Kinderlos

Home >Selbsthilfe >Engagement >Zukunft >Kinder >Kinderlos

Kinderfahrräder am 17.7.2012 – ganz vorbildlich geparkt

 

Es ist nicht klug, die Geburtenrate nur im unteren Drittel der Gesellschaft zu stimulieren

Hinzu kommt, dass wir die Kinder in den bildungsfernen Milieus zum Einkommensfaktor gemacht haben und das auch noch ausbauen.
Welt am Sonntag: Sie sagen, die falschen Leute bekommen die Kinder?
Buschkowsky: Mitunter schon. Es ist nicht klug, die Geburtenrate nur im unteren Drittel der Gesellschaft zu stimulieren. Man darf die Mittelschicht nicht vergessen oder sogar noch bestrafen. Frankreich und auch die Skandinavier fördern sehr bewusst die Familien im Bildungsbürgertum. Das Programm der SPD, sich familienpolitisch nur an Einkommensverhältnissen bis 3000 Euro zu orientieren, geht leider in eine andere Richtung. Nahezu Turbo-Wahnsinn ist es, zwölf Milliarden Euro für den Rechtsanspruch auf Betreuungsplätze der unter Dreijährigen auszugeben und dann eine Prämie von 150 Euro zu zahlen, damit man sie nicht nutzt. Wer wird denn sein Kind noch in die Kita bringen, wenn er Kohle dafür bekommt, dass es zu Hause vor dem Fernseher sitzt? Ich streite nach wie vor dafür, das Kindergeld zu halbieren und von den jährlich 20 Milliarden Euro eine kostenlose Kindergartenpflicht und eine obligatorische Ganztagsschule zu finanzieren. So werden wir zur Bildungsrepublik mit einer wirklichen Chancengerechtigkeit für alle Kinder.
Welt am Sonntag: Damit nimmt der Staat auch dem Bürgertum große Teile der Erziehung aus der Hand.
Buschkowsky: Wieso? Kindergartenpflicht muss nicht täglich von 8.00 bis 17.00 Uhr heißen. Was ist gegen eine entwicklungsorientierte Betreuung zum Beispiel zweimal die Woche vormittags zu sagen? Es kann aber auch jeden Tag Vollbetreuung sein. Kinder, die zu Hause niemand fördert, würden davon enorm profitieren. Und den anderen schadet es auch nicht, soziale Erfahrungen in einer Gruppe mit etwa Gleichaltrigen zu machen. Zudem würden sich sicherlich viel mehr Frauen aus der Mittelschicht wieder für Kinder entscheiden, wenn sie sicher sein können, dass für ihr Kind ab dem 13. Lebensmonat ein Betreuungsplatz zur Verfügung steht. …..
Gesamtes Interview mit Heinz Buschkowsky, Bürgermeister von Berlin-Neukölln, vom 28.4.2013 in der Welt am Sonntag bitte lesen auf
http://www.welt.de/wirtschaft/article115663925/Bei-vielen-Eltern-ist-Hopfen-und-Malz-verloren.html

 

 


Deutschland ist nun das kinderärmste Land Europas

2010 waren mit 13,1 Millionen Kindern noch 16,5 Prozent der Bevölkerung jünger als 18 Jahre. Diese Zahlen veröffentlichte gestern das Statistische Bundesamt. Vor zehn Jahren lag der Kinderanteil noch um 2,1 Millionen Kinder höher, bei 18,8 Prozent. Bis 2030 werde ihr Bevölkerungsanteil auf 15 Prozent schrumpfen. Demnach verringerte sich die Zahl der Kinder in Deutschland im vergangenen Jahrzehnt um 14 Prozent, im Osten der Republik sogar um 29 Prozent.
Alles vom 5.8.2011 bitte lesen auf
http://www.badische-zeitung.de/immer-weniger-kinder-in-deutschland

Die Verarmung wird es richten
Unsere Gesellschaft(en) wird/werden insgesamt so sehr verarmen, dass sie sich Verhütungsmittel irgendwann nicht mehr leisten kann/können. Dann kommen die ganzen Kinderchen schon von ganz alleine.
5.8.2011, Amar Ulabi

Immer weniger Kinder durch “deutsche Perfektion”
Vielleicht liegt die Tatsache, dass es in Deutschland immer weniger Kinder gibt, unter anderem auch an der “deutschen Perfektion”. Das fängt schon damit an, dass man den perfekten Zeitpunkt für ein Kind plant. Dann muss die perfekte Geburtsvorbereitung her, die perfekte Geburt, das perfekte Kinderzimmer, die perfekte Babynahrung, der perfekte Kindergarten, die perfekte Schule (inklusive perfekter Schul- und Schreibtischausrüstung), usw. usf. Und natürlich sollen auch die lieben Kleinen perfekt sein. So erwartet es nicht zuletzt die Umgebung. Überall soll “deutsche Perfektion” herrschen. Angesichts dessen und angesichts des Wissens, dass man diese Perfektion nie erreichen wird und deshalb mit der entsprechenden Frustration leben muss, verzichtet man lieber gleich auf Kinder. Schade eigentlich. Wo doch Kinder das Beste sind, was einem im Leben passieren kann, selbst wenn – oder vielleicht gerade wei l- nichts perfekt läuft. Kinder helfen einem, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren: auf das Wunder namens Leben, das keine Perfektion braucht, um es genießen zu können
6.8.2011, Andrea Lauser

 

Die Debatte verschweigt die Kinderfeindlichkeit

Seit mehr als 40 Jahren herrscht in Deutschland eine kinderfeindliche Gesinnung, doch darüber wird in jeder Debatte geschwiegen. Warum werden Kinder in Frankreich, Italien und Amerika anders behandelt als in Deutschland? In den kostenlosen Kindergärten in Frankreich arbeiten hoch qualifizierte Kindergärtnerinnen, die auch manchmal in der Lage sind, einen mündlichen Fremdsprachenunterricht zu erteilen, was in der Europa-Union kein Luxus sein sollte. In den Gymnasien dort gibt es in den Gängen und auf dem Hof junge Aufseher, die oft zwischen Schülern und alten Lehrern eine Vermittlerrolle spielen. In jedem Gymnasium gibt es nicht nur Sozialarbeiter/-innen, sondern auch eine oder zwei Krankenschwestern, die nicht nur die üblichen Wehwehchen behandeln, sondern auch Rat und Trost spenden und bei pubertären Schülern und Schülerinnen sehr beliebt sind.
Erwähnt werden muss auch, dass Familien mit bescheidenem Einkommen für jeden Schulanfang eine kleine Zulage für die Neueinkleidung ihrer Kinder bekommen. Unter diesen Umständen sind Kinder auch für Mütter, die Karriere machen wollen, kein Hindernis. Das haben die Ministerinnen Simone Weil, mit ihren vier Söhnen, Segolene Royal mit ihren vier Kindern oder Monique Pelletier mit ihren sieben Kindern bewiesen. Glücklich sind die Kinder, deren Mütter sich außerhalb des Familienlebens verwirklichen können!
BZ-Leserbrief vom 17.3.2007 von Edgar Wertheim, Neuenburg

 

 

Selbsthilfegruppe für Paare mit unerfülltem Kinderwunsch

Rund 1500 Paare kommen jedes Jahr in die Kinderwunschambulanz der Freiburger Uniklinik und in die Privatpraxis für künstliche Befruchtung von Franz Geisthövel und seinen Kollegen – mehr als der Hälfte können die Ärzte beim Schwangerwerden helfen. Eine Betroffene gründet jetzt eine Selbsthilfegruppe für all diejenigen, die noch auf ein Baby warten und mehr suchen als die medizinische Betreuung. Wie bekommt ein Paar ein Kind, wenn die Frau einfach nicht schwanger wird? Die medizinischen Antworten sind kompliziert: In-Vitro-Fertilisation (Befruchtung einer Eizelle außerhalb des Körpers), Hodenbiopsie (Entnahme einer Probe aus dem Hoden) oder Intracytoplasmatische Spermieninjektion (ein einzelnes Spermium wird in die Eizelle eingeführt) – kein Wunder, dass manchen Paaren mulmig wird. …..  “Das ist ein Problem, denn heutzutage wollen Frauen beruflich erst einmal Fuß fassen, bevor sie eine Familie gründen” , sagt Franz Geisthövel, Vorsitzender des Dachverbandes für Reproduktionsbiologie und -medizin. 35 Jahre alt im Durchschnitt sind die Frauen, die in seine Praxis kommen.
Kompletten Beitrag vom 24.2.2007 auf www.badische-zeitung.de lesen

Vorträge: “Ungewollt kinderlos … was nun?” , Montag, 26. Februar, 19 Uhr.
“Psychologische Aspekte des unerfüllten Kinderwunsches” , Montag, 5. März, 19 Uhr.
Jeweils Uni-Frauenklinik, Hugstetter Straße 55
Selbsthilfegruppe Freiburg für Paare mit unerfülltem Kinderwunsch
Tel 0761/7087515

 

Niedrige Geburtenrate: Alte und neue Ausreden

Fesenmeier behauptet in seinem Beitrag, der Verzicht, den die Gesellschaft im Zusammenhang mit dem Kinderkriegen oftmals immer noch fordere, sei zu groß. Er will die Gewissheit oder zumindest die begründete Zuversicht, dass man sich wieder in den Beruf einklinken könne. Unsere Eltern und Großeltern können über diese wohl häufigste Begründung für Kinderlosigkeit nur ungläubig staunen. Denn sie haben sich Kinder in einem regelmäßig mindest ebenso schwierigen Umfeld gewünscht, bekommen und mit all ihrer Kraft und Liebe aufgezogen. Es ist Ausdruck von Ahnungslosigkeit und Kurzsichtigkeit, gepaart mit Werteverfall, wenn Paare auf hohem materiellen Versorgungsniveau unter Hinweis auf die wirtschaftlichen Risiken und Einbußen oder eingeschränkte Karrierechancen keine Kinder wollen. Gott sei Dank gibt es Frauen wie Eva Herman, die gemerkt haben, dass eine Karriere geradezu lächerlich im Vergleich zu dem ist, was ein Kind den Eltern schenkt. Zurecht warnt sie vor der Sinnkrise des kinderlosen Altwerdens. Dass Frauen durch das Kinderkriegen die größte und wichtigste Aufgabe überhaupt für unsere Gesellschaft wahrnehmen, darf ein Mann ja nicht sagen. Er käme in den Verdacht, die Gleichberechtigung der Frauen in Frage zu stellen. Mütter muss man jedoch bewundern. Sie haben Mut, Herz, Kraft, Flexibilität und eine besondere Schönheit und Ausstrahlung, die durch kein Geld und keinen Beruf der Welt zu erlangen ist. Wollen sie in den Beruf zurück, so bringen sie die aus der Mutterschaft gewonnenen Fähigkeiten ein, die kinderlose Frauen und Männer regelmäßig nicht haben. Dass unsere Gesellschaft dies nicht ausreichend anerkennt, ist ein bedauerliches Nebenprodukt falsch verstandenen Feminismusses. Dabei haben Männer nicht etwa Angst vor Gleichberechtigung und erfolgreichen Frauen. Männer müssen vielmehr Angst vor Frauen haben, die ihnen und sich selbst das größte Glück aus zweitrangigen Gründen versagen und damit zielsicher auf eine Sinnkrise zusteuern. Der Ruf nach Politik und Wirtschaft mag vor allem für sozial Schwächere auch Berechtigung haben. Sie sind aber nicht diejenigen, die weniger Kinder bekommen. Folglich geht es weniger um “alte und neue Versäumnisse” als vielmehr um “alte und neue Ausreden” als Zeichen von Charakterschwäche und Werteverfall. Man kann und muss es auch Dekadenz nennen.
BZ-Leserbrief vom 2.9.2006 von Dr. David Einhaus, Freiburg

 

Unterstützung arbeitsloser Eltern durch ihre Kinder? Nein

Meine Kinder sollen für mich und die Kinderlosen gleichzeitig aufkommen?
Das, was hier nun wieder mal angezapft werden soll, schreit doch vor Ungerechtigkeit! Kinder sollen für alles geradestehen, was die Poltik verbockt. Warum bitte sollen Kinder für Arbeitslose und auch pflegebedürftige Eltern einspringen, wenn es bei kinderlosen Menschen der Staat tut? Wenn ich pflegebedürftig werde, müssen meine Kinder bezahlen. Wenn das kinderlose Ehepaar es wird, zahlen auch meine Kinder durch Steuern. Also bezahlen Familien (Kinder) doppelt, sind aber in der Steuer nicht entlastet, sondern auch da bezahlen sie mehr ein, durch mehr Verbrauch, der durch Kinder nun mal entsteht, jetzt besonders wieder durch die Erhöhung der Mehrwertsteuer. Da braucht sich keiner mehr wundern, wenn keine Kinder mehr geboren werden. Das Kind ist ja nur potenzieller Geldgeber für den Staat, und auch für Eltern ist es ein unkalkulierbares Risiko, Kinder in “das Deutschland” zu setzen, denn eventuell zahlen sie ein Leben lang für sie, oder die Kinder ein Leben lang für die Eltern und auch noch für alle jene, die keine Kinder haben. Wie lange lassen wir uns das eigentlich noch gefallen?
BZ-Leserbrief vom 12.8.2006 von Edith Finkbeiner-Aenis, Weil am Rhein

So wird dem Egoismus in der Gesellschaft Tür und Tor noch weiter geöffnet
Merken diese Profilierungsneurotiker nicht, dass sie mit solchen Forderungen dem Egoismus in der deutschen Gesellschaft noch mehr Tür und Tor öffnen, junge Menschen geradezu in die Kinderlosigkeit drängen? Reicht es nicht, dass Eltern schon gewaltige Entbehrungen auf sich nehmen, Kinder großzuziehen, diese Kinder dann Jahre später wiederum ihren Eltern im Alter z. B. in Altenpflegeheimen finanziell beistehen müssen, weil die fremdbelastete Rentenversicherung und die Pflegeversicherung hierfür keine ausreichenden Leistungen gewähren können? Und wenn dann Kinder aus der natürlicherweise engen Eltern-Kind-Beziehung heraus ihren Eltern zur Seite stehen, zeigt dieser Staat in gestalt seiner Behördenvertreter seine herzlos abweisende Fratze (siehe Forum vom 4. August 2006: “Das Finanzamt sagte am Ende Nein” ). Der Gedanke, solchen Politikern weiterhin — und in Zukunft wahrscheinlich vermehrt — ausgeliefert zu sein, lässt gerechten Zorn aufkommen. Dem Magazin vom 5.8. auf Seite III “Kinder! Kinder?” könnte man einen 51. Grund gegen Kinder hinzufügen: “… weil ich so diesem Staat und seinen politischen Vertretern die Rote Karte zeigen kann!” Ich weiß, wovon ich rede und was ich sage, und ich habe das Recht, so unmissverständlich formuliert zu haben: Ich bin das älteste von acht Kindern meiner noch lebenden Mutter (Altenpflegeheim), unterstütze meine Mutter mit meinen Geschwistern zusammen schon seit Jahren, habe selbst vier Kinder und war bis 2003 zehn Jahre lang Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes Bonndorf.
BZ-Leserbrief vom 12.8.2006 von Werner Wiggert, Bonndorf
12.8.2006 auf www.badische-zeitung.de

Hinterlasse eine Antwort