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Masada am Toten Meer Ende Oktober 2013

Masada am Toten Meer Ende Oktober 2013

 

 

 

 

Intoleranz des Islam gegen Atheisten und Apostaten
Die Intoleranz einer Religionsgemeinschaft gegen Atheisten und Apostaten ist der Lackmustest, den der Islam derzeit schlicht nirgends besteht. Eine Nonne, die sich dazu entschließt, den Schleier wieder abzulegen, wird von der katholischen Kirche oder ihren Mitschwestern nicht mit dem Tod bedroht, sie kann sogar ihren Glauben weiter praktizieren. Eine Muslima, die aus ihrer patriarchalen Familie ausbricht, um mit ihrer lesbischen Freundin zusammen zu ziehen und Tanz zu studieren, kann nicht mit Milde rechnen.
Die Situation in Deutschland ist dabei noch vergleichsweise komfortabel, weil wir (noch) keine muslimische Mehrheitsgesellschaft sind. Es ist deshalb immer nützlich zu schauen, wie sich das Recht ändert, wenn eine Religionsgemeinschaft diese Mehrheit erlangt. Es gibt kein einziges mehrheitlich muslimisches Land, das nicht die Scharia in unterschiedlicher Weise als Quelle seines Rechtssystems anwendet. Wie würde Deutschland aussehen, wie sähe seine Rechtspraxis aus, wenn der Anteil der Muslime 60 oder mehr Prozent betrüge? Man schaue in den Satzungen und Webseiten der Islamverbände, zum Beispiel auf www.islam.de nach. Die Frage mit dem gemeinsamen Schwimmunterricht für Mädchen und Jungen wäre längst geklärt – und vieles andere auch.
Die schlechte Angewohnheit deutscher Regierungen, gesellschaftliche Dialoge zu institutionalisieren, führte zur Aufwertung muslimische Verbände wie dem ZDM, deren Weltbild leider so gar nicht zu Religionsfreiheit, Emanzipation, Menschenrechten und Individualität passt. Es stünde der Bundesregierung und auch der französischen Regierung gut zu Gesicht, die Religionszugehörigkeit der Menschen in ihren Ländern auszublenden und sie einfach nur als Bürger zu behandeln. Die Frage, welche Religionen zu Deutschland oder Frankreich gehören, stellt sich nämlich nicht.
… Alles von Roger Letsch vom 23.4.2016 bitte lesen auf
http://www.achgut.com/artikel/weshalb_muss_ich_mich_jeden_tag_mit_dem_islam_beschaeftigen
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Dämlicher Vergleich Burka mit Nonnentracht
Den Vergleich Kopftuch versus Nonnentracht fand ich immer besonders putzig, denn die Verhüllung der Frau aus Angst vor sexueller Erregung ihrer männlichen Umwelt mit der Zugehörigkeit zu einem religiösen Orden zu vergleichen, ist einfach nur dämlich. Außerdem legt eine Nonne ihren Habit nach ihrer symbolischen „Vermählung mit Gott“ an, während das Kopftuch eine Art Frischhaltefolie sein soll, die man nur aus praktischen Erwägungen auf dem Kopf und nicht zwischen den Beinen der keuschen Töchter platziert hat.
24.4.2016

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Religiöser Pluralismus

Religiöser Pluralismus, Religionstheologischer Pluralismus und Pluralistische religiöse Theologie – diese Begriffe drücken alle das gleiche aus: Die Forderung wie Sehnsucht nach dem Dialog der Religionen, nach gegenseitigem Verstehen, Achten, harmonieren und Unterstützen.

John Hick, Paul F. Knitter, Eugen Drewermann, Perry Schmidt-Leukel, Hans Küng mit seinem Weltethos-Projekt – die Vertreter des religiösen Pluralismus entdecken in den großen Weltreligionen gleiche Werte, Ziele, Sehnsüchte und Suchende.

Es gibt unterschiedliche Modelle der religiösen Vielfalt:
– Der Exklusivismus sieht nur in der eigenen Religion die einzig mögliche Quelle der Wahrheit.
– Der Inklusivismus erkennt daneben an, dass es Wahrheiten in anderen Religionen geben könne.
– Der Partikularismus akzeptiert, dass alle Religionen für sich beanspruchen, die jeweils beste zu sein.
Aus diesem Grunde begnügt er sich, mit partikularen (teilweisen) Wahrheitsansprüchen zu leben
– Der Pluralismus sieht Wahrheit in vielen Religionen – aber keine von ihnen besitzt die endgültige Wahrheit.

Im Gegensatz zu den anderen Modellen konstatiert der pluralistische Ansatz, dass die Religionen voneinander lernen können. Der religiöse Pluralismus geht von bleibenden Differenzen aus, die er im Dialog auch bewahren will: “Dialog als gute Nachbarn ist ganz wichtig, ohne Weiteres, wir müssen einander tolerieren, respektieren; obwohl Toleranz wirklich ein begrenzter Begriff ist. Toleranz, da geht es um Sachen, die wir nicht gut finden; wir tolerieren Sachen, die nicht gut sind; aber mit guten Nachbarn versuchen wir miteinander zu arbeiten. […] Durch solchen Dialog werden Christen und Muslime befreundet, und wenn eine Freundschaft entsteht zwischen Personen von verschiedenen Religionen, dann kommt zwangsläufig ein Gespräch. […] Freunde wollen voneinander hören und lernen.” (Paul Knitter)

 

Religiöser Pluralismus – Paul F. Knitter

Der katholische Theologe Paul Knitter, Professor für Religionswissenschaft in New York, gilt als führender Vertreter des religiösen Pluralismus. Knitter ist 1936 geboren, 1965 bei Karl Rahner in Münster promoviert, 1966 als kath. Priester ordiniert, 1975 aus dem Priesteramt ausgeschieden, 1982 verheiratet, danach Hochschullehrer. Als pluralistischer Theologe geht er davon aus, dass keine Religion die absolute Wahrheit für sich beanspruchen kann und dass auch der eigene Glaube nichts Statisches ist. Daher versteht er den Dialog der Religionen als Dialog der Suchenden, von dem alle Dialogpartner profitieren:
“Die Theologie wird immer was Neues herausbringen wegen des Gesprächs mit anderen Religionen, mit anderen, die gar nicht religiös sind.” Die Religionen können voneinander lernen als gute Nachbarn, die im Dialog der Suchenden, nicht Zäune errichten, sondern vielleicht einmal ein gemeinsames Haus bewohnen. Der Direktor der AWR Wolfram Weisse, beschreibt dies so: “Von daher glaube ich, dass Paul Knitter jemand ist, der wissenschaftlich solide etwas verkörpert, wonach sich auch andere Menschen sehnen: Eine Beheimatung in der eigenen Religionen, die einem zugewachsen ist, nicht als einen festen Raum zu verstehen, den man nicht überschreiten darf, sondern als einen Raum wahrzunehmen, der einem größeren Haus entspricht, wo man ohne Furcht auch durch andere Räume gehen kann, und wo man mehr auch etwas über Möglichkeiten, die eigene Religion zu verstehen, erfahren kann.” Dieser intensive Austausch habe aber nichts “mit religiösem Fremdgehen” zu tun, betont Wolfram Weisse: “Vielleicht als Grundidee die Erfahrung: Wenn ich in anderen Religionen etwas verstehe, dann könnte es sein, dass ich auch eigene Traditionen und Selbstverständnisse in meiner eigenen Religionen neu fassen kann.”

Papst Benedikt XVI. warf Knitter Relativismus vor, er verfälsche so den kath. Glauben. Folge sei eine Vermischung der Religionen, ein Synkretismus, den Knitter jedoch ganz anders auslegt: “Synkretismus ist ein dirty Wort, ein Schimpfwort, und Synkretismus ist etwas, was alle Religionen prägt: Synkretismus ist gewachsen, hat sich entwickelt durch eine interkulturelle, interreligiöse Auseinandersetzung. Am Anfang war das Christentum hauptsächlich jüdisch, das hat sich dann geändert in einem Streit zwischen Petrus und Paulus. So Synkretismus ist einfach eine Tatsache der Religionsgeschichte.”
Papst Franziskus ermutigt Knitter: “Ich bin katholisch, und es ist sehr schwierig, mir Hoffnung zu geben, aber mit diesem Papst, was er über religiöse Vielfalt und interreligiösen Dialog sagt, ist herrlich. Und er warnt vor einem Absolutheitsanspruch, das ist wirklich etwas ganz Unerwartetes. Sehr anders als das, was Ratzinger in Dominus Jesus behauptet hat. A careful hope, aber Hoffnung habe ich.”

Paul F. Knitter: Ohne Buddha wäre ich kein Christ, Herder 2013

Akademie der Weltreligionen (AWR) an der Universität Hamburg
Wolfram Weisse, Direktor
www.awr.uni-hamburg.de

 

 

Weltethos – Hans Küng

Inspiriert vom »Projekt Weltethos« von Hans Küng verabschiedete 1993 das Parlament der Weltreligionen in Chicago die »Erklärung zum Weltethos«. Erstmals in der neueren Geschichte der Religionen verständigen sich Repräsentanten aller Weltreligionen auf Kernelemente eines gemeinsamen Ethos:
• Das Prinzip Menschlichkeit: Jeder Mensch muß menschlich behandelt werden.
• Goldene Regel der Gegenseitigkeit: “Wenn Du nicht willst, was man Dir tut, das füg auch keinem anderen zu”
• Verpflichtung auf Gewaltlosigkeit, Gerechtigkeit, Wahrhaftigkeit und die Partnerschaft von Mann und Frau.

1. Gewaltlosigkeit und Ehrfurcht vor dem Leben (Du sollst nicht töten)
2. Solidarität und gerechten Wirschaftsordnung (Du solst kein falsches Zeugnis geben)
3. Toleranz und Leben in Wahrhaftigkeit (Du solst nicht stehlen)
4. Gleichberechtigung von Mann und Frau (Du sollst nicht ehebrechen

Hans Küng: Projekt Weltethos, München 1990
Hans Küng (Hrsg): Ja zum Weltethos, Piper, München 1995

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