Schreibwerkstatt PH Freiburg

„Jede/r ist ein/e Schriftsteller/in.“ Seit vier Semestern leitet Annette Pehnt die Literarische Schreibwerkstatt an der Pädagogischen Hochschule Freiburg Die Anfänge der Schreibwerkstätten finden sich allgemein in den 1970er Jahren. Damals wie heute gilt der Satz: „Jede/r ist eine/e Schriftsteller/in“. Heute bieten vor allem Volkshochschulen die Möglichkeit der Schreibwerkstätten an, wir finden sie aber auch im Internet (hier findet der Austausch zwischen den Schreibenden eher in Foren statt), aber eben auch an der Pädagogischen Hochschule (PH) in Littenweiler. Unterschiedliche Ausrichtung der Schreibwerkstätten Studierende werden bei der Ausarbeitung ihrer Seminar-, Bachelor-, Diplom, oder Magisterarbeit häufig durch Wissenschaftliche Schreibwerkstätten der Fakultäten unterstützt. Schreibtherapeutisch ausgerichtete Werkstätten helfen den Teilnehmern beispielsweise bei der Auseinandersetzung und Lösung innerer Konflikte. Geschichtlich Interessierte einer Schreibwerkstatt arbeiten an einem Projekt zusammen, an dessen Abschluss häufig eine Veröffentlichung steht.
Den Schwerpunkt in einer literarisch ausgerichteten Schreibwerkstatt legen die Teilnehmer in erster Linie auf die künstlerische Ausdrucksweise in ihren Texten. Das sogenannte „kreative Schreiben“, haben Schriftsteller zu allen Zeiten betrieben. Erste Anfänge finden sich bereits in der Antike. Im Barock war das kreative Spiel mit der Sprache gar Ausdruck höherer Bildung. Anfang des 20. Jahrhunderts haben die Schriftsteller des Dadaismus (internationale Kunst- und Literaturrichtung um 1920, die gegen künstlerische Ideale und für die Freiheit der Kunst eintrat und in der Kunst das Irrationale betonte) und des Surrealismus („Über der Wirklichkeit“) das Spiel mit der Sprache als Quelle ihrer Intuition wiederentdeckt.
Literarische Werkstatt für Studierende und Externe: Die Literarische Werkstatt der PH versteht sich als Angebot für Studierende, richtet sich aber auch an Externe, die diese Möglichkeit des Schreibens sehr gern annehmen. Annette Pehnt hat sieben erfolgreiche Romane wie „Ich muss los“ (2001), oder „Chronik der Nähe“ (2012), einen Erzählband und drei Kinderbücher veröffentlicht und wurde mehrfach für ihre Werke ausgezeichnet. Seit acht Jahren ist sie Dozentin an der PH und hat vor zwei Jahren die literarische Werkstatt der PH von Martin Gülich (Schriftsteller) übernommen. „Ein Element der Schreibwerkstatt ist, dass wir einen Text mit Hilfe eines Impulses schreiben, den ich vorgebe. Das kann ein Musikstück, ein Gegenstand oder eine Textquelle sein“, berichtet Annette Pehnt. In einem weiteren Schritt stellen die Teilnehmer ihre Texte innerhalb des Seminars vor. „Die meisten haben ja bereits einen Text in der Schublade, da schauen wir gemeinsam ob Formulierung funktionieren, ob er stimmig ist, denn alle haben Lust an der Arbeit mit der Sprache – das verbindet uns“, so Annette Pehnt weiter.
Einmal im Jahr stellen die Teilnehmer zum Semesterende ihre Ergebnisse vor, dazu findet eine Lesung im Kulturcafé – Pavillon (KuCa) in der Höllentalstraße 2 statt. Nach einem Buch-Tipp für den Sommer gefragt, schlägt Annette Pehnt den Roman von Siri Hustvedt, „Die gleißende Welt“ vor, den sie auch selbst lesen werde.
7.8.2015, Beate Kierey, Littenweiler Dorfblatt

Dieser Beitrag wurde unter Bildung, Buchhandel, Dichter, Literatur abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Hinterlasse eine Antwort