Salzladen Littenweiler – Thum

Der Salzladen in FR-Littenweiler, eine ökumenische Sozial- und Kulturinitiative, mit einem Verkaufsraum für Fairen Handel in der Alemannenstraße 52, kann bald sein 15-jähriges Bestehen feiern. Seit Anbeginn ist Wolfgang Wegmann erster Vorsitzender dieses Weltladens, nun hat er sich auf eigenen Wunsch ins zweite Glied begeben und als Nachfolgerin wurde Margarita Thum gewählt.
Gisela Heizler-Ries stellt die neue 1. Vorsitzende vor und hat sie zu ihrem neuen Amt, ihrem Engagement und ihren Plänen befragt: Frau Thum, was hat Sie bewogen, den 1. Vorsitz des Salzladen e.V. zu übernehmen? Ich habe schon lange Verbindungen zu Afrika, habe mit meiner Familie fünf Jahre in Burkina Faso gelebt, da mein Mann als Arzt dort tätig war. Ich habe während dieser Zeit Schulpartnerschaften aufgebaut, die ich als Grundschullehrerin in Ebnet weiterhin gepflegt habe und habe Erfahrungen mit Projekten in Westafrika. Nun, da ich frisch pensioniert bin, möchte ich mich zusätzlich ehrenamtlich im fairen Handel engagieren. Ich sehe mich als zusätzlich Kraft in dem bewährten Team des Salzladens. Alle anderen Mitglieder sind erfreulicherweise in ihren Ämtern geblieben und ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit einem netten, freundschaftlichen, sehr engagierten und offenen Team. Die gemeinnützige Arbeit erfordert ein großes Maß an Hilfsbereitschaft und Offenheit. Ein persönliches Interesse an den wirtschaftlichen fairen Bedingungen in der Welt folgt automatisch daraus.
Damit passt der Salzladen in ihre Lebensgeschichte. Mit dem Engagement schließt sich für Sie ein Kreis? Wichtig war und ist für mich schon immer der Gedanke der Fairness im Umgang mit anderen Menschen und anderen Ländern. Es geht nicht um Geschenke, sondern um Gerechtigkeit in der Welt. Chancen für die junge Generation, Sicherheit im Alter. Der Salzladen mit seinen fair gehandelten Produkten trägt dazu seinen Teil bei. Er ist ein Kleinod in der Geschäftswelt Littenweilers und trägt sich seit Jahren nicht nur selbst, sondern investiert auch in soziale Projekte. Viele Stammkunden beziehen hier fair gehandelten Kaffee, Tee, Schokolade, Mangos, Zucker und Gewürze. Neben den Lebensmitteln aus fernen Ländern sind vor allem auch die handwerklichen Produkte beachtenswert. Es gibt Lederlatschen aus Indien, Körbe mit Seegras geflochten aus Marokko, mit Hirsestroh aus Ghana. Von Indien kommen Seidenschals und liebevoll angefertigter Schmuck. Kleinigkeiten wie Glasväschen aus Ägypten oder Fingerpüppchen aus Peru eignen sich als Mitbringsel. Hinter den Produkten steht das Wissen um die geografische Lage, die Lebensbedingungen vor Ort und die Menschen, die diese Grundstoffe produzieren. Vor diesem Hintergrund öffnen sich Fragen nach fairer Bezahlung und fairem Umgang, Wertschöpfung der Produktreihe, Austausch von Informationen und ein vergleichender Blick auf unsere Lebensbedingungen. Wir behalten die Lieferwege von El Puente, Gepa, DWP und Direktvermarkung im Auge. Der Faire Handel soll aber kein Nischengeschäft bleiben. Mit neuen Gesetzesregelungen sollen auch die großen Konzerne in Verantwortung für die Produktionsbedingungen genommen werden.

Was hat der Salzladen als ökumenische Sozial- und Kulturinitiative noch zu bieten, außer fair gehandelten Produkten? Der Salzladen ist auch ein Treffpunkt, hier kann man auch gemütlich eine Tasse Kaffee oder Tee probieren und sich nett unterhalten. In den ehemaligen Räumen in der Kappler Straße konnten zusätzlich Vorträge und Ausstellungen stattfinden. Seit dem Umzug in das kleine Geschäft in der Alemannenstraße ist dies leider nicht mehr möglich. Daher wird es in Zukunft wichtig sein, den Salzladen weiterhin und verstärkt zu vernetzen mit der Auferstehungskirche, der Kirche St. Barbara, mit Festen und Ereignissen in Littenweiler. Die Kontakte zu Senioren, Schule, Kindergarten und Jugendgruppen pflegen wir weiter. Anfragen und Vermittlung fairer Produkte sind willkommen.
Frau Thum, welche Ziele haben Sie sich als neue Vorsitzende vorgenommen? Der gemeinnützige Verein Salzladen feiert bald sein 15-jähriges Bestehen. Unser aller Ziel ist es, die Idee des fairen Handelns in die Bevölkerung zu tragen. Dabei kann man die Fairness im weiteren Sinn auf die heutige Zeit übertragen, auf den Umgang mit Flüchtlingen, auf Solidarität mit ärmeren Ländern, auf faires Wirtschaften. Auch darauf möchten wir als Team des Salzladens Wert legen und im Rahmen unserer Möglichkeiten ein Bewusstsein schaffen. Wenn Sie sich etwas wünschen dürften… Würde ich mich freuen, wenn der eine oder andere, der den Salzladen noch nicht kennt, einfach einmal reinschauen würde, hier kann man wirklich Schönes entdecken . . .

Öffnungszeiten des Salzladens in der Alemannenstr. 52, Tel. 0761/69 67 808: Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag, von 10.00 – 12.30 Uhr, Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag, von 15.00 – 18.30 Uhr, Samstag, von 9.00 bis 13.00 Uhr.
Jeden letzten Samstag im Monat ist der Salzladen auch mit einem Stand auf dem Littenweiler Bauernmarkt vertreten. Während der Sommerferien ist der Salzladen vom 3. bis 28. August nur freitags von 15.00 bis 18.30 Uhr und samstags von 9.00 bis 13.00 Uhr geöffnet.
6.8.2015, Gisela Heizler-Ries, Littenweiler Dorfblatt

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