Religion

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Kornblumen im Getreidefeld: Blick nach Osten im Dreisamtal zwischen Ebnet und Zarten am 10.6.2012

 

Religion ist ….
Die vielleicht berühmteste Frage der Literatur – Gretchen fragt Faust: “Nun sag, wie hast Du’s mit der Religion? Du bist ein herzlich guter Mann, allein ich glaub’, du hältst nicht viel davon”.
“Religion ist eine Ausdrucksart wie Malerei, Literatur, Musik. Was wir den Religionen verdanken an Ausdruckswer-ken, das ist doch ungeheuer. Und wenn man alles, was die Religionen in unsere Welt gebracht haben, wegdenken würde, dann wären wir kulturell in einer Wüste. Deswegen würde heute kein Gretchen mehr so fragen. Wer sagt, Religion gehe ihn nichts mehr an, der verwechselt vielleicht Religion mit etwas Kirchlichem.”
Martin Walser, 22.12.2012, www.spiegel.de, S. 132
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Religion in der EU und in Deutschland
Frage vor 20 Jahren: Geht die EU in eine Zukunft ohne Religion?
Frage 2013: Geht die EU in eine Zukunft mit ungepflegter oder gepflegter Religion? Ungepflegte Erscheinungen von Religiosität: Agressiver und ideologischer Fundamentalismus bis hin zu terroristischen Haltungen. Chaotische Religiosität, bei der religiöse Formen und Inhalte als bloßes Unterhaltungsgut bzw. kulturielle Manipulationsmasse dienen.
Die Formel “30% evangelisch, 30% katholisch und 40% unreligiös” stimmt so nicht, da sich hinter den 40% ungefähr 2 Mio orthodoxe Christen, 1 Mio freikirchliche Christen, 4.5 Mio Muslime, 270000 Buddhisten, 200000 Juden und 100000 Hindus verbergen. Und selbst unter den 30% der deutschen Bevölkerung, die sich ausdrücklich keiner religiösen Organisation zurechnen, bekunden noch ein Drittel religiöse Vorstellungen. Deshalb ist die Relation “Religion – Nicht-Religion” realistisch mit “75% – 25%” anzusetzen. Die Gruppe der Religiösen dominieren: 75% in der EU, 80% in den USA, 90% in lateinamerika und in Afrika.

Religiöse haben mehr Kinder als Antitheisten?

Terrorismus ist keine Folge von Religion, sondern von Extremismus. Extremismus kann bei jeder Idee aufkommen. Er ist immer tödlich, gleich ob er auf religiösem, nationalistischem. sozialistischem oder liberalem Fanatismus beruht. Daher müssen wir den Extremismus bekämpfen, nicht die moderaten Ideen, die in ein Zerrbild ihrer selbst verwandelt werden.
Aber: Religion führte und führt leider allzuoft zu Extremismus.

 

Säkulare Ethik ist wichtiger als Religion
“Seit Jahrtausenden wird Gewalt im Namen von Religionen eingesetzt und gerechtfertigt. … Deshalb sage ich, dass wir im 21.Jahrhundert eine neue Ethik jenseits aller Religionen brauchen. Ich spreche von einer säkularen Ethik, die auch für über eine Milliarde Atheisten und für zunehmend mehr Agnostiker hilfreich und brauchbar ist.”
Dalai Lama, “Ethik ist wichtiger als Religion”, mehr
http://www.freiburg-schwarzwald.de/blog/ethik-ist-wichtiger-als-religion/ (4.7.2015)

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Was ist Religion?
Auf die Frage, warum der Mensch Religion brauche, sagen Sie: „Das Leben ist ohne Religion einfach so über alle Maßen traurig.“ … Aber was ist Religion? Religion zielt ja darauf, um es verkürzt zu sagen, eine Stimmungslage über das gesellschaftliche und persönliche Sein zu schaffen, so dass sie als unverrückbare Wirklichkeit erscheint. Traditionen, Sitten, Mythen werden mit religiöser Bedeutung aufgeladen, sakralisiert und legitimiert. Das Judentum ist die Religion des Zweifels und der Fragen, das Christentum die der Antworten und der Islam die der Hingabe oder Unterwerfung. Unterschiede werden eingeebnet, und Religion wird zu einer Sache des allgemein menschlich Erhabenen, des Konsens und der Mystik. ….
Laudatio für Houellebecq vom 27.9.2016 von Necla Kelek bitte lesen auf
https://www.welt.de/article158387371/Lieber-Michel-Houellebecq-bleiben-Sie-anstrengend.html

Religionen-Bonus abschaffen
Rechtsstaatlichkeit, Gewaltenteilung, Meinungsfreiheit, Toleranz und Minderheitenrechte, diese Errungenschaften der westlichen Zivilisation sind eben genau das: Errungenschaften der westlichen Zivilisation, erwachsen aus den Ideen der Aufklärung, und keinesfalls Werte aus dem Christentum. Ganz im Gegenteil: Sie mussten sogar in zähem Ringen gegen den Widerstand des herrschenden Christentums mühsam durchgesetzt werden. Warum gibt man der Religion immer noch einen Bonus, den sie absolut nicht verdient hat? Könnte es daran liegen, dass die meisten “Christen” von ihrer Religion und dem, was sie eigentlich glauben müssten, gar keine Ahnung haben?
Gertraude Wenz, 22.04.2016, CO

 

Friedlicher Islam – äußerst fragwürdig
Es läßt sich nicht beweisen, was nun der eigentliche bzw. “wahre” Islam sei. Weder durch scheinbar wissenschaftlich-neutrale Islam-Professoren. Noch durch interessierte Laien, die der Legitimation des Terrors durch Islam, Koran bzw. Hadithe (schriftlich festgehaltenen Traditionen) skeptisch gegenüberstehen oder nicht. Denn diese argumentieren voreingenommen – die Hasserfüllten beweisen mit dem Koran, dass man kämpfen muss. Die Friedfertigen leiten aus dem Koran ab, dass Allah den Frieden einfordert.
Aufgrund seiner Komplexität kann man aus dem Koran leicht eine Begründung für die grauenvollsten Terroranschläge herleiten, wenn man Lust und Verlangen dazu hat – was derzeit von Dschihadisten und IS tagtäglich geschieht.
Deshalb rät selbst Ali davon ab, über den Koran zu diskutieren. Deshalb führt auch der Versuch von Eltern zu nichts, mit ihren istlamistisch radikalsierten Kindern theologisch zu diskutieren.
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Im Koran als dem “heiligen” Buch lassen sich unzählige explizite Aufrufe zur Gewalt finden, ganz abgesehen von den Hadithen und Fatwas. Es genügt völlig, diese Gewaltaufrufe zu benennen, ist es doch niemals für alle schlüssig zu beweisen, dass diese das Handeln von IS und Terroristen nicht legitimieren können.
In der Bibel sind viel mehr geradezu revolutionär liebevolle Aussagen zu finden als strenge. Jesus fordert niemals dazu auf, Ungläubige oder Anderstgläubige zu töten. Deshalb war das Christentum gezähmt. Zuvor hatte man es durch Berufung auf das Alte Testament geschafft, Gewalt zu legitimieren. Dann aber hat die Aufklärung die kirchliche Macht, Prahlerei und Gewalt gebrochen.
Der Islam ist in seinen Texten weitaus gewalttätiger als das Neue Testament, und er wurde bis heute von keiner Form von Aufklärung jemals in die Schranken gewiesen.
Deshalb erscheint der theologisch-wissenschaftliche Nachweis eines “friedlichen Islam” solange fragwürdig, als hierbei nur theologische Rosinenpickerei betrieben wird.
25.3.2016

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Migrationstheologie lähmt das Land – und schadet den christlichen Kirchen
Im „Flüchtling“ hat die Theologie eine Figur gefunden, mit der sie die Bürger unter Druck setzen kann. Wir hatten schon einmal eine „Befreiungstheologie“, die sich als Triebkraft einer sozialistischen Weltrevolution verstand. Nun bekommen wir eine Migrationstheologie, die eine nicht weniger radikale Weltveränderung betreibt. …
Welche Vermessenheit, in alles menschliche Migrieren diese Geschichte der stillen und heiligen Nacht hineinzulesen. Die theologische Überhöhung der Migration hat mit der Weihnachtsbotschaft nichts zu tun. …
Dem Menschen wird eine trügerische Gottesnähe suggeriert, wenn er sich nur weit genug von seiner Bürgerlichkeit entfernt. Und wenn er sich jetzt dem „Flüchtling“ als neuer Leitfigur zuwendet. …..
Die Migranten können den Deutschen nicht die schmerzhafte Aufgabe abnehmen, eine neue Reformagenda für Wirtschaft und Staat auf die Tagesordnung zu setzen. Sie können auch nicht das Problem lösen, das die Kirchen der Gegenwart bei der Vermittlung des christlichen Glaubens haben. Beides sind bürgerliche Aufgaben, Aufgaben für die Bürger dieses Landes……
Die Migration ist ein Ersatzthema, das von den eigentlichen Problemen und Aufgaben des Landes ablenkt. Die Masseneinwanderung verwickelt das Land in eine unendliche Rettungsaktion, die alle Kräfte in Anspruch nimmt und für Jahrzehnte auf eine lähmende, deprimierende Hängepartie festlegt. Der Migrationstheologie scheint diese Lähmung ganz recht zu sein.
Alles von Gerd Held zu “Theologie der Migration” vom 28.12.2015 bitte lesen auf
http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/die_theologie_der_migration_serie_migrationsmythos_viii

 

Verbannung von Religion aus dem öffentlichen Raum?
“Die Skepsis gegenüber Religionen im Allgemeinen und dem Islam im Besonderen führt manche dazu, Gefallen am Laizismus zu finden. Ihre Logik: Bevor der Islam die gleichen Rechte wie die christlichen Kirchen bekommt, sollte man auf Kirchensteuer, Religionsunterricht und religiöse Feiertage lieber ganz verzichten. Die Annahme, man könnte ausgerechnet durch die Verbannung von Religion aus dem öffentlichen Raum das tolerante Miteinander der Religionen fördern, finde ich wenig überzeugend”, so Justizminister Heiko Maas zu “Islam in Deutschland” am 4.6.2015 auf
http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/islam-in-deutschland-gastbeitrag-von-heiko-maas-a-1037007.html

Warum Maas irrt:
1. Maas hat das Prinzip des Laizismus nicht verstanden. Mit der Trennung von Kirche und Staat findet keine “Verbannung von Religion” statt, wohl aber die Verpflichtung, dass alle Religionen für ihre Gemeinschaften (auch die Finanzierung) selbst aufkommen müssen. Frankreich als katholisch geprägtes Land hat doch den Katholizismus nicht aus der Öffentlichket verbannt – in der Kathedrale von Reims haben doch De Gaulle und Adenauer gemeinsam gebetet für die deutsch-französische Freundschaft!
2. Im Islam gibt es keine zwei (wie im Christentum rk und ev), sondern zig Richtungen, die sich zudem noch bekriegen – schon das Zusammensitzen von sunnitisch-, schiitisch- und alevitisch-muslimischen Schülern im gleichen Religionsunterricht geht nicht, da dann der Vater mit dem Messer kommt! Maas müsste also zig bekenntnisorientierte islamische Religionsunterrichte an unseren Schulen einrichten – das ist unmöglich und naiv.
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Die einzig realistische Möglichkeit ist die Einführung von Staatsbürgerkunde als Pflichtfach mit den beiden Komponenten Ethik (Werte) und Religionskunde (Infos zu allen wichtigen Weltreligionen).
5.6.2015

 

Wie arrogant ist Religion eigentlich?
Saudi-Arabien wurde ein Blogger ausgepeitscht: Aha, Blasphemie (Charlie Hebdo) gehört verboten. Und wie bestrafen? Je nach Schwere – 1000 Peitschenhiebe und zehn Jahre Gefängnis oder Scheiterhaufen oder was? Und über Religion darf sich niemand lustig machen – aha – ich bin Atheist, das bedeutet: Über mich und meinesgleichen darf man sich ruhig lustig machen. Wie arrogant ist Religion eigentlich? Hier kann ich nur noch mit Richard Dawkins antworten: “Ich bin ein Gegner der Religion. Sie lehrt uns, damit zufrieden zu sein, dass wir die Welt nicht verstehen”. Zum Schluss – danke an die Satire und die Komik. Ich bin mir sicher: Die Götter aller Religionen lachen mit.
30.1.2015, Fritz-Jürgen Schapper, Efringen-Kirchen

 

Islam gehört nicht zu Deutschland – Die Muslime gehören zu Deutschland
Der Islam gehört zu Deutschland” – diesen von Bundeskanzlerin Angela Merkel erneut geäußerten Satz von Ex-Bundespräsident Wulff will der frühere Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich “immer noch nicht unterschreiben”. Deutschland sei christlich, aber nicht islamisch geprägt, sagte der CSU-Politker im Deutschlandfunk.

“Selbstverständlich gehören die Muslime, die in diesem Land leben, zu diesem Land sich bekennen, zu Deutschland, überhaupt keine Frage, zu der deutschen Gesellschaft. Da gibt es nichts zu deuteln und nichts zu relativieren. Aber dass der Islam zu Deutschland gehört, das kann ich nirgends erkennen. Der Islam ist kein prägendes, konstitutives Element der Identität unseres Landes. …
Ich habe muslimische Freunde. Es sind gute Freunde von mir. Es sind Freunde, die zu mir gehören. Aber deswegen würde ich doch nie sagen, der Islam gehört zu mir. …
Mit dieser Identität, mit diesem Selbstbewusstsein kann ich meinen muslimischen Freunden, den Buddhisten, den Hindus, begegnen, ihnen die Hand reichen und sagen, schön, dass ihr euren Glauben habt, ich habe meinen Glauben. Aber ich stehe fest auf meiner Kultur, auf meiner Tradition, auf meiner deutschen Identität. Ich habe vor nichts und niemandem Angst und ich glaube, solange wir diese Kultur und Identität auch mit Festigkeit bewahren, wird es auch keinen Grund geben, irgendjemandem gegenüber ablehnend oder gar feindselig gegenüberzustehen. …
Gesamtes Interview von Hans-Peter Friedrich vom 13.1.2015 bitte lesen auf
http://www.deutschlandfunk.de/hans-peter-friedrich-islam-ist-kein-praegendes-element-in.694.de.html?dram:article_id=308570

 

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