SC Dialog Wolfswinkel ab 24.7

Noch vor der Sommerpause wird das von der Stadtverwaltung zugesagte Dialogverfahren starten, zu dem alle von der Stadionplanung betroffenen Institutionen – von den Bürgerinitiativen bis zum Sport-Club – eingeladen werden. Und auch noch in der zweiten Jahreshälfte will die Stadtverwaltung mit der ersten Stufe der Fachgutachten Klarheit gewinnen, ob ein Neubau für den Sport-Club auf dem jetzt vorgesehenen Standort „Wolfswinkelrechtlich und tatsächlich möglich und zulässig sein kann. Der Prozessstart mit den Dialoggruppen erfolgt am 24. Juli, unter Leitung eines externen Moderators. Der Prozess geht über 5 bis 6 Monate, untersucht wird ausschließlich der Standort Wolfswinkel. Falls das Ergebnis positiv sein sollte, geht es weiter mit Phase 2 in 2014.
In der ersten Stufe liegt der Fokus auf der Risikoabschätzung sogenannter „K.O.-Kriterien“. Darunter ist die grundsätzliche rechtliche und tatsächliche Machbarkeit und Zulässigkeit eines neuen Stadions unter Beibehaltung des Motorflugbetriebs zu verstehen. Von den Aussagen und Bewertungen dieser ersten Gutachten-Stufe wird abhängen, ob mit einem zweiten Schritt die Detailuntersuchungen erfolgen.
Bei der Frage nach einem grundsätzlichen Ja oder Nein stehen an erster Stelle die Aussagen zu Flugbetrieb und Sicherheit:
– Sind der Motorflugbetrieb des Verkehrslandeplatzes und ein neues Stadion am vorgesehenen Standort unter Wahrung der Sicherheit für die Flieger und Stadionbesucher möglich und grundsätzlich genehmigungsfähig?
– Kann der Motorflugbetrieb auch während des Stadionbetriebs aufrecht erhalten werden? Welche möglichen Auswirkungen hätte das Stadion für die Flieger z.B. durch Luftverwirbelungen?

Zum Themenkomplex Verkehrserschließung und Bodenverhältnisse lässt die Stadt durch externe Fachleute z.B. prüfen, wie sich Verkehrsströme so steuern lassen,dass die angrenzenden Wohngebiete nicht unzumutbar belastet werden? Oder: Wie wirken sich eventuelle Parallelveranstaltungen im Stadion und auf der Messe aus? Wie sind der Baugrund für ein Stadion und die Zufahrten angesichts der Historie einer nahegelegenen ehemaligen Mülldeponie beschaffen?
Die Gutachten zum Thema Umwelt betreffen verschiedene Fragestellungen:
– Welche Auswirkungen hätte ein Stadion auf die klimaökologischen Verhältnisse und die Bedeutung des Flugplatzes als Kaltluftschneise?
– Welche Lärmemissionen sind durch den Stadionbetrieb und den Verkehr zu erwarten, und sind die zulässigen Grenzwerte gegenüber Wohngebieten einzuhalten?
Ebenfalls eingeleitet ist inzwischen das Verfahren zur Umweltprüfung, um die Fragestellungen und den Umfang der Umweltgutachten definieren zu können.
Wenn die von der Stadt beauftragten Gutachter und das Urteil der Fachämter die vorläufige Einschätzung belegen, dass der Bau eines neuen Stadions am Standort Wolfswinkel grundsätzlich möglich ist und dem Projekt keine unüberwindlichen Hindernisse im Weg stehen, schlägt die Verwaltung im Dezember dem Gemeinderat vor, in der zweiten Verfahrensstufe, die üblicherweise bei einem Vorhaben dieser Dimension im Bauleitplanverfahren notwendig Untersuchungen durchzuführen.
„Sollten die Fachgutachter und die Fachämter im Gegensatz zu ihren bisherigen Einschätzungen zum Ergebnis kommen, dass ein Stadion Wolfswinkel nicht zulässig wäre oder den Motorflugbetrieb unmöglich machen würde, dann werden wir diesen Standort nicht weiter verfolgen und vorschlagen, das Bauleitplanverfahren einzustellen!“ stellt Baubürgermeister Prof. Martin Haag fest, der größtmöglichste Transparenz verspricht.

Kosten für Gutachten und Dialogverfahren: Nach einer überschlägigen Rechnung werden für die erste Stufe der Gutachten und Risikoabschätzungen zu den K.O.-Kriterien rund 210.000 Euro erforderlich. Wie bereits bei allen bisherigen Studien und Untersuchungen zum Stadion, übernimmt der Sport-Club die Hälfte der Kosten. Hinzu kommen die Aufwendungen für das Dialogverfahren, die auf rund 40.000 Euro für externe Moderation und okumentation veranschlagt werden und von der Stadt allein getragen werden. Insgesamt rechnet das Bürgermeisteramt mit etwa 750.000 Euro Gesamtaufwand für das Bauleitverfahren einschließlich beider Stufen der Gutachten, die zum überwiegenden Teil erst 2014 und später anfallen werden. Dazu Bürgermeister Haag: „Eine Entscheidung für ein neues Stadion und den Standort erfordert sachlich und fachlich fundierte Grundlagen und das Urteil unabhängiger Fachleute. Deshalb sind diese Kosten unvermeidlich und notwendig.“ Der neue Leiter des Amts für Projektentwicklung und Stadterneuerung leitet das Projekt in enger Abstimmung mit dem Baubürgermeister. 
Ein Dialog über die künftige Verwendung des jetzigen Standionstandortes an der Dreisam soll erst nach der endgültigen Entscheidung über einen neuen Standort angestoßen werden.
11.07.2013, Hans-E. Homlicher

 

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