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Blick vom Schauinsland nach Süden über Schwarzwaldtannen und Hochrheinnebel zu den Alpen am 28.12.2007

 

Jenseits von Geld als Lohn der Arbeit tut sich eine Alternative auf:
Entweder Status als Lohn der Arbeit – man strebt immer weiter: Immer neues Begehren nach immer höherem Status
Oder Sinn als Lohn der Arbeit – man findet Erfüllung.

 

Lieferando, Kuriere – prekäre Jobs bei Service-Unternehmen
Solidarische Lieferhelden: Wolfgang Kessler über prekäre Arbeitsbedingungen bei Service-Unternehmen in der digitalisierten Wirtschaft.
In Zeiten von Corona sind die Radkuriere von Lieferando auf der Straße präsenter als je zuvor. Wenn Restaurants und Imbissbuden ihr Essen nur noch außer Haus verkaufen dürfen, schlägt die Stunde der Lieferdienste. Einfach online bestellen und auf den Lieferhelden warten – so zeigt es die Werbung. Allerdings hat das Image von Lieferando in den vergangenen Wochen einige Kratzer abbekommen. Die Radkuriere nutzten nämlich ihr plötzliches Ansehen, um auf ihre harten Arbeitsbedingungen aufmerksam zu machen. Bei der Geschäftsleitung von Lieferando stieß dies nicht auf Gegenliebe. Als die Kuriere vor kurzem einen Betriebsrat wählten, drohten die Bosse mit Gewalt.
Dabei gibt es in den Chefetagen von Lieferando und dem Mutterkonzern takeway.com eigentlich viel Grund zu Gelassenheit. Im Jahr 2019 war es takeaway.com gelungen, die Deutschland-Geschäfte der Konkurrenten Foodora und Pizza.de zu übernehmen und mit Lieferando zusammenzulegen. Es entstand ein Großdienstleister mit einem Umsatz von 1,2 Milliarden Euro pro Jahr. Anfang März hat Lieferando zwar kurz unter der aufkommenden Corona-Krise gelitten. Doch seit dem Lockdown läuft es blendend. Von Mitte März bis Mitte April legten die Bestellungen um 129 Prozent zu – und mit ihnen die Fahrten der Kuriere. Lieferando feierte seine Fahrer als die “harten Hunde eines modernen, lebendigen Unternehmens”, so die Geschäftsleitung.
Doch schon im vergangenen Jahr zeigte sich, dass die Kuriere mehr wollen als die Auszeichnung als Helden. Obwohl sie sich oft gar nicht kennen und viele ihren Status als Einzelkämpfer pflegen, begannen sie sich zu organisieren, um auf die schlechten Arbeitsbedingungen aufmerksam zu machen.
Und dies zu Recht. “Die Jobs bei Lieferando sind prekär”, sagt Elmar Jost, der sich für die Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten (NGG) für die Kuriere einsetzt. “Die Bezahlung liegt mit zehn Euro pro Stunde nur knapp über dem Mindestlohn, und die meisten arbeiten freiberuflich.” Das heißt: Nur wenige haben Kurzzeitverträge für maximal sechs Monate. Die anderen erhalten ihr Geld als Honorar, von dem sie sich selbst kranken- und rentenversichern müssen. Manche arbeiten auf der Basis eines Minijobs, oft ohne geregelte Arbeitszeit und unter ständiger Beobachtung. Wie auch bei Paketboten von Amazon wird jeder Schritt der Fahrradkuriere per Smartphone überwacht, alle 15 Sekunden wird ihr Aufenthaltsort überprüft. Dabei beteiligt sich Lieferando weder an den Kosten für die Smartphones noch an den Verträgen. Selbst die Fahrräder müssen die Kuriere privat bezahlen, für den ständigen Wertverlust soll es allerdings ab Juni einen Gutschein für 44 Euro bei Amazon geben.
Jahrelang glaubte das Unternehmen, dass sich die “harten Hunde” kaum miteinander solidarisieren und schon gar nicht mit Gewerkschaften kooperieren werden. Doch das änderte sich im vergangenen Jahr. Zunächst gründeten die Kuriere die Initiative “Liefern am Limit”, um die Öffentlichkeit darüber zu informieren, was bei Lieferando wirklich läuft. Seit einigen Monaten geht es jedoch um mehr. Mit Hilfe der Gewerkschaft NGG kämpften sie für Betriebsräte und Mitbestimmung. Und trafen damit auf heftigen Widerstand ihrer Bosse. “Die Gründung eines Betriebsrates entspricht grundsätzlich nicht unserer Kultur als junges, offenes, modernes Unternehmen”, schrieb die Geschäftsleitung auf die Anfrage einer Tageszeitung.
Entsprechend scharf war die Konfrontation, als in Köln tatsächlich Betriebsratswahlen vorbereitet wurden. Die Geschäftsleitung schickte angepasste Kandidaten gegen die gewerkschaftlich unterstützte Liste mit dem schillernden Namen “Riders – Guardian of the Galaxy” (Reiter –- Wächter der Galaxis) ins Rennen. Obwohl die Gewerkschaftsvertreter während der Wahl mit Prügeln bedroht wurden, errangen die Wächter der Galaxis Mitte April im Betriebsrat eine knappe Mehrheit. Wobei die Geschäftsleitung die Wahl noch gerichtlich überprüfen lassen will. Die Entscheidung des Gerichts wird für Anfang Mai erwartet.
Dennoch herrscht bei den Lieferhelden eitel Sonnenschein. Und dies nicht nur wegen der geschäftlichen Erfolge in Corona-Zeiten. Sondern auch, weil sie gezeigt haben, dass auch stolze, auf ihre Unabhängigkeit pochende Einzelkämpfer gemeinsam für bessere Arbeitsbedingungen eintreten können. “Es geht also doch”, sagt der Gewerkschafter Elmar Jost. Und was bei den Fahrradkurieren möglich sei, könne auch bei den vielen anderen Hilfskräften gelingen, die sich völlig ohne Absicherung bei modernen digitalen Unternehmen verdingen müssen.
… Alles vom 25.4.2020 von Wolfgang Kessler bitte lesen auf
https://www.badische-zeitung.de/solidarische-lieferhelden–185111755.html

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Spahn fordert Aussetzung des Mindestlohns für Flüchtlinge
CDU-Politiker Jens Spahn schlägt vor, den Mindestlohn für Flüchtlinge vorübergehend auszusetzen. „Wir haben doch schon die Ausnahme, dass der Mindestlohn für Menschen, die vorher lange Zeit arbeitslos waren, im ersten Jahr nicht gilt. Das könnte man doch analog für die Flüchtlinge anwenden“.
„Wir als Koalition haben zu klären, ob wir die Integration von Hunderttausenden Flüchtlingen mit den Verabredungen im Koalitionsvertrag fördern oder erschweren.“ Dieser Koalitionsvertrag sei unter „völlig anderen Umständen“ geschlossen worden. „Integration gelingt nur über Arbeit. Wir brauchen viel mehr Jobs für Geringqualifizierte, etwa im Dienstleistungssektor“. Alles vom 21.11.2015 lesen auf
www.rheinische-post.de

 

 

Mindestlohn senken, um Flüchtlinge zu beschäftigen
Um die neuen Arbeitskräfte in den regulären Arbeitsmarkt zu integrieren, wird man den gesetzlichen Mindestlohn senken müssen, denn mehr Beschäftigung für gering Qualifizierte gibt es unter sonst gleichen Bedingungen nur zu niedrigerem Lohn. Nur bei einem niedrigeren Lohn rutschen arbeitsintensive Geschäftsmodelle über die Rentabilitätsschwelle und finden sich Unternehmer, die bereit sind, dafür ihr Geld einzusetzen. …
Alles von Hans-Werner Sinn vom 21.9.2015 bitte lesen auf
http://www.wiwo.de/politik/deutschland/arbeit-fuer-fluechtlinge-arbeitgeber-fordern-einfacheren-weg-fuer-asylbewerber/12277898.html

 http://www.wiwo.de/politik/deutschland/denkfabrik-ohne-abstriche-beim-mindestlohn-finden-viele-zuwanderer-keine-arbeit/12300610-all.html

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Mindestlohn 8.50 € – dem Friseur verbleiben 6.31 € – der Staat kassiert 5.86 €

Bei 8,50 € Mindestlohn bezahlen die Arbeitnehmer 20% Sozialabgaben, also 1,70 € pro Stunde. Der Arbeitgeber des Friseurs bezahlt nochmal die gleiche Summe, addiert ergibt das 3,40 €. Der Gesamtlohn pro Arbeitsstunde liegt somit schon bei 10,30 €. Darauf müssen 19% MwSt geschlagen werden, macht nochmals 1,97 € Abgaben. Als Single mit  Lohnsteuerklasse 1 hat der Friseur auf sein Einkommen 0,49 € Lohnsteuer zu bezahlen. Somit kassiert der Staat bei einem Mindestlohn von 8,50 € einen Betrag von 5,86 € ab, über den er frei verfügen kann, auch in Afghanistan..
Dem armen Arbeitnehmer bleiben nur 6,31 €. zur freien Verfügung (8.50 € minus 1.70 € Sozialabgaben minus 0.49 € Lohnsteuer). Zur freien Verfügung? Natürlich nicht, denn davon muss er die Grundsteuer für seine Wohnung, die Ökosteuer auf seinen Benzinverbauch und die ganzen Verbrauchssteuern auf Lebensmittel, Kleidung und seinen sonstigen Bedarf entrichten. Dem Mindestlohnempfänger bleiben nach Abzug aller Steuern und Abgaben somit weniger zum Leben übrig, als ihm der Staat weggenommen hat. Fazit zweierlei:
1. Die Forderung nach flächendeckendem Mindestlohn ist nichts mehr als ein werbewirksames Schlagwort, solange hier der Bruttomindestlohn gemeint ist.
2. Die zunehmende Sozial- und Steuerlast, mit der der Staat uns beglückt, ist der entscheidende Fakt. Schade, dass gerade diejenigen, die den Mindestlohn so vehement fordern, die staatlichen Sozialabgaben immer höher schrauben, d.h. den Sozialsektor immer weiter aufblähen. Und so nimmt die Schere zwischen Brutto und Netto mehr und mehr zu.
25.8.2013

Selbständige verdienen weniger als 8.50 Euro Mindestlohn   
Ich bin selbstständig, nähe unter anderem Kinderklamotten. Wenn ich damit auf Märkte gehe (KEINE Flohmärkte!), die Leute meine Sachen anschauen, ist Freude in ihren Gesichtern zu sehen. Meist nur so lange, bis sie den Preis sehen. Dann schlägt die Stimmung schlagartig um, das Teil, das betrachtet wurde, wird dann nicht zu selten achtlos wieder hingeworfen auf den Tisch und weitergegangen und mit dem/der Begleiter/in getuschelt.
Oder aber die zweite Variante: “ich kenne jemanden, der macht Dir das viel billiger!” und das Objekt wird dann gedreht und gewendet  und oft noch dreist nach der Machart oder dem Schnitt gefragt..
Dass ich an so einem Teil von Schnitt/Stoffauswahl über das Besticken bis zum fertigen Objekt 2-3 Stunden (bei den einfacheren Teilen, bei schwereren manchmal sogar bis 6 Stunden) dran sitze und das wirklich mit Sorgfalt erledige – das wird nicht bedacht.  Wenn dann ein Shirt eben keine 3,99 € kostet (natürlich Bioqualität, andernfalls wären es 1,99 €) kommt das große Staunen.
Ich hab ein Gewerbe angemeldet, das kostet  mich monatlich schon einen gewissen Betrag, dazu kommen die Stromkosten, Mietkosten, Materialkosten, Bürokosten, Steuerberater, etc. pp. es häuft sich eine Menge an. Das muss erst mal verdient werden und auch in ein entstandenes Teil berechnet werden, bevor da überhaupt meine Arbeitszeit mit einberechnet werden kann. Hmm, dann steht man da, hat einen Preis x und weiß schon genau: “Geiz ist geil!”, den zahlen nur ein gewisser Anteil an Menschen. Nein, nicht die, die es sich problemlos leisten könnten, sondern die, die es sich leisten wollen,  weil sie etwas bekommen, das so garantiert keine zweite Person auf der Welt hat.
Denn ich stelle Unikate her. Kein Shirt, keine Tasche, keine Mütze (als Beispiele) gleicht der anderen. Sei es noch so oft der gleiche Schnitt, auch mal der gleiche Stoff, die dann aber trotzdem mit völlig unterschiedlichen anderen Dingen kombiniert werden und sich somit doch wieder voneinander unterscheiden. Es wird ein Stück Individualität gekauft.
Und dann wird auch noch versucht zu handeln. Als Beispiel, ein Kindermantel aus Walk (reine Materialkosten 30 €) habe ich für 58 € angeboten. Arbeitszeit: 6 Stunden. 28 € für den “Rest”, der da noch mit einberechnet werden muss plus die 6 Stunden Arbeitszeit –  und man versucht mich noch runterzuhandeln..
Sorry, aber das geht beim besten Willen nicht!!!!
Überlegt euch, wo ihr kauft und was ihr kauft und fragt euch, wen ihr mit euren Käufen unterstützen wollt. Die Leute, die andere für einen Hungerlohn arbeiten lassen und ausbeuten, nur damit ihr ein T-Shirt für 1,99 Euro kaufen könnt.
Oder diejenigen, die sich Gedanken machen, GOTS-zertifizierte Stoffe kaufen, individuelle Dinge herstellen, die Freude bereiten sollen und eben keine 1,99 € verlangen können, sondern eben 29,99 €, weil sie anständig entlohnt werden möchten.
6.1.2014, Verena Müller

 

Generationengerechtigkeit – Beamtenpensionen pauschel um wenige Prozent kürzen 

Wer als Beamter (ich bin einer) über seinen Lohn oder gar über seine Pensionsansprüche klagt, lebt in einer Traumwelt, die nicht sieht, dass große Teile der Bevölkerung deutlich weniger verdienen. Also leisten “wir” unseren Beitrag zum dringend notwendigen Sparen, damit zukünftige Generationen nicht am Schuldenberg ersticken. Aber Moment mal: Wer ist denn “wir”? Im öffentlichen Dienst sind es vor allem die Berufsanfänger, die noch keine Lobby haben: Die Einstiegsgehälter sind drastisch gefallen, teilweise über 20 Prozent, bei den Beamten müssen Berufsanfänger pauschal drei Jahre lang auf vier bis acht Prozent Gehalt verzichten.
Wieso kürzt man nicht alle Gehälter und Pensionen pauschal um einen geringen Prozentsatz, statt die junge Generation den Sparbeitrag für Schulden, die andere gemacht haben, alleine erbringen zu lassen?
Ach so, die Verfassung: Besitzstandswahrung. Und wieso müssen wir sparen? Ach so, die Verfassung, Schuldenbremse! Generationengerechtigkeit stelle ich mir anders vor.
7.8.2013, Holger Köpcke, Freiburg

 

 

Soziale Marktwirtschaft versus Martwirtschaftlicher Sozialismus
Ludwig Erhard asl erfinder der Sozialen Marktwirtschaft würden die Haare zu Berge stehen, wüsste er, dass heute 40% eines Arbeitnehmereinkommens alleine für Sozialabgaben abgeführt werden müssen. Das macht bei einem Stundenlohn von 10 € ein Betrag von 4 € aus, denn der Arbeitgeberanteil ist Teil des vom Arbeitnehmer erwirtschafteten Lohns. Einschließlich Lohnsteuer muss Ihr Geringverdiener als Single bereits mehr als 50% von seinem Einkommen an den Staat abführen.

 

Freiburgerin gewinnt Hartz-IV-Klage: Familie steht Jugendbett zu

Hartz-IV-Familien steht für ihre Kinder ein Jugendbett zu, wenn diese für das Kinderbett zu groß geworden sind. Das hat am Donnerstag das Bundessozialgericht (BSG) in Kassel entschieden. Geklagt hatte eine alleinerziehende Mutter aus Freiburg, weil ihr Sohn (3) nicht mehr in das Gitterbett passte. …. Alles vom 24.5.2013 bitte lesen auf
http://www.badische-zeitung.de/nachrichten/deutschland/freiburgerin-gewinnt-hartz-iv-klage–72199558.html
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Bedingungsloses Grundeinkommen (BGE) als Wirtschaftsförderungsmaßnahme
Es freut mich – das bedingungslose Grundeinkommen (BGE) in Ihrem Kommentar einmal ohne Unterton, als wirkliche Alternative zu dem Überwachungs-Sozialstaat! Leider wird ein BGE immer nur als Sozialleistung gesehen – dabei ist es die wirksamste Wirtschaftsförderungsmaßnahme. Mit einem BGE bekommen diejenigen Menschen ein sicheres Einkommen, die dieses Einkommen umgehend in Konsum umsetzen – es wird also wirtschaftswirksam. Weiterhin wird mit einem BGE dem Angstsparen für die Rente die Grundlage entzogen – mit einem gesicherten BGE muss weniger Vermögen für die Altersvorsorge aufgebaut werden, die Altersarmutsangstsparkonten können aufgelöst werden und das Geld, das jetzt in irgendwelchen Fonds angelegt ist, die große Macht der Banken begründet und sozial unverträglich wenigstens für den Inflationsausgleich „Geld verdienen“ muss, wird in den realen Wirtschaftskreislauf geführt. In Form einer negativen Einkommenssteuer kann ein BGE ohne wesentliche zusätzliche Finanzmittel eingeführt werden, da es für Einkommensbezieher alle Steuerfreibeträge und sonstige Leistungen ersetzt – vom BAFöG bis zum Kindergeld – und Steuern dann ab dem ersten verdienten EURO gezahlt werden. Und auch der „Sorge“ der „Gerechtigkeitsapostel“, dass der Abstand zwischen Erwerbstätigen und nicht Erwerbstätigen („Arbeit muss sich lohnen“) groß genug ist, ist mit einem BGE Rechnung getragen – denn alles selbst verdiente Geld kommt ja auf das BGE oben drauf.
Wirtschaft funktioniert anders: Der Auslöser von wirtschaftlichem Handeln ist der Konsument, der ein Bedürfnis hat und Nachfrage schafft und das nötige Geld hat, dieses Bedürfnis zu bezahlen. Insofern war die Abwrackprämie richtig gedacht, aber am falschen Objekt ausgeführt.  Wir haben doch mehr als genug Geld, nur wird dieses Geld nicht wirtschaftswiksam, weil es so ungleich verteilt ist. Wenn alle so viel Geld haben wie sie zur Befriedigung ihrer GRUND-Bedürfnisse brauchen, und keine Angst haben müssen dass sich das ändert, werden sie dieses Geld ausgeben wollen und nicht sparen. Was ist denn die Ursache der Macht der Banken? Es sind ei vielen Menschen, die Geld auf die Bank tragen weil sie Angst haben dass sie mal nicht genug davon haben und deshalb etwas sparen wollen. Und diese Geld muss Zinsen bringen, die wieder von jemand anderem erarbeitet werden müssen. Und dadurch kommen die Banken in eine Schieflage aus der wir sie “retten” müssen. Für das Geld, das 2012 in Europa zur Bankenrettung aufgewendet wurde, hätte jedem europäischen Bürger ein Grundeinkommen von 3.200 EURO ausgezahlt werden können – was dann wieder in den Konsum gegangen wäre, Nachfrage geschaffen hätte und damit Arbeitsplätze. Bitte, wer von ihnen würde sich mit einem Grundeinkommen von 8.000 EURO /Jahr zufriedengeben? Damit wird kein Auto, keine Reise und kein bisschen “Luxus” bezahlt. Wenn die Nachfrage da ist, wird sich auch jemand finden, der sie befriedigt – oder eine Maschine dafür entwickeln.
Nein, ein BGE ist DIE Wirtschaftsförderungsmassnahme – da kann jede Abwrackprämie einstecken …
25.5.2013, Dietmar Ferger
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Geldist kein Sachwert – Geld hat keinen inneren Wert
@Dietmar Ferger: Das Problem bei Ihrer These ist, dass sie von einem nicht existenten Geldbegriff ausgehen. In Ihren Augen ist Geld eine Sache, die einen inneren Wert hat. Wenn Sie Geld verteilen, glauben Sie einen Sachwert von einer Seite zur anderen Seite zu verteilen, und damit eine Leistung zu erbringen, die wiederum in eine andere Leistung eingetauscht werden kann. Seit dem Ende des Goldstandards hat Geld aber keinen inneren Wert mehr. Im Zeitalter von Bits und Bytes hat es noch nicht einmal mehr einen Heizwert. Geld ist nur noch das Guthaben auf einer Bank. Jedem Guthaben steht der gleiche Betrag an Schulden des Bankinstituts gegenüber. Unser Gehaltskonto besagt nichts anderes, als dass sich unsere Bank verpflichtet, uns eine zukünftig zu erbringende Leistung zu verschaffen. Geld ist somit ein Anspruch auf eine Leistung, die erst noch geschaffen werden muss. Wird diese Leistung wider Erwarten nicht geschaffen, ist der Anspruch darauf sprich unser Geld wertlos geworden. Der Wert des Geldes hängt daher ausschließlich davon ab, ob wir darauf vertrauen können, mit diesem Geld in Zukunft noch eine dann zu erbringende Leistung eintauschen zu können. Wenn wir aber alle Geld erhalten, ohne für dieses Geld eine Leistung erbracht zu haben, muss irgendjemand dieses Geld verschenken, weil er nämlich von uns keine Leistung mehr erhält. Somit steht bereits bei der Einführung des bedingungslosen Grundeinkommens der vorhandenen Geldmenge kein entsprechendes Warenangebot mehr zur Verfügung, was zu einem augenblicklichen Vertrauensverlust in unser Geld führen wird. Nach Ihrer These, dass ausreichend Geld in den Händen der Verbraucher Nachfrage schaffen würde, die dann irgendjemand befriedigt, hätte 1945 zur Folge gehabt, dass das ausgebombte Deutschland augenblicklich eine wirtschaftliche Blüte erlebt hätte. Es waren damals unzählige Reichsmark im Umlauf. Jedermann benötigte Wohnraum, Kleider, Nahrungsmittel etc. Würde man Ihnen folgen, hätten sich sofort genügend Personen gefunden, die diese Nachfrage befriedigt hätten. Das Gegenteil ist eingetreten. Das viele Geld und die gigantische Nachfrage hat kein Angebot geschaffen, weil nämlich niemand bereit war, für Reichsmark eine Leistung zu erbringen, denn keiner vertraute darauf, dass er selbst mit diesen Reichsmark später wieder eine Leistung würde eintauschen können. So wie sie nonchalant voraussetzen, dass eine Nachfrage einfach irgendwie befriedigt wird, geht das Märchen darüber hinweg, dass die gebratenen Tauben, die einem in den Mund fliegen, zuvor von irgendjemandem geschossen, gerupft, gewürzt und gebraten werden müssen, bevor sie den Faulpelzen dieser Welt mundgerecht gereicht werden können.
25.5.2013, Rainer Bombach

 

 

Niedrig bezahlte Arbeit mit Negativ-Steuer belohnen

Ich hätte auch einen Vorschlag, wie man einen Teil der so eingesammelten Mittel – außer zur Deckung des Haushaltsloches – zur Förderung von Wirtschaft und Beschäftigung einsetzen könnte: Man könnte niedrig bezahlte Beschäftigungsverhältnisse mit einer Negativ-Steuer belohnen, wie sie in den USA bekannt ist. Es ist einfach unglaublich, dass wir akzeptieren, dass Bürgerinnen und Bürger für niedrig bezahlte Arbeit nur wenig mehr als den Hartz-IV-Satz mit all seinen Vergünstigungen ausbezahlt bekommen. Eine Negativ-Steuer, also die Auszahlung eines bestimmten Betrages statt einer Einbehaltung, könnte derartige Niedriglöhne auf ein für die Arbeitnehmer interessantes Niveau anheben. Durch die Auszahlung im Rahmen der Steuererklärung könnten die Kosten für eine zusätzlichen Bürokratie vermieden werden. Wer einer steuerpflichtigen Beschäftigung nachgeht hat ein Anrecht auf diese Zahlungen. Sie sind keine Sozialleistungen, sondern der Steuertarif. Sobald die Einkünfte steigen, werden diese Zahlungen weniger, bis das Einkommen wieder deutlich über dem Hartz-IV Satz liegt und man dann Steuern bezahlen kann. Ein angenehmer Seiteneffekt dieser Regelung: Sie gibt Anreiz, eine voll versteuerte Beschäftigung aufzunehmen, anstatt sich mit Schwarzarbeit durchzuschlagen. Wäre eine solche Umverteilung von Mitteln der Besserverdiener im Ausland zu den arbeitenden Mitbürgern im Niedriglohnbereich nicht ein reizvolles Signal, das sich in Deutschland Leistung wieder lohnt?
5.6.2010, Eicke R. Weber, Direktor des ISE in Freiburg

Wer im Ausland lebt, soll Einkommen hier versteuern >Steuern (5.6.2010)

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