Muenstertal

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Blick zwischen Halde und Gießhübel nach Süden übers Münstertal zum Belchen (links) und Blauen (rechts) am 28.12.2007

 

Münstertal

Münstertal umfaßt elf Ortsteile (auch Weiler bzw. Rotten genannt):
Hof, Wasen, Ziegelplatz, Neuhäuser, Rotenbuck (mit Mulden und Kaltwasser), Münsterhalden sowie Münster (im unteren Münstertal) sowie Krumlinden, Spielweg (vormals Lehner), Neuhof und Stohren (im oberen Münstertal).
Staatlich anerkannter Luftkurort zwischen 400 m (im Tal) und 1400 m (am Schauinsland)
Erwin Pfefferle, Kunstmaler (1880 – 1961): “… Du wirst das Belchenherz schlagen hören!”

Ferienregion Münstertal-Staufen
http://www.muenstertal-staufen.de Gemeinde Münstertal
www.muenstertal.de, gemeinde@muenstertal.de

 

 Münstertal wird anerkannter Heilstollen-Kurort

Silber wird im Münstertäler Bergwerk Teufelsgrund schon lange nicht mehr abgebaut – dafür gibt es eine andere Kostbarkeit: gesunde Luft im Heilstollen. Die ist nun auch staatlich anerkannt worden. Viel Geld und noch mehr Geduld hat die Gemeinde Münstertal in den vergangenen 40 Jahren in einen stillgelegten Stollen des ehemaligen Silberbergwerkes Teufelsgrund investiert. Jetzt kann der Luftkurort am Fuße von Belchen und Schauinsland die Früchte seines jahrelangen Bemühens einfahren: Münstertal ist durch Beschluss des Fachausschuss Kurwesen am Ministerium Ländlicher Raum in den erlesenen Kreis der staatlich anerkannten “Orte mit Heilstollen-Kurbetrieb” aufgenommen worden. Die entsprechende Urkunde wird der zuständige Minister für den Ländlichen Raum, Alexander Bonde, am Mittwoch, 4. September, im Rahmen eines Kurzbesuches im Teufelsgrund persönlich ins Münstertal bringen. Vor wenigen Wochen hatte ein 20-köpfiger Fachausschuss der Landesregierung das Münstertal und speziell den Heilstollen im Teufelsgrund besucht und sein positives Votum abgegeben. Von insgesamt zehn Kurorten in Deutschland, die 1990 den “Deutschen Heilstollen Verband” (DHV) aus der Taufe gehoben haben, liegen drei der Mitbegründerorte in Baden-Württemberg: Neubulach im Nordschwarzwald, Aalen am Nordostrand der Schwäbischen Alb und Münstertal im Südschwarzwald. Innerhalb Deutschlands entfällt gut die Hälfte aller Stollen-Einfahrten auf diese drei Kurorte.

Gesetzliche Grundlagen der Heilstollentherapie
Die Höhlentherapie (der griechischen Wortherkunft nach die “Speläotherapie”) ist wissenschaftlich als natürliches Heilmittel längst nachgewiesen, doch nur in Baden-Württemberg gibt es die gesetzliche Verankerung im Kurortegesetz, das vom Landtag 1972 verabschiedet und seither mehrfach novelliert wurde. So erscheint heute im Kurortegesetz des Landes neben der Auflistung der Heilbäder, der Heilklimatischen Kurorte, der Kneippheilbäder und der Moorbäder unter dem Paragrafen 8 die Nennung der “Orte mit Heilstollen-Kurbetrieb”.
Damit ist Münstertal aus dem Kreis der Luftkurorte (dieses Prädikat hat Münstertal seit 1970) “aufgestiegen” in den Kreis der höher prädikatisierten Heilkurorte, wie Thomas Coch, Geschäftsführer des Zweckverbandes Breisgau-Süd-Touristik und Leiter der Kurverwaltung Münstertal, feststellt.

Medizinische und organisatorische Qualitätsstandards
Vor der Prädikatisierung hat die Gemeinde eine ganze Reihe medizinischer und organisatorischer Qualitätsstandards erfüllen müssen, berichtet Thomas Coch. Mehrfache einjährige bioklimatische und lufthygienische Messreihen durch den Deutschen Wetterdienst (Fachbereich Medizin-Meteorologie) in Freiburg hat der Heilstollen im Teufelsgrund inzwischen hinter sich, wo die besonders reine – staub-, keim- und pollenfreie – Luft im Heilstollen “deutlich besser als am Meer oder im Hochgebirge” bezeichnet wird – und das bei einer Stollen-Temperatur von ganzjährig plus acht Grad und einer Luftfeuchtigkeit von rund 95 Prozent.

Erfüllt sei jetzt auch die Forderung nach einem ortsansässigen und hier praktizierenden Facharzt. Diese Aufgabe übernimmt in der Arztpraxis Kienzler im Hof 45 Juliane Schwind-Walzer, Fachärztin für Physikalische und Rehabilitative Medizin, Naturheilverfahren und Akupunktur. Bezüglich des im Kurortegesetz geforderten Kurortcharakters sieht Thomas Coch das Münstertal gut aufgestellt. Zum kleinen Kurpark auf dem ehemaligen Parkhotelareal gesellt sich eine gut erschlossene Schwarzwaldlandschaft, die ihresgleichen sucht. Nach dem Motto “Kuren inmitten der Natur” soll diese dem Kurgast durch besondere Angebote noch schmackhafter gemacht werden. Bereits anvisiert hat Coch eine Reaktivierung des vor 40 Jahren in Münstertal initiierten Terrainkurwegenetzes.

Bei welchen Erkrankungen hilft eine Heilstollenkur?
Als Hauptindikatoren für eine Heilstollenkur gelten Erkrankungen der Atemwege, Asthma, Bronchitis, Heuschnupfen, Keuchhusten, Nebenhöhlenerkrankungen, Allergien und Neurodermitis. Das Grundmodul für einen zweiwöchigen Heilstollenkurplan hat die Kurverwaltung, die damit ihrem alten Namen wieder gerecht werden möchte, bereits erarbeitet. In das Betreuungsprogramm mit einbezogen sind neben dem Kurärzteteam auch Mitarbeiter der Kurverwaltung, Studentinnen der Dualen Hochschule Lörrach, der Bergwerksleiter, Atemtherapeuten, Physiotherapeuten, Krankengymnasten, eine Ernährungsberaterin und eine Landschaftsökologin. Kooperationen sind anvisiert mit örtlichen Institutionen und auch mit externen Partnern in Staufen und Bad Krozingen.

Münstertal plant weiteren Ausbau und Kooperationen beim Kurbetrieb
Heilstollenkur und Thermenkur, so Coch, können und sollen sich in Zukunft in fachlicher Hinsicht wie auch räumlich gut miteinander verbinden lassen, zumal zwischen dem Heilbad Bad Krozingen und dem Heilstollen in Münstertal nur wenige Kilometer liegen und die Strecke mit der Münstertalbahn auch gut über den ÖPNV erschlossen ist. Ein herausgehobener Partner im neuen Kurwesen wird auch der Campingplatz Münstertal sein. Die Betreiberfamilie Ortlieb hat hier einen Physiotherapiebereich etabliert, der bei der fachlichen Prüfung besonders positiv aufgefallen ist. Mit der im Gesetz fixierten Auszeichnung für die Heilstollenkur öffnet sich für das Münstertal nunmehr die lange verschlossene Tür für fachärztlich begleitete und von den Krankenkassen mitfinanzierte Kuren.
28.8.2013, Manfred Lange

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