Demenz

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Blick vom Zwerisberg zwischen St.Peter und St.Märgen nach Norden über Oberibental am 18.8.2008

 


Demenz als Überbegriff dafür, dass Menschen in ihrer geistigen Leistungsfähigkeit nachlassen.
1,3 Mio Menschen in Deutschland leiden an Demenz, 2050 werden es doppelt so viele sein.
Jeder dreißigste unter 70 und jeder vierte über 85 ist von Demenz betroffen.
Gedächtnis und Denkvermögen lassen nach, vor allem leidet aber auch die örtliche Orientierung der Patienten.

 In Freiburg sind 2370 Personen demenziell erkrankt, davon 1000 in Pflegeheimen

Rund fünf Prozent aller 75-Jährigen leiden unter einer Demenz,
bei den 80-Jährigen sind es bereits zehn Prozent und bei den 85-Jährigen 20 Prozent.

Demenzerkrankungen – die neue Pflegedimension

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Was ist eigentlich Demenz – Ursachen? Vorbeugung?

Demenz kann als Krankheit des hohen Alters bezeichnet werden, obwohl sie auch früher auftreten kann. Der Begriff Demenz stammt vom Lateinischen Dementia ab und heißt Verrücktheit. Mindestens 50 Prozent aller an Demenz erkrankten Menschen leiden unter der Alzheimerschen Form, 20 Prozent gehen auf Gefäßverengungen zurück, der Rest auf andere altersbedingte Ursachen.

Übersetzt aus dem Lateinischen heißt Demenz “ohne Geist” – ein Defizit der kognitiven Fähigkeiten, also all dessen, was mit dem Verstand erfasst wird. Doch auch praktisches Wissen, soziale Fähigkeiten und das Kurzzeitgedächtnis sind von der Demenz betroffen. Eine häufig auftretende Form der Demenz ist die Alzheimer Krankheit.

Demenz äußert sich in einer fortschreitenden Einschränkung der geistigen, später auch der motorischen Fähigkeiten. Im Vorfeld einer Demenz sind oft psychische Störungen zu beobachten, die kaum von denen einer Depression unterschieden werden können, wie zum Beispiel Verlust von Interessen, Reizbarkeit und Verstimmungen. Zuerst kommt es zum Verlust des Kurzzeitgedächtnisses. Erinnerungen aus längst vergangenen Zeiten bleiben sehr viel länger erhalten. Demenz-Kranke verlieren ihre Eigeninitiative. Sie vernachlässigen ihre früheren Hobbys und ihre Körperpflege. Schließlich sind sie nicht mehr in der Lage, sich ausreichend zu ernähren. Sie verlieren das Hungergefühl. All dies wird begleitet vom zunehmenden Verlust der Sprache. Im weit fortgeschrittenen Stadium der Krankheit erkennen die Betroffenen schließlich nicht einmal ihre engsten Angehörigen wieder.

Wenn der an Demenz erkrankte Mensch noch in der Lage ist zu erkennen, dass er in einer Situation nicht angemessen reagiert hat, kann das bei ihm Unruhe, Resignation oder Aggressionen auslösen. Menschen, die an Demenz erkrankt sind, fühlen sich oft falsch verstanden, herumkommandiert oder bevormundet. Im Umgang mit Erkrankten ist es deshalb unerlässlich, über die Eigenarten der Krankheit Bescheid zu wissen und die Verhaltensweisen und — ganz wichtig — die Sprache darauf einzustellen. Menschen mit Demenz sind auch bei sehr fortgeschrittener Krankheit vor allem über direkte Sinneswahrnehmungen wie Gerüche, Geräusche oder Berührungen erreichbar. In der Ursachenforschung ist die Wissenschaft noch nicht zu einem eindeutigen Ergebnis gelangt. Es scheint Faktoren zu geben, die Demenz fördern. Dazu zählt die vom Hirnforscher und Gehirnjogging-Papst Bernd Fischer genannte Antriebs- und Interesselosigkeit, andererseits aber auch Überlastung durch Stress. Bisher gibt es noch keine Therapie oder Behandlung, die Alzheimer stoppt oder heilt. Aber wir können vorbeugen: Menschen brauchen Bekannte und Freunde, mit denen sie sich regelmäßig treffen und austauschen, damit es dem Gehirn nicht langweilig wird — mindestens zehn, sagt Fischer.

Vorbeugend kann lebenslanges Lernen sein, feinmotorische Tätigkeiten wie Musizieren oder Stricken, Reisen oder Gartenarbeit. Sport treiben oder sich wenigstens jeden Tag ordentlich bewegen soll das Risiko, an Demenz zu erkranken, ebenfalls senken.
Hagen Späth, 8.12.2007

Geschätzte 1,3 Millionen Menschen gelten in Deutschland als dement. Das heißt: Oft finden sie deshalb nicht mehr zurück, wenn sie ihre Unruhe aus dem Haus getrieben hat. Ab dem Alter von fünfzig verdoppelt sich das Demenzrisiko mit jedem Jahrzehnt.

“Ein Demenzkranker kann durchaus gehen, sich anziehen, sich waschen oder sich etwas kochen. Damit erfüllt er nicht die Gesichtspunkte, die heute in der Pflegeversicherung gelten, weshalb er dann auch nur geringe oder gar keine Leistungen bekommt. Es wird eben übersehen, dass ein Mensch mit Demenz sich vielleicht die Zähne putzen kann, aber gar nicht weiß, was er tun soll, wenn er die Zahnbürste in der Hand hat. Genau diese Lebenslage muss die Versicherung in den Blick nehmen, indem sie den Bedarf an Hilfe wegen körperlichen Gebrechen und den Bedarf an Hilfe wegen kognitiver Beschränkungen gleichbehandelt.”
Heike von Lützau-Hohlbein (67), Informatikerin, seit 1990 im Vorstand der Deutschen Alzheimer Gesellschaft

 

Alzheimer als häufigste Unterform der Demenz

Alzheimer als Unterform der Demenz: Ablagerungen (sog. Plaques) im Gehirn lassen Nervenzellen absterben
– Zwei Drittel der Demenzkranken leiden an Alzheimer, pro Jahr 200.000 neue Alzheimerdiagnosen.
– 2 Jahre kann eine Heimeinweisung durch Medikamente verzögert werden.
– 1 Mio Alzheimerkranke in Deutschland. In 2030 werden es 2 Mio sein.
– 7 Jahre beträgt die durchschnittliche Krankheitsdauer von Diagnose bis zum Tod
– 95 Prozent der Erkrankten sind älter als 65 jahre
– 4 Stadien der Erkrankung: Zuletzt nur noch wenige Worte sprechen. Langzeitgedächtnis schwindet.
– Prominente Alzheimerkranke: Schalke-Trainer Rudi Assauer, Filmbösewicht Charles Bronson, Colombo Peter Falk,
Rhetoriker Walter Jens, Theater Heidi Kabel, US-Präsident Ronald Reagan, Beau Gunter Sachs,
Fussball-WM Helmut Schön, Englands Margaret Thatcher,

 

Demenz – Hilfen im Internet

 

 

Die Diplom-Biologin und Wissenschaftsjournalistin Cornelia Stolze ist skeptisch: Wenn Mediziner die Krankheit mit Medikamenten aufhalten wollen, ist der Erfolg meist mäßig. Dafür werden bei Ärzten die Karrieren und bei Pharmafirmen der Umsatz befördert.
Cornelia Stolze „Vergiss Alzheimer! – die Wahrheit über eine Krankheit, die keine ist“

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