Schwarzwaldkönig als vierteilige Serie von Bergzeitfahren einmalig in D

Vor fünf Jahren feierte der Schauinslandkönig Premiere. Dieses Bergzeitfahren ist  für Hobbyradler und ambitionierte Athleten längst zumfixen Termin geworden. Für Veranstalter Alexander Lang höchste Zeit, mit drei weiteren Bergen und einer nun vierteiligen Serie für neue Herausforderungen zu sorgen: dem Schwarzwaldkönig. Im Ziel auf einem Thron Platz nehmen zu können, ganz gleich, obman als erster oder tausendster Teilnehmer den Gipfel erreicht, das gehört zu den Besonderheiten beim Schauinslandkönig. Darüber hinaus drängt bei der Veranstaltung auf dem Freiburger Hausberg niemand zur Eile. Wer es langsam angehen will und auf der  panoramareichen Strecke gern ein Päuschen einlegt, kann sicher sein, auf der sonst für den Verkehr gesperrten Straße nicht vom Besenwagen eingeholt zu werden. Der hält gebührend Abstand und lässt sich aus psychologischen Gründen erst blicken, wenn der letzte Starter das Ziel erreicht hat. Für Freunde stressfreien Bergauffahrens, aber auch ehrgeizige Radsportler, die – wie der letztjährige Sieger Florian Link – für die Fahrt kaum eine halbe Stunde brauchen, gibt es jetzt Nachschlag: Mit drei neuen Zeitfahren am Berg bildet der Klassiker die Schwarzwaldkönig-Serie. „Ich habe schon beim Organisieren der Premiere an eine Erweiterung gedacht, wenn das Rennen gut angenommen wird. Schließlich gibt es im Schwarzwald noch viel mehr attraktive Strecken und magische Berge”, sagt Veranstalter  Alexander Lang. Mit der Austragung einer Serie betritt der Triathlet aus Schallstadt-Mengen Neuland, denn bundesweit gibt es zwar mehrteilige Radveranstaltungen für jedermann, aber keine Folge von Bergzeitfahren. „Für Radfahrer ohne Lizenz ist das ein Novum”, erklärt Lang und garantiert, dass auch diesmal  durch Einzelstarts Gedränge vermieden wird. Mit Zeitnahmechip ausgerüstet einzeln von einer Rampe zu starten und sich dabei wie bei einem Einzelzeitfahren der Tour de France zu fühlen, gehört zweifellos zu den eindrucksvollsten Erlebnissen bei allen vier Rennen der Serie.

Eröffnet wird das Veranstaltungsquartett am 24. Juni in Badenweiler. Von hier aus geht es über 750 Höhenmeter hinauf auf den Hochblauen – eine Strecke, die für Lang mit  demSchauinsland-Kurs vergleichbar ist und im Team besonders viel Spaß macht. Viele gehen als Gruppe an den Start: Firmen und Schulen haben sich für das Rennen am Schauinsland stets zahlreich gemeldet. „Die Zeiten werden addiert und man kann sich objektiv miteinander vergleichen”, sagt Alexander Lang. Und wie fit muss man sein, umd as Ziel auf dem Gipfel zuerreichen? Ein- bis zweimal wöchentlich, so der Rennorganisator und Athlet, sollteman schon ein bis zwei Stunden auf einer Strecke mit kleinen Steigungen gefahren sein. „Man muss beim Training aber keine großen Berge hinauffahren, und die Rennen eignen sich auch als Abwechslung für Läufer, die eine gute Kondition haben”, erklärt Lang.

Abwechslung und Adrenalin für echte Radsportfans bietet insbesondere das zweite und kürzeste Rennen in Ebringen mit einem kernigen Anstieg zur Berghauser Kapelle. Es wird in Zusammenarbeit mit dem RSV Ebringen in den Weinbergen ausgetragen und knüpft an ein nahezu vergessenes, traditionsreiches Bergzeitfahren an.

Mit rund 500 Teilnehmern rechnet Alexander Lang beim Kandelkönig. Wer sich den magischen Berg hinauf schlängelt, ist auf geschichtsträchtigem Asphalt unterwegs, denn vor zwölf Jahren wurde hier eine Etappe der Deutschland-Tour ausgetragen, bei der Udo Bölts siegte. Der amtierende Zeitfahr-Weltmeister Tony Martin erreichte den Gipfel nach zwölf Kilometern während der Regio-Tour anno 2005 übrigens in 33 Minuten.

Mit dem Schauinslandkönig am 22. Juli endet die Serie. Teilnehmen kann man selbstverständlich auch an einzelnen Rennen, eine Nachmeldung ist noch am Renntag möglich. Gute Aussichten auf Zuwachs an attraktiven Schwarzwaldbergen besteht ebenfalls: „Vielleicht kommt der Belchen irgendwann noch dazu”, sagt Alexander Lang, „passenwürde er perfekt.”

Katja Rußhardt, 3.6.2012, www.der-sonntag.de

Veranstalter Alexander Lang an der Straße zum Kandel, die zur Schwarzwaldkönig-Serie zählt. Foto TJA

SCHWARZWALDKÖNIG – In vier Bergzeitfahrten vom Blauen zum Kandel

24. JUNI: Blauenkönig, Start Schloßplatz beim Kurhaus Badenweiler. ZielHochblauen (1 165m).
Länge: 9 km, ca. 750 Höhenmeter.
1. JULI: Bergsprintkönig Ebringen, Start Ebringen Ortszentrum, Ziel Berghauser Kapelle am Schönberg.
Länge: ca. 3 km, ca. 250 Höhenmeter.
8. JULI: Kandelkönig, Start Marktplatz Waldkirch, Ziel Kandel (1241m).
Länge: 12 km, ca. 930 Höhenmeter.
22. JULI: Schauinslandkönig, Start Bohrer, Ziel Schauinsland (1284m),
Länge: 11,5 km, ca. 800 Höhenmeter.
www.schwarzwaldkoenig.de

 

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