Obdachlos

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Blick am 12.12.2013 vom Lindenberg bei St.Peter nach Süden übers Dreisamtal im Nebel zum Schauinsland

 

“300.000 Obdachlose sollen nach Syrien auswandern,
um dann als Flüchtlinge hierher zu kommen,
damit sie in Deutschland endlich Obdach bekommen.”
Die Matthias-Riechling-Show am 27.12.2015

 

 

 

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(1) 17.7.2012                                          (2)                                                             (3) Uni KG II am10.12.2012

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(4) 13.12.2013 Leo-Wohleb-Brücke        (5) 28.6.2014 Leo-Wohleb-Brücke

(1) B31 – Leo-Wohleb-Brücke Dreisam in Freiburg am 17.7.2012 um 12 Uhr mittags
(3) Obdachlose am Platz der Alten Synagoge vor dem KG II der Universität am 20.12.2012
(4) Schlafplatz unter der Leo-Wohleb-Brücke nahe der Dreisam – bescheiden und ordentlich.
(5) All dieser Müll wurde von Gutmenschen hier unter der Leo-Wohleb-Brücke abgeladen – unaufgefordert und gegen den Willen des dort logierenden Obdachlosen.
Seit Februar 104 Platzverweise für Obdachlose in FR
Rathaus sieht seine Obdachlosenpolitik bestätigt: Seit Februar 104 Platzverweise für Menschen, die in der Innenstadt schlafen. ….
“Das größere Problem ist aber die Wohnungsnot”, sagt von Kirchbach. Menschen, die längst wieder auf eigenen Beinen stehen könnten, finden keine Wohnung und bleiben in einer Unterkunft stecken. “Das Hilfssystem ist verstopft”, so der Sozialbürgermeister. Was es also braucht, sind mehr Wohnungen.
…. Alles vom 31.10.2016 auf
http://www.badische-zeitung.de/freiburg/keine-zusaetzliche-oase–129248594.html

Obdachlose versus organisierte Bettler
Ein schlafender Obdachloser ist nicht das Problem der Freiburger Innenstadt (siehe Laden Bohny in der Rathausgasse), sondern diese organisierten, gewerblichen Bettler, die jeden Tag, den ganzen Tag, an jeder Ecke, in meist mitleidserregenten Posen, oder laut singend vor den Geschäften, das Geld der Leute abzocken. Zu derselben Bettelmafia gehören die Zettelbetrüger und Unterschriften-Spendenbetrüger, die in großen Gruppenzahlen, den ganzen Tag, die ganze Innenstadt belagern bzw. abgrasen. Wie oft habe ich mich diesbezüglich schon an die Polizei gewandt, doch gegenüber diesen Betrügern ist die Stadt Freiburg nicht gewillt, Platzverweise auszustellen (wie es z. B. in Lörrach gemacht wird), obwohl genau diese organisierte Kriminalität das Problem für die echten Obdachlosen dramatisch verstärken.
2.11.2016, Michael Walter

 

Bezahlbare Wohnungen für Einheimische ODER Flüchtlinge?
Frau Wagner kann ich in vollem Umfang deshalb zustimmen, weil ich nahe der BEA-Erstaufnahmestelle wohne und ebenfalls öfter sehe, wie Rentner in den Flaschencontainern neben der BEA nach Flaschen suchen, um ihre Rente durch den Flaschenerlös aufzubessern. Ebenfalls darf ich die Feststellung von Frau Wagner bestätigen, dass “unsere eigenen Bürger, die in weniger komfortablen Verhältnissen leben, in Vergessenheit geraten und sie keine Lobby – anders als die jetzigen Zuwanderer – haben”.
Seit vielen Jahren engagiere ich mich für die “Freunde der Straße”. An einem der vergangenen Sonntage waren rund 200 Gäste beim Mittagstisch, und sie werden von Jahr zu Jahr mehr. Tatsächlich gibt es viel mehr, aber sie schämen sich zu zeigen, dazuzugehören. Mehrere der Flüchtlinge sehe ich mit Smartphones. Von Herzen sei es ihnen gegönnt! Die “Freunde der Straße” könnten sich sowas nicht leisten, jedenfalls habe ich es nie gesehen, stattdessen erzählte mir ein Familienvater am sonntäglichen Mittagstisch, der Frau und Tochter dabei hatte, Folgendes, als ich ihnen einen guten Nachhauseweg wünschte:
Er ließ traurig den Kopf hängen und meinte, “das wäre schön, denn wir haben kein Zuhause, wir leben in Haslach in der Oase, einem Obdachlosenheim, sehr eng aufeinander”. Die Zähne lückenhaft, ein Zahnersatz bei beiden nicht zu leisten. Diese Menschen sind hier geboren, einheimisch, und es werden von Jahr zu Jahr mehr – zusammen mit den Flüchtlingen sowieso, denn wo soll die Arbeit herkommen und welche Art von Arbeit? Sind sie weniger begabt als die Flüchtlinge? Wo sind die bezahlbaren Wohnungen für solche einheimischen Menschen, die viel enger und schlechter wohnen als in den derzeitigen Flüchtlingsunterkünften mit modernen Medienanschlüssen?
Ich engagiere mich aus Überzeugung für Inklusion in allen Lebensbereichen. Bitte die eigenen Bürger nicht vergessen. Wahre Hilfe reicht über Klatschen und Luftballons hinaus, und “Gerechtigkeit strengt mächtig an” (Nathan der Weise). Kritische Bürger sind nicht gleichzusetzen mit einer politischen Gruppierung.
Wo er recht hat, hat er recht, der Bert Brecht:
“Wer die Wahrheit nicht kennt, ist ein Dummkopf,
wer aber die Wahrheit kennt und trotzdem schweigt, der ist ein Verbrecher”.
21.10.2015, Gerhard Schiff, Freiburg

 

 

Stadt will Lager eines Wohnungslosen räumen lassen
Alf Torsten Herbertz lebt unter der Leo-Wohleb- Brücke in Freiburg. Das Amt für öffentliche Ordnung hat nun die Räumung seines Lagers angekündigt. Doch er hat auch Unterstützer. …
Alles vom 28.6.2014 bitte lesen auf
http://www.badische-zeitung.de/stadt-will-lager-eines-wohnungslosen-raeumen-lassen

Gutmenschen vermüllen Schlafplätze von Obdachlosen
In einem Gespräch am 28.6.2014 beklagt sich Herr Herbertz, dass viele Leute vorbeikommen und Sachen bei ihm abladen, sei es um zu helfen (z.B. das isolierte Sitzkissen), um etwas Zweifelhaftes da zu lassen (z.B. ein neuwertiges Markenfahrrad) oder aber um sich den Weg zu Recyclinghof bzw. Remondis zu sparen und den eigenen Müll bequem los zu werden (z.B. die angesiffte Matratze). “Dieser ganze Abfall hier wurde mir einfach hingeschmissen. Das macht ja keinen guten Eindruck für mich, wenn Sie das jetzt so fotographieren” – so Alf Torsten Herbertz, als ich das Photo (5) knipste, auf dem er mühsam den ihm ungefragt zugetragenen Unrat auf einen Haufen am Zaun zusammentrug.
Solche Klagen ist nicht neu, man hört sie von vielen Obdachlosen: Irgendwelche Gutmenschen kommen vorbei und benutzen die Schlaf- und Aufenthaltsplätze der Obdachlosen, um den eigenen Abfall bequem und zudem kostenlos entsorgen zu können. Anschließend wird dann gepostet und getwittert über Unordnung, Chaos, Ausbeutung und Elend der Menschen ohne Wohnung – verantwortet durch Staat und Gesellschaft.

Auf der einen Seite ist die Erkenntnis eines Wohnungslosen, dass sein Schlafplatz von vermeintlichen Gutmenschen bzw. Unterstützern als Müllabladeplatz genutzt wird, sicher sehr bitter. So ist auch zu erklären, dass Obdachlose oft schroff und abweisend sind gegenüber Passanten.
Auf der anderen Seite ist das dem Zeitgeist des Dagegenseins verpflichtete Verhalten unserer Gutmenschen das größere Problem: Sie überhäufen die meist sehr bescheidenen Obdachlosen mit ihrem eigenen Konsummüll, um dann deren Unrat, Chaos und Elend anzuprangern. Mit Demos, Vorwürfen und Anschuldigungen gegen das vermeintliche Versagen staatlicher und kirchlicher Institutionen (sogar über die Pflasterstub schimpfen die Gutmenschen) ist keinem Obdachlosen geholfen. Wohnsitzlosigkeit ist weniger ein Problem fehlenden Wohnraums als ein psychosoziales Problem fehlender Bindungsfähigkeit. In einer Krise (Scheidung, Jobverlust, Sucht) fehlen einfach die sozialen Kontakte, die einen Betroffenen auffangen und Hilfe leisten könnten. Dann packen die Leute ihre Siebensachen und gehen auf die Straße bzw. unter die Leo-Wohleb-Brücke.
Warum nimmt keiner dieser Gutmenschen einen Obdachlosen bei sich auf? Warum nimmt keiner sich Zeit für ein persönliches Gespräch, nicht um bei diesem Gespräch GEGEN den Staat zu wettern, sondern um sich daFÜR einzusetzen, dass der junge Mann von der Strasse wegkommt: Gang zum Arzt, Begleitung zu Behörden, Kontakte zu WG, Jobsuche, Mut machen.
Es gab mal einen Satiriker (bzw. es gibt ihn noch), der sagte 2012: “So mancher Gutmensch ‘hält sich seinen Bettler’ oder seinen Obdachlosen”. Da ist noch immer was dran.
28.6.2014

 

 

Rechtsanspruch auf feste Unterkunft
Jeder Obdach- bzw. Wohnsitzose hat einen Rechtsanspruch auf eine feste Unterkunft und die Stadt Freiburg ist daher gesetzlich verpflichtet, Unterkunft in einem Wohnheim zu organisieren. Dass viele Wohnsitzlose dennoch unter Brücken schlafen und sich allenfalls in kalten Winternächten in öffentliche Einrichtungen begeben, liegt an der persönlichen Entscheidung der Betroffenen und nicht an der fehlenden Hilfsbereitschaft der Gesellschaft bzw. Stadt. Daher können die Gutmenschen in unserer Gesellschaft ziemlich ungezwungen darüber diskutieren, ob sie  wuchernde Lager an der Dreisam und unter Brücken dulden möchte oder nicht. Vernünftigerweise wird man nicht gleich jede Matratze unter einer Brücke räumen lassen. Wenn aber immer mehr Einrichtungsgegenstände hinzu kommen und sich dort ein regelrechter Hausstand entwickelt, sollte es einer Gesellschaft auch offen stehen, Grenzen zu ziehen.
Zur Not muss die Stadt Freiburg Turnhallen belegen, um den Leuten ein Dach über dem Kopf zu gewähren. Ob diese Notunterkünfte objektiv dem Standard einer Sperrmüllbehausung unter einer Brücke nicht standhalten, wage ich zu bezweifeln. Unbestritten sind solche Notunterkünfte keine Komforteinrichtungen. Aber sie verfügen über Wasser, Heizung, Trockenheit und geregelten Mahlzeiten. Dass die Wohnsitzlosen gerade im Sommer trotzdem lieber draußen campieren, verstehe ich. Das hängt mit den Auflagen zusammen, die in solchen Wohnheimen herrschen. Z. B. herrscht dort Alkohol- und Rauchverbot. Daneben ist die Enge und die psychische Problematik der meisten Wohnsitzlosen nicht unbedingt einladend. Betrachtet man aber die Probleme unter den Brücken, die von den Betroffenen gerne verdrängt werden, so sind solche Heime ggf. das kleinere Übel.
26.6.2014

Infoblatt des Amtes für Wohnraumversorgung mit einer detaillierten Auflistung aller Hilfsangebote liegt bei allen Freiburger Beratungsstellen und Kirchengemeinden aus.
http://www.freiburg.de/Wohnungslosigkeit

Wo sind die deutschen Wohnungslosen? – Verdrängungskampf

Die aktuelle Situation hat mit Integration nichts zu tun. “Erst haben die Polen die Deutschen verdrängt, nun verdrängen die Rumänen, Bulgaren und Ungarn die Polen,” sagt Stanislaw Nawka. “Die Rangordnung auf der Straße ist längst eine andere.” Seit 16 Jahren fährt er mit dem medizinischen Bus durch Hamburg, ehrenamtlich. Er hat das Angebot mit aufgebaut und für seinen Einsatz 2010 das Bundesverdienstkreuz bekommen. Aktuell treibt ihn eine neue Sorge um: Die deutschen Obdachlosen kommen immer seltener in den medizinischen Bus, der beinah täglich durch die Stadt fährt und an Suppenküchen wie dem “Herz As”, dem Bahnhof oder der Unterkunft des Hamburger Winternotprogramms hält. Trauen sie sich nicht mehr? “Keiner von uns hat eine Antwort auf diese mittlerweile oft gestellte Frage”, sagt Nawka. Man könne nur spekulieren und hoffen, dass sie irgendwo ein Plätzchen, einen Arzt gefunden haben. …….
Alles vom 26.2.2013 bitte lesen auf
http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/armutsmigration-zuwanderung-verschaerft-situation-von-obdachlosen-a-881444.html

Uni Freiburg: Jura-Studierende stören sich an Obdachlosen
    
Einige Jurastudenten der Uni Freiburg haben im Fakultätsrat eine Beschwerde vorgebracht: Sie stören sich an wohnungslosen Menschen auf dem Platz der Alten Synagoge. Die sollen weg. ….
Alles vom 5.12.201^2 bitte lesen auf
http://www.badische-zeitung.de/uni-freiburg-jura-studierende-stoeren-sich-an-obdachlosen
Nichtseßhaftigkeit ist kein finanzielles, sondern ein psychosoziales Problem
Die Stadt Freiburg ist gesetzlich verpflichtet für jeden Nichtseßhaften eine Unterkunft bereitzustellen. Das Problem ist somit nicht, dass es keine Notunterkünfte gäbe, das Problem ist, dass die Nichtseßhaften diese Notunterkünfte nicht aufsuchen wollen. Dort herrschen gewisse Regeln wie Alkoholverbot, dem sich manche nicht oder nur bei extrem kaltem Wetter unterordnen wollen. Nichtseßhaftigkeit ist ein psychosoziales Problem. Nicht wer arm an Geld ist landet auf der Straße, sondern wer arm an zwischenmenschlichen Bindungen ist, die ihn in einer Krise auffangen könnten. Die Lösung des Problems liegt jedenfalls auch nicht darin, dass die Nichtseßhaften beim KG II campieren. Vielleicht kann Herr Scholl oder ein anderer Kommentator seinen Garten oder Keller zur Verfügung stellen. Dann kann er mit Recht auf das mangelnde Mitgefühl der Juristen hinweisen. Es gibt übrigens genügend professionelle Angebote, um diese Menschen wieder in ein geregeltes Leben zurückzuführen. Nur muss dafür auch der Wille bei den Betroffenen vorhanden sein. Deshalb sind die Erfolgsquoten der Profis nicht überragend. Was sollten dann ein paar Juristen ausrichten?
5.12.2012, Rainer Brombach
Bezahlt endlich eure Schulden
Das Problem liegt nicht darin, dass die Obdachlosen vor der Uni leben, sondern darin, wie sie mit diesem Ort umgehen. Ich bin mir sicher, dass all jene Gutmenschen, die so wenig Verständnis für die Studenten zeigen, das ganz anders sähen, wenn sie sich selbst jeden Morgen und Abend durch den Uringestank und die Pöbeleien kämpfen müssten. Es gehört wirklich nicht viel dazu, sich über Dinge aufzuregen, die nicht vor der eigenen Haustür passieren. Lassen sich diejenigen, die hier so Partei für die Obdachlosen ergreifen, denn beim Wort nehmen und werfen das nächste Mal eine Münze in das mit “Bezahlt endlich eure Schulden!” beworbene Körbchen? Ich glaube nicht.
6.12.2012, Carina Spondt
Würde man das auch vor der eigenen Wohnungstüre tolerieren?
“Man stelle sich diese Zustände tagein tagaus vor dem eigenen Arbeitsplatz oder gar der Wohnung vor und frage sich, ob man in der Tat bereit wäre, das ohne weiteres zu tolerieren” Genau das habe ich mir beim Durchlesen der Kommentare auch gedacht… Es ist immer einfach, mit dem Finger auf Andere zu zeigen. Ob man selber solche Umstände dauerhaft in seinem persönlichen Umfeld akzeptieren würde, steht auf einem ganz anderen Blatt Papier.
Frei nach dem Motto: Heiliger Sankt Florian…
7.12.2012, Horst Bruckmann
Beschreiben Sie die Nachbarschaft am Platz der Alten Synagoge:
Das Zusammenleben ist seit 20 Jahren ein Problem. Es liegen Flaschen und Müll herum, es wird ans Gebäude uriniert und gekotet. Die Menschen trinken Alkohol, bis sie volltrunken sind, und haben teilweise Hunde dabei. Im Sommer führt das zu beträchtlichem Gestank. Im Winter benutzen die Menschen die Toiletten im Gebäude. Im vergangenen Jahr haben sich Personen, die sonst vor dem Gebäude gelagert haben, dort eingeschlossen, und auch das führte zu einem ziemlichen Gestank. Studierende und Mitarbeiter haben Angst, die Toiletten zu benutzen und gehen nicht mehr durch den Westeingang des KG II oder den Ausgang der Tiefgarage. Außerdem kommt es zu verbalen Belästigungen. Ich bin auch schon angepöbelt worden. Wenn das ein- oder zweimal vorkommt, kann man darüber hinwegsehen, aber wenn sie jeden Morgen einen Pöbelspruch hinterher gerufen kriegen, dann fühlen sie sich gestört. Es ist mir auch berichtet worden, dass zwei behinderte Studierende ob ihrer Behinderung angepöbelt worden sind.
Prof Alexander Bruns, Uni Freiburg, 13.12.2012. Gesamtes Interview lesen auf
http://www.badische-zeitung.de/streit-um-obdachlose-uni-dekan-bruns-nimmt-stadt-in-die-pflicht

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