sind es über 100″ , sagt Karl Uhl, der seit 2002 die Jugendlichen auf ihrem Weg begleitet. Auch in diesem Jahr war er mit dabei. Bis Mitte August war er so selbst auf dem camino als Pilger unterwegs, dann wechselte Karl Uhl die Seiten und arbeitete als “hospitalero” , als Freiwilliger in einer großen Herberge in Ponferrada. “Ich habe schon oft die Gastfreundschaft genossen, ich wollte nun gerne etwas zurückgeben” , erklärt Karl Uhl seine Beweggründe. Über seine Kontakte findet er schließlich eine Herberge, in der in der “Pilgerhochsaison” im August zwei Wochen seinen Dienst tun kann. “Meine anderen Aktivitäten habe ich alle drum herum gruppiert” , so Uhl, der voller Begeisterung von seinen Erlebnissen berichtet.

Am 14. August begann schließlich sein Dienst in der Herberge, übrigens eine der großen kirchlichen Herbergen auf Spendenbasis. Die Herberge wird dabei im Sommer von freiwilligen Helfern geführt. Bis zu fünf Helfer kümmern sich um die Pilger und 174 Betten. “Da muss geschafft werden” , so Uhl, denn es kann schon mal sein, dass bis zu 250 Pilger um eine Übernachtung bitten. “Wir haben nie jemand abgewiesen.” Von seinem Tagesablauf berichtet Uhl: “Morgens wird geputzt und um 13 Uhr wird die Herberge aufgemacht.” Dann stehen im Innenhof schon die ersten Pilger. Da werden die Strümpfe runtergezogen, die wunden Füße gepflegt, sich ausgeruht. In Ponferrada gab es immer einen Begrüßungstee für die Pilger, die in ihrer Erschöpfung und Erwartung dem Hospitalero schon mal um den Hals gefallen sind. “Wenn deutsche Pilger bemerkt haben, dass ich Deutsch spreche, haben sie sich immer gefreut.” Uhl hat auch einen Tübinger getroffen, der auf seinem Weg nach Santiago zuvor in Elzach übernachtet hatte. Dann wird ein Tisch hingestellt, ein Hospitalero schreibt ein, der andere weist ein. Denn in den Herbergen werden auch die Pilgerstempel in die Pilgerpässe gegeben. International seien die Gäste der Herberge gewesen. “Viele Spanier und Italiener und dann kommt die halbe Welt.” Mit der Hospitalera Carmen aus Andalusien verständigt sich Uhl, der “nicht viel Spanisch” kann, mit “Hand und Fuß” . Beim Einteilen der Schlafplätze musste man Fingerspitzengefühl zeigen. Für die Hospitaleros gab es in dem Gebäude einen Extraflügel. In der Küche der Herberge konnten sich die Pilger ihr Essen zu bereiten, im Innenhof saß man beisammen und berichtet sich von seinen Erlebnissen. Doch es geht streng zu in einer solchen Herberge. “Um 22.30 Uhr war Schluss.” Karl Uhl erzählt auch von dem “Wunder des Weges” , von dem Abendgebet in der Kapelle der Herberge. “Das Vater Unser wurde in allen Sprachen hintereinander gesprochen, das ist sehr berührend.” Auch ein Psalmgebet wurde in sechs Sprachen gesprochen. Nach der Nachtruhe gehen dann viele Pilger schon um sechs Uhr morgens mit Stirnlampe auf den Camino. “Du stehst dann da und hilfst.” Sobald die Pilger weg sind schwingen die Hospitaleros ab 7.30 Uhr den Putzlappen. “Das ist eine Riesenarbeit. Es muss so sauber sein, dass man auf dem Boden essen kann” , erklärt Uhl. Mittags stehen dann schon wieder Pilger vor der Tür. “Das ist der Lohn, wenn die sich freuen.” Für ihn gab es in den zwei Wochen nur wenig Freizeit. “Zwei Tage waren wir sogar nur zu zweit. Das war hart. Da haben dann Pilger geholfen, die nicht weiterlaufen konnten und ausnahmsweise eine Nacht länger blieben und sogar der Pater half, den Schlafsaal zu putzen. So hat es sich gefügt, das macht den Weg aus. Es ist ein Geben und Nehmen” , findet Uhl. “Am 1. September habe ich dann noch geputzt bis um 10, dann bin ich losgelaufen und war auch selbst wieder Pilger” . Jeden Tag auf seinem Weg nach Santiago trifft Karl Uhl Pilger, die bei ihm in der Herberge übernachtet haben. Am 8. September ist der Elzacher dann schließlich am Ende des Jakosbsweges in Santiago de Compostela angekommen. Rund 700 Kilometer hat er in den Wochen bewältigt.
Silke Nitz, 29.12.2007, www.badische-zeitung.de

 

 

Da passiert ein Stück Menschwerdung

… Für Markus Duchardt ist darüber hinaus noch entscheidend: “Es geht um die Wahrhaftigkeit vor mir selbst.” Der Geistliche Begleiter der Badischen St. Jakobusgesellschaft hat selbst mehrfach erlebt, was gleichsam menschliches Allgemeingut ist: Die wichtigsten Erfahrungen machen Menschen auf dem Weg. Denn zum Pilgern gehört es aufzubrechen, etwas hinter sich zu lassen, zu gehen, zu spüren, wie schwer der nächste Schritt fällt, und doch mit einem Ziel weiterzugehen. “Wenn ich zurückkomme, bin ich ein anderer als der, als der ich losgegangen bin.” Die Erfahrung des Unbehaustseins, hat Petra Wagner erlebt, “verändert eigentlich jeden” . Begegnungen auf dem Weg, in den Pilgerherbergen. Menschen erzählen anderen ihre Lebensgeschichte. Neues lernen und sich verändern. Mit sich selber konfrontiert sein und klar kommen müssen. Auch mit anderen: “Der Jakobsweg ist ein tägliches Pfingstwunder — auch ohne Sprachkenntnisse entsteht Gemeinschaft.” Jeden Tag zwanzig bis dreißig Kilometer auf den Caminos, den in ganz Europa verästelten Zubringer-Wegen. Die zum Großen Jakobsweg, dem Camino Real führen, der in Puente la Reina beginnt und in Santiago de Compostela endet. “Dieses Ziel” , sagt Markus Duchardt, “dieser geprägte Ort verwandelt den Weg und verwandelt den Menschen.” Pilgern hat für ihn deshalb etwas mit einer Lebensumkehr zu tun, mit einer Spiritualität, die Menschen dazu bringt, einen neuen Anfang zu setzen. Weshalb für manche die Ankunft in Santiago eine große Enttäuschung ist, weil sie nicht wissen, wie’s jetzt weiter geht in ihrem Leben. Markus Duchardt: “Aber der Pilgerweg hilft mir auch, mich selbst aushalten zu lernen — es ist ein Stück Menschwerdung, die da passiert.” Das hat auch einer erfahren und es öffentlich gemacht, von dem das nicht unbedingt zu erwarten war. Der Unterhaltungskünstler Hape Kerkeling sagt es freimütig: “Zuerst habe ich mich und dann Gott gefunden.” Das ist nicht theoretisch zu machen, meint der Priester Markus Duchardt, “man muss es selbst erfahren” . Wie diesen Geist, der auf dem Jakobsweg die Jahrhunderte des Pilgerns spürbar werden lässt. Und das machen nicht die Stempel im Pilgerbuch, die es in den Pilgerherbergen, den Rathäusern und Touristenbüros am Weg gibt und die für eine Pilgerurkunde nötig sind. Es ist vielmehr das Unterwegssein zu Fuß. “Dieses Laufen hat was”, erfährt Petra Wagner seit fünf Jahren, “nicht nur ich mache den Weg, der Weg macht auch mich; da wächst was — und das kann für jeden ganz unterschiedlich sein.” Das schätzt auch Markus Duchardt als “das Schöne am Jakobsweg: Da ist nichts Abgehobenes, sondern die Erfahrungen kommen auf mich herunter, ich brauche nichts zu leisten.” Außer trotz wunden Füßen weiterzulaufen; zuvor verdrängte Gedanken immer wieder kommen zu lassen, bis sie irgendwann wegbleiben; mittags nicht zu wissen, wo und ob abends noch ein Platz in der Herberge ist; immer wieder loszulassen, sich selbst auszuhalten und so zu sich selbst zu kommen; am Ende ein anderer zu sein als am Anfang. “Ich glaube” , sagt Markus Duchardt, “dass die Kirche den Jakobsweg, wieder, entdecken muss.” …..
Alles von Gerhard M. Kirk vom 24.12.2007 auf www.badische-zeitung.de lesen

 

Erwin Philipp – 2500 km mit 61 per Fahrrad von Emmendingen bis Santiago

“Man trifft da schon die ganze Welt” , sagt Erwin Philipp und meint den Jakobsweg, auf dem er im Frühsommer nach Santiago de Compostela geradelt ist. Zurückgekommen ist er mit drei Tagebüchern, einem Umzugskarton voller Prospekte und Bücher — und “einem Wust von Eindrücken” .

2500 Kilometer mit 15 000 Höhenmetern liegen hinter ihm, die er in fast zwei Monaten und in Etappen von durchschnittlich 60 Kilometern bewältigt hat; zwölf Kilometer war die kürzeste, 112 Kilometer die längste Etappe. Er hat sich Zeit gelassen, die Orte und die eindrucksvollen Kirchen am Weg kennen zu lernen; das Riesenvolumen der Kirchenkultur vor allem in Nordspanien hat ihn ungeheuer beeindruckt.

Für den 61-Jährigen war die Fahrt auf dem Pilgerweg der Schnitt zwischen Berufsleben und “Nichtstun” . “Ein guter Schnitt — es war richtig” , sagt er jetzt. Denn der Jakobsweg ist kein Weg wie jeder andere. Wer ihn geht, ist Pilger. Und Pilger gehen in der Regel aufeinander zu, besprechen in kürzester Zeit die intimsten und privatesten Probleme. “Ein bisschen ist es wie im Internet, keiner kann’s nachprüfen und man trifft sich ja nie wieder” , meint Philipp. Viele Pilger seien weder gläubig noch katholisch, sondern wollten mit sich ins Reine kommen. Außerdem sind die Jakobswege bekannte und beliebte Wanderwege. Dennoch: “Es ist was anderes, als wenn man von Garmisch-Partenkirchen nach Flensburg radelt.” Jeder spreche jeden an, frage nach dem Woher und Wohin, dem Warum: “Man fühlt sich wie in einer Familie.” In Frankreich war Philipp mehr oder weniger allein mit sich und dem vielen Vieh auf den Weiden, wie er erzählt. Wenn er sich jedoch in Spanien am Pilgerweg niederließ, kamen alle 20 Minuten ein, zwei Pilger vorbei. Die Wanderer starten in der Regel sehr früh, der Hitze wegen — doch in diesem Sommer war es so kalt, dass er häufig bis mittags die Handschuhe anbehielt. Außerdem schließen die Refugien, die Pilgerherbergen, bereits morgens um 8 Uhr — Philipp ging dann in der Regel erst mal frühstücken. In Santiago angekommen, sei er erst einmal in eine Art emotionales Loch gefallen, berichtet er: “Jetzt bis du da — und was machst du morgen?” Irgendwie war die Luft ’raus. Doch eine Führung im Dom versöhnte ihn mit der Situation: “Man könnte sich tagelang dort aufhalten, ohne etwas zweimal anzusehen.” Ähnlich war es ihm in Pamplona gegangen. Die ganze Reise barg für ihn ungeheuer viele Emotionen, vielleicht weil sein kleines Reich in dieser Zeit, sein Rad, so überschaubar war: “Wenn da was schief geht, ist es eine Katastrophe” . Etwa, als seine Kamera plötzlich weg war, nachdem er sich bei Regen untergestellt hatte. Was ihn, nachdem er längst im Hotel lag, gegen jede Vernunft nochmals zurück an jenen Platz trieb, wo er gewartet hatte, kann er nicht erklären — doch da lag sie, die Kamera, unversehrt und vor Regen geschützt. “Sie muss mir aus der Tasche gefallen sein und jemand hat sie aufgehoben” , vermutet er. Die Hilfsbereitschaft der Menschen, wenn ihm etwas fehlte oder verloren ging, hat ihn generell beeindruckt. Alle kümmerten sich rührend um ihn, erzählt er, obwohl (oder weil?) er oft so schlimm ausgesehen habe, dass “ich mir oft selbst kein Zimmer gegeben hätte.” Unter Pilgern ist vieles selbstverständlich, was anderswo nicht geschehen würde. Da drückt ihm der Leiter eines Refugiums, jenen Pilgerstätten, die er in Spanien gern genutzt hat, einen Adapter in die Hand, den eine andere Deutsche (mindestens 50 Prozent der Pilger seien aus Deutschland) verloren hat. Während er noch das Refugium sucht, in dem sie abgestiegen sein müsste, spricht ihn die Verliererin an.
Bleiben wird auch die Erinnerung an die gemeinsame Runden in den Pilgerherbergen – die abendlichen Gespräche, der ernsthafte Austausch zählt zu Philipps wichtigsten Eindrücken. Hape Kerkelings harsche Kritik an den Refugien kann er so nicht teilen. Die vielen Erlebnisse sind so frisch und turbulent in seinem Kopf, dass sie in kein Konzept passen. “Ich war noch nie so niedergeschlagen und habe noch nie so viele Highlights erlebt wie auf dieser Reise,” sagt Philipp. Er würde den Pilgerweg jedem empfehlen, auch wenn man seines Erachtens nicht unbedingt schon in Emmendingen anfangen müsse. Nochmal freilich wollte er diesen Weg nicht machen — allenfalls, wenn seine Frau sich dafür interessiere, und dann auch nur in gezielten Teilstücken.
Sylvia-Karina Jahn, 10.12.2007, BZ

 

 Allein im Rollstuhl auf dem Jakobsweg 
Felix Bernhard: Dem eigenen Leben auf der Spur 

Das Wichtigste ist, die Barriere im Kopf zu überwinden”, sagt Felix Bernhard. Er ist auf dem Weg in eine Karaoke-Bar, wo der Rock-Fan donnerstagabends gelegentlich mit anderen Leuten zu Playback singt. Zuvor war er noch beim Krafttraining im Fitnesscenter. “Ich habe damals in der Klinik den Entschluss gefasst, ein Leben zu leben, in dem ich alles erreiche, was ich auch ohne Rollstuhl erreichen kann.” Diesem Ziel ist er Schritt für Schritt gefolgt. Felix Bernhard ist 33 und Angestellter einer großen Bank in Frankfurt am Main. Seit einem Motorradunfall vor dreizehn Jahren ist er querschnittsgelähmt. Dennoch ist er bereits dreimal den Jakobsweg gegangen. 2250 Kilometer hat er als Pilger hinter sich gebracht — allein und im Rollstuhl. Er überwand steile Pässe und endlose Ebenen unter sengender Sonne und in strömendem Regen. Immer wieder versackten die Räder des Rollstuhls in tiefem Sand oder Schlamm. Über seine Erfahrungen hat Felix Bernhard nun ein Buch geschrieben: “Dem eigenen Leben auf der Spur. Als Pilger auf dem Jakobsweg” . “Natürlich studiere ich vorher den Wanderführer. Wenn dort von einem steilen schweren Stück die Rede ist, weiß ich, ich muss eine Alternativroute suchen.” Trotzdem passierte es immer wieder, dass Felix Bernhard plötzlich vor einem unerwarteten Hindernis stand. Eine 80 Zentimeter hohe Felsschwelle etwa, über die Nichtbehinderte schnell klettern. Anders Felix Bernhard: Er steigt aus dem Rollstuhl aus, zieht ihn über die Schwelle und setzt sich dann wieder hinein. Ein enormer Kraftaufwand. “In solchen Situationen frage ich mich: Ist das die Art — das ist jetzt ein großes Wort — Katharsis, die ich mir erhofft habe?”

Auf seinen Pilgerreisen will er Ängste überwinden, seine physischen und psychischen Grenzen erweitern auf der Suche nach Antworten auf die tieferen Fragen seines Lebens. Durch das Pilgern ist sein “Gottvertrauen” mit jedem Kilometer gewachsen. Immer wieder tauchte wie aus dem Nichts Hilfe auf, wenn er in Not war. So als er am Ende eines anstrengenden Pilgertages, völlig erschöpft in Cea anlangte. Die Straße in den Ort hinein ist steil. Da stürmt aus einem Haus eine rüstige Spanierin und schiebt ihn kurzerhand hinauf. Er ließ es dankbar geschehen. “Es ist ungefragte Hilfe zur perfekten Zeit in der richtigen Dosierung. Die Wunder des Jakobswegs sind manchmal groß und manchmal klein.” Auf eine drängende Frage allerdings hat Felix Bernhard bislang keine Antwort gefunden: Wie es zu dem schrecklichen Unfall damals kam — daran kann er sich bis heute nicht erinnern. Nur so viel: Es war strahlender Sonnenschein am 24. Mai 1993, als er mit seiner Kawasaki LTD 440 und Tempo 100 Berlin auf der Autobahn in Richtung Polen verließ. Der Polizeibericht schließt später Alkohol und Fremdeinwirkung als Unfallursache aus. Felix Bernhard wachte zwischen den Leitplanken auf. Dieser Moment hat sich in sein Hirn eingebrannt. Er wollte aufstehen. Die Sanitäter sagten, sie müssten seine braune Lederjacke aufschneiden. “Und ich: ,Nein, das gute Stück’ . Ich sah darin aus wie Bon Jovi.” In dem Moment begriff er, was mit ihm los war: Querschnittslähmung. “Dann fiel ich erstmal ins Koma.”
Das Erwachen war grausam: Felix Bernhard ist 19 und muss begreifen, dass er nicht mehr gehen und von der Hüfte abwärts nichts mehr spüren kann. Früher ruderte er, schaffte sogar einen vierten Platz bei den deutschen Meisterschaften. Seine Fitness lässt ihn die Unfallfolgen körperlich gut verkraften. Sie seelisch zu verarbeiten, dauert Jahre. Eine Liebesbeziehung hilft ihm dabei. Gemeinsam mit seiner Freundin zieht er nach Freiburg, studiert Betriebswirtschaft. Anschließend geht er mit einem Stipendium für drei Jahre in die USA, wo er einen wesentlich ungezwungeneren Umgang mit Behinderten erlebt. Statt “Alles wird gut” hört er die Amerikaner sagen “All is well” — alles ist gut.

Felix Bernhard hat sich diese Maxime zu eigen gemacht. So bewahrt er sich seine Lebenslust. Obwohl er sich im Rollstuhl fortbewegt, sagt er selbstbewusst: “Ich gehe” — nicht “Ich rolle” . Dieses Wort klingt ihm “zu behindert” . “Es schafft ein Ungleichgewicht. Alle denken: Der kann nicht laufen, also müssen wir auf ihn aufpassen. Nein, ich werde schon sagen, was ich kann und was nicht.” Seit dem Unfall kann er nur noch 25 Prozent seiner Muskeln willentlich steuern. Für den Jakobsweg hatte er sechs Monate hart trainiert und sich fast jedes Wochenende im Hochtaunus, Spessart oder Odenwald mit dem Rollstuhl die Hänge hinaufgequält. In einem solchen “Omi-Chopper” mit vier Rädern zu sitzen, hätte er sich früher nie vorstellen können. Nur mühsam hat sich der 1,90 Meter große junge Mann daran gewöhnt, die Welt aus Brusthöhe zu sehen und zu anderen Menschen immer aufzublicken. Beim Pilgern ist das alles vergessen. Mit ausgebreiteten Armen rast Felix Bernhard eine kleine Steigung hinunter und singt “I believe I can fly”. Auf ebener Strecke muss er die Räder seines “Aktiv-Rollstuhls mit extra verhärtetem Rahmen” mit beiden Händen antreiben. Nach einer Stunde bildet sich die erste Blase an der rechten Hand — trotz der dicken Lederhandschuhe aus dem Army-Shop. Abends in der Herberge erschrickt er über seine wunden Hände. Um eine Infektion zu verhindern, pinkelt er in die Handschuhe — ein Trick aus seiner Bundeswehrzeit. Endlich, nach 81 Tagen, erreicht Felix Bernhard Santiago de Compostela — eine Woche früher als geplant. Im Schnitt hat er jeden Tag 31 Kilometer zurückgelegt. Er hat seine seelischen Baustellen aufgeräumt und alten Groll gelöst. Stolz nimmt er seine Pilgerurkunde in Empfang. Voll neuer Kraft und Zuversicht kehrt er nach Frankfurt zurück. Hier “rollt” er wieder wie gewohnt jeden Tag zur Arbeit — ohne Motor und bei jedem Wetter. Wie Christopher Reeves, der verstorbene Darsteller des Superman, glaubt Felix Bernhard fest daran, dass er eines Tages wieder gehen kann. Neue medizinische Forschungen machen es vielleicht möglich. “Und wenn ich dann 70 bin — egal. Die meisten Menschen freuen sich in diesem Alter, wenn sie durch die Gegend geschoben werden. Und ich ändere noch einmal komplett mein Leben und sage: So, jetzt gehen wir in die Disco, Mann!”
Rebecca Hillauer, 25.6.2007

Felix Bernhard: “Dem eigenen Leben auf der Spur. Als Pilger auf dem Jakobsweg” ,
Scherz Verlag 2007, 18,90 Euro.

 

 

 

 

Unterwegs von Neustadt nach Santiago

Das gemeinsame Ziel der “Jakobspilgerinnen und -pilger” ist Santiago de Compostela in Nordspanien. Der Ausgangspunkt ihrer Reise ist meistens am Fuße der Pyrenäen. Anders bei Michael Faller aus Neustadt: Am Morgen des Ostermontags startet er am Jakobusmünster in Neustadt auf seinen neunwöchigen Fußweg nach Spanien. Von dieser nicht alltäglichen Pilgerreise erzählt Michael Faller auf Einladung der Kolpingsfamilie sowie der Evangelischen und Katholischen Erwachsenenbildung Hochschwarzwald. In Text und Dias wird er die Zuhörer auf seinen Pilgerweg mitnehmen. Dorothea Welle wird nach Art der Herbergsleute die Gäste begrüßen und verabschieden. Der Vortrag am Mittwoch, 29. November, um 20 Uhr im Thomasheim in Neustadt ist eine Benefizveranstaltung zugunsten der Renovierung des Jakobus-Münsters.
27.11.2006, Badische Zeitung

Jakobsweg für Jugendliche – 900 Kilometer allein mit sich selbst

Die Menschen und die Schönheit der Natur haben es der pensionierten Lehrerin Ingeborg Alsleben aus Löffingen schon immer angetan. Wenn es irgendwie möglich war, ging sie früher mit ihren Schülern von der Grund- und Hauptschule Löffingen in die Natur, um vor Ort die Dinge zu erkunden. Da sie der Überzeugung ist, dass man die Schöpfung am besten auf “Schusters Rappen” erleben kann, hat Ingeborg Alsleben schon viele Flecken der Erde erwandert. Nun erkundete sie ganz alleine den letzten Abschnitt des Jakobswegs in Spanien.

Der Pilgerpfad von den Pyrenäen bis nach Santiago de Compostela galt im Mittelalter neben den Wallfahrten nach Rom und Jerusalem als wichtigster Pilgerweg. In jüngster Zeit erlebt der Weg eine Renaissance, viele Christen suchen hier beim Wandern meditative Besinnung. 900 Kilometer legte Ingeborg Alsleben durch die Pyrenäen und Nordspanien mit Besichtigungen in zahlreichen Klöstern, Kirchen und Städten zurück. In St-Jean-Pied-de-Port in Südfrankreich startete sie mit Rucksack, Wanderstock und Sonnenhut. Manch einem wäre angst und bange, sich alleine mehrere Wochen auf den Weg zu machen. Nicht so Ingeborg Alsleben: “Ich kann mit mir etwas anfangen” , sagt sie lächelnd, “man erfährt so viel Schönes, lernt so viele nette Menschen kennen und kann Erfahrungen für das ganze Leben sammeln.” Aus dieser Einstellung heraus appelliert sie besondere an die Jugend, sich selbst einmal auf den historischen Pilgerpfad zu machen.
37 Tage war Ingeborg Alsleben unterwegs zum Grab des Apostels, 37 Tage, an denen es nie langweilig wurde. Ihre Erlebnisse hielt sie in einem ganz persönlichen Tagebuch fest. Es sind nicht nur Erinnerungen an den historischen Weg, erklärt sie im BZ-Gespräch, sondern auch an viele Begegnungen und die Völkerverständigung, die hier richtig zum Ausdruck komme. “Sicherlich gab es viele Hochs und Tiefs auf dieser langen Reise” , räumt die eifrige Wanderin ein, “doch auch diese Gefühle gehörten dazu.” Sie habe viel auf dem Jakobsweg gelernt, dies sei auch ein Grund, weshalb sie gerade Jugendlichen diese Reise ans Herz lege.
Der Jakobsweg wird von Christen aus der ganzen Welt genutzt, alleine, in Gruppen und sogar mit dem Fahrrad sind viele unterwegs. Ingeborg Alsleben: “So trifft man ständig andere Menschen.” Für die pensionierte Lehrerin ist der Jakobsweg daher ein Symbol der Brüderlichkeit und ein Grundstein des europäischen Bewusstseins
Silvia Bächle, 11.2.2006 auf www.badische-zeitung.de

 

 

Jakobsweg mit dem Fahrrad von Buchenbach nach Compostela

Pilgerreise mit dem Fahrrad von Buchenbach bei Freiburg im Breisgau nach Santiago de Compostela in 26 Tagen über eine Strecke von 2280 Km. Beginn: 15.8.2003

“Für mich persönlich war es ein besonderer Erfolg, nicht nur den spanischen Camino mit 750 Km, sondern den Jakobusweg im Ganzen, über eine Strecke von 2280 Km von meinem Heimatort aus, wenn auch nicht (a pie, zu Fuß, wie die Pilger des Mittelalters), so doch immerhin “en bicicleta” also mit dem Fahrrad geschafft zu haben. Und das immerhin mit einem Durchschnitt von 88 Km pro Tag.”

Rudolf Mäder:
Grenzerfahrungen auf dem Jakobsweg
2. Aufl. 2009, Eigenverlag
ISBN Nummer 978-3-00-024711-8  Preis 19,90 € oder 29,90 CHF.

Beschreibung sowie Hinweis auf das informative Buch:
www.mäder-jakobsweg.de
Rudolf Mäder 79256 Buchenbach, Tel. 07661/1470, maeder at t-online.de

 

 Jakobsweg – auch in Deutschland gibt es Pilgerwege

Die Muschel am Rucksack: Der Weg ist das Ziel der Jakobspilger

Was ist der Jakobsweg? Jakobus der Ältere zählte zu den Lieblingsjüngern von Jesus. Nach seinem Tod gelangten seine sterblichen Überreste auf wundersame Weise vom Sinai nach Spanien. Als im 9. Jahrhundert sein Grab dort wieder entdeckt wurde, verbreitete sich die Neuigkeit wie ein Lauffeuer. Aus ganz Europa machten sich die Pilger auf den Weg, und Santiago de Compostela wurde neben Rom und Jerusalem zum wichtigsten Wallfahrtort der Christenheit. Überall entstanden Pilgerwege, gesäumt von Hospizen, Kirchen und Kapellen. Unzählige Gläubige, Arme und Reiche, ergriffen den Pilgerstab. Im Hochmittelalter war es üblich, dass man mindestens einmal im Leben eine Pilgerfahrt zu einem nahen oder fernen Heiligtum unternahm.
Eine besondere Rolle spielte dabei der deutsche Südwesten mit seinen ausgebauten Heer- und Handelswegen nach Frankreich und nach der Schweiz. Die Pilger wanderten auf den Wegen zwischen dem Schwarzwald und der Schwäbischen Alb und vereinigten sich ab Rottweil und Villingen. Aneinandergereiht würden die Jakobswege mindestens 8.000 Kilometer Länge ergeben. Je weiter man von Santiago de C. entfernt ist, umso zahlreicher, verschlungener und netzartig ausgebreitet sind die Jakobswege ausgelegt.
“Unser Pilgerzeichen ist die Muschel”, sagt eine Jakobspilgerin, “bei der Jakobsmuschel zielen viele Linien auf einen Punkt. Und so führen alle Pilgerwege zu einem Punkt – nach Santiago de Compostela.”
Jakobswandern kann man in der Gruppe oder alleine. “Wer alleine pilgert, für den kann die Stille laut werden. Da höre ich meinen Gedanken zu.”  Wie auf dem Pilgerweg muss sich jeder im Leben an Kreuzungen für eine Richtung entscheiden. Wie auf dem Pilgerweg kann man auf einen Irrweg geraten. Und wie auf dem Pilgerweg gibt es freundliche Menschen, die einem helfen, wieder den richtigen Weg zu finden. “Als ich mich einmal bös verirrt hatte, zeigte mir ein Bauer wieder den richtigen Weg.”
Das ganz große Ziel ist natürlich der lange Weg von Le Puy in Frankreich nach Santiago de Compostela.

Der über 1000 Jahre alte Pilgerweg durch Nordspanien, der “camino frances” , erlebt seit dem Heiligen Jahr 2004 eine wahre Renaissance. Von Jahr zu Jahr machen sich mehr Menschen auf “ihren Weg” nach Santiago, als religiös orientierte Pilger, oder sportlich ambitionierte Wanderer und Radfahrer. Ausgangpunkt für den ältesten und mit 849 Kilometer längsten Fernwanderweg Europas ist St. Jean-Pied-de-Port zu Füßen der Pyrenäen. Durch enge Täler geht es in die blühende Landschaft Navarras entlang der Rioja in die schier endlose Weite der Meseta. Ziel ist Santiago de Compostela. Dort erlebt man im Juli die Feierlichkeiten zum Namenstag des Heiligen Jakobus – und die kulturelle Vielfalt des Camino mit seinen Kathedralen, Kirchen und Klöstern.

 

Santiago de Compostela im rauhen Galicien – Ziel der Jakobswege

Die spanische Provinz Galicien wird trotz ihrer landschaftlichen Schönheit nur von wenigen Touristen besucht. Eine Ausnahme bildet der berühmte Wallfahrtsort Santiago de Compostela. Zu ihm führt der über 1.000 Jahre alte Jakobsweg. Galicien ist eine historische Provinz in Spanien und liegt im äußersten Nordwesten der iberischen Halbinsel. Im Süden grenzt Galicien an Portugal, im Osten an die spanischen Regionen Asturien und Kastilien, im Norden und Westen an den Atlantik. Galicien ist etwa so groß wie Mecklenburg-Vorpommern. Von den 2,8 Millionen Einwohnern lebt über die Hälfte von Landwirtschaft und Fischfang. In den Wallfahrtsort Santiago de Compostela führt eine der berühmtesten Pilgerstrecken: der Spanische Jakobsweg. Er beginnt in Roncesvalles oder auf dem Somport-Pass in den Pyrenäen. Die Pilgerstrecke ist insgesamt rund 800 Kilometer lang.

Touriosteninfos:
http://www.turgalicia.es/recomendacions/recomend.asp?cidi=d

 

 

Jakobsweg im Schwarzwald-Baar-Kreis

Wer sich heute auf den Jakobsweg macht, der findet – mindestens in unseren Breiten – beinahe vollständig andere Bedingungen vor als seine Vor-Gänger vor einigen hundert Jahren. Dennoch erinnert noch heute der Name mancher Feldflur und mancher Gasse an den alten Weg, der an das damalige Ende der Welt führte. Gleichzeitig haben moderne Wanderer das Glück, einer meist zuverlässigen Beschilderung folgen zu können. Die nachfolgende Wegbeschreibung orientiert sich in weiten Teilen an einem im Buchhandel erhältlichen Werk, dessen Erscheinen seinerzeit vom Landkreis unterstützt wurde: “Jakobswege”, Wolfgang W. Meyer, Tübingen 2000. Dieses und einige andere, die hier nicht empfehlend, sondern ausschließlich als Anregung aufgeführt sind, können Wanderbegeisterten wertvolle Tipps und Hinweise für den Jakobsweg nicht nur im Schwarzwald-Baar-Kreis, besonders auch für die Routen quer durch Europa geben. Die moderne Beschilderung des Jakobswegs im Schwarzwald-Baar-Kreis geht zurück auf eine Initiative des Europazentrums Baden-Württemberg e.V. mit Sitz in Tübingen.

http://www.schwarzwald-baar-kreis.de/index.php?id=767

 
Lexikon des Jakobswegs
Es war im Mittelalter eine der gewaltigsten “Reisewellen” und entfaltet auch heute (wieder) eine ungeheure Wirkung: die Wallfahrt zum Grab des Apostels Jakobus nach Santiago de Compostella, ans Ende der mittelalterlichen Welt. Mögen die Motive (und die Art der Fortbewegung ) bei den heutigen Jakobspilgern auch höchst unterschiedlich sein, es erwartet sie im Nordwesten Spaniens eine einzigartige Kulturland schaft, der Kirchen, Klöster und Hospize ihre Existenz dieser frommen Volksbewegung verdankt. Die Bücher über den Jakobsweg mit seinen vielen Verästelungen füllen inzwischen Regale. Dennoch füllt Andreas Drouves “Lexikon des Jakobswegs” auf sinnvolle Weise eine Lücke. Von A bis Z, von Ablassportale bis Zubiri, kann man hier alles nachschlagen, was an Fakten und Geschichten, an Personen, Orten und Bauten interessant ist. Das alles ist ebenso sachkundig wie kurzweilig geschrieben, dass auch das Blättern und Schmökern ein Vergnügen ist.
Andreas Drouve, Lexikon des Jakobswegs, Verlag Herder, Freiburg,
192 Seiten mit zahlr. Farbabb, 19,90 Euro

 

 

Badische Jakobusgesellschaft e.V. Breisach

Unser Ziel ist die Pflege und Förderung von Religion, Völkerverständigung und Kultur, im Hinblick auf die Pilgerschaft nach Santiago de Compostela im Bereich des Landesteils Baden.
badische-jakobusgesellschaft@GMX.de
www.badische-jakobusgesellschaft.de
Norbert Scheiwe, nScheiwe@t-online.de

Markus Duchardt, Pfarrer und Geistlicher Begleiter

Redaktion Jakobusblättle: Diana Bäuerle und Alfons Michael Roth
Homepage & Onlineversion: Michael Siebert, Multimedia Dienstleistungen www.klangfarbenweb.com
Webmastermail: basis@klangfarbenweb.de

www.der-jakobsweg.de

St-Jakob-Nordstetten am Neckar-Baar-Jakobusweg

Wir sind eine junge Jakobusgeschwisterschaft. Unser Ziel ist der Wiederaufbau einer im Dreißigjährigen Krieg zerstörten Jakobskapelle in Nordstetten, Villingen-Schwenningen, Baden-Württemberg. Sie lag direkt am heutigen Neckar-Baar-Jakobusweg. Pilgern fängt zuhause an. SanJaNo! Die Kapellenbauer!
Jakobusgeschwisterschaft St. Jakob Nordstetten (Villingen-Schwenningen) e.V.
www.st-jakob-nordstetten.de

Klaus Peter Hempel, Geschwisterschaftsleiter Senior

 

 

 

 

Links

Zwei- bis vierwöchige Bau- und Pilgerprojekte auf dem “Jakobusweg” in Deutschland, Frankreich und Spanien
http://www.jugendwerk-oberrimsingen.de/seiten/projekte/santiago.htm#was

Jakobsweg von Würzburg bis zum Sammelpunkt Villingen-Schwenningen. Zwischenstation Hirsau, da die Benediktiner Mönche Übernachtungsstationen errichtet hatten.
http://home.t-online.de/home/Mich.Barth/Heimatforschung/jakobsweg.htm

Seit dem Jakobustag 2004 ist der Jakobsweg zwischen Rothenburg ob der Tauber und Rottenburg am Neckar durchgängig gekennzeichnet. Das neue 200 km lange Wegstück verbindet die aus Franken kommenden Wege mit dem Kinzigtäler Jakobusweg, der über den Schwarzwald nach Frankreich und Spanien führt.
www.jakobswege-nach-burgund.de

Wolfgang W. Meyer: Jakobswege – Württemberg, Baden, Franken, Schweiz.
Silberburgverlag 2009. 7. erweiterte Auflage (erscheint Mai 2009), 330 Seiten, Preis € 19.90
http://www.s-line.de/homepages/jakobsweg/neuerscheinung.htm
info at pilgerweg.de , www.pilgerweg.de
Das Buch kann auch direkt beim Autor bestellt werden:
Wolfgang W. Meyer M. A., Killertalstr. 21, 72393 Burladingen, Tel 07477 152 077

Jakobsweg von Winnenden nach Basel
Jakobsweg von Würzburg über Winnenden und Tübingen nach Basel in 2 Teilen
http://www.s-line.de/homepages/jakobsweg/wuerzburg-tuebingen.html
http://www.s-line.de/homepages/jakobsweg/tuebingen-schaffhausen-basel.html
www.pilgerweg.de

 

Bert Teklenborg: Jakobsweg der Freude
Von Strasbourg nach Santiago de Compostela – Wanderreiseführer und Routenplaner
4. völlig überarbeitete Neuauflage, ISBN   978-3-9805535-0-6       EUR 9.90
Anfragen unter jakobsweg-info@t-online.de
Die Pilgerwege von Deutschland über Frankreich und Spanien zum Grab des heiligen Jakobus in Santiago de Compostela am “Ende der Welt” haben die verschiedensten Namen gehabt. “Jakobsweg der Freude” ist nicht darunter, der Name ist neu (und nicht nur der Name, sondern das ganze Buch!)… legt der Autor doch als gewissenhafter und verantwortungsvoller Routenplaner das Fundament dafür, daß der Jakobsweg selbst “zum Mittler der Freude” wird: ein Führer von Deutschland aus über Straßburg, Taizé/Cluny, Le-Puy-en-Velay, Roncesvalles nach Santiago de Compostela.

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