Seniorenrat Bruno Koebele

Menschen im Stadtteil Littenweiler – Bruno Köbele, seit Dezember  im Seniorenrat der SPD. Der gebürtige Freiburger Bruno Köbele erblickte 1934 im Stadt­teil Haslach das Licht der Welt. Heute lebt er mit seiner Frau Elsbeth in Littenweiler. Gelernt hat Köbele das Handwerk des Maurers und Maurer­poliers, 1960 wird er Geschäftsführer der damaligen In­du­striegewerkschaft Bau, Steine, Erden. Sieben Jahre später beruft ihn die Gewerkschaft als Fachreferent in die Bundes­verwaltung nach Frankfurt „und wenn ich etwas annehme, dann mach‘ ich es auch ganz“, sagt Bruno Köbele. Hier liegt ihm in erster Linie die berufliche Bildung am Herzen. Ab 1991 ist er Bundesvorsitzender der IG BSE und führt diese Mitte der 90er Jahre mit der Gewerkschaft Gartenbau, Land- und Forstwirtschaft zur IG Bauen, Agrar, Umwelt zusammen. Hochgeehrt könnte Köbele seinen wohlver­dienten Ruhestand im Freiburger Osten angehen, aber ein Anruf des damaligen Ministers Georg Leber lädt ihn ab 1997 zum verstärkten Engagement im Internationalen Bund ein.

Der Internationale Bund – bedeutend und unbekannt
Im Mai 2003 wird Köbele zum Präsidenten des Internationa­len Bundes (IB) gewählt. Einer der bedeutenden freien Träger der Jugend-, Sozial- und Bildungsarbeit in Deutschland, der aber laut Köbele leider eine „unbekannte Größe“ sei, „denn über alles was schlecht ist, wird berichtet, was gut ist, davon hört und liest man nichts!“ Der ‚Internationale Bund’ hilft jährlich 400.000 deutschen und ausländischen Ju­gendlichen  und Erwachsenen dabei, ihren Lebensweg zu finden, aber „das findet in der Öffentlichkeit leider nicht die gebührende  Beachtung.“ Köbele kritisiert lebhaft, dass nach 1989 mit der Umwandlung „unserer sozialen Gesellschaft“ hin zu einer vom Kapital bestimmten Gesellschaft, eine kaltblütige Amerikanisierung der Wirtschaft“ entstanden sei, bei der viele Menschen aus dem sozialen Netz fallen. „Da stimmt das Verhältnis doch nicht mehr. Zumal, wenn man die Banker- und Managergehälter betrachtet, was da passiert,  das ist unanständig.“ Für Bruno Köbele ist das „Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland“ kein Ruhekissen, er spricht Ungerechtigkeiten klar an und fordert da­zu auf, sie abzubauen.

Bruno Köbele ebnet Wege, reißt Mauern ein und setzt sich mit seiner Menschlichkeit für Andere ein. Foto: privat

Berufung in den Seniorenrat der SPD
Seit Ende vergangenen Jahres ist der rüstige 79-Jährige (!) in den Seniorenrat der SPD berufen worden, „Ein illustrer Kreis“, dem beispielsweise der ehemalige Bundesfinanzminister Hans Eichel, der ehemalige Arbeitsminister Dr. Herbert Ehrenberg, der frühere Ministerpräsident Manfred Stolpe und weitere 30 Personen angehören. In den Seniorenrat der SPD wird man auf Vorschlag des Präsidiums vom Parteivorstand berufen, der für diese eine beratende Funktion einnimmt. Seine Aufgaben sind dabei nicht nur auf Probleme der älteren Parteimitglieder beschränkt, es steht ihm das Rederecht auf den Parteitagen zu und die Vor­sitzende, derzeit Ilse Brusis, nimmt an den Beratungen des Parteivorstandes und an den Sitzungen des Parteirates teil. 
In Freiburg hat Bruno Köbele, nach Kieler Vorbild, angeregt, dass der Stadtseniorenrat nicht mehr nur als privater Träger agiert, sondern auch in bestimmter Weise seine Anliegen der Stadtverwaltung vorbringen kann. „Das ist mir aber leider nicht gelungen!“ Ideen hat er genug: „Könnten Senioren werktags nicht ab 9.00 Uhr vergünstigt mit dem ÖPNV unterwegs sein? Könnte man auf den Fahrten nicht seine/n Partner/in mit­neh­men? Gäbe es für Senioren am Wochenende nicht erwei­terte Möglichkeiten mit der Regiokarte?“
Das sind nur einige von vielen „Baustellen“, die Köbele mit be­wundernswertem Einsatz immer noch beschäftigen. Aber Maurer lernen schon in ihrer Ausbildung sich auf wech­selnde Baustellen zurecht zu finden und beenden ihre Tä­tigkeit erst, wenn der Auftrag ausgeführt ist.
4.2.2013, Beate Kierey, Littenweiler Dorfblatt

 

 

 

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