Stohren

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Blick von der Stohrenschule nach Norden zum Gießhübel am 18.5.2009 – gelber Hahnenfuß überall

 

 Bilder vom Stohren

                  
(1) Blick nach Süden 25.10.2012            (2) ´Blick nach Süden 15.11.2012      (3) Haldebur

                                   
(4) Nebel

                    
(7)   15.11.2012                                          (8) Blick zum Belchen                            (9) Wetterbuchen und Gille

                                   
(10) Hochblauen                                       Schindelmatthof

                   
(13) Blick südwärts zumBelchen          (14) Bick ins Münstertal 15.11.2012      (15) Gille an der Schindelmatt

                   
(16) Stohlen-Grundschule                       (17) Südwärts zum Sittener Berg           (18) Nordwärts hoch zum Gießhübel

                   
(19) Südwärts zur Sonnhalde                 (20) Sägebachhof                                     (21) Hansenmichelhof

                   
(22) Südwärts zum Sittener Berg           (23) Südwärts zum Belchen-Massiv      (24) Südwärts zum Belchen 16.3.2013

                    
(25) Südwärts über den Stohren            (26) Belchen-Massiv 16.3.2013              (27) Blick ins Münstertal 16.3.2013

          
(28) Nordwärts am Gießhübel              (29) Nordwärts zum Gießhübel

(1) Blick nach Süden über den Sägebachhof (links) ins neblige Münstertal am 25.10.2012
(18) Blick von der Grundschule am Stohren nordwärts hoch zum Gießhübel am 5.3.2013 – links unten der Harzlochhof
(19) Blick von oberhalb der Grundschule Stohren südwärts ins Obermünstertal – rechts die Weiden der Sonnhalde oberhalb von Spielweg

 

Blick nach Süden über den Stohren ins Münstertal und zum Sittener Berg (links) sowie zum Belchen (links dahinter) am 16.3.2013

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Schindelmatthof am Stohren im “Ceres Award”-Finale
Bioland-Hof von Thomas Riesterer aus Münstertal beim CERES AWARD im Finale zum Landwirt des Jahres
Der Preis zeichnet Landwirte aus, die eine innovative Geschäftsidee haben. Riesterer hatte sich beworben und kam prompt in die Endrunde. Der Bioland-Betrieb züchtet Rinder auf 1120 Meter Höhe. „Um 6 Uhr früh beginnt meine Vieh-Tour“, sagt Riesterer, der mit seiner Frau Anke am Westrand vom Schauinsland am Stohren einen Hof mit 60 Hektar Grünland und 80 Weiderindern bewirtschaftet. Im Sommerhalbjahr wandert er täglich bis zu zwei Stunden die Weiden ab, auf denen seine Tiere in kleinen Gruppen stehen. Er kontrolliert Elektrozäune und schaut, wie es dem Vieh geht, später steigt er auf den Traktor. Die Heuernte für den Winter ist invollem Gange.Weil ihm das Wohl seiner Herde wichtig ist, teilt er die Weidezäune individuell ein. Dadurch lebt die Herde in kleinen Gruppen, entsprechend ihren Bedürfnissen. Obwohl die weiblichen Tiere mit etwa zwölf Monaten geschlechtsreif werden, kommen sie erst mit 24 Monaten zusammen mit einem Bullen auf eine Weide. Die erste Kalbung folgt im Alter von etwa drei Jahren. „Dann sind die Kühe fast ausgewachsen und von der körperlichen Konstitution in der Lage, eine Geburt reibungslos zu überstehen“, erklärt er. Riesterers betreiben Mutterkuhhaltung, die laut der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung in Deutschland immer noch als Sonderform der Rindfleischerzeugung gilt. Die Kälber sindvonMitteMai bis Ende Oktober draußen bei den Mutterkühen. Gemolken wird in dieser Zeit nicht. Die Milch gehört dem Nachwuchs. Auf den Weiden, die den Hof umgeben, finden die Tiere Nahrung. Hier wächst nicht nur Löwenzahn, sondern auch Klee, Arnika, Silberdistel, Thymian und Frauenmantel.
Die Auszeichnung Landwirt des Jahres wird vom Deutschen Landwirtschaftsverlag vergeben. Beworben hatten sich mehr als 240 Landwirte aus Deutschland, Luxemburg, Österreich und der Schweiz. 33 von ihnen, darunter auch Riesterer, wurden in elf Kategorien nominiert. Der Preis gilt als höchste landwirtschaftliche Auszeichnung im deutschsprachigen Raum und wird am 16. Oktober in Berlin verliehen. Um zu entscheiden, ob der Münstertäler „Landwirt des Jahres 2019“ wird, hat eine Fachjury die Höfe der drei Finalisten in der Kategorie „Biolandwirt“ besucht, um sich vor Ort ein Urteil zu bilden. Und ein Fotoshooting für den Award hat der Familienvater ebenfalls hinter sich. Ob er gewinnt? Riesterer sieht das entspannt. „Allein die Nominierung ist eine extreme Wertschätzung für unsere Arbeit, die wir in den Aufbau des Betriebs gesteckt haben.

Sie bringt uns in die Öffentlichkeit“, sagt der 40- Jährige. 2013, nach dem plötzlichen Tod des Vaters, zog der in Müllheim lebende Bauernsohn mit seiner Frau auf den elterlichen Hof zurück. Das Paar stellte den Betrieb 2016 auf Ökolandbau um. Als Quereinsteiger, sie ist Kauffrau, er Fleischer, beschäftigten sie sich intensiv mit Rinderrassen und erwarben Limousin-Fleischrinder, die für ihre Fleischqualität bekannt sind. Der Landwirt sieht sich als Landschaftspfleger und leistet aus seiner Sicht einen Beitrag zum Klimaschutz. „Wir erhalten wertvolles Grünland. Dauergrünland ist neben dem Wald der größte Kohlenstoffspeicher“, erklärt Riesterer. Das Rindfleisch vermarktet er im Herbst ab Hof – denn erst dann wird geschlachtet – als „Bio-Bergweiderindfleisch“ auf Vorbestellung. Sein Anspruch: Jedes Tier wird vom Schwanz bis zur Nase komplett verwertet. Den Schlund und spezielle Knochen bekommen ein örtlicher Hundezuchtverein oder Hundehalter. Die besondere Lage des Schindelmatthofs an einer beliebten Wanderroute weiß Riesterer ebenfalls zu nutzen. Er erklärt gerne, was er macht. Manchmal mehrmals am Tag. „Viele Feriengäste finden unser Konzept gut“, weiß er. Auch deshalb hat er sich intensiv mit dem Thema Kühlversand auseinandergesetzt. Das Fleisch wird bundesweit verschickt, in kompostierbarer Verpackung. Bis auf die Vakuumbeutel und die Kunststoff-Kühlelemente, welche mit Bergquellwasser vom eigenen Hof gefüllt werden und wiederverwendbar sind, ist das Verpackungs- und Isoliermaterial zu 100 Prozent biologisch abbaubarund kann in der Biotonne entsorgt werden. Wie die Fachleute dieses Betriebskonzept bewerten, erfahren Riesterers in wenigen Monaten. Es gibt in jeder der elf Kategorien einen Ceres-Award. Aus allen Gewinnern wird dann der „Landwirt des Jahres“ gekürt, der entscheiden darf, für welches Projekt das Preisgeld von 11000 Euro eingesetzt wird. Außer Frage steht aber: Es soll das Ansehen der Landwirtschaft stärken.
8.7.2019, Christine Speckner, http://www.der-sonntag.de

Infos zum Schindelmatthof:
http://www.freiburg-schwarzwald.de/stohren5.htm

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