Muenstertal-Krippen

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Blick vom Schauinsland nach Südwestem über den Sommerberg ob Münstertal ins neblige Rheintal am 15.11.2012

 

 

 

Krippen in St.Trudpert 2012/2013

                   
(1) Kapelle am 5.1.2013           /2) Mutterer-Krippe

                   
(4) Strohmeyer-Krippe                             (5)                                                   (6) Petra Ortlieb-Hauskrippe

                   
(7)                                                   (8) Krippe in der Klosterkirche St.Trudpert

 

 

Krippenausstellung in St. Trudpert 16.12.2012 bis 6.1.2013

Zur Eröffnung der traditionellen Krippenausstellung in Münstertal kamen am dritten Adventsonntag viele Krippenfreunde in die Trudpert-Kapelle am Fuße des Klosters. Zu sehen sind die hundertjährige große Dekan-Strohmeyer-Kirchenkrippe und drei private Hauskrippen aus dem Münstertal – alle aufgebaut unter der Regie der Münstertäler Krippenbauergilde, die sich seit vielen Jahren um die Pflege und den Erhalt des überlieferten Krippenbrauchtums annimmt. In Namen der Krippenbauer hieß Bertram Mutterer die Besucher in der Kapelle willkommen. Die Eröffnung wurde musikalisch umrahmt von einem Trompetenduo und abgeschlossen mit dem Segen von Pfarrer Manfred Mantel.
Bei der Dekan-Strohmeyer-Krippe waren die Fachleute bisher davon ausgegangen, dass sie vor genau einhundert Jahren vom damaligen St. Trudperter Pfarrherrn Willibald Strohmeyer zu Weihnachten 1912 in der Pfarrkirche aufgebaut worden war, in welcher er drei Jahre zuvor als junger Pfarrer Einzug gehalten hatte. Der Grund für diese Annahme war eine auf der Krippenrückseite aufgepinselte Jahreszahl “1912”. Beim jetzigen Aufbau des großen Krippenwerkes bei gleichzeitiger Sanierung etlicher Bauteile durch Bruno Bäuerle, Rigobert Dießlin, Fritz Engler, Edgar Ortlieb und Roland Riesterer gab es eine unerwartete Überraschung. Einer der Restauratoren hielt plötzlich einige verblichene Zeitungspapierfetzen in Händen, die meisten kleiner als eine Postkarte. Notdürftig zusammengepuzzelt war klar, dass es sich um eine Zeitungsseite des damals in Karlsruhe erschienenen “Badischer Beobachter” aus dem Jahre 1870 handelt. Das wiederum lässt die klare Schlussfolgerung zu, dass die Kirchenkrippe – zumindest zentrale Teile – nicht erst Pfarrer Strohmeyer zuzuschreiben sind (Pfarrer auf St. Trudpert von 1909 bis 1945), sondern seinem Vorgänger Pfarrer Alois Baur. Dieser aus Tirol stammende Geistliche war Seelsorger in St. Trudpert von 1863 bis 1909 – also 46 Jahre – und hatte wenige Jahre nach seinem Dienstantritt im Münstertal die Berge seiner südtirolischen Heimat und die handwerkliche Schnitzkunst aus dem Grödnertal in das mächtige Krippenwerk mit einfließen lassen. Dank der fleißigen Puzzlearbeit der Münstertäler Krippenbauer ist heute daraus wieder der ursprüngliche Krippenberg von 3,5 Metern Breite, rund zwei Metern Höhe und eben solcher Tiefe geworden.
Bei der Ausstellung in der Trudpert-Kapelle wird die große Dekan-Strohmeyer-Krippe flankiert von drei privaten Hauskrippen, auf der linken Seite von der großen Bertram-Mutterer-Krippe und auf der rechten Seite von der kleinen aber nicht weniger eindrucksvollen “modernen” Tischkrippe aus dem Hause Heiner Steible sowie der Krippe von Petra Ortlieb.
Die Trudpert-Kapelle (zwischen Friedhof und Kloster St. Trudpert) ist zur Besichtigung der Krippen geöffnet werktags jeweils von 14 bis 17 Uhr sowie sonn- und feiertags von 11 bis 17 Uhr. Letzter Ausstellungs- und Besuchstag ist der Dreikönig-Sonntag, 6. Januar 2013. Der Eintritt ist frei.

18.12.2012, Manfred Lange

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