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Herbstlaub im Oktober 2018 - Oma und Enkel bei der Arbeit

Herbstlaub im Oktober 2018 – Oma und Enkel bei der Arbeit

 

 

 

Warum ignorieren wir bei Migranten die Rolle kindlicher Prägung?
Vor kurzem war allgemein bekannt, wie frühe Prägung den Menschen fürs Leben, eben: prägt. Wenn heute junge Männer (als sog. Flüchtlinge) aus Krisenzonen einwandern, gilt das angeblich nicht mehr? Sind die nicht »geprägt«? …
Wissenschaftler (und Globalisten/Linke im Hinblick auf die eigenen Kinder) sind sich einig, dass frühe Prägung ganz wesentlich den späteren Lebensweg bestimmt. Was junge Männer aus anderen Kulturen angeht, tut man, als spiele frühe Prägung keine wichtige Rolle.

»Prägung nennt man in der Verhaltensbiologie eine irreversible Form des Lernens« beginnt heute (am 18.11.2018) der deutsche Wikipedia-Artikel zur Prägung – wann wird er politisch korrekt in politisch korrekte Gegenteilwahrheit umgekehrt?
Die neue, postfaktische Wahrheit sollte sein: »Prägung, wie auch das Geschlecht, sind jederzeit frei wählbar; Wissenschaft, die etwas anderes feststellt, ist rechtspopulistische FakeNews.«

Die Realität ist, dass frühe Entwicklungen uns prägen. Sicher, eingebettet in großen Gruppen können einzelne Menschen ihre Prägung unterdrücken und die nächste Generation kann – wenn die Eltern sich aktiv darum bemühen! – bereits »westlich« geprägt sein. Zwei und zwei ist nicht fünf, egal wie oft Merkel oder das GEZ-TV es uns einbläuen. Die Bedeutung kindlicher Prägung ist nicht plötzlich aufgehoben, nur weil Globalisten beschlossen haben, Migration zu pushen.
… Alles von Dushan Wegner vom 18.11.2018 bitte lesen auf
https://dushanwegner.com/praegung/?mc_cid=e7040b3e37&mc_eid=d266be022a
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Der Weg ist vorgezeichnet – Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans oft nur schwer
Ein Gespräch mit dem Würzburger Psychologen Wolfgang Schneider
Von Martin Spiewak
Zwanzig Jahre lang beobachteten Forscher die Entwicklung von 200 Kindern. Ihre weltweit einzigartige Studie nannten sie Logik – Longitudinalstudie zur Genese individueller Kompetenzen. Die Mammutuntersuchung begann am Max-Planck-Institut für psychologische Forschung in München und wurde später unter der Leitung von Wolfgang Schneider von der Universität Würzburg fortgeführt. Bis zu dreimal im Jahr wurden die Kinder in mehrstündigen Tests untersucht. Die Forscher befragten auch Eltern und Freunde. Um die Kinder bei der Stange zu halten, mussten sich die Forscher einiges einfallen lassen. Einmal erhielten alle Teilnehmer als Belohnung einen Drachen – Schneider hatte ihn persönlich ausgesucht und getestet.
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DIE ZEIT: Welche Erkenntnis hat Sie am meisten überrascht? Mehr als erwartet wird in der Entwicklung von Kindern sehr früh festgelegt
Wolfgang Schneider: Wir hätten nicht erwartet, dass so viel in der Entwicklung bereits sehr früh festgelegt ist. Wir haben die intellektuellen Fähigkeiten der Kinder ebenso untersucht wie ihr soziales Verhalten, haben die Feinmotorik geprüft und nach dem Moralverständnis gefragt. Und über fast alle Persönlichkeitsbereiche hinweg stellte sich heraus, dass die Unterschiede zwischen den Kindern, die wir mit 3 oder 4 Jahren gemessen haben, mit 23 Jahren immer noch weitgehend bestanden.
ZEIT: Die Menschen hatten sich nicht verändert?
Schneider: Verändert hatten sie sich ihrem Alter entsprechend natürlich alle: Jedes Kind hatte mit acht Jahren ein größeres Sprachvermögen als mit fünf. Betrachtet man jedoch, wie sich die Kinder über die Jahre im Vergleich zueinander verhalten, gibt es erstaunliche Kontinuitäten. So zeigen jene, die bereits früh als aggressiv auffielen, auch als Erwachsene soziale Auffälligkeiten. Sie sind häufiger straffällig oder nehmen vermehrt Drogen, und zwar unabhängig von ihrer sozialen Herkunft. Das Gleiche gilt für die intellektuelle und die moralische Entwicklung.
ZEIT: Ab wann sind die Unterschiede stabil?
Schneider: Die intellektuellen Fähigkeiten spätestens mit Beginn der Grundschule. Aber selbst einige Vierjährige zeigen eine enorme Gedächtnisfähigkeit, die sich über die Jahre erhält. So können sie Geschichten in einer Detailtreue nacherzählen, die andere Kinder erst mit sieben oder acht Jahren erreichen, übrigens unabhängig von der Intelligenz.
ZEIT: Was heißt das?
Schneider: Es ist ja in der Wissenschaft umstritten, ob es eine allgemeine Intelligenz gibt oder spezielle Teilfähigkeiten existieren, also die Frage: Sind Menschen mit hohem Intelligenzquotienten in allen intellektuellen Bereichen besser als andere mit geringerem IQ? Unsere Daten sprechen eher dagegen. Wir stellen fest, dass es durchaus Menschen mit einem durchschnittlichen IQ gibt, die überdurchschnittliche mathematische Fähigkeiten haben.
ZEIT: Die Kontinuität wirkt sich über die Pubertät aus. Ist sie keine Bruchphase?
Schneider: Richtig. Man kann das Ende der Adoleszenz, zugespitzt formuliert, in vielen Bereichen schon als den Höhepunkt in der Entwicklung eines Menschen bezeichnen. Gerade im Denk- oder Gedächtnisvermögen gab es danach bei allen Probanden nur noch minimale Fortschritte.
ZEIT: Und auf anderen Feldern?
Schneider: Die größten Veränderungen stellen wir bei der Persönlichkeit fest. Schüchterne Kinder zum Beispiel, die wir zu Beginn kaum dazu bringen konnten, an der Studie teilzunehmen, verlieren ihre soziale Ängstlichkeit über die Jahre. Aber ansonsten tut sich zwischen 16 und 23 Jahren erstaunlich wenig. Wir dachten, da verändert sich mehr.
ZEIT: Wo zum Beispiel?
Schneider: Etwa in der Moralentwicklung. Da unterscheidet man zwei Dinge: das Wissen um Regeln und die innere Motivation, nach ihnen zu handeln. Wann wissen Kinder also, dass man eine Schokolade nicht stehlen darf? Und wie lange sagen sie: Der Dieb fühlt sich aber dennoch gut? In den Lehrbüchern steht, dass beides – Regelwissen und Regelmotivation – gleichzeitig wächst. Die Annahme hat sich aber so nicht ganz bestätigt. Bei allen Kindern steigt zwar die Kenntnis über das, was erlaubt ist und was nicht. Auch wächst die moralische Motivation, die Normen nicht zu übertreten. Bei einer nicht kleinen Gruppe von Kindern entwickelt sie sich im Zeitraum zwischen 8 und 17 Jahren nicht weiter, sie sinkt sogar.
ZEIT: Wer als Dreijähriger Klötzchen stiehlt, klaut als Erwachsener Autos?
Schneider: Das ist etwas simpel. Es gibt jedoch bei Kindern mit allgemein niedriger moralischer Motivation tatsächlich eine höhere Delinquenz im Erwachsenenalter. Übrigens zeigen sich bei den Moralvorstellungen deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Wenn wir fragen, wer bei moralischen Konflikten auch persönliche Belastungen in Kauf nimmt, um gemäß den Normen zu handeln, zeigen circa 60 Prozent der jungen Frauen eine hohe moralische Motivation, aber nur rund 35 Prozent der jungen Männer.
ZEIT: Worin haben sich Jungen und Mädchen sonst noch klar unterschieden?
Schneider: Deutliche Differenzen gab es bei der Motorik: Bei den Mädchen verbessert sich hier im Schnitt zwischen 13 und 23 Jahren kaum etwas. Bei der Intelligenz gab es keine Auffälligkeiten, sehr wohl aber bei der Selbsteinschätzung, was man kann und was nicht. Gerade in den Naturwissenschaften schätzen sich die Mädchen schlechter ein, als sie tatsächlich sind. Das passiert Jungen nicht. Für die spätere Berufswahl hat das eventuell fatale Folgen, weil Mädchen dann in den naturwissenschaftlich-technischen Berufen fehlen. Irgendetwas läuft da schief in Schule und Elternhaus.
ZEIT: Wo wirken sich äußere Faktoren überhaupt auf die Kinder aus?
Schneider: Am stärksten im Persönlichkeitsbereich. Hier können Krisen, wie Scheidung oder der Tod naher Verwandter, zu erheblichen Schwankungen des Persönlichkeitsprofils führen. Wobei – nicht überraschend – der Einfluss des Elternhauses mit wachsendem Alter nachlässt. Immer wichtiger werden dagegen die gleichaltrigen Freunde. Erstaunt hat uns eher, dass es Kinder gab, die sehr stark von den Schicksalsschlägen aus der Bahn geworfen werden, während sich andere unter gleichen Bedingungen fast als unverwundbar zeigen. Unsere Daten deuten daraufhin, dass Kinder, die eher extrovertiert sind – die Wissenschaft bezeichnet sie als Undercontroller –, hier die meisten Probleme haben.
ZEIT: Es scheint, dass Ihre Befunde den großen genetischen Einfluss belegen: Sind Kinder, wie sie sind, und bleiben sie auch so?
Schneider: Das sehe ich anders. In der Gesamtschau der Studie lautet die wichtigste Schlussfolgerung: Wir müssen die frühe Phase des Lebens sehr viel ernster nehmen. Die Jahre vor der Schule sind die prägendsten für die Entwicklung eines Menschen. Hier müssen wir Defizite erkennen, hier muss Förderung einsetzen. Geschieht das nicht, scheinen die Pfade des Lebens ziemlich vorbestimmt. Bei der Rechtschreibung zeigt sich das besonders.
ZEIT: Bei der Rechtschreibung?
Schneider: Wir haben die Kinder von der Einschulung an Diktate schreiben lassen. Die Ergebnisse waren faszinierend. Obwohl die Kinder auf unterschiedliche Schulen gehen, unterschiedliche Lehrer haben, veränderten sich die Unterschiede in den Rechtschreibkompetenzen so gut wie gar nicht. Wer mit sieben Jahren mehr Fehler als die anderen machte, machte auch mit 23 noch mehr Fehler. Ohnehin wurden auch im Erwachsenenalter noch sehr viele Rechtschreibfehler gemacht.
ZEIT: Bei allen Probanden?
Schneider: Ja, wir haben für die Jugendlichen ein Diktat aus den sechziger Jahren genommen. Würde man das Rechtschreibniveau der Schüler von damals zum Maßstab nehmen, wären drei Viertel der heutigen Kinder Legastheniker. Wir führen das auf den Unterricht zurück, der heute auf Rechtschreibung weniger Wert legt.
ZEIT: Qualität im Unterricht wirkt sich also aus?
Schneider: In jedem Fall, und zwar aus zwei Gründen. Was ein Mensch kann, hängt von der Intelligenz ab, jedoch ebenso vom Wissen, das er etwa durch guten Unterricht oder eigenes Üben erwirbt. Letzteres wird mit zunehmendem Alter sogar wichtiger. So können wir die mathematische Kompetenz eines Grundschülers noch relativ gut mit einem zu Schulbeginn erhobenen Intelligenztest vorhersagen, im Jugendalter ist dies längst nicht mehr so gut möglich. Da spielt dann das Wissen, auf das man mit den Jahren immer wieder neues Wissen aufbaut, die entscheidende Rolle.
ZEIT: Und der zweite Grund?
Schneider: Wichtig ist es, möglichst viele Kinder auf ein bestimmtes Leistungsniveau zu heben. Damit haben wir ja gerade in Deutschland – wie wir seit Pisa wissen – große Probleme. Die Basis an Grundfähigkeiten lässt sich besonders gut in den ersten Jahren legen. Da müssen wir ansetzen.

Die Fragen stellte Martin Spiewak
Alles vom 16.7.2006 bitte lesen auf
https://www.zeit.de/2006/29/B-Logik-Interview/komplettansicht
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Frühkindliche Förderung kann man schwer institutionalisieren
Der Artikel stammt von einem Reformpädagogen. Die entscheidende Prägung findet im Elternhaus statt. Ergänzend ist anzumerken: das gilt auch in Ländern wie Frankreich, die eine sehr intensive staatliche Frühförderung betreiben. Soweit wir es nicht mit Vererbung zu tun haben, ist offenbar die Kleinstkindphase, die ganz frühkindliche Prägung entscheidend. Pädagogen und Utopisten mögen es ungern hören, aber der Einfluss der Gesellschaft auf diese Dinge ist ziemlich begrenzt.
Frühkindliche Förderung kann man schwer institutionalisieren; Kleinkinder brauchen eine vertraute Bezugsperson um für das Lernen überhaupt bereit zu sein. Aber es ist leider sehr oft der Fall, dass Eltern ihre Kinder unterschätzen oder intellektuell vernachlässigen, im Extremfall von ihnen überfordert sind. Hier sollte der Staat Anlaufposten geben, Hinweise, Lehrgänge, Unterstützung. Allein das zwei- oder dreisprachige Aufwachsen ist für die gesamte Intellektuelle Entwicklung eines Kindes von unschätzbarem Wert, genau wie frühe musikalische Erziehung und kreative Auseinandersetzung mit logischen Problemen.
Das Problem hierbei: oft sind die Eltern zu wenig gebildet um den Kindern das zu vermitteln, was sie lernen könnten. Niemand gibt das gern von sich zu, seinem Kind intellektuell nicht gewachsen zu sein, es ist aber oft traurige Wahrheit. Hier institutionell einzugreifen würde viele Eltern empfindlich treffen; es ist eben doch leider so dass, wer aus ungebildeten Verhältnissen kommt, nicht dieselben Chancen hat wie der, der aus gebildetem Umfeld kommt.
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Die eigentliche Katastrophe – denn hier könnte etwas passieren – ist aber die Schule. Sie hackt auf den Schwächen der Schüler herum, demotiviert sie sich selbstständig zu bilden und geht bei den Versuchen, Stoff zu vermitteln auch noch weit an den biologischen und psychologischen Bedürfnissen der Kinder vorbei. Allein 45 Minuten Frontalunterricht sind selbst für einen Erwachsenen nicht mit voller Konzentration zu bewältigen. Auch reichen höchstens 15minütige Pausen keines falls zur Regeneration. Das sind biologische Wahrheiten, die von aufgeschlossenen Lehrern zum Teil im Biologieunterricht als Stoff vermittelt werden, im 45-Minuten-Takt, versteht sich.
Wenn sich die Schule nicht grundsätzlich ändert, dann machen Ganztagsschulkonzepte die bildungsmäßigen Defizite nur noch schlimmer. Kaum ein Schüler hat ein emotional positives Verhältnis zur Schule an sich, und so wird der emotionale Zustand, der Bildung begünstigt, in den Schulräumen und unter schulischen Umständen sehr schwer zu erreichen sein. Nicht selten ist es so, dass Schüler in der Schule komplett absacken während sie außerschulisch – z.B. in der Musikschule oder im Sportverein – aufblühen und Höchstleistungen vollbringen. Ganztagsschulen können nur soziale, nicht aber Bildungsdefizite ausbügeln. Sie bekämpfen Symptome statt Ursachen.
Es gibt Pilotprojekte. Schulen komplett ohne Zwang. Und nein, die unter Konservativen weit verbreitete Furcht, diese Schüler würden bildungsfrei vor sich hin vegetieren und nebenbei noch moralisch versiffen, bestätigt sich nicht. Schüler solcher Schulen erreichen – trotz Benachteiligung im System – überdurchschnittliche Leistungen auf allen möglichen Gebieten. Und, sie haben den Ehrgeiz, und vor allem auch die Fähigkeit, sich auch nach der Schule selbst weiter zu bilden. Das hat leider ein Großteil unserer Bevölkerung nicht. Und die Kinder dieses Großteils werden nie ihr Potenzial erreichen.
Bildung ist eben keine Nebensache, die man mit ein bisschen Populismus und Ideologie abtun kann. Bildung ist das Fundament der Gesellschaft, und wir gehen sträflich damit um.
16.7.2018, KST, ZO

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