Neuhaeuser

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Dreisamtal: Blick über gelben Löwenzahn nach Südwesten am 1.Mai 2009 auf Fischbach, Kamelberg (Mitte), Erzwäscherei (oben rechts)

Neuhäuser liegt im Dreisamtal an der Gemarkungsgrenze von Freiburg-Kappel (im Westen) und Kirchzarten (im Osten).

 

Bürgerverein Neuhäuser

Im Zuge der Auseinandersetzungen um die Altlasten der Erzwäscherei Stolberger Zink hat sich Mitte August 2012 aus der IG Altlasten ein “Bürgerverein Neuhäuser” gebildet. Das Informationsblatt “Neuhäuser Bote” wird in den beiden Ortsteilen Neuhäuser-Freiburg-Kappel und Neuhäuser-Kirchzarten verteilt

Bürgerverein Neuhäuser e.V.i.G
c/o Andrea Etienne a.etienne@web.de) , Öffentlichkeitsarbeit
http://www.buergerverein-neuhaeuser.de 

 

Landratsamt prüft weitere Giftstoffe am Krebsgraben

Gemeinsame Mitteilung von Behörde und Bürgerverein. Das Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald will prüfen, ob der Krebsgraben am Fuß der Altlast Kappel mit Stoffen wie Thallium und Quecksilber belastet ist. Das hat die Behörde nach einem Gespräch mit dem Bürgerverein Neuhäuser zugesichert, dem sowohl Anwohner aus Freiburg-Kappel als auch Kirchzarten-Neuhäuser angehören. Außerdem soll jene große Abraumhalde des einstigen Bergwerks, die auf Kirchzartener Gemarkung liegt (Halde D), genauer auf Stollen und Quellen untersucht werden. Der Bürgerverein habe dazu entsprechende Hinweise gegeben, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung. Anlass für das Treffen war eine Giftfracht in der Brugga, einem Zufluss der Dreisam. Anwohner hatten die rote Brühe am 16. September vergangenen Jahres entdeckt. Untersuchungen haben ergeben, dass sie aus dem sogenannten Krebsgraben stammte, der die Abraumhalde entwässert. Die Erklärung des Landratsamtes, die auf einem Polizeibericht basiert, wonach spielende Kinder den belasteten Schlamm aufgewühlt hätten, lehnt der Bürgerverein ab. Er habe Fotos vorgelegt, die dem Landratsamt bislang nicht bekannt gewesen seien und die zeigten, dass im fraglichen Bereich des Krebsgrabens keine entsprechenden Spuren zu finden gewesen seien. Wie die Polizei zu ihrer Einschätzung gekommen war, geht aus der Mitteilung allerdings nicht hervor. Behörde und Bürgerverein verständigten sich darauf, dass künftig schneller Details zu den Themen Brugga und Krebsgraben auf der Homepage des Landratsamts veröffentlicht werden. Außerdem soll der direkte Austausch über die Abraumhalde und ihre Folgen für die Umgebung fortgeführt werden. Mit am Tisch saßen auch Vertreter der Gemeinde Kirchzarten und der Freiburger Stadtverwaltung.
2.5.2013

„Billig-Sanierung“ der größten Altlast in Baden-Württemberg
I
n Freiburg-Kappel befindet sich eine der größten Schwermetallaltlast in Baden-Württemberg auf dem Gelände der ehemaligen Stolberger-Zink-AG. Das etwa 2,4 ha große Areal ist erheblich mit den Schwermetallen Cadmium, Blei und Zink belastet, die aus dem früheren Bergbau im Schauinsland und der sich früher auf dem Areal befindlichen Erzwäscherei herrühren. Diese Fläche möchte nunmehr ein Freiburger Bauunternehmen in Wohnbauland verwandeln und ca.150 Wohnungen errichten. Dazu muss die Altlast umgelagert werden, und zwar zu möglichst geringen Kosten, damit sich die Investition lohnt. Das gesamte Erdreich soll nach den derzeitigen Plänen ausgekoffert und auf den Hangflächen oberhalb der Altlast und des Wohngebietes Neuhäuser abgelagert werden. Dazu werden 22000m2 Wald gerodet und geschützte Tierarten sollen „umziehen“. Wir gehen davon aus, dass die Tiere diese Umlagerung nicht überleben werden, da die angedachten Plätze nicht unbedingt, z.B. für Amphibien geeignet sind. Weiter sehen wir eine große Gefahr für das Grundwasser, denn das Auskoffern setzt erhebliche Mengen von Schwermetall frei, das dann ins Grundwasser eingetragen wird.
Die Anwohner, die sich zu einer Interessensgemeinschaft und zu einem Bürgerverein zusammengeschlossen haben, befürchten, dass es insbesondere zum Eintrag von Schwermetallen in das Grundwasser und zum Abrutschen der abgelagerten Massen kommen kann. Die Interessengemeinschaft hat aus diesem Grunde auch bereits die renommierte Fachkanzlei Sparwasser & Heilshorn Rechtsanwälte in Freiburg mit der Wahrnehmung ihrer Interessen beauftragt. Außerdem befürchten die Anwohner, dass während der Auskofferung und der Umlagerung der Altlasten erhebliche Mengen belasteter Staub freigesetzt werden, die akut die Gesundheit gefährden und den Boden der anliegenden Grundstücke mit Schwermetallen belasten würden.  Sogar Kinderspielplatz und  Nutzgärten würden betroffen sein.
Nach Vorstellung der Stadt Freiburg soll die Sanierung nach den Vorschriften des Bundesbodenschutzgesetzes erfolgen. Die nur umgelagerten Erdmassen sollen lediglich „einfach“ abgedichtet werden. Die Interessengemeinschaft bzw.  der entstehende Bürgerverein sind dagegen der Auffassung, dass das stark mit Schwermetallen belastete Material durch Auskofferung als „Abfall“ einzustufen ist und daher entweder auf eine dafür geeignete Deponie zu verbringen ist, oder dass – bei Ablagerung auf den Flächen oberhalb der Altlast – die deutlich strengeren Anforderungen des Abfallrechts an die Anlage einer  Abfalldeponie (einschließlich des dazu erforderlichen Planfeststellungsverfahren) einzuhalten sind. Leider drängt die Zeit. Denn bereits im nächsten Winter 2012/2013 soll nach den derzeitigen Plänen mit der Sanierung begonnen werden.
Bürgerverein Neuhäuser, August 2012

                   
(1) Neubaugebiet Neuhäuser                 (2) Wall an der Ostseite 30.9.2012       (3) Blick nach Westen

                                      
(4) Schilf und Wasser                                   (5) Wall Nordseite                                    (6) 30.9.2012


(7) Neuhäuser Löwenzahn 2.5.2013

(1) Freiburg-Kappel-Neuhäuser – Neubaugebiet 9/2012 – Bild: Stadt Freiburg
(2) Neuhäuser 30.9.2012 – Wall Ostseite, Blick nach Norden
(3) Neuhäuser 30.9.2012 – Wall Ostseite, Blick nach Westen

 

Behörden-Chaos um das Gift in der Brugga

In den Bachforellen aus der Brugga nahe der Altlast Kappel sind Schwermetalle. Doch die Behörden schieben sich die Zuständigkeit gegenseitig zu. Nun soll die Polizei die Strukturen klären. Das dürfte einmalig sein. Die Staatsanwaltschaft, die wegen der Giftfracht gegen Unbekannt ermittelt, wundert sich über die behördlichen Abläufe. “Ich kenne das so, dass Ergebnisse innerhalb einer Woche vorliegen”, sagte der zuständige Staatsanwalt Ulrich Riesterer der BZ. Er schlägt sich zudem herum mit der Frage der Verantwortlichkeiten, denn die Kappler Altlast und die schwermetallhaltige Brühe vom 16. September 2012 beschäftigt drei Behörden: Landratsamt (Brugga und Kirchzarten-Neuhäuser), Stadtverwaltung Freiburg (kleiner Teil der Brugga, Dreisam und Ortsteil Kappel) und Regierungspräsidium (Fischereiaufsicht). Er habe nun den Ermittlungsdienst Umwelt der Polizei beauftragt, die Behördenstrukturen zu klären. …. Alles vom 19.4.2013 bitte lesen auf
http://www.badische-zeitung.de/behoerden-chaos-um-das-gift-in-der-brugga 

Es muss etwas geschehen
Es ist sicher wünschenswert die Zusammenarbeit von Behörden zu optimieren, an Schnelligkeit wie auch in Sachen Zielsicherheit. Aber Frau Veronika Weber es trägt nichts zur Versachlichung der Debatte bei, wenn Sie sämtliche tatsächlichen und vermuteten Ereignisse skandalisieren. Jahrelang haben die Altlasten der Stolberger Zink AG da gelegen, wo sie jetzt immer noch liegen. Seit es aussichtsreiche Absichten gibt, den Zustand zu ändern, vergleichen sich einige Bewohner der Neuhäuserstrasse mit Gorleben und wehren sich gegen alle Vorschläge ohne selbst welche zu machen, die realisierbar sind. Es ist doch gleich, ob Kinder, Wildschweine oder sogenannte Wasserlinsen die Schlammfracht in Bewegung gebracht haben. Wir wissen seit langem über die alte Last, die unsere Landschaft beschwert. Anderen vor die Tür legen ist nicht fair und außerdem unbezahlbar. Auf den Mond schießen? Wird nicht gehen. Was tun? Die Last von A auf die Lasten von D zu verfrachten und dafür D richtig zu sichern(!!) war eigentlich keine schlechte Idee. Freilich, wie man das machen könnte müssen Fachleute klären. Die Kirchzartener Kirchturmspolitik, den Kopf einfach in den Sand zu stecken, der, wenn ich richtig entsinne vom Bürgerverein gefeiert wurde, bringt nichts. Ob der Erlöß von neuen Baugrundstücken ausreichen wird, diese Aufgabe zu lösen, müssen und wollten ja auch andere beantworten. Diesen Weg haben einige Anwohner der Neuhäuserstrasse, wenn mein Gedächtnis noch wach ist mit viel Geschrei, sehr unsachlich und wenig nützlich begleitet. Fest steht es muss etwas geschehen, was realisierbar, wirksam und sicher ist. Lassen Sie uns darüber reden in Kappel, in Freiburg und in Kirchzarten!.
19.4.2013, Hermann Hallenberger

 

St. Florian
Bei den Befürwortern und Nutznießern des Projektes “Kappeler Altlastensanierung” wird das einstimmige Votum des Ortschaftsrates für das vorliegende Planungskonzept als wichtiges, wenn nicht entscheidendes Argument herausgestellt. Im Rahmen der hier augenblicklich laufenden Diskussionen und Protestaktionen muss daher auch das Gedankenspiel erlaubt sein, wie denn dieses Votum bei einer nur geringfügig anderen, wenn auch nur theoretisch denkbaren Sanierungsvariante ausgefallen wäre: Man stelle sich hierzu vor, die als Deponiegelände eingeplante “Halde B” wäre nicht nach Norden und Osten, also Richtung Neuhäuser und Kirchzarten geneigt, sondern läge in gleicher Höhe und mit dem gleichen Gefälle nur um Einiges weiter westlich, also in Richtung Kappel Ortsmitte. Kaum denkbar, dass es in diesem Falle bei den Ortschaftsräten nicht wenigstens den einen oder anderen Zweifel an der Vertretbarkeit des Vorhabens gegeben hätte, somit also auch die eine oder andere Enthaltung oder gar Gegenstimme. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt oder gar an den berühmten Spruch von St. Florian.
27.8.2012, Traugott Wöhrlin, Kirchzarten

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