Soziale-Dreigliederung

Home >Selbsthilfe >Soziales >Soziale-Dreigliederung 

Blick nach Nordwesten über den Titisee zur Bruderhalde (Gemarkung Hinterzarten) am 5.8.2013

 

  • Freie Bildung und solidarische Wirtschaft – Tagung am 25.1.2013 (18.12.2013)
  • Soziale Dreigliederung: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit
  • Soziale Dreigliederung  – Kurzübersicht nach Rudolf Steiner
  • Institut für soziale Dreigliederung in Berlin
  • Forum Dreigliederung in Buchenbach bei Freiburg

 

Freie Bildung und solidarische Wirtschaft – Tagung am 25.1.2013
Die Tagung “Freie Bildung und solidarische Wirtschaft” findet am 25.- 26. 1. 2014 in der Freien Waldorfschule Freiburg-Wiehre statt: Bei dieser Tagung zur sozialen Dreigliederung werden Fragen des Lebens in Vorträgen sowie in Gesprächen und auch in einem Theater-Improvisationsworkshop zur Anschauung kommen. Für ein Leben in Balance zwischen Kultur und Natur, seelisch geistigen Interessen und materiellen Notwendigkeiten, ist eine neue, adäquatere Regelung des Lebens unumgänglich. Durch die Rhythmen des lebendigen Organismus der sozialen Dreigliederung kann das Ideal der harmonischen Gesellschaftsorganisation, worauf die Ethik aller positiven Weltanschauungen zielt, ins konkrete geführt und aus seinem Zauberbann befreit werden.
18.12.2013,  http://www.forum-dreigliederung.de/t1.html

 

————————————————— 

Soziale Dreigliederung: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit

Soziale Dreigliederung bietet Ideen für die Gesundung gesellschaftlicher Verhältnisse. Neben dem naturwissenschaftlich-technischen Fortschritt ist die Menschheit auf sozialem Gebiet in ihrer Entwicklung stehen geblieben. Hier herrschen veraltete bzw. (weil aus der Naturwissenschaft übertragene) falsche Gedanken, die sich durch Tradition und Routine fortpflanzen.
In der sozialen Dreigliederung wird die Menschheit als ein sozialer Organismus betrachtet, der neben dem menschlichen Organismus eigene Lebensbedingungen aufweist. Wie auch der Mensch nicht mit der Lunge denkt, also ein gesunder Mensch relativ selbständig funktionierende Organe hat, so muß auch der gesunde soziale Organismus sich selbst verwaltende Teilbereiche haben.
Da der Mensch die Quelle allen sozialen Lebens ist, ergibt sich die Art der Gliederung aus seinen wesentlichen Wirkungen auf das Sozialleben. Kann man diese Wirkungen einfach beschreiben? Vielleicht so: Jeder Mensch nimmt etwas, jeder gibt etwas, jeder muß sich mit dem Rest der Menschheit vertragen (von Ausnahmen abgesehen). Alles soziale Leben läßt sich auf diese Hauptwirkungen des Menschen zurückführen:
(1) seine Fähigkeiten sind Grundlage der Kultur, Kunst, Wissenschaft, kurz des Geisteslebens.
(2) seine Bedürfnisse sind Grundlage des Wirtschaftslebens.
(3) seine Vereinbarungen, Verträge mit anderen Menschen bilden das politische Staatsleben bzw. Rechtsleben.

Wie die Gesundheit der Lunge von frischer, sauberer Luft abhängt, so hängt die Gesundheit der Glieder des sozialen Organismus von ganz bestimmten Lebensbedingungen ab. Ein großer Teil der Menschheit fühlte schon 1789 etwas von schlechten, sozialen Lebensbedingungen und forderte entsprechende Verbesserungen:
Freiheit  Gleichheit  Brüderlichkeit – die Ideale der Französischen Revolution.

Welches Ideal aber Lebensbedingung für welchen Sozialbereich? Die soziale Dreigliederung ordnet die Ideale so zu:
(1) Geistesleben: Freiheit
Im Geistesleben sollen sich also die Fähigkeiten der Menschen möglichst frei ausbilden und entfalten können. Keine Nützlichkeitsforderungen des Staates oder der Wirtschaft sollen hineinreden. Alle Erzieher und Lehrer sollen in Selbstverwaltung über die Grundsätze der Pädagogik entscheiden. In den anderen Bereichen des Geisteslebens gilt entsprechendes.
(2) Wirtschaftsleben: Brüderlichkeit
Im Wirtschaftsleben sollen die Waren und Dienstleistungen brüderlich getauscht werden. Niemand kann Leistungen beanspruchen ohne selbst Gegenleistungen zu erbringen.
(3) Rechtsleben: Gleichheit
Im Rechtsleben hat jeder Mensch die gleiche Menschenwürde, steht jeder in Fragen der Grundrechte mit jedem anderen auf einer Stufe.

Fehlende gesunde Lebensbedingungen für die Sozialbereiche sind Grund heutiger Unruhen und Mißstände. Wie sich die Ideen genauer auswirken, lesen sie unter dem jeweiligen Sozialbereich nach. Dabei muß ich ausdrücklich darauf hinweisen, daß es verschiedene Sichtweisen auf einzelne Fragestellungen und differierende Ausdeutungen der grundlegenden Schriften gibt. Meine Ausführungen verstehe ich deshalb als Verständnisvorschlag und freue mich über jede kritische Stellungnahme.
Werner Breimhorst, http://www.forum-dreigliederung.de

 

 

Soziale Dreigliederung  – Kurzübersicht nach Rudolf Steiner

Anthroposophische Ideen für eine menschliche Gestaltung der Gesellschaft.
Der überwiegenden, einheitsstaatlichen Gesellschafts­auffassung stellte Rudolf Steiner 1919 die Ideen der Dreigliederung (1)-(3) des sozialen Organismus gegenüber. Hier sollen diese drei Glieder einer Gesellschaft kurz skizziert werden (Zitate Rudolf Steiners kursiv)

(1) Kultur- und Geistesleben
“…alles das was auf der natürlichen Begabung des einzelnen menschlichen Individuums beruht…”wie Bildungswesen, Wissenschaft, Religion und Kunst
Alle diese Teilgebiete müssen sich frei und losgelöst von Staat und Wirtschaft gestalten können. Einzige Voraussetzung für geistige Produktion ist das Bedürfnis nach einer Leistung, die Entgegennahme und der materiell-finanzielle Ausgleich der Leistung durch die Mitmenschen.
Im Geistesleben ist das Prinzip der völlig freien Konkurrenz am richtigen Platze.
Jede Bevormundung des Geisteslebens durch staatliche Bürokratie oder Nützlichkeitsforderungen der Wirtschaft führen zur “Verstümmelung” menschlicher Begabungen und Impulse, denn sein Lebenselement und zugleich Leitbild ist die Freiheit.
Die Verwaltung des Geisteslebens ist Aufgabe aller dort Tätigen selbst (Selbstverwaltung). Die Finanzierung des Geisteslebens erfolgt nicht durch den Staat, sondern durch direkte, z.T. freiwillige Zahlungen der Wirtschaft. Dies läßt sich einsehen durch die Tatsache, daß die Wirtschaft von einem lebendigen und “innovativen” Geistesleben befruchtet wird.

(2) Wirtschaftsleben
“Zu tun hat es …mit all dem, was Warenproduktion, Warenzirkulation, Warenkonsum ist.” Wie Geistesleben das Verhältnis Mensch – Geist/ Kultur umfasst, so umfasst das Wirtschaftsleben das Verhältnis Mensch – Materie/Natur. Leitbild im Wirtschaftsleben ist die Brüderlich­keit oder Gegenseitigkeit.
Heute ist Arbeit, Boden/Natur und Kapital durch die Wirtschaft zur Ware gemacht; die Unersättlichkeit der Wirtschaft schädigt und zerstört dadurch Menschheit und Erde. Aufgabe ist es die drei Grundlagen der Produktion aus der Wirtschaft herauszulösen und durch Rechtsleben oder Geistesleben nachhaltig zum Wohle aller Menschen zu verwalten.

1. Grund und Boden kann nicht produziert werden, ist daher keine käufliche Ware, kann kein in Geld bemessener Wert zukommen. Er soll vielmehr zum einzelnen Menschen in einem vorübergehenden Nutzungsrecht stehen. Nutzungsarten- und zonen festzulegen, obliegt dem demokratischen Rechtsleben. Die Grund­stücke an einzelne Menschen überzuleiten, obliegt dem Geistesleben, damit die individuelle Initiative sich in bestmöglicher Weise zum Wohle der Gesamtheit mit dem Boden verbindet. Nur persönlich ausgeübte Bedarfs- oder Produktivnutzung kommt in Frage. Passiv beanspruchtes Eigentumsrecht (Vermietung etc.) ist ausgeschlossen.

2. Unternehmer als Leiter und Organisatoren und Arbeiter/Angestellte als Ausführende erzeugen gemeinsam die Waren, die verkauft werden. Das kommt heute durch das Lohn- und Gehaltssystem nicht zum Ausdruck. Vielmehr wird der Schein erweckt von bezahlbarer Arbeit, statt des realen Vorganges, daß durch die Arbeitsteilung allen ein Anteil am Erlös vom Warenverkauf zusteht.
“Geld und Arbeit sind keine austauschbaren Werte, sondern nur Geld und Arbeitserzeugnis.”
Art und Maß der Arbeit (Wochenarbeitszeit, Feiertage, Unfallschutz etc.) werden staatlich geregelt. In der Sphäre der Wirtschaft und damit im Bereich arbeitsvertraglicher Regelung verbleibt allein “die Verteilung des Geleisteten“. Es geht um die Einigung über Teilungsverhältnisse, die vor Aufnahme der Arbeit festgelegt werden.

3. Die gegensätzlichen Interessen der Erzeuger, Händler und Verbraucher sollen gebietsweise in Vereinigungen, den Assoziationen zusammenkommen und im Sinne einer bestmöglichen Bedürfnis­befriedigung und überbetrieblichen Arbeitsteilung besprochen und organisiert werden. Nur gute Kenner des Fachgebietes sollten dort entsprechend der Veranwortung der Assoziationen vertreten sein. Die Einbeziehung von Verbrauchern ist ein neues Prinzip, aber wegen der ständigen Ausrichtung auf Bedürfnisbefriedigung ein sachgemäßes Erfordernis. Entgegen dem marktwirtschaftlichen Dogma, daß der Preis Angebot und Nachfrage für eine Ware best­möglich reguliert, ist es Aufgabe der Assoziationen unbürokratisch und flexibel die angeschlossenen Mitglieder auf einen gerechten Preis zu vermitteln.

4.“Geld kann im gesunden sozialen Organismus nichts anderes sein als eine Anweisung auf Waren… “ Da Waren abnützen, muß sich auch das Geld abnützen, d.h. Geld darf keinen “ewigen” Wert haben, es soll sich verringern bzw. “altern”. Dieses Ziel eines organischen Kreislaufs wird erreicht, indem Geld ins Geistesleben und für Nichtverdienende (Alte, Kranke, Kinder) ohne Gegenleistung hingegeben wird. Dem Alterungsprozeß der Waren steht also ein Schenkungsprozeß des Geldes gegenüber, durch den erreicht wird, daß die ständigen Netto-Überschüsse der Wirtschaft abgeschöpft werden, die heute großenteils in Kapitalansammlungen und -stauungen festliegen.

Das soziale Hauptgesetz:
Das Heil einer Gesamtheit von zusammenarbeitenden Menschen ist umso größer, je weniger der einzelne die Erträgnisse seiner Leistungen für sich beansprucht, das heißt, je mehr er von diesen Erträgnissen an seine Mitarbeiter abgibt und je mehr seine Bedürfnisse nicht aus seinen Leistungen, sondern aus den Leistungen der anderen befriedigt werden.

(3) Rechts- und Staatsleben
“…das eigentliche politische Leben…kann nur zu tun haben mit all dem, was sich…auf das Verhältnis des Menschen zum Menschen bezieht”
S
omit gehört alle wirtschaftliche Betätigung des Staates in die Sphäre des assoziativen Wirtschaftslebens. Ebenso geht der staatliche Kultur- und Wissenschaftsbetrieb in das Aufgabenfeld der Selbstverwaltung des Geisteslebens über. Dem Staat bleiben als originäre Aufgaben Gesetzgebung, Rechtsschutz, Rechtssprechung im öffentlichen Recht sowie die Urteilsvollstreckung. Der Staat soll sich dem jetzigen Menschheitsbewußtsein entsprechend nach demokratischen Impulsen gestalten. Sein Leitbild ist daher die Gleichheit.
Dieser “Minimalstaat” wird geprägt sein durch Gewalten­teilung, Föderalismus, Subsidiarität und reale Teilhabe seiner Bürger durch ein Abstimmungsrecht. Das Rechtsleben wird, ähnlich wie heute, durch Steuern finanziert, die aus dem Wirtschaftsleben kommen. Allerdings sind diese niedriger, da ja auch die Aufgaben weniger sind.
“Sieht sich der Staat nicht mehr als Selbstzweck an, sondern als Mittel, so wird er sein Herrschaftsprinzip auch nicht mehr betonen. Er wird sich so einrichten, daß der Einzelne in größtmöglicher Weise zur Geltung kommt. Sein Ideal wir die Herrschaftslosigkeit sein. Er wird eine Gemeinschaft sein, die für sich gar nichts, für den Einzelnen alles will.”

Das soziologische Grundgesetz:
“Die Menschheit strebt im Anfang der Kulturzustände nach Entstehung sozialer Verbände; im Interesse dieser Verbände wird zunächst das Interesse des Individuums geopfert; die weitere Entwicklung führt zur Befreiung des Individuums von dem Interesse der Verbände und zur freien Entfaltung der Bedürfnisse und Kräfte des Einzelnen.”

Stellung Mensch – Gesellschaft
“…die Gliederung wird eine solche sein, daß der Mensch mit seinem Leben in jedem der drei Glieder wurzeln wird. In dem Gliede des sozialen Organismus, in dem er durch den Beruf drinnen steht, wird er mit sachlichem Interesse stehen; und zu den anderen wird er lebensvolle Beziehungen haben…jeder Mensch als solcher wird ein Verbindendes der drei Glieder sein.”

Literaturempfehlungen
–  Frei, Dieter W.: Menschengemäße Politik, die soziale Herausforderung, Verlag am Goetheanum, 1988
–  Hermannstorfer, Udo: Scheinmarktwirtschaft, 1997
–  Leber, Stefan: Selbstverwirklichung, Mündigkeit und Sozialität, Fischer Taschenbuch Verlag, 1982
–  Leber, Stefan: Reihe Sozialwissenschaftliches Forum Verlag Freies Geistesleben, Band 1- 5, 1986-2000
–  Steiner, Rudolf: Die Kernpunkte der sozialen Frage, Rudolf Steiner Verlag
–  Steiner, Rudolf: Nationalökonomischer Kurs, Rudolf Steiner Verlag

Zeitschriften
–   “Sozialimpulse”, 4 Hefte pro Jahr,   Herausgeber: Dr.  Christoph Strawe,  Stuttgart
–   Die Drei, Monatszeitschrift, Frankfurt
–   “Info 3″, Monatszeitschrift,  Frankfurt

Links
www.dreigliederung.de
www.jedermensch.net
http://www.3link.de/
www.perseus.ch
www.sffo.de
www.forum-dreigliederung.de
www.sozialimpulse.de
http://www.globenet3.org/
http://www.fiu-verlag.com/
http://www.gemeinsinn.net/

13.8.2013, Werner Breimhorst

 

 

Institut für soziale Dreigliederung in Berlin

Institut für soziale Dreigliederung
Liegnitzer Strasse 15, D-10999 Berlin, Tel 030–6807968943, 030-26305202 (Anrufbeantworter)
www.dreigliederung.de,

Wer sind wir? Wir sind junge und alte Menschen unterschiedlicher Herkunft, Bildung und Gesinnung. Uns eint das Interesse für die soziale Not der Gegenwart, und die Tatsache, daß jeder von uns in der sozialen Dreigliederung eine Möglichkeit sieht, dieser Not praktisch entgegenzuwirken. Wie kann ich mitmachen? Sie sind herzlich eingeladen, uns zu besuchen. Einfach zur öffentlichen Sprechstunde kommen, oder einen Termin mit uns vereinbaren. Eine Liste der Arbeitsgruppen vor Ort können Sie unter www.dreigliederung.de/gruppen einsehen.

Spendenkonto  Institut f. Dreigliederung
Knr.: 1136056200, BLZ 43060967, GLS Bank
Das Institut für soziale Dreigliederung ist gemeinnützig anerkannt.

 

 

Forum Dreigliederung in Buchenbach bei Freiburg

Forum Dreigliederung, c/o Werner Breimhorst
Schloßhofstr. 22, 79256 Buchenbach, Tel  07661-909849
www.forum-dreigliederung.de

Hinterlasse eine Antwort