Generationen

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Blick vom Seebuck am Feldberg nach Süden über Nebel zu den Alpen am 7.1.2013

 

 
Generationen: Von Traditionalisten bis Generation Z (Zoomer)
Das Wort Generation verband der Theologe und Erkenntnistheoretiker Wilhelm Dilthey im 19. Jahrhundert mit einer wissenschaftlichen Zuordnung zu bestimmten historischen Bezügen. Entscheidend weiterentwickelt hat diesen Begriff dann der Soziologie Karl Mannheim mit seiner 1928 erschienenen Abhandlung „Das Problem der Generationen“. Mannheim spricht vom „Generationserlebnis“, das eine soziologische Generation definieren könne. Je schneller der politische und soziale Wandel sich vollziehe, desto schneller wechselten auch die Generationen. In der jüngeren Forschung werden meist folgende, heute noch lebende Generationen unterschieden:
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1) Die Traditionalisten, geboren zwischen 1922 und 1950, haben größtenteils den Zweiten Weltkrieg oder die direkte Nachkriegszeit in ihrer Kindheit und Jugend miterlebt.
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2) Die Babyboomer, geboren zwischen 1950 und 1964, waren die erste Nachkriegsgeneration, haben das Wirtschaftswunder erlebt und gehören zu den geburtenstärksten Jahrgängen.

3) Die Generation X (Generation Golf), geboren zwischen 1965 und 1979, wurde in ihrer Kindheit stark geprägt durch die Wirtschaftskrise und die zunehmenden Scheidungen ihrer Eltern.
4) Die Generation Y (Millennials), geboren zwischen 1980 und 1995, haben die Jahrtausendwende bewußt erlebt und bekamen auch den Internetboom und die Globalisierung in vollen Zügen mit. Sie zeichnen sich im Gegensatz zu den Vorgängergenerationen durch ein höheres Bildungsniveau aus.
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5) Und schließlich die Generation Z (Zoomer), geboren zwischen 1995 und 2010: Sie hat die Digitalisierung des Alltags bereits komplett in ihr Leben integriert.
26.10.2019

 

Eine Hofübergabe ist ein sehr sensibles Thema
Immer mehr Landwirte finden keine Nachfolger für ihren Hof. Gleichzeitig sitzen immer mehr Quereinsteiger in den Ausbildungsklassen, die einen Hof suchen. Wie führt man beide zusammen? Darüber hat Theresa Steudel mit Birgit Motteler gesprochen, Beraterin bei dem Verein “Familie und Betrieb”, der Familien aus Landwirtschaft berät.
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BZ: Frau Motteler, 70 Prozent der derzeitigen Landwirte haben keinen Hofnachfolger in Aussicht. Warum ist das so?
Motteler: Da gibt es verschiedene Gründe. Es gibt Landwirte ohne Kinder oder die Kinder haben sich gegen die Übernahme entschieden, weil ihre Interessen anderswo liegen. Dann gibt es Betriebe, die einfach nicht mehr zukunftsfähig sind und aufgelöst werden müssen oder ein neues Konzept brauchen – zum Beispiel von jungen Quereinsteigern mit neuen Ideen.
BZ: Ihr Verein plant einen Stammtisch in Bollschweil, der diese Quereinsteiger und die Landwirte zusammenbringen soll. Ist das das Modell der Zukunft?
Motteler: Es ist ein Modell. Das Interesse ist ja da, in den Fachschulen sitzen mittlerweile genauso viele Quereinsteiger wie Hofabkömmlinge. Aber häufig sind beide in ganz verschiedenen Welten unterwegs – die einen in der Stadt, die anderen auf dem Land. Man weiß wenig übereinander. Unser Stammtisch ist ein Versuch, diese Kluft aufzulösen. Wir bieten seit drei Jahren auch ein Projektseminar an, das potenzielle Übernehmer und Übergeber begleitet auf ihrem individuellen Weg der Hofübernahme beziehungsweise -übergabe, ohne dass die sich jeweils gefunden haben müssen.
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BZ: Wie lange dauert es denn, bis sich beide Parteien finden?
Motteler: Mehrere Jahre. Selten klappt der erste Versuch, weil die Erwartungen auf beiden Seiten nicht klar genug ausgesprochen wurden oder weil man nicht miteinander klarkommt. Eine Hofübergabe ist ein sehr sensibles Thema.
BZ: Weil die Ängste der Hofbesitzer groß sind, ihr Werk in fremde Hände zu geben?
Motteler: Auch, ja. Für die ist das ein Trauerprozess. Viele Höfe waren schließlich jahrzehntelang in der Hand der Familie. Bei einigen spielt dann außerdem die Altersvorsorge eine Rolle, wenn die Senioren ihre Rente noch vom Hof beziehen. Da will man sich natürlich sicher sein, dass der Hof so geführt wird, wie man das sich vorstellt. Und die jungen Leute haben Sorgen, ob sie so arbeiten können, wie sie wollen.
BZ: Bei der jungen Generation spielt die Work-Life-Balance eine Rolle. Ist das auf einem Bauernhof überhaupt machbar?
Motteler: Eigentlich sollte das möglich sein, ja. Aber häufig ist es eine finanzielle Frage, ob man sich eine Hilfskraft leisten kann, die entlastet. Den jungen Leute in unserer Beratung ist aber auch klar, dass es viel Arbeit ist. Auch wenn ich glaube, dass sie es häufig erst realisieren, wie viel es wirklich ist, wenn sie auf dem Hof eingestiegen sind. Die springen voll rein, müssen ein Unternehmen aufbauen, sind oft weg von ihrem früheren sozialen Umfeld, stehen teilweise alleine da. Meine Erfahrung sagt aber, dass sich die meisten dann durchbeißen.
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BZ: Gibt es denn genügend junge Quereinsteiger? Genügend Nachfolger für die jetzigen Senioren?
Motteler: Ich habe keine Zahlen, aber ich würde sagen – nein. Gesellschaftlich finde ich das problematisch. Das kann heißen, dass uns ganz viele Höfe wegbrechen werden, mit den entsprechenden Folgen für den landwirtschaftlichen Raum. Denn die Landwirtschaft leistet viel mehr als die Lebensmittelproduktion. Sie pflegen Landschaften, schützen die Natur, stärken die Wirtschaftskraft und Infrastruktur im ländlichen Raum. In den neuen Bundesländern, wo es quasi nur große Betriebsstrukturen gibt, sieht man die Auswirkungen. Da gibt es kilometerweit keine Bäcker mehr, keine Post, keine Banken. Gerade hier im Schwarzwald mit unseren zerklüfteten Landschaften brauchen wir diese Struktur der kleinen Betriebe. Das sollte unterstützt werden.
…. Alles vom 26.9.2019 von Theresa Steudel bitte lesen auf

https://www.badische-zeitung.de/eine-hofuebergabe-ist-ein-sehr-sensibles-thema–177663338.html

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Mehr Infos zum Stammtisch als PDF zum Download unter mehr.bz/hof
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Birgit Motteler: Die 59-Jährige ist Beraterin beim Verein “Familie und Betrieb” und hat selber einen kleinen Hof mit ihrem Mann im Elztal. Sie ist gelernte Agraringenieurin und kommt aus Horb am Neckar.
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Familie und Betrieb – Beratungsstelle St. Ulrich (Südbaden)
Telefon: 07602 91 01 80, Telefax: 07602 91 01 89
birgit.motteler@familie-und-betrieb.de
http://www.familie-und-betrieb.de

 

Hotel Mamma – für die eigenen Kinder wie auch die Grosseltern

Das normale Paar im mittleren Alter hat Kinder wie Grosseltern zu versorgen. Seit der Jahrhundertwende verstärkt sich dieser Trend. Zunächst bestimmen die Kinder den alltäglichen Lebensablauf für die Eltern. Früher zogen die Kinder nach Abschluß der Lehre aus, die Eltern fanden sich alleine im Haus, mussten Beziehungen und Tages-ablauf neu entwerfen und hatten viel Zeit für sich selbst. Im Zuge der Finanzkrise sind die Karriere- und Familienplanungen für die jungen Menschen schwerer geworden, die Kinder bleiben im Elternhaus wohnen, “Hotel Mamma” setzt sich durch. Auf der anderen Seite nimmt die Lebenserwartung zu und damit auch die Wahrscheinlichkeit, für die eigenen Eltern sorgen bzw. diese unterstützen zu müssen. “Hotel Mamma” wird somit – in welcher Form auch immer – zunehmend von Opa und Oma beansprucht.
Führt diese Entwicklung hin zu einer zusätzlichen “Belastung” der mittleren Generation etwa zu einer Renaissance der inzwischen weitgehend verschwundenen Großfamilie? Nicht aus Tradition oder aus Liebe, sondern aus finanziellen Gründen.

Eingesperrt: Die Kinder bleiben länger, die eigenen Eltern benötigen mehr Unterstützung
Der “leere Nest” werde in Zeiten der Wirtschaftskrise zunehmend abgelöst von einem “vollen Nest”. Die Wissenschaftler von der Oregon State University haben für ihre qualitative Studie, die im Journal of Aging Studies erschienen ist, Gespräche mit Gruppen von Menschen mittleren Alters ausgewertet, die 2009 und 2010 stattfanden, also zum Höhepunkt der Krise. Die Kinder können nicht mehr ausziehen, weil beispielsweise die Mieten zu teuer sind und sie keinen Job finden, zudem werden die eigenen Eltern immer älter und sind mehr als früher auf Hilfe angewiesen. Die mittlere Generation muss also den Kindern und den eigenen Eltern helfen. …
Alles vom 4.2.2013 bitte lesen auf
http://www.heise.de/tp/artikel/38/38480/1.html

 

Generationengerechtigkeit – Stiftung für die Rechte zukünftiger Generationen
bevoelkerung1960-2060
Die Stiftung für die Rechte zukünftiger Generationen (SRzG) ist ein gemeinnütziger Think Tank an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Politik. Sie versucht, in der Politik das Bewusstsein für Generationengerechtigkeit und Nachhaltigkeit zu schaffen. Die obige Grafik der Bevölkerungsentwicklung verdeutlicht die Entwicklung zu Ungunsten der Jüngeren.

SRZG – Stiftung für die Rechte zukünftiger Generationen
Mannspergerstr. 29, 70619 Stuttgart, Tel 0711 / 28052777
www.srzg.de , www.generationengerechtigkeit.de

Wir Zukunftssucher: Wie Deutschland enkeltauglich wird
Wolfgang Gründinger
Verlag: Edition Körber-Stiftung 2012
Bestellnummer: ISBN-13: 978-3896840929

Aufstand der Jungen: Wie wir den Krieg der Generationen vermeiden können
Wolfgang Gründinger
Verlag:C.H. Beck 2009
Bestellnummer: ISBN-13: 978-3406586859
http://www.wolfgang-gruendinger.de/

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