Sexismus – Twitter Aufschrei

Der Sexismus-Vorwurf gegen Rainer Brüderle’s Spruch “Sie können ein Dirndl auch ausfüllen” hat eine unerwartet große Debatte in den Medien ausgelöst. Auf der Straße, in öffentlichen Verkehrsmitteln, tagsüber im Büro und abends im Club: Überall in Deutschland werden Frauen Tag für Tag Opfer von sexuellen Übergriffen. #aufschrei bietet ihnen eine gemeinsame Öffentlichkeit.

Sexismus war das Thema des ausgehenden 20. Jahrhunderts, jetzt kommt der Generationenkampf aus den 1970er Jahren zurück. Aber ist die Gesellschaft inzwischen nicht weiter? Doch ist sie, genau deshalb gibt es nun diese Aufregung. Da Frauen und Männer einander beruflich auf Augenhöhe begegnen. Was Männer als neckischen Spaß erleben, ist für Frauen Sexismus. Und alles wird dank Social Media wie Twitter glcich online gepostet, Wurde Willy Brandt’s derbe sexistische Anmache noch totgeschwiegen, landen Rainer Brüderle’s Sprüche gleich im Internet.  
25.1.2013

Nicht jeder #aufschrei ist auch ein wirlicher Aufschrei
Von den 80.000 Tweets, die in den ersten fünf Tagen abgesetzt wurden, waren 30.000 Retweets, also Weiterleitungen bereits gesendeter Mitteilungen. Zu den am meisten weiterverschickten Nachrichten gehörte der Spruch: “Meine Frau wollte auch etwas zu #aufschrei twittern. Das W-Lan reicht aber nicht bis in die Küche.” Es ist schwer zu sagen, wie viele Frauen am Ende tatsächlich über sexuelle Belästigungen berichteten, aber die Zahl der Beiträge, die man wirklich als Aufschrei verstehen kann, dürfte weit unter den angegebenen 80.000 gelegen haben. Auch im Internet ist nicht jeder Zuschauer gleich ein Aktivist. ….
8.3.2013, Alles von Jan Fleischhauer bitte lesen auf http://www.spiegel.de/politik/deutschland/gauck-und-sexismusdebatte-der-aufschrei-empoerungsgestus-a-887367.html

Wo es früher noch Welthunger oder Atomtod brauchte, um in “große Sorge” zu verfallen, reichen heute schon ein paar als unsensibel empfundene Äußerungen zum Geschlechterverhältnis, damit einen die Empörungswelle erfasst.
7.3.2013

  
Bisher ist keine Aussage eines dritten Zeugen bekannt geworden
Die Formulierung “…nach unwidersprochenen Darstellungen…” scheint mir irreführend, da es nach allem, was ich hierzu gelesen habe, immer nur um die Darstellung von Frau Himmelreich geht. Bisher ist keine Aussage eines dritten Zeugen bekannt geworden. Wo kämen wir hin, wenn Hinz gegen Kunz eine unbewiesene Behauptung in den Raum stellten und jeder Kunz müsste sich dafür entschuldigen? …
7.2.2013, Walter Urbancik, Ortenberg
  
An-den-Haaren-herbeigezogen-Methode  –  Gender-Mainstream
Brüderle “aus der Zeit gefallen”, weil er der Journalistin Laura Himmelreich ein Kompliment machte? Früher war ein schöner Busen die Zierde einer Frau und allemal eine anerkennende Bemerkung wert. Vielleicht betrachtet sich Frau Himmelreich als progressives, sexuelles Neutrum, was wiederum prächtig in den Gender-Mainstream passte. Ich fürchte jedoch, dass man eher ganz gezielt nach einem Schwachpunkt in der Vita des durch die politischen Konstellationen in den Fokus gerückten Brüderle suchte. Da dieser aber weder offizielle noch private Skandale produziert und ihm nicht einmal ein Promotionsplagiat angehängt werden kann, gräbt Frau Himmelreich dessen uralte Bemerkung aus der Mottenkiste der Bonmots aus und kommt sich urplötzlich “belästigt” vor. Wenn man halt gar nichts findet, was bei den heutigen Politikern selten ist, muss man die An-den-Haaren-herbeigezogen-Methode anwenden. Kindisch, peinlich und sehr unter dem Niveau des Stern
7.2.2013, Dr. Rainer Tuttas, Freiburg

Frauen könnten auch zugeknöpfter gehen
Wenn Frau nicht will, dass Mann (oder auch andere Frau) ihr in den Ausschnitt schaut, kann sie durchaus etwas dagegen tun: Sie kann etwas zugeknöpfter aus dem Haus gehen und den Rocksaum weiter nach unten verlegen. Aber auf die Idee muss sie erst mal kommen. Nicht umsonst spricht man von aufreizender Kleidung.
6.2.2013, Ute Kienzler, Löffingen

     
Aufschrei, Sexismus und die Krise der Männlichkeit
Was soll man jetzt denken, tun, sagen, ohne sich in das Minenfeld feministischer, post-feministischer, maskulinistischer oder egalistischer Grabenkampfkommandos zu begeben? Glücklicherweise ist nicht alle Hoffnung verloren. Wir können ja auf eine jahrtausendelange Tradition des geistigen Einen-Fuß-vor-den-anderen-Setzens zurückgreifen, was schon früher zu schlüssigen Ergebnissen geführt hat.
4.2.2013, http://www.heise.de/tp/artikel/38/38458/1.html

Viele Frauen wollen Probleme keineswegs lösen
Was ist eigentlich peinlicher: betüddelte alte Dödel, die sich an junge hübsche Dinger ranwanzen? Oder all die jungen hübschen Dinger, die so tun, als ob sie sich gegen plumpe Anmache betüddelter alter Dödel nur mit massenhaftem öffentlichen Aufschrei wehren könnten?
Wenn schon ein wenig gelungener Auftritt eines offenbar nicht mehr ganz nüchternen Politikers in einer Bar zur späten Stunde alle weibliche Welt über “Sexismus” wehklagen lässt, dann frag ich mich, wie wir künftig Verhalten nennen wollen, das wirklich sexistisch ist, weil es handgreiflich und gewalttätig Frauen ihrer Freiheit und ihrer körperlichen Unversehrtheit beraubt. Und nicht nur unangenehm ist wie ein Handkuss (Brüderle) oder eine Anzüglichkeit, für die der Kerl ein deutliches Wort oder zur Not auch eine Ohrfeige verdient, zu einem landesweiten Aufstand der entrechteten und entehrten Frauen der Republik führt. Aber das ist offenbar zu praktisch gedacht. Es ist womöglich gar zu männlich gedacht.
Denn viele Frauen wollen Probleme keineswegs lösen. Sie wollen sie behalten, schon um der Welt zu zeigen, wie unendlich verbesserungswürdig sie ist. Mann soll sich ändern. Die Welt soll sich ändern. Nur sie selbst nicht. Sie sind ja Opfer. Die meisten Frauen aber sind keine Opfer. Sie können sich wehren. Und manche von ihnen wünschen sich gar keine von dummen Sprüchen und sexistischer Anmache porentief gereinigte und triebbefreite Welt, auch wenn sie das eine oder andere männliche Gehabe übel, empörend oder störend finden.
Denn die Möglichkeit eines Missverständnisses ist nun einmal die Grundlage für etwas so Heikles und Herausforderndes wie die Begegnung von Mann und Frau, in der Arbeit oder privat. Charme und Flirt darf man demnächst begraben, wenn es keinen Raum mehr gibt für Zwischentöne, für alles, was zwiespältig, riskant und anzüglich ist. Schöne neue cleane angstbesetzte prüde Welt. Gegen diese Schreckensvision würde ich gern auch die nicht mehr ganz frischen Schwadroneure in Kauf nehmen.
27.1.2012, Cora Stephan, Publizistin und Buchautorin, www.welt.de

Scheinheilige Debatte und Maketinggag
Die nun geführte Debatte ist für mich scheinheilig und nur ein Marketinggag von Menschen, die nichts anderes tun, als mit den allgemeinen Vorurteilen zu spielen und sich damit profilieren (wer war den Anne Wizorek vorher: ein Niemand) und Geld verdienen wollen (wie der Stern und seine Redakteurin). Vielleicht sollten wir mal darüber reden, dass Männer eine geringere Alterserwartung haben als Frauen! Oder Männer eher Selbstmord begehen als Hilfe zu suchen, weil man von ihnen erwartet, dass sie immer stark sind und Lösungen haben! Oder die Opferrolle des Mannes bei Scheidungen! Darüber findet sich in der Presse nichts.
27.1.2013, Bernd Oppl

Brüderle-Sexismus-Diskussion in Trending Topics unter den ersten 10
Die Sexismus-Debatte wurde auch intensiv in den sozialen Netzwerken geführt. Im Kurzmitteilungsdienst Twitter teilten unzählige Menschen unter dem Hashtag (Stichwort) #aufschrei ihre Erfahrungen mit alltäglichem Sexismus mit. Der Begriff #aufschrei war deutschlandweit bereits am Morgen der meistgenannte Begriff. Im Sekundentakt gingen neue Tweets ein. Sogar weltweit erreichte der Begriff in den sogenannten Trending Topics einen Platz unter den ersten Zehn…. Alles vom 25.1.2013 bitte lesen auf
http://www.badische-zeitung.de/sexismus-debatte-schlaegt-wellen-merkel-wuenscht-respekt 

Sexismus: Benachteiligung von Jungen in der Grundschule
Die schlimmste Form von Sexismus in dieser Gesellschaft ist die Benachteiligung kleiner Jungs in einer weiblich beherrschten Vor- und Grundschulpädagogik. Die Psychiatrisierung völlig normaler Verhaltensweisen, die Denunziation von Spieltrieb als Krankheit verletzen täglich tausende Seelen, nicht ein angetrunkener alter FDP-Politiker, den man um Mitternacht an der Bar nun wirklich nicht anzuquatschen braucht.
25.1.2013, Frank Reiger

Hochschulbildungsreport: zu weiblich
Die Pädagogen in Deutschland seien im Schnitt “zu weiblich und zu deutsch”, so McKinsey-Mann Schröder. Gut 70 Prozent der Lehrer sind laut der Studie Frauen, nur zwei Prozent stammen aus dem Ausland.
http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/stifterverband-stellt-hochschulbildungsreport-2020-vor-a-878094.html

Die Jungen ….
Die Diskussion um Brüderles mitternächtlich-föhliche Äußerung ist in der Tat eine der zahlreichen Pseudosdiskussionen, die von den eigentlichen Problemen ablenken. Arne Hoffmann (Buch “Rettet unsere Söhne”) zitiert eine Studie, der zufolge in Brandenburg 93,3 % der Grundschullehrer weiblich sind und die Jungen um 19,3 % schlechter als Mädchen abschneiden. Von der Politik und den Medien weitgehend ignoriert, sind die Jungen und späteren Männer längst zum schwachen und unterdrückten Geschlecht geworden.
25.1.2013, Martin Mattmüller

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