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Blick vom Schauinsland nach Osten zu Feldberg, Tote Mann mit Stollenbach und Nessellachen bei Breitnau (von rechts) am 31.1.2014

Blick vom Schauinsland nach Osten übers St.Wilhelmer Tal zu Feldberg, Tote Mann mit Stollenbach und Nessellachen bei Breitnau (von rechts) am 31.1.2014

 

 

Paralympics Sotschi-Teammanager Martin Haag aus Kirchzarten

Noch bis zum kommenden Wochenende finden im russischen Sotschi die paralympischen Winterspiele der behinderten Sportler statt. Die ersten Medaillen wurden bereits gewonnen. Darüber freut sich ein Kirchzartener besonders. Martin Haag ist als Teammanager der nordischen Skisportler, die ihre Wettkämpfe im Langlauf und Biathlon austragen, dabei. Sechs Athleten plus zwei Begleitläufer gehören dazu – drei von ihnen kommen aus Freiburg. Mit Michael Huhn, der am Olympiastützpunkt Freiburg für optimale Trainingsbedingungen der behinderten Athleten zuständig ist und dem Arzt Lars Meiworm sind zwei weitere Kirchzartener in Sotschi in der Betreuung aktiv. Und auch der Nationaltrainer Ralf Rombach kommt aus Freiburg.
Martin Haag übt sein Manageramt seit 2000 als Ehrenamt aus. 2012 kam noch eine weitere Aufgabe hinzu: Abteilungsleiter Ski nordisch im Deutschen Behindertensportverband. Als Bankkaufmann ist Haag bei der Volksbank Freiburg tätig. Für seine beiden ehrenamtlichen Funktionen geht so ziemlich der gesamte Jahresurlaub drauf. Eine Freistellung seitens des Arbeitsgebers gibt es leider nicht. Bereits zum siebten Mal nimmt Martin Haag an Paralympics teil – dreimal davon selbst als Aktiver. 1988 holte er in Innsbruck seine einzige Olympiamedaille in der Staffel, u.a. mit Roland Gäss. Zahlreiche WM- und DM-Medaillen kamen hinzu. Als er 2000 seine Wettkampflaufbahn beendete, wechselte er nahtlos in ehrenamtliche Funktionen.

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Martin Haag aus Kirchzarten ist derzeit als Teammanager der behinderten nordischen Skinationalmannschaft bei den Paralympischen Spielen in Sotschi. Foto: Gerhard Lück

„Ich bin für das gesamte Organisatorische zuständig“, beschreibt er seine Aufgaben. In Sotschi ist er das wichtige Bindeglied zwischen der Mannschaft und dem deutschen Delegationsleiter Karl Quade. Jetzt bei den Rennen steht er wie die anderen Betreuer an der Strecke und gibt Zwischenzeiten bekannt. „Ich freue mich sehr auf die Begegnungen mit den anderen Nationen und das gute Miteinander insgesamt“, erzählte Haag kurz vor dem Abflug nach Sotschi. Beim Weltcup im Januar am Notschrei sei etwas von der tollen Atmosphäre im Behindertensport spürbar gewesen. Bemerkenswert sei die Leistungsentwicklung: „Das hat sich vom Feierabendsport zum semiprofessionellen Sport gemausert.“ Da ginge es nur noch mit großer Unterstützung und Freistellung durch die Arbeitgeber wie z.B. bei Martin Fleig, der beim Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald arbeitet. Die Technik spiele ebenfalls eine immer größere Rolle. So wurde der Schlitten von Martin Fleig vom Fraunhofer Institut Freiburg entwickelt: „Martin fährt einen Maß-Schlitten ganz körperangepasst und leicht.“
12.3.2014, Gerhard Lück

 

 

 

Der ganze Schwarzwald drückt Fabian Rießle die Daumen

Fabian Rießle von der Skizunft Breitnau fährt mit Medaillenchancen nach Sotschi. Das war eine gute Idee von St. Märgens Bürgermeister Manfred Kreutz, gemeinsam mit der Hochschwarzwald-Touristik (HTG) den medaillenverdächtigen Nordisch-Kombinierer Fabian Rießle zum Pressegespräch kurz vor dem Abflug zu den Olympischen Winterspielen in Sotschi einzuladen. Rießle wohnt im St. Märgener Ortsteil Holzschlag und startet seit fünfzehn Jahren für die Skizunft Breitnau. „Fabian macht die Region als Sympathieträger bekannt“, stellte Kreutz bei seiner Begrüßung fest. Für den 23jährigen sympathischen Sportler sind es die ersten olympischen Winterspiele, auf die er sich riesig freut. Dank seiner guten Saisonergebnisse und seinem ersten Weltcupsieg im Januar in Frankreich kann er sich berechtigte Hoffnungen auf Edelmetall machen. In Oberstdorf holt sich die Mannschaft jetzt noch den „Feinschliff“ für Sotschie und fliegt dann am 8. Februar ab Frankfurt gen Russland. „Wir sind ein cooles Team“, strahlt Fabian, „und verstehen uns sehr gut.“ Lächelnd erzählt er von den Kleidervorschriften und den massenhaften Ski, die zur Ausrüstung gehören. Er persönlich rechne sich gar nichts aus: „Als kleiner Junge habe ich gesagt, dabei zu sein, ist alles. Jetzt setze ich mich nicht unter Druck.“ Die Mannschaft wolle aber endlich mal wieder „unbedingt Gold gewinnen“. Die Langlaufstrecken in Sotschi verglich er in etwa mit der auf seiner Heimstrecke am Thurner. Er hofft, dass ihm das Glücksschweinchen von seiner Freundin Erfolg bringt. Auf die anhaltende Kritik an den Spielen in Sotschi angesprochen, erklärte er, dass auch er nicht alles gut fände, was dort im Vorfeld gelaufen sei. Aber als Sportler müsse er ja dahin fahren, wo die Funktionäre etwas vorbereitet hätten.

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Fabian Rießle wird von den Bürgermeistern Josef Haberstroh (Breitnau), Stefan Wirbser (Feldberg) und Manfred Kreutz (St. Märgen) (v.l.) mit besten Wünschen nach Sotschi verabschiedet. Foto: Gerhard Lück

Feldbergs Bürgermeister Stefan Wirbser, auch Präsident des Schwarzwälder Skiverbandes, ist stolz, dass vier Schwarzwälder in Sotschi starten. Zur Kritik an Sotschi forderte er, dass keine Spiele in Länder vergeben würden, die sich mit der Demokratie schwer täten. HTG-Geschäftsführer Thorsten Rudolf freute sich über „die rasante Entwicklung von Fabian Rießle“ und dass er als Sportbotschafter den Hochschwarzwald in alle Welt trage. Skizunft-Vorsitzender Franz Lickert war begeistert, dass der Trainingsfleiß von Fabian nun belohnt werde. Großen Anteil hätten die Trainer Albert Zähringer und Ernst Wursthorn an Fabians Erfolg. Und Breitnaus Bürgermeister Josef Haberstroh versicherte: „Die ganze Gemeinde ist Fabian sehr verbunden und stolz, dass erstmals in Breitnaus und St. Märgens Geschichte ein Sportler aus unseren Gemeinden an olympischen Spielen teilnimmt.“
7.2.2014, Gerhard Lück, Dreisamtäler

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