Sigmund Lehmann in Ruhestand

Sigmund Lehmann nach über 41 Jahren im Rathaus Kirchzarten in den Ruhestand verabschiedet.  „Die Arbeit hat mir verdammt viel Spaß gemacht!“ Wenn das jemand am Tag, an dem er aus dem Dienst verabschiedet wird, sagt, muss er auf ein erfülltes Berufsleben zurückschauen. In der Großen Stube der Talvogtei fand Hauptamtsleiter Sigmund Lehmann jetzt diese großen Worte. Viele Weggefährten aus Verwaltung und Politik waren dabei und konnten ihn verstehen. Halb Kirchzarten kennt „Sigi“, eine Institution im Kirchzartener Rathaus, ein menschliches Scharnier zwischen Bevölkerung und Verwaltung. „Sie lebten und liebten Ihren Beruf“, brachte es Bürgermeister Andreas Hall bei seiner Laudatio auf den Punkt, „weil Sie Ihre Heimat und die Menschen hier lieben. Heute geht nicht irgendwer in den Ruhestand!“ Dem „Talvogt“ Hall stand es zu, den Gemeindeoberamtsrat Sigmund Gebhard Lehmann (63) „in den Ruhestand zu versetzen“. Dazu zeichnete er dessen berufliches Leben und seine Wegzeichen nach, dessen Verwaltungslaufbahn 1964 bei der Stadt Freiburg und deren Stadtwerken begann. 1971 warb ihn der damalige Kirchzartener Bürgermeister Erich Rieder ab, holte Lehmann zurück in die Heimat. Zunächst als Gemeindesekretär im Rechnungsamt tätig folgte 1977 die Berufung zum Leiter des Amtes für öffentliche Ordnung, 1981 die Bestellung zum Standesbeamten. Als Lehmann 1986 den Abschluss als Diplom-Verwaltungswirt (FH) erlangt hatte – alle anderen Beamtenprüfungen hatte er zuvor erfolgreich bestanden –, berief ihn die Gemeinde Kirchzarten zum Hauptamtsleiter. Dieses Amt füllte er über 27 Jahre mit großer Sachkompetenz und menschlicher Wärme erfolgreich aus. „Da geht jetzt eine Ära zu Ende“, bedauerte Andreas Hall. 
Es waren viele Projekten, an denen Sigmund Lehmann während seiner langen Amtszeit beteiligt war. Das reichte laut Hall vom „jüngsten Kind“, der Bürgerstiftung, über das Dr. Gremmelsbacher-Hilfswerk, die Innerortsanierung, den Friedhof am Giersberg bis hin zum Ausbau der Talvogtei zum Rathaus. Verdient machte sich Lehmann beim Ausbau der Betreuungsangebote für Kleinkinder und im Hort, in der Zusammenarbeit mit den Schulen und der Feuerwehr. Wichtig war er als „Schnittstelle“ zu den 75 Vereinen sowie zum Gemeinderat. Er sei gleichermaßen in der Vorbereitung der unterschiedlichsten Gremiensitzungen als auch in langen „Nachsitzungen“ engagiert gewesen. Sein Amt als Standesbeamter habe er mit Begeisterung ausgeübt – einmal sogar morgens um sechs Uhr, ein anderes Mal flirtete die Braut heftig mit ihm. „Wir sind dankbar für alles, was Sie für die Gemeinde getan haben“, fasste Hall zusammen, „Tag für Tag strahlten Sie Freude an Ihrem Beruf aus.“ Mit einem herzlichen „Danke schön“ überreichte er dem Beamten Sigmund Lehmann die „Urkunde zur Versetzung in den Ruhestand“. Und mit Blumen für Anni Lehmann dankte Hall der „Frau an Lehmanns Seite“ für ihre Unterstützung.

 

Bürgermeister Andreas Hall überreichte seinem scheidenden Hauptamtsleiter Sigmund Lehmann die „Urkunde zur Versetzung in den Ruhestand“ – und Anni Lehmann Blumen des Dankes. – Oliver Trenkle steigt als Nachfolger von Sigi Lehmann in große Fußspuren. – Und Bürgermeister-Stellvertreter Franz Kromer dankte mit launigen Worten für die Zusammenarbeit von Gemeinderat und Hauptamtsleiter Sigmund Lehmann (v.l.). Fotos: Gerhard Lück

Fast komplett war der Gemeinderat anwesend. Für ihn dankte Bürgermeisterstellvertreter Franz Kromer mit gereimten Worten. Lehmann habe als Hauptamtsleiter einen „sehr dichten Kontakt zum Gemeinderat und seinen Ausschüssen“ gehabt. Der so Geehrte machte in seinem Schlusswort deutlich, dass er alle Facetten der Gemeinde in seinem Alltag kennengelernt habe. Gut sei er mit den drei Bürgermeistern Rieder, von Oppen und Hall klargekommen. „Es fällt mir schwer zu gehen“, bekannte Lehmann, „ich habe noch viele Ideen und es gäbe noch so viel zu tun.“ Seinem Nachfolger, Oliver Trenkle, wünschte er viel Erfolg und allen Kolleginnen und Kollegen dankte er für das gute Miteinander. Als Zeichen seines Dankes für die Gemeinschaft im Ort spendete Lehmann 1.000 Euro für die Bürgerstiftung, in deren Vorstand er in Zukunft genauso wie im Verein „Nordic-Center Notschrei“ ehrenamtlich mitarbeitet. „Ich bin nicht der Pensionär, den ihr euch vorstellt“, brachte „Sigi“ den Saal zum Schmunzeln, „in mir brennt noch immer das Feuer!“ Zum gemütlichen Teil des Abends trugen dann als „Special Guest“ die Musiker der „Mimy-Woods-Band“ mit Hauptamtsnachfolger Oliver Trenkle an den Percussions bei.
28.3.2013, Gerhard Lück, www.dreisamtaeler.de

 

 

Dieser Beitrag wurde unter Orte abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Hinterlasse eine Antwort