Fluechtlingswohnheim

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Blick vom Eichberg über die PH in FR-Littenweiler zum Rosskopf am 16.11.2012

Flüchtlingswohnheime im Raum Freiburg

 

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(1) Amjad im seinem Gemüsegarten

 

Flüchtlingsunterkünfte in Freiburg

Städtische Wohnheim St. Christophe an der Hermann-Mitsch-Straße nahe der Messe
Städtische Unterkunft an der Hammerschmiedstraße in Littenweiler
Wohnheim an der Bissierstraße im Stadtteil Betzenhausen (Eigentümer Land  BW)
Alle insgesamt 929 Wohnheimplätze sind im Oktober 2012 belegt;

 

Flüchtlingswohnheim Hammerschmiedstrasse

Die Flüchtlingsunterkünfte in der Hammerschmiedstraße  wurden 1992 erbaut und stehen unter der Obhut des Amtes  für Wohnraumversorgung der Stadt Freiburg. Die Sozialpädagoginnen Ingrid Braun und Gisela Hein vom Sozialen Dienst arbeiten seit vielen Jahren als Ansprechpartnerinnen und Betreuerinnen vor Ort. In den  fünf  Behelfsbauten in der Hammerschmiedstraße sind bis zu 220 Personen, darunter 100 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, untergebracht. Die meisten von ihnen sind Roma und Ashkali, ethnische Minderheiten aus dem Kosovo. Fast alle Kinder und Jugendlichen besuchen Kindergärten, Horte  oder Schulen.  Einige Familien haben inzwischen die Chance auf ein Bleiberecht.Eine Hürde ist nach wie vor die Arbeits- und Wohnungssuche. Nur wenige haben eine feste Stelle. Die meisten Flüchtlinge sind im Reinigungs-, Gastronomie- und Küchenbereich tätig. Die Jugendlichen sind auf der Suche nach Lehrstellen. Bei den Mädchen steht an erster Stelle der Wunsch Friseurin zu werden. Die Jungen sind meist praktisch begabt,  für sie  wären Lehrstellen im handwerklichen Bereich ideal. Wenn jemand eine Wohnung vermieten möchte oder falls es Firmen gibt, die Arbeit oder Lehrstellen zu vergeben haben – bitte wenden an:

Sozialer Dienst für Flüchtlinge
Sozialpädagoginnen Ingrid Braun und Gisela Hein
Hammerschmiedstrasse 18a-e
79117 Freiburg-Oberwiehre-Waldsee
Tel 0761-709852, Sprechzeiten sind Montag, Mittwoch, Freitag von 09 – 12 Uhr sowie Mo und Mi 14-16 Uhr
ingrid.baun@stadt.freiburg.de , gisela.hein@stadt.freiburg.de

Helferkreis Hammerschmiedstrasse
Caritas FR-Stadt, Philipp Bono, Michael Schmitz-Steinhäuser, Gabi Lindinger
Tel 0761&50478-15, sozialdienst-fluechtlinge@caritas-freiburg.de
michael.schmitz-steinhaeuser@caritas-freiburg.de

 

Zeit für Kinder – Patenschaft für Flüchtlingskinder

Studenten engagieren sich für Kinder des Asylbewerberwohnheims Littenweiler .
– Als Pate/Patin unternimmst du zwei bis drei Mal pro Monat etwas mit deinem Patenkind.
– Die Patenschaften dauern in der Regel ein Semester oder ein halbes Jahr.
– Bei Interesse nehmen wir dich mit ins Heim und du kannst dir ein Bild davon machen
– Wenn du dir vorstellen könntest, eine Patenschaft zu übernehmen, stellen wir dir ein Kind vor und ihr könnt
schauen, ob ihr zusammen passt

Ansprechpartnerin von Zeit für Kinder ist Anna-Sophia Clemens. Zu erreichen ist sie unter
zeitfuerkinder-freiburg@web.de oder unter der Telefonnummer 015739616880.
http://zeitfuerkinder.wordpress.com/kontakt/

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Zwei strafunmündige Steinewerfer von B31-Brücke
Im Mai wurden in Littenweiler, auf Höhe der Hammerschmiedstraße bei der dortigen Brücke bereits am 2. Mai durch unbekannte Täter faustgroße Steine auf die B31 geworfen. Hierdurch wurden acht Autos leicht beschädigt. Durch einen Hinweiseber, der sich aufgrund des Zeugenaufrufs meldete sowie anschließende Ermittlungen durch den Polizeiposten Freiburg-Littenweiler, konnten die Steinewerfer nun ausgemacht werden. Es handelt sich um zwei 9-jährige und einen 12-jährigen Jungen, die in der dortigen Unterkunft in der Hammerschmiedstraße untergebracht sind. Mit den Eltern der strafunmündigen Kinder wurden belehrende Gespräche geführt.
14.10.2015, Dreisamtaeler.de

 

Bewohner legten den Brand in Bissierstrasse selbst

50 000 Euro Schaden in Flüchtlingsunterkunft. Der Brand in einer städtischen Flüchtlingsunterkunft an der Bissierstraße im Stadtteil Betzenhausen ist absichtlich gelegt worden. Als Auslöser vermuten die Ermittler einen Konflikt unter den Bewohnern oder mit Besuchern ….
Alles vom 16.1.2015 bitte lesen auf
http://www.badische-zeitung.de/freiburg/bewohner-legten-den-brand-selbst–99016409.html

Online-Petition gegen Flüchtlings-Unterkunft in Lörrach-Brombach
Zu groß und mitten im Wohngebiet: Eine Online-Petition wendet sich gegen eine Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge in Brombach. Die Initiatorin kritisiert vor allem die Informationspolitik der Stadt. ….
Alles vom 11.6.2014 bitte lesen auf
http://www.badische-zeitung.de/online-petition-gegen-fluechtlings-unterkunft

http://www.change.org/de/Petitionen/frau-ob-heute-bluhm-asylbewerber-ja-massenunterbringung-nein-stoppt-den-geplanten-bau-in-brombach-wir-brauchen-eine-faire-l%C3%B6sung
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Kleine Wohneinheiten statt Ghetto
So manche Kommentatoren/innen interpretieren hier etwas in die Situation, was schlichtweg Populismus darstellt. Ich lese in keinster Weise heraus, das sich die Initiatorin gegen Asylbewerber richtet. Es scheint doch eher die Angst umzugehen das ein “Ghetto” für jeweils 150 verfolgte Menschen gebaut werden soll, was sicher einer Integration nicht förderlich ist. Das da auch persönliche Interessen durchklingen (Immobilienpreise,….) , das ist doch legitim. Ich persönlich würde solch eine Petition nicht mittragen, kann aber durchaus Verunsicherungen bei Teilen der Brombacher Bevölkerung verstehen. Es bleibt zu hoffen, das der zuständige Landkreis der Bevölkerung ein tragfähiges Konzept vorstellt, und warum nicht kleinere Wohneinheiten, damit die von Krieg und Leid verfolgten Menschen eine bessere Chance erhalten sich hier zu integrieren. Desweiteren wünsche ich den Initiatoren, das sie sich nicht vom rechten Gesocks vor den Karren spannen läßt.
11.6.2014, Andreas Daute

Man darf nicht den Fehler begehen und von weinigen auf die Bürger einer ganzen Stadt schließen.
113 Unterzeichner bedeuten im Umkehrschluß daß die überwiegende Mehrheit der Lörracher und Brombacher Bürger tolerant und positiv eingestellt ist und nur eine kleine Randgruppe gegen die Flüchtlingsunterkunft ist.
11.6.2014, Manuel
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Altbau statt Neubau
Ich bin gegen den Bau des Asylbewerberheimes, da ich der Meinung bin, dass es genügend Schul- und Kindergärten gibt, welche dringend saniert werden sollten. Da ich selbst Ausländer bin, hat dies nichts mit Ausländerfeindlichkeit zu tun!! Ein Altbau würde doch reichen? Aber ein Neubau mitten in Brombach? Warum muss dies der Steuerzahler bezahlen? Wir brauchen Fachkräfte (Italien, Spanien, Portugal) und keine “Flüchtlinge”, welche (leider) auch hier keine Perspektive haben, da es Ihnen an Bildung und Offenheit fehlt.
11.6.2014, Raffael Ciraldo

 

Großunterkunft oder kleine Einrichtungen
Die Tatsache dass sich Lörrach entschieden hat, die 150 Flüchtlinge an einem Ort unterzubringen zeigt, wie groß die Schwierigkeiten sind, eine solche Entscheidung durchzusetzen. Baut man eine Großunterkunft an einem Ort hat man 113 Opponenten aus der kleinen Nachbarschaft. Baut man 10 Einrichtungen für je 15 Flüchtlinge verteilt über die ganze Stadt, dann hat die Verwaltung die Hölle auf Erden. Denn jene, die sich nun im Gutmenschentum suhlen, hätten ansonsten ebenfalls “gute Gründe” finden müssen, warum es in ihrer Nachbarschaft bei aller grundsätzlichen Zustimmung gerade nicht geht. Von daher sollte sich jeder mit Kritik an den aufständischen Anwohnern zurückhalten, wenn er nicht im gleichen Atemzug eine Wohnung in seiner Nachbarschaft benennt, in die Flüchtlinge einziehen können.
11.6.2014, Reiner Bombach

Ohne tägliche Sozialarbeiter-Hilfe geht es nicht
Als in unserer kleinen Gemeinde ein Asylbewerberheim mit über 100 Menschen geplant wurde, hat die Gemeinde dann die Unterbringung von ca. 100 auf 45 Personen heruntergehandelt. Das Haus ist proper und es gibt fast nur 2-Bett-Zimmer. Die anfänglichen Bedenken aus der Bevölkerung konnten dank vieler ehrenamtlicher Helfer bis jetzt zerstreut werden. Unsere Gemeinde lebt vom Tourismus und das Haus steht nicht an ungesehener Stelle sondern fast mitten drin. Man muss die Zuständigen von den Landratsämtern verstehen: der Zustrom reißt nicht ab und es wird in Zukunft immer mehr Wohnraum zu beschaffen sein. Da unsere Gemeinde nicht in der Nähe einer Stadt liegt, haben wir einen Fahrdienst zum nächsten Supermarkt organisiert, ebenso, gleich zu Anfang nach der Ankunft, einen Deutschkurs. Aus der Bevölkerung kamen dazu sehr großzügig die Spenden. Familien mit Kindern wurden, da wir keinen Ortskern besitzen, nicht zugewiesen, wohl aber seit einem Jahr schwangere Afrikanerinnen, die dann ihr Baby in unserem zuständigen Krankenhaus auf die Welt gebracht haben. Diese Frauen haben in der Regel ein schlimmes Schicksal hinter sich. In dem Haus waren und sind viele unterschiedliche Kulturen und Bildungsgrade unter einem Dach untergebracht mit ständigem Wechsel, je nach Status der Anerkennung, das allein ist schon Sprengstoff genug: aus Afghanistan, Pakistan, Iran, Syrien, verschiedene Länder aus Afrika,Tibet, dem Balkan, um nur einige zu nennen. Manche haben ein Studium in ihrem Land absolviert, sind bemüht Deutsch zu lernen und sind bald wieder aus unserm Haus verschwunden. Andere bemühen sich Deutsch zu lernen, obwohl oft die Vermutung nahe liegt, dass weder Schreib- noch Rechenkenntnisse vorhanden sind, wieder andere wollen gar kein Deutsch lernen. Da treibt einen dann auch der Umgang mit Geld, vor allem bei den jungen Müttern, schon mal zur Verzweiflung. Da die neu geborenen Babys sehr wohl von unserm Staat gut versorgt werden, die Mütter aber dringend Anleitung beim Ausgeben der “Schätze” benötigen, wird dann meist das i-phone der Babynahrung oder dem Kinderbett vorgezogen. Wenn Wohnungen endlich gefunden werden, man nette Vermieter gefunden hat, dann kommt das nächste Problem: In den meisten Fällen wird die Wäsche auf der Heizung getrocknet, die Sommer wie Winter auf Hochtouren läuft, damit die gewohnten Temperaturen erreicht werden. Fenster sind mit Rolladen verschlossen, von Lüften keine Spur. Man sitzt auch schon mal unter der Dusche auf einem Hocker, das Wasser steht ja immer zur Verfügung. Nach spätestens einem halben Jahr ist die Wohnung total verschimmelt und der Vermieter steht kurz vor der Einweisung ins Irrenhaus. Wohl gemerkt: so sind nicht alle, aber das, was ich hier beschreibe, wird uns dauerhaft in den nächsten Jahren zum Problem werden. Das können die wenigen Ehrenamtlichen und die Betreuer vom Landratsamt an der Basis nicht auffangen. Hier fehlen genügend Helfer, die bei der Eingewöhnung in unsere Kultur Hilfestellung geben und eine Eingliederung in unsere Gesellschft ermöglichen. Dazu braucht es aber Veränderungen durch politische Lösungen, gute Informationen und vor allen Dingen vertrauensvolle und offene Zusammenarbeit von allen Beteiligten, damit wir dauerhaft und sinnvoll helfen können. So ist es zur Zeit nur das berühmte “Hamsterrad”, das sich immer mehr fremdgesteuert in der Geschwindigkeit steigert.  Fakt ist: Es ist nicht unbedingt die Größe und die Lage eines Hauses für die Asylsuchenden ausschlaggebend, sondern die Betreuung an der Basis mit genügend ehrenamtlichen Helfern und Angestellten vom Landratsamt, die dann auch ihr Bestes geben können, wenn sie sehen, dass ihre Hilfe nicht verpufft. Bei uns, in unserer Asylbewerberunterkunft, ist nämlich seit Dezember letzten Jahres der Sozialarbeiter nur 3 Mal pro Woche für 1,5 Stunden anwesend und das auch oft nicht, obwohl uns das vom Landratsamt zugesicht worden war. Hilfe wird bei der in der Nähe wohnenden Deutschlehrerin gesucht, die Samstag und Sonntag unfreiwillige Ansprechpartnerin ist und dann auch schon mal nachts mit dem zuständigen Notarzt telefonieren muss, um einen nicht notwendigen Einsatz abzuwenden. Ich könnte noch einen ganzen Roman aus meinen Erfahrungen zusammenstellen. Wir müssen helfen, das ist klar! Aber wir müssen unsere Hilfe gemeinsam besser organisieren. Vielleicht könnte ein Runder Tisch mit Betroffenen an der Basis und mit zuständigen Politikern tragfähige Lösungen erarbeiten. Alle Helfer an der Basis wären sicher dankbar.
11.6.2014, Heidi Bauer

 

 

 

Theater Hammerschmiedstrasse – Kapriole
Jugendliche aus der Fluechtlingsunterkunft Hammerschmiedstraße und Jugendliche der Freien demokratischen Schule Kapriole in Littenweiler erarbeiten gemeinsam ein Theaterstück. Ein Skript für die Bühne entsteht Stück für Stück. Dabei gehen wir von einer Familie aus, die in heutiger Zeit aus einem durch Krieg zerrütteten Deutschland flieht. Das Stück wirft Fragen auf zum Leben im Flüchtlingswohnheim, zur Flüchtlingspolitik, zu Kinder- und Menschenrechten. Anfang Mai 2014 werden die Proben in einer Aufführung münden.
Die genauen Termine werden noch bekannt gegeben.

Acht Monate als Schüler im Asylantenheim Hammerschmiedstrasse
“Wir sind Kurden und kommen aus dem Irak. Aufgrund unserer Religion (Yesiden) wurden wir dort verfolgt. Wir mussten aus dem Irak fliehen, weil dort schon seit 2003 Krieg, Gewalt und Unterdrückung herrschen. Meine Mutter, meine vier jüngeren Geschwister und ich kamen im Dezember 2010 mit dem Flugzeug von Damaskus nach Düsseldorf. In Damaskus, der Hauptstadt von Syrien, hatten wir unser Visum und unsere Pässe bekommen. Von Düsseldorf fuhren wir mit dem Zug nach Freiburg. Dort lebte mein Vater schon seit drei Jahren. Zuerst kamen wir ins Asylantenheim in der Hammerschmiedstraße, wo wir mit zwei Großfamilien während der ersten acht Monate auf 55 Quadratmetern lebten. Es gab dort keine Betten, und wir schliefen alle auf Matratzen. Die Einrichtung bestand nur aus Schränken und sechs Matratzen. Dadurch dass wir kein Deutsch konnten, hatten wir keine Freunde und Bekannten. Man fühlt sich sehr hilflos und alleine gelassen. Nach acht Wochen durften mein Bruder und ich zum ersten Mal in die Schule. Wir lernten einzelne Wörter, die bald zu Sätzen wurden und auch die Kontakte zu Mitschülern wuchsen. Trotzdem war ich alleine, traute mich nicht hinaus und saß nur zu Hause.
22.3.2012, Walid Kheder, Friedrich-Weinbrenner-Gewerbeschule Freiburg, Kooperationsklasse

20 Jahre Flüchtlingswohnheim Hammerschmiedstrasse – 1992-2012

Wilfried Nagel, engagiert beim Bürgerverein und SPD-Ortsverein Oberwiehre-Waldsee. Umso wichtiger fand er den – überwiegend weiblichen – Unterstützungskreis der Dreifaltigkeitsgemeinde, der 20 Jahre später auf fünf Leute geschrumpft, immer noch kleine Anschaffungen finanziert. Mehr tut sich inzwischen außer bei der Frauengruppe bei den Patenschaften des Vereins “Zeit für Kinder” und beim Fußballspielen, das Studierende, organisiert vom Sozialreferat der Pädagogischen Hochschule, mit großer Nachfrage für Kinder und Jugendliche anbieten.
Alles vom 10.7.2012 bitte lesen auf
http://www.badische-zeitung.de/freiburg-ost/zu-hause-im-provisorium–61361066.html

Sommerfest am Samstag, 14. Juli 2012

Sommerfest von 16 bis 19 Uhr im Flüchtlingswohnheim  Hammerschmiedstraße 18 a bis e, mit Musik von Al Jawalla, Anita Morasch, Musikern aus der Unterkunft (drei Gruppen schlossen sich zusammen zu den “Hammerschmied-Jungs”) und Kindern Klasse 2 der Reinhold-Schneider-Schule. Eintritt frei.

Frühmorgens noch Regen, zwischen 16 und 19 Uhr dann strahlender Sonnenschein – alles passte beim diesjährigen Sommerfest an der Hammerschmiedstrasse:
Spielmobil mit vielen Attraktionen für die Kinder im Garten. Die “Hammerschmied-Strassenjungs”, zu denen sich drei Bands zusammengefunden haben, spielten und sangen auf Romanes so mitreißend (ganz besonders der junge Fidyni Vogel), dass nicht nur die Frauen, sondern auch Männer mittanzten. Auf die Frage nach einer Übersetzung der auf Romanes gesungenen Worte konnte (es gibt viele Romanes-Dialekte) und wollte (Texte des Sängers spontan wie “Sonne scheint”, “hüpf, hüpf, hüpf”, “Haben ein Fest , viele sind da, kostet nichts”) niemand antworten. Ein für deutsche Lande ungewöhnlich junges Fest: Über 100 Kinder und Jugendliche bei “nur” 120 Erwachsenen. Dazwischen die beiden Schwestern Badema (14) und Sadihje (16) mit Stretch-Outfit in Schwarz und Tigerfell. Und Buben, die Fangerles spielten. Die Sozialarbeiterinnen Ingrid Braun und Gisela Hein begrüßten die zahlreichen Gäste und stellten das Programm vor – bewundernswert, wie sie geduldig Fragen beantworteten, organisierten, mithalfen und auch die verlorengegangenen Eltern der kleinen Mia suchten. Philipp Bono von Caritas Freiburg stand mit Rat und Tat zur Seite. Überall waren sie präsent, die Damen und Herren von HelferInnenkreis und Gemeinde Hl. Dreifaltigkeit – im Garten, am Buffet, im Container und beim Aufschließen der Toiletten. Die Ex-Rektorin Gerda Liebner der Reinhold-Schneider-Schule Littenweiler, die mit dem “Runden Tisch Sozialer Brennpunkt” so viel Gutes Initiiert hat, war auch da. Patenprojekt “Zeit für Kinder”, Studierende der nahen PH mit ihrem Sozialprojekt, Kleingärtner vom Verein Freiburg-Ost in der Hammerschmiedstrasse auf der anderen Seite der B31. TV-Schüsseln überall für den Fernsehkontakt in die Heimat – zuweilen vier Receiver für einen Fernseher: Bosnia, Serbia, Kosovo, Albania. Viel hinreissende Musik wurde gespielt: Die “Hammerschmied-Jungs”, die Band Al Jawalla, ein Trio von jungen Heimbewohnern, die Mundharmonikaspieler der Klasse 2 der RSS, die Romanes-Sängerin Anita Morasch aus Herdern; alle luden zum Mitmachen, Mitsingen und Mittanzen ein – mit Ausnahme der Sambastas (die nur sich selbst betrommelten bzw. darstellten und möglichst laut jedes Gespräch ringsum unmöglich machten). Die “Alten” und Familien saßen seitab unter den Bäumen und schauten dem Treiben aus sicherer Entfernung zu. Viele gute Gespräche wurden geführt und vielleicht auch Kontakte geknüpft. Überall Kinder und Jugendliche, Babys und Pubertierende, Kids und “Hey du da” – was für ein Reichtum.  www.bleiberecht-freiburg-brhs.de mit eigenem Stand und Infomaterial. Am Buffet gab es reichlich und vor allem Süßes – selbstgebacken von den Heimbewohnerinnen. Ein wirklich schönes Sommerfest.
Ekke, 14.7.2012

Tanzen wie auf dem Balkan
“In den zwanzig Jahren seit dem Bau des Heims hat sich gar nicht viel verändert, das ist das Dramatische”, sagt Gisela Hein, die seit 15 Jahren im Sozialdienst des Heims arbeitet. Viele Menschen müssen im beengten Wohnheim bleiben, obwohl sie extern wohnen dürften, weil sie keine bezahlbare Wohnung finden. Dankbar sind Gisela Hein und ihre Kollegin Ingrid Braun für die Unterstützung aus der Bevölkerung. …
Alles vom 16.7.2012 bitte lesen auf
http://www.badische-zeitung.de/freiburg/tanzen-wie-auf-dem-balkan–61714457.html

Sommerfest in der Hammerschmiedstraße – 20 Jahre Flüchtlings­wohn­heim
Wilde Trommelklänge und Jungs in rosa-bunten Outfits, Be­wohner/innen der Hammerschmiedstraße und Besu­cher/­innen des Sommerfestes bewegen sich mit. Es spielt „Sambasta“, eine Trommlergruppe, die sonst eher auf links­alterna­tiven Protestveranstaltungen oder Demonstrationen zu hören ist. Das Spielmobil hat einen ruhigeren Standort hinten auf der Wiese. Hier beim Fest nimmt niemand den Trommlern ihre Ohrstöpsel wegen Körperverletzung weg, wie beim deutsch-französischen Gipfel am 10. Dezember 2010 in Freiburg. „Der eine Trommler war bei uns Prak­ti­kant und hat sich bereit erklärt auf dem Sommerfest zu spielen“, sagt Gisela Braun, eine der beiden Pädagoginnen des Flüchtlingswohnheims. Es feiert sein 20-jähriges Be­steh­en. In Vertretung für Bürgermeister Ulrich von Kirch­bach überbrachte SPD-Stadtrat Walter Krögner die Gruß­wor­te der Stadt. Er hob die positive Arbeit der verschie­den­en Gruppen hervor, die sich um die Integration der Heim­be­wohner/innen bemühten. Ein Unding sei es zum Bei­spiel, dass eine Familie schon seit 13 Jahren in der Unter­kunft lebt. Er unterstrich auch, dass die Wohnungsnot in Frei­burg Einheimische und Flüchtlinge gleichermaßen treffe. “Insbesondere die Kinder, die hier geboren sind, ha­ben doch vielmehr mit ihrem jetzigen Wohnort gemein als mit dem Herkunftsland ihrer Eltern“, so Walter Krögner. Das Sommerfest wird alle zwei Jahre ausgerichtet. Dieses Jahr wurde ein besonders umfangreiches Programm zum Ju­biläum geboten. Die Bewohner/innen haben mitgehol­fen. Viel Unterstützung erfährt die Einrichtung auch von der Pfarrgemeinde Heilige Dreifaltigkeit. Studierende der Pädagogischen Hochschule haben 2008 eine Fußballgruppe gegründet. Beim Patenprojekt “Zeit für Kinder” kümmern sich Ehrenamtliche um die Kinder und machen Ausflüge mit ihnen. Wer dafür Interesse hat, kann sich gerne melden. Auch Wohnungen werden immer wieder gesucht für einige der derzeit 220 Heimbewohner, die hier auf sehr beengtem Raum wohnen müssen.
13.8.2012, Anja Lusch, Littenweuiler Dorfblatt

 

CHRONIK des Flüchtlingswohnheims Hamerschmiedstrasse

15.03.1992
Das Flüchtlingswohnheim wird erstmals mit Asylbewerbern aus den staatlichen Sammelunterkünften belegt. Innerhalb weniger Wochen leben bis zu 20 verschiedene Nationalitäten im Wohnheim (Gesamtkapazität von 266 Personen). Neben zahlreichen Familien sind bei der ersten Belegung des Wohnheimes viele alleinstehende Männer aus verschiedenen Kontinenten untergebracht. Die Asylverfahren sind langwierig, so dass die Menschen mehrere Jahre im Wohnheim verbringen. Die Kinder und Jugendlichen werden in die für sie eigens gegründete Internationale Vorbereitungsklasse der Reinhold-Schneider-Schule in Littenweiler aufgenommen. Im Stadtteil gründen die Bürger einen HelferInnenkreis. Dieser trifft sich regelmäßig im Wohnheim und begleitet die Flüchtlinge. Einzelkontakte entstehen. Es werden zusammen Kaffeenachmittage und Feste (Sommerfest, Nikolausfeier) gestaltet. Neben der professionellen sozialen Betreuung der Flüchtlinge durch das Sozial- und Jugendamt, die von 1,5 Fachkräften wahrgenommen wird, helfen viele ehrenamtliche Bürger mit, Kindergruppen, Sprachkurse etc. für die Bewohner  einzurichten.
Aufgrund der zunehmenden Fremdenfeindlichkeit in Deutschland, die auch im Wohnheim spürbar wird, bilden sich weitere Unterstützungsgruppen, so z.B. die „Bürgerinitiative gegen Fremdenfeindlichkeit e.V.“, die auch in anderen städtischen Flüchtlingswohnheimen aktiv wird.

1993
Die Unterbringung im Wohnheim ist sehr eng (4,5 qm pro Person). Es gibt kaum Ausweichmöglichkeiten für die Bewohner. Das politische Klima verschlechtert sich. Ein neues Ausländerrecht und Asylbewerberleistungsgesetz wird vom Bundestag verabschiedet. Es bringt für die Flüchtlinge deutliche Verschlechterungen in ihrem Lebensalltag (z.B. Sachleistungen, geminderte Sozialhilfe).
Erste Flüchtlinge aus dem ehemaligen Jugoslawien (Bosnien–Herzegowina) werden im Wohnheim als Bürgerkriegsflüchtlinge aufgenommen.

1994
Das Jahr steht unter dem Einfluss der geänderten Gesetze. Die Flüchtlinge bekommen statt Geld nur noch Lebensmittelpakete. Durch zahlreiche Aktionen weisen die verschiedenen Helferkreise der Flüchtlingswohnheime in der Stadt Freiburg die Öffentlichkeit auf die verschlechterten Bedingungen für Flüchtlinge hin. Ehrenamtliche und Flüchtlinge organisieren eine zeitlich begrenzte Aktion, in der die Lebensmittelpakete abgekauft werden. Sie führen mit anderen Gruppen die Fastenaktion „Essen was auf den Tisch kommt“ durch. Die Stadt Freiburg lenkt schließlich ein und zahlt eingeschränkte Geldleistungen aus. Auch vor dem Hintergrund, dass die Sachleistungen für die Flüchtlinge verwaltungs- und kostenintensiver waren.

1995
Die Sympathie für die Flüchtlinge sinkt in der Bevölkerung. Erschwerend wirkt eine erneute Änderung des Asylbewerberleistungsgesetzes, die die Situation der Flüchtlinge weiter verschlechtert (ärztliche Versorgung nur im Notfall). Die politische Arbeit der Helfer in verschiedenen Gremien wird immer wichtiger. Die Menschen leben teilweise bereits seit 1992 im Wohnheim. Die Spannungen unter den Flüchtlingen aufgrund der langen Verweildauer in sehr beengten Verhältnissen nehmen zu. Für viele wird die Situation immer unerträglicher. Die Zahl der Flüchtlinge aus dem ehemaligen Jugoslawien – Bosnien-Herzegowina (Muslime) und dem Kosovo (Albaner und ethnische Minderheiten, wie Roma und Ashkali) steigt. Die zweitgrößte Gruppe von Flüchtlingen sind Kurden aus der Türkei.

1996
Es werden vom Regierungspräsidium verstärkt Ausreiseaufforderungen an die Bewohner aus Bosnien-Herzegowina und dem Kosovo versandt. Für Bosnien-Herzegowina wird vom Land BW ein Rückführungsprogramm verfügt. Auch die Situation für die Menschen aus dem Kosovo wird immer dramatischer. Viele haben Angst vor einer Abschiebung. Einzelne Familien und Einzelpersonen flüchten in die Illegalität oder fliehen in andere europäische Länder. Einige Familien versuchen über  ein Weiterwanderdungsprogramm in die U.S.A. und Kanada die  Rückführung in ihr Heimatland zu verhindern.

1997
Ein neues Flüchtlingsunterbringungsgesetz regelt den Alltag der Flüchtlinge in Deutschland. Flüchtlinge, die einen Asylantrag gestellt haben,  müssen  während des Verfahrens in den staatlichen Sammelunterkünften wohnen .Sie erhalten ausschließlich Sachleistungen und Taschengeld. Die städtischen Flüchtlingswohnheime werden nur noch mit Flüchtlingen mit dem Rechtsstatus der „Duldung“ oder  anerkannten Flüchtlinge belegt. Letztere Gruppe ist minimal und wird in absehbarer Zeit über die kommunale Wohnversorgung versorgt. (In der staatlichen Sammelunterkunft verbleiben nur Flüchtlinge mit einer Aufenthaltsgestattung. Ihre Zukunft ist ungewiss). Das Wohnheim ist am 01.09.1997 mit 174 Personen belegt. Seit Jahren ist dies der niedrigste Belegungsstand.

1998
Die Situation für Flüchtlinge aus dem Kosovo verschlechtert sich. Viele leben in der Ungewissheit, ob ihre Familienangehörigen im Kosovo das drohende serbische Protektorat überleben. Es kommt zur erneuten Vertreibung der Völker auf dem Balkan.

1999
Die Nato greift militärisch in das Geschehen im Kosovo ein. Viele Menschen sind auf dem Balkan unterwegs. Der Krieg verändert die politischen Verhältnisse im Kosovo. Die albanischen Familien aus dem Kosovo müssen und wollen in ihr Heimatland zurück. Rückkehrhilfen in Zusammenarbeit mit der Kfor werden angeboten. Die ethnische Minderheiten im Kosovo werden von der Mehrheitsbevölkerung, den Albanern und Serben, vertrieben.

2000
Die hier lebenden Flüchtlinge helfen ihren Verwandten aus ihrem Heimatland, die den Weg nach Deutschland geschafft haben. Zunehmend kommen Menschen, die zu dem Volk der Roma und Ashkali, der ethnischen Minderheiten aus dem Kosovo, gehören. Sie werden sowohl durch die serbische, wie auch durch die albanische Bevölkerung vertrieben. Das Wohnheim erreicht wieder eine volle Belegung.

2001
Im Januar 2001 leben 235 Personen im Wohnheim. Immer wieder kommen Menschen über illegale Wege aus dem Kosovo nach Deutschland. Sie müssen sich  gegenüber der Ausländerbehörde als Angehörige der Roma ausweisen und werden von der Stadt Freiburg geduldet.
Der Anteil der kinderreichen Familien nimmt zu. Die Menschen sind  bei ihrer Ankunft oft in einem sehr schlechten gesundheitlichen Zustand. Sie hatten in ihrem Heimatland kaum am Schul- und Bildungssystem teilgenommen, sodass die Erwachsenen häufig Analphabeten sind.  Im Vergleich zu den Anfangsjahren des Wohnheimes ist der Kinderanteil von ca. 70 auf ca. 120 Kinder angestiegen. Die Betreuung der Kinder nimmt einen Hauptteil der Arbeit des Sozialen Dienstes ein.

2002
Das Wohnheim beherbergt seit 10 Jahren Flüchtlinge aus verschiedenen Ländern und Kontinenten der Erde. Das Engagement der Bürger im Stadtteil, sich für die hier lebenden Flüchtlinge einzusetzen ist gesunken. Trotzdem wird in Zusammenarbeit mit verschiedenen Gruppen am 21.06.2002 ein Wohnheimfest stattfinden. Für die Menschen im Wohnheim eine Möglichkeit,  Anderen zu begegnen.
Durch den Neubau der B31 Ost ist ein dauerhaft hoher Lärmpegel sehr belastend für die Bewohnerinnen und Bewohner des Wohnheims. Stadtrat Krögner (SPD) verhilft dem Wohnheim zu einer Schallschutzwand.

2003
Der Flüchtlingsbericht wird im Gemeinderat vorgestellt; mit der Drucksache G04089 wird ein Personalschlüssel  von 1: 135 ( bisher 1:160) angeregt, der aktuell Grundlage für sozialpädagogisches Handeln in allen Wohnheimen der Stadt Freiburg ist. Der Soziale Dienst im Wohnheim Bissierstr. in Trägerschaft des Deutschen Roten Kreuzes arbeitet ebenfalls nach dem neuen Stellenschlüssel.  Die Kindergartenplätze in Littenweiler reichen nicht aus. Im Wohnheim werden zwei Gruppen für Vorschulkinder von Honorarkräften angeboten.
Als große Entlastung wird von den Familien empfunden, dass das angrenzende Grundstück durch den Helferkreis dazu gepachtet werden konnte und somit mehr Spielfläche und  ein Grillplatz zur Verfügung steht.
Es ergehen vermehrt Ausreiseverfügungen von der Ausländerbehörde an Familien aus dem Kosovo. Bürgermeister von Kirchbach kommt persönlich in die Wohnheime und stellt sich den Fragen der Betroffenen.

2004
Das Wohnheim Hammerschmiedstraße ist inzwischen das größte Wohnheim der Stadt.
Beim Sommerfest 2004 wird das neue Gelände als Erweiterung der Freifläche und der  Betreuungscontainer eingeweiht. Dieser ermöglicht nun den Bewohnern Wohnheimversammlungen durchzuführen. Erstmals wird – im strömenden Regen-  zusammen mit dem Kleingartenverein Freiburg-Ost ein Begegnungsfest gefeiert

2005
Große Reform der Sozialleistungsgesetzgebung: die sog. HARTZ IV Reform tritt im Januar in Kraft und betrifft  auch Flüchtlinge, die eine Aufenthaltserlaubnis haben. Am 09. Februar wird nach einem Beschluss des Gemeinderates der Stadt Freiburg ein Bewohnerbeirat gewählt. Das Projekt ist auf zwei Jahre angelegt. Hintergrund ist, die Beteiligungsmöglichkeiten der Flüchtlinge zu erhöhen und damit ihre Lebenssituation zu verbessern. Ein Erfolg ist, dass nunmehr private Waschmaschinen auf den Wohnfluren aufgestellt werden dürfen. Das Projekt Bewohnerbeteiligung wird nach zwei Jahren nicht verlängert.
Zum ersten Mal wird am 08. April  in Freiburg der Internationale Roma-Tag gefeiert.

2006
Am 04. 04. 04 findet im Rathaus eine Podiumsdiskussion zur Lebenssituation der Roma in Freiburg statt. Am 11. April verabschiedet der Gemeinderat eine Resolution für ein Bleiberecht der hier lebenden Roma.
Ab dem 15 .April gewährt die Evang. Friedensgemeinde einem Familienvater aus dem Wohnheim  Hammerschmiedstraße Schutz vor der drohenden Abschiebung nach Serbien-Montenegro. Vor knapp 10 Jahren war die junge Familie vor dem Bürgerkrieg nach Deutschland geflohen. Die 5 Kinder sind gut im Stadtteil integriert. Eine breite Unterstützung kommt aus der Reinhold-Schneider-Schule.
Die Innenministerkonferenz beschließt im November eine Bleiberechtsregelung für langjährig Geduldete. Die Familie erhält ein Bleiberecht und kann wieder im Wohnheim aufgenommen werden.

2007
Die Anzahl der Flüchtlinge die nach Deutschland einreisen sinkt. Im Wohnheim leben derzeit 124 Menschen aus 11 unterschiedlichen Ländern. Nahezu alle haben lediglich eine Duldung. Durch die Bleiberechtsregelung konnten einige langjährig geduldete Familien Arbeit finden und aus dem Wohnheim ausziehen.
Im Juni organisiert die KJHG der angrenzenden Kath. Gemeinde Heilige Dreifaltigkeit ein Kinderfest für die Kinder des Wohnheimes – es ist ein voller Erfolg.
Haus E  wird mit  obdachlos gewordenen Frauen belegt, die bisher in der Bayernstraße untergebracht waren. Durch die freigewordenen Kapazitäten können dringende Reparatur- und Renovierungsarbeiten durchgeführt werden. Die Familien ziehen innerhalb des Wohnheimes um.

2008
Es kommen wieder vermehrt Flüchtlinge aus dem Kosovo die den ethnischen Minderheiten angehören nach Deutschland und werden im Wohnheim aufgenommen.
Beim Sommerfest wird in Kooperation mit der Freiburger Fußballschule und Amnesty International ein Fußballturnier durchgeführt. Studierende der nahegelegenen Pädagogischen Hochschule übernehmen das Training und entwickeln darüber hinaus vielfältige Unterstützung für die vielen neu eingereisten Kinder und Jugendlichen, die Großteils zunächst nicht beschult werden. Es entsteht eine enge Kooperation mit dem Sozialreferat und dem Haus  197. Der Bürgerverein Oberwiehre – Waldsee springt zur Finanzierung der Angebote hilfreich ein. Das Wohnheim Hammerschmiedstraße ist wieder „nur“ mit Flüchtlingen belegt.
Die obdachlosen Frauen werden im ehemaligen Flüchtlingswohnheim Wiesentalstraße untergebracht.

2009
Der Soziale Dienst für Flüchtlinge wird zum 01. März 2009 dem im Vorjahr neu gegründeten Amt für Wohnraumversorgung (AWV) zugeordnet. Das neue Amt kümmert sich um die Unterbringung  Obdachloser in der Stadt Freiburg.
Das Theater Freiburg startet in Zusammenarbeit mit Element 3 ein Projekt mit Roma-Jugendlichen. Das Stück CARMEN NOW erzählt von der schwierigen Liebesgeschichte einer deutschen Frau mit einem jungen Rom. Die Veranstaltungen sind jedes Mal ausverkauft.

2010
Durch die Änderung der Visavorschriften in Serbien kommen viele neue Familien aus dem Kosovo und Serbien nach Freiburg. Das Wohnheim – ist wie alle anderen städtischen Wohnheime – wieder voll belegt.
Die Stadt beschließt im Mai 2010 die neu eingereisten Flüchtlinge nur noch Sachleistungen (Chipkarte) und Taschengeld auf unbestimmte Zeit zu gewähren. Die Ausländerbehörde fordert die neu eingereisten Familien schnell wieder zur Ausreise auf. Trotz alldem wird ein Sommerfest im Gemeindesaal der Hl. Dreifaltigkeit mit dem Helferkreis und dem Caritas Verband Freiburg Stadt e.V. im Juni gefeiert. Regen in der Nacht zuvor machte ein Fest auf dem Gelände des Wohnheimes unmöglich. Das Sommerfest ist sehr gut von  BewohnerInnen und Gästen besucht.
Das Theater Freiburg entwickelt in Zusammenarbeit mit Element 3 ein Theaterevent CARMEN GO HOME zur Unterstützung der aktuellen Situation der Flüchtlinge in den Wohnheimen. Viele Bewohner aus dem Wohnheim Hammerschmiedstraße engagieren sich in diesen Projekten und Veranstaltungen zur Situation der hier in Freiburg lebenden ethnischen Minderheit der Roma aus dem Kosovo.

2011
Bis Herbst 2011 ist die Anzahl der Flüchtlinge die im Wohnheim aufgenommen werden und wieder „freiwillig“ in ihr Heimatland zurückreisen müssen hoch. In Zahlen ausgedrückt werden mehr als 200 Menschen im Wohnheim aufgenommen und wieder zurückgeschickt. Gleichzeitig ist das Wohnheim voll belegt. Dadurch entsteht  große Unruhe im Wohnheim. Der Soziale Dienst ist damit beschäftigt, die Familien in dieser unsicheren Lage zu begleiten und die Kinder in Einrichtungen, wie Kindergarten und Schule zu vermitteln.
Die neue Landesregierung in Baden-Württemberg beschließt im Herbst über den Winter keine Flüchtlinge nach Serbien oder in den Kosovo auszuweisen, bis eine Delegation von Politikern vor Ort sich kundig gemacht hat und eine Einschätzung trifft.

2012
Im Januar reist die Delegation der Landesregierung in den Kosovo. Im März 2012 wird jedoch  der Abschiebestopp für Serbien aufgehoben. Für Flüchtlinge aus dem Kosovo sollen Einzelentscheidungen vorgenommen werden. Wieder erhalten Familien ihre Ausreiseaufforderung. Die Situation vieler Familien, aus dem  Wohnheim  ist ungewiss. Zahlreiche engagierte Unterstützer versuchen den Familien beizustehen und ihnen zu helfen.

2012 besteht das Wohnheim Hammerschmiedstraße 20 Jahr. Die Stadt Freiburg hatte ursprünglich die Gebäude nur  für 10 Jahre geleast. Beim diesjährigen Sommerfest wird das „Jubiläum“ gefeiert. Nach wie vor kommen viele Flüchtlinge nach Freiburg. Die Unterbringung im Wohnheim hat sich seit 1992 kaum verändert. Noch immer fehlen ausreichend Wohnungen in der Stadt, um Familien dort unterzubringen.

Juli 2012
Michael Schmitz-Steinhäuser, sozialdienst-fluechtlinge@caritas-freiburg.de
Gisela Hein, gisela.hein@stadt-freiburg.de
Ingrid Braun, Gabi Lindinger

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