Rollstuhl

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Blick über ein blau blühendes Meer von Kornblumen zum Breitehof am 7.6.2012 im Dreisamtal

 
(1) Im Rollstuhl an der Dreisam 29.10.2012 gegenüber der Kartaus

 

 

Besuch der Toilette – für jeden Rollstuhlfahrer ein Graus

Frau Vogt hat sich in ihrem Artikel für einen Selbstversuch geopfert. Dieser war nicht alltagstauglich. Verschiedene Bereiche wurden ausgespart, wo es Rollifahrer besonders schwer haben. So einfach, wie im Artikel beschrieben, ist es aber nicht: Einkaufen im Supermarkt, beim Hausarzt, in der Gaststätte … Sie wollen sich mit Freunden zum Essen und Trinken in einer Gaststätte in der Innenstadt treffen – dann aufgepasst! Wenn Sie dann endlich in der Gaststätte sind – nicht selten über einige Stufen, die Freunde schon gestresst vom Heben – ist der Besuch der Toilette notwendig.
Für jeden Rollstuhlfahrer ein Graus. Aus gutem Grund. Mit Mühe und Not kommen Sie mit dem Rolli durch die viel zu enge Toilettentüre, um dann festzustellen, dass rechts und links neben der Toilette keine Haltegriffe vorhanden sind. Drehen und Wenden sind erst nach einigen Versuchen möglich. Den Waschtisch können Sie wegen des Siphons nicht unterfahren, und der Seifenspender ist in weiter Ferne. Abtrocknen der Hände geht nicht, der Knopf der elektrischen Föhns ist gefühlte zwei Meter in der Höhe. Auch können Sie nicht in den Spiegel schauen, ob die Frisur sitzt. Der Spiegel über dem Waschbecken ist zu hoch, hängt gerade statt schräg. Endlich zurück bei den Freunden – die bestellen schon das zweite Viertele – und fragen: War was?
4.9.2013, Wolfgang Rombach, Freiburg

Zu: ” Auf zwei Rädern – Mobilität im Rollstuhl – ein Selbstversuch”, Beitrag von Nikola Vogt (BZ-Thema, 9. August):

 

 

Schwarzwald mit Bergrücken und langezogenen Tälern – rollstuhlgeeignet

Der Schwarzwald mit seinen hohen Bergen und tiefen Tälern ist ein für Rollstuhlfahrer unwegsames Terrain? Einerseits wird man dem zustimmen: Es geht immer wieder entweder bergauf oder bergab und den großen Steigungen sind weder Elektroantrieb noch Hydraulikbremsen am Rollstuhl gewachsen.

Andererseits ist die Schwarzwälder Gebirgslandschaft weniger durch Bergspitzen und Kare geprägt als durch offene Bergrücken und langgezogene Täler, die annähernd eben verlaufen und daher für Rollstuhlfahrer ideal geeignet sind. Dazu kommt, dass die Bauernhöfe im Schwarzwald zumeist Einzelhöfe sind, die eigene natürlich geteerte Wege durch Pkw und Lkw (Milchlaster) angefahren werden können. Und diese Zufahrtsträßchen sind oft “wie für Rollis gebaut”. Drei Beispiele:

  • Bergrücken: Vom Thurner zwischen St.Märgen und Breitnau die vielbefahrene Spirzenstrasse in Richtung Buchenbach nehmen und an der scharfen Linkskehre geradeaus abzweigen und das Auto abstellen: Das in der Landkarte eingezeichnete Sträßchen “Auf der Spirzen” verläuft auf einem freien Höhenrücken parallel zur Spirzenstrasse und vor allem eben nach Westen und bietet einen wunderschönen Rundumblick auf St.Peter, St.Märgen, Thurner und in Richtung Breitnau sowie Dreisamtal/Vogesen. Nach ca 2 km biegen Sie nochmals rechts ab zum Steigweg – und weiter gehts aussichsreich und bequem mit dem Rollstuhl.
    Mehr zum Sträßchen “Auf der Spirzen” und zum Steigweg.
     

  • Langezogene Täler: Das Zastlertal wie auch das St.Wilhelmertal führen von Oberried von Westen her zum Feldberg hin, die kleinen geteerten Fahrsträßchen verlaufen über 3-4 km jeweils fast eben bzw. nur leicht ansteigend bis zum Fuß des Feldbergs hin. Da sie dort als Sackgassen an Schranken enden, sind sie auch kaum befahren.
    Mehr zum Zastler und St.Wilhelmertal
     

  • Ebene Bauernhofzufahrten: Der Haldenweg bei St. Peter beginnt hinter dem Steingrubenhof und führt am Westhang um den Fohren (910 m) herum nach Norden über den Heitzmannhof, Elmehof und Haldenhof zum Sägendobel. Sie geniessen einen traumhaften Ausblick nach Südwesten zum Horn (801 m) und Langeck (862 m), nach Westen ins Rohr (835 m) mit seinen schöngelegenen Bauernhöfen und nach Nordwesten zum Kandelberg.
    Mehr zum Haldenweg hier >StPeterHaldenweg

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