Titisee

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Blick vom Hochfirst von Nordost nach Südwest: Titisee (vorne), Strasse nach Bärental/Schluchsee (weisse Linie links), Feldberg (oben hinten), Bruderhalde/Erlenbruck (Mitte), Hinterzarten (rechts hinten), Höllental (ganz rechts oben im Eck)

 

Blick nach Nordwesten über den Titisee zur Bruderhalde (Gemarkung Hinterzarten) am 5.8.2013

 

 

Titisee – eine Ortschaft namens Viertäler und ein See

Titisee ist seit 1972 Teil der Stadt Titisee-Neustadt.
Der Ort Titisee setzt sich aus vier Ortsteilen bzw. Tälern zusammen: Altenweg, Spriegelsbach, Schildwende und Jostal. Aus diesem Grunde trug die Gemeinde Titisee bis 1929 den Namen Vierthäler bzw. Viertäler. Heute verbindet man Titisee zumeist mit dem See und dem angrenzenden Ortskern.

Titisee lebt vom Tourismus und von der Landwirtschaft. Es gibt Tage, da kommen über  20.000 Besucher  an den See – um den Blick auf den Titisee zu genießen oder um sich an der “Goldküste” zu drängeln – so wird die Flaniermeile von Titisee von ihren Einwohnern genannt, die Seestraße.

Laut statistischem Landesamt Baden-Württemberg ist der heilklimatische Kurort Titisee der  “Ferienplatz mit dem höchsten Freizeitwert” in Baden-Württemberg. Über  600.000 Übernachtungen belegen, dass Titisee stark frequentiert wird. Der Ort liegt am nördlichen Ecke des Titisee, den man den schönsten Natursee des Schwarzwaldes nennt. Auf dem See sind nur Boote ohne oder mit Elektromotor erlaubt. An der südlichen Ecke des Titisees finden Sie die vier Campingplätze.

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(1) Blick nach Norden 5.8.2013              (2) Bruderhalde

                   
(4) Ufer vor Alemannenhof                           (5) Anlege Alemannenhof

                   
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(13) Titisee-Ort am 5.8.2013                    (14) Camping Bankenhof

Gemeinsam gegen Windmühlen
Wir begrüßen das Engagement der Bürgerinitiative gegen Windkraftanlagen auf der Gemarkung Titisee-Neustadt und hoffen auf rege Beteiligung aus der Bürgerschaft. Es ist bis heute nicht hinreichend verständlich gemacht worden, weshalb es im gesamten Hochschwarzwald nur auf unserer Gemarkung geeignete Flächen geben soll. Die Auswirkungen auf das Stadtbild der einwohnerreichsten Gemeinde der Region sind nicht akzeptabel. Wir sind auch der Auffassung, dass die Öffentlichkeit größere Klarheit über die Position des Gemeinderates und der Verwaltung haben sollte. Ein Grimmen zu den Entwurfsvorgaben scheint uns zu wenig zu sein.
Laut Erhebung der Schwarzwald Tourismus GmbH stehen bei den Gästen die Landschaft und ihre optisch uneingeschränkte Schönheit an erster Stelle. Eine breit angelegte Untersuchung der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (Reiseanalyse) hat ergeben, dass die Befragten als ihre wichtigsten Motive für einen Schwarzwaldurlaub mit 93 Prozent das Motiv der schönen Landschaft benannt haben; weit dahinter liegt die zumutbare Erreichbarkeit mit 68 Prozent. Des Weiteren wurde ermittelt, dass die Beeinträchtigung der Hochschwarzwaldlandschaft durch Windkraftanlagen zu einem Rückgang im Tourismus von 25 bis 30 Prozent führen würde. Dies hätte einen Übernachtungsverlust von 900 000 Einheiten, einen Arbeitsplatzverlust von circa 5400 Stellen und einen Bruttoumsatzverlust von 250 Millionen Euro zur Folge; letzterer ergibt sich daraus, dass ein Übernachtungsgast im Durchschnitt 195 und ein Tagesgast 28 Euro pro Tag im Durchschnitt ausgibt; letzterer liegt in Titisee mit dem hohen Tagesgastaufkommen sicher ungleich höher.
Für Titisee-Neustadt hätte eine solche Entwicklung fatale Folgen. Denn die von der Hochschwarzwald Tourismus GmbH für Titisee-Neustadt errechneten Übernachtungszahlen von circa 540 000 würden sich um ein Erhebliches verringern, so dass es im wirtschaftlich monostrukturierten heilklimatischen Kurort Titisee und in den – zum Teil ebenfalls prädikatisierten – Hochtälern mit der hohen Empfindlichkeit ihrer Landschaft zu starken wirtschaftlichen Einbrüchen käme. Nicht zuletzt würden die vom Tourismus abhängigen Wirtschaftsbereiche wie Handel, Handwerk und Gewerbe vor allem in Neustadt großen Schaden nehmen.
Auch im Hinblick auf die für die Natur und Umwelt, nicht zuletzt auch die für den Menschen von Windkrafträdern mit einer Nabenhöhe von mehr als 200 Metern (das Ulmer Münster ist 161 Meter hoch!) zu befürchtenden Gefahren und Beeinträchtigungen (Lebensqualität), sprechen wir uns mit Nachdruck gegen die geplante Ausweisung von Windkraftstandorten auf der Fehrn, dem Glasberg und dem Winterberg aus.
12.4.2015, Martin Lindler, Bürgermeister a. D., Hermann Janßen, Kurdirektor a. D., Titisee-Neustadt

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