Hecker

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Blick von Rohrberg nach Westen übers Wiesental zu Pfaffenberg, Ittenschwander Horn und Belchen (von links) am 21.2.2010

 Friedrich Hecker – Badischer 1848er Revolutionär

 

Initiative zur Erinnerung an die Badische Revolution 1848/49

Die Initiative zur Erinnerung an die Badische Revolution 1848/49 pflegt seit zehn Jahren auf mannigfache Weise die Erinnerungsarbeit an diese bürgerlich-demokratische Freiheitsbewegung. Sie sammelt Spenden und gewinnt Unterstützer zum Erhalt der Grabmale, führt Schulklassen und Gruppen interessierter Erwachsener zum Grabmal von Maximilian Dortu und arrangiert Spaziergänge auf den Spuren der badischen Revolution. Bekannt sind auch die Veranstaltungen im Regierungspräsidum zum Struve-Prozess1849 oder im Südwestrundfunk über den Seidenfabrikanten und Abgeordneten Carl Mez. Das Engagement gegen das Vergessen und die rege Informationsarbeit überweitere Persönlichkeiten und Ereignisse der Demokratiebewegung in Freiburg ist ein wichtiger Beitrag zur Förderung des geschichtlichen Bewusstseins in der Bürgerschaft.

Initiative zur Erinnerung an die Badische Revolution 1848/49
Heike Faber, Hermann Hein, Hans-Eckhard Homlicher, Walter Krögner, Andreas Meckel, Heinz Siebold
c/o Heinz Siebold, hSiebold@aol.com 
  
Liebe Freundinnen und Freunde der Freiheitsbewegung,
große Ehre für die „Initiative zur Erinnerung an die Badische Revolution von 1848/49“: Am diesjährigen „Tag des Ehrenamtes“ ist unsere Gruppe für ihr 10-jähriges ehrenamtliches Engagement zur Erinnerung an die Wurzeln von Demokratie, Freiheit und Rechtsstaat mit einer Urkunde aus der Hand von Oberbürgermeister Dieter Salomon ausgezeichnet worden. Im Namen meiner Mitstreiterinnen und Mitstreiter möchte ich mich bei euch und Ihnen allenherzlich bedanken, die ihr und Sie uns am Grabmal von Maximilian Dortu oder auf den Spaziergängen auf den Spuren der Badischen Revolution durch Ihr Interesse undIhre Anwesenheit, durch Anregungen oder aktives Mitwirken (besonderer Dank an Anita Morasch und Olaf Creutzburg!!) unterstützt haben. Herzlichen Dank auch an die Mitglieder der Bürgervereine. Die Auszeichnung sehen wir als Anerkennung fürden Versuch, Geschichte lebendig zu vermitteln und Menschen zu ermuntern, sich für die demokratischen Freiheiten in vielfältiger Weise zu engagieren.
 
Nicht vergessen: Auch am 31.Juli 2014 wird es wieder einen Gedenktag für Maximilian Dortu, Friedrich Neff und Gebhard Kromer in der Wiehre geben. Es wird der 165. Jahrestag der Exekution sein. 
11.12.2013, Mit erfreuten und freundlichen Grüßen Heinz Siebold
 
 
 

 

 

Einzug der 1848er-Revolutionäre wird am 3.10.2012 in Schopfheim nachgestellt

Ein “revolutionäres” Vorhaben ist für 3. Oktober geplant: In Erinnerung an die Vorkämpfer von Freiheit und Demokratie soll der Tag der deutschen Einheit in diesem Jahr außergewöhnlich gefeiert werden – mit einem Fest bei der Lenk-Plastik und dem Nachstellen des Einzugs der 1848er-Revolutionäre in Schopfheim, angeführt von Friedrich Hecker. Die ganze Stadt soll mitmachen! “De Hecker chunnt!” – dieser Ruf schallt am 18. April 1848 durchs Schopfheims Straßen. Angeführt von Friedrich Hecker marschieren rund 900 Freischärler von Fahrnau kommend durch die Stadt. Am 13. April waren sie in Konstanz losgezogen. Ziel der Aufständischen ist die Residenzstadt Karlsruhe. Dort wollen sie die Monarchie stürzen und aus Baden eine Republik machen. ….
Alles vom 4.8.2012 bitte lesen auf
http://www.badische-zeitung.de/schopfheim/einzug-der-1848er-revolutionaere-wird-am-3-oktober-nachgestellt 

 

De Hecker chunnt – Mitmacher gesucht fuer Historienschauspiel in Schopfheim

Was genau ist geplant? Gefeiert wird am 3.10.2012 in Schopfheim ab 12 Uhr rund um die Lenk-Plastik. Es wird gewirtet, eine historisch gekleidete Schar wird den Einzug der Freischärler nachstellen, Schauspieler die Szenen wie das Treffen Heckers und Gottschalks und die Balkonrede Heckers. Moderator und Regisseur ist Heinz Siebold, der das Geschehen fürs Publikum einordnet.
Wie kann ich mich einbringen? Jeder kann einen Beitrag leisten, etwa schon, indem man in (möglichst) historischer Kostümierung erscheint – die Organisatoren sind dabei gerne behilflich. Gesucht werden aber Statisten. Etwa als Freischärler oder Bürger, die die Freischärler verköstigen.
Und wo melde ich mich? Wer als Freischärler im Heckerzug mitmachen möchte, kontaktiert Wolfgang Bühler (wb@jost-buehler.de). Wer mitsingen will, meldet sich bei Klaus Feuchtmann (klaus.feuchtmann@glatt.com) oder Jeannot Weißenberger (jeannot@jeannot.de). Wer einfach Ideen einbringen will, kontaktiert Jeannot Weißenberger oder Andreas Gsell (farbenland-gmbh@t-online.de).
5.8.2012

 

Auf der Scheideck zwischen Steinen und Kandern platzte Heckers Traum
Auf der Scheideck zwischen Steinen und Kandern scheiterte der Aufstand für Demokratie und Freiheit im Frühjahr 1848. …. Alles von Heinz Siebold vom 10.8.2012 bitte lesen auf
http://www.badische-zeitung.de/suedwest-1/orte-die-geschichte-schrieben-auf-der-scheideck-platzte-heckers-traum–63049515.html

Heckerzug  – Der Weg der Revolutionäre von Kandern zur Scheideck
In Kandern vom Marktplatz die Hauptstraße Richtung Steinen über die “Hundstallbrücke”, dem Schauplatz des Wortwechsels zwischen General Friedrich von Gagern und Friedrich Hecker. Weiter geht es rechts in den Sauweg (Markierung: blauer Punkt) bis “Roter Rain”, dem Kiesweg folgend bis zur Abzweigung “Werksiedlung St. Christoph” und am Ende der befestigten Straße in die “Alte Scheideckstraße”. Diese endet nach vier Kilometern auf dem “Waldparkplatz Scheideck”. Tipp: Weiter nach Endenburg-Kirchhofen zum sehenswerten Bauernhofmuseum “Schneider-Hof”.
Mehr zum Heckerzug: http://www.landeskunde-baden-wuerttemberg.de

 

 

Ostern 1848 – Die Badische Revolution scheitert vor Freiburg

Freiburg ist von 6000 Soldaten des Großherzogs von Baden und seinen fürstlichen Verbündeten aus Hessen und Württemberg belagert. In der Stadt haben sich 1500 Freischärler verbarrikadiert, die auf die Unterstützung ihres Anführers Friedrich Hecker hoffen, der am 13. April 1848 von Konstanz aus mit einem bewaffneten Aufstand den Sturz des Feudalismus und die Errichtung einer demokratischen Republik begonnen hat. An Gründonnerstag vor Ostern wird der „Heckerzug” auf der Scheideck bei Kandern von badisch-großherzoglichen Truppen mit Waffengewalt aufgelöst. Am Ostersonntag, den 23. April 1848 kommt die von Franz Sigel kommandierte Kolonne des Heckerzuges über Horben nach Günterstal, wo sie von Regierungstruppen unter Beschuss genommen wird. In dem Gefecht am Sternwaldeck sterben 20 Freischärler und drei Soldaten. Die Freischärler ziehen sich nach Günterstal, später nach Horben zurück. Am Ostermontag 24. April 1848 versucht Franz Sigel mit den noch verbliebenen400 Freischärlern, die Stadt Freiburg zu erreichen. Die Freischärler werden am Schwabentor von den Belagerern unter Beschuss genommen, nur wenige kommen in die Stadt, die meisten Aufständischen fliehen. Die großherzoglichen Truppen nehmen Freiburg unter Kanonenbeschuss und stürmen die Stadt, viele Freischärler aus Freiburg und dem Umland finden den Tod oder werden gefangen genommen. Der „Heckerzug” ist endgültig gescheitert, die erste Runde der „Badischen Revolution” ist verloren.

Friedrich Hecker (28.9.1811 – 24.3.1881)
Der Mannheimer Rechtsanwalt, Sohn eines Rentamtmanns in Eichterdingen (Kraichgau), wird als Abgeordneter der 2. Kammer des badischen Parlamentes zum Idol der radikalen Demokraten. Seine Reden im Parlament und auf Volksversammlungen werden in alle Winkel des Landes getragen. Zusammen mit Gustav Struve und anderen radikalen Demokraten gründet er die „Volksvereine”, die für die Abschaffung der feudalen Erbmonarchien, für Pressefreiheit, Rechtsstaat und soziale Gerechtigkeit kämpfen. Nach der Februarrevolution 1848 in Frankreich glaubten die radikalen Demokraten an eine mögliche Revolution in den deutschen Fürstentümern, doch die Bemühungen ein gesamtdeutsches Parlament, freie Wahlen und eine parlamentarische Demokratie durchzusetzen, kamen nicht voran. Hecker und die badischen „Volksvereine” wollten mit einem bewaffneten Zug von Konstanz nach Karlsruhedie großherzogliche Regierung stürzen. Am Gründonnerstag vor Ostern 1848 wurde die von Hecker geführte Hauptkolonne auf der Scheideck bei Kandern von regierungstreuem Militär in einem kurzen Gefecht besiegt, der Revolutionsführer musste in die Schweiz fliehen. Hecker wanderte aus Enttäuschung über die misslungene Revolution am 20. September 1848 nach Amerika aus. In New York wurde er bei seiner Ankunft von 20.000 jubelnden Menschen empfangen. Im amerikanischen Sezessionskrieg kämpfte Hecker 1861 als Oberst auf Seiten der Nordstaaten. Der frühere Revolutionsführer züchtete auf seiner Farm unter anderem Reben, die später in Baden als “Amerikaner” angepflanzt wurden.

Gustav Struve (11.10.1805 – 21.8.1870)
Der in München als Sohn eines Diplomaten in russischen Diensten geborene Advokat und Journalist war mit Friedrich Hecker Initiator und Organisator der ersten Volkserhebung 1848. Der Theoretiker der Revolution preschte mit der Vorhut des Sigel-Zuges an Ostern 1848 voreilig von Horben nach Freiburg vor. Struve floh nach dem gescheiterten April-Aufstand von 1848 in die Schweiz und arbeitet für einen neuen Aufstand. Am 21. September 1848 rief er in Lörrach die deutsche Republik aus und sammelte – diesmal mit mehr administrativem Druck als revolutionärer Überzeugungsarbeit – eine Truppe aus Bürgerwehren und Freischärlern. Auch die zweite “Schilderhebung” scheiterte bereits nach vier Tagen. Struves eilig zusammengetrommelte Truppe – etwa 2000 Mann – kam auf ihrem Marsch über das Markgräflerland nur bis Staufen. Am 24. September 1848 zerschlug ein Korps unter Leitung von Kriegsminister Hoffmann, assistiert von General von Gayling die schlecht motivierte Armee der Aufständischen. Struve wurde (wie auch seine Frau Amalie) verhaftet und im ersten badischen  Schwurgerichtsprozess zu Festungshaft verurteilt. Im neuerlichen Aufstand von 1849 wurde er aus dem Gefängnis in Bruchsal befreit, nach erneuter Niederlage ging er ins Exil nach Amerika, kam im Zuge einer Amnestie 1863 nach Deutschland zurück, spielte aber politisch keine herausragende Rolle mehr.

Franz Sigel (18.11.1824 – 21.8.1902)
Der in Sinsheim geborene Sohn eines katholischen Oberamtmannes war bis 1847 Artillerieleutnant der großherzoglichen Armee und quittierte aus politischen Gründen den Dienst. Sigel stellte als militärischer Berater das  Mannheimer  Hansenkorps auf und kommandierte 1848 die Konstanzer Bürgerwehr. Trotz erheblicher Zweifel an dem Gelingen des Unternehmens stellt er sich im April 1848 dem bewaffneten Aufstand Heckers als Unterführer zur Verfügung. Er schaffte es, eine Truppe von 4000 Mann vom Bodensee nach Todtnau zu führen und wollte nach Heckers Niederlage auf der Scheideck mit seinen Männern Freiburg erreichen. 1849 wurde er Oberbefehlshaber der badischen Revolutionsarmee, floh danach in die USA und wurde in der Nordstaatenarmee Generalmajor.

Georg von Langsdorff (15.7.1822 – 26.12.1921)
Der Medizinstudent und Turner stammte aus einer berühmten Familie, sein Vater war der Weltumsegler, Arzt und Naturwissenschaftler Georg Heinrich von Langsdorff. Georg von Langsdorff gründete die Freiburger Turnerschaft von 1844 und wurde vor Ostern 1848 von den Freiburger Revolutionären zu ihrem Anführer gewählt. Weil er vom Münsterturm aus mit einem Fernrohr nach dem „Heckerzug” Ausschau hielt, bekam er den Spitznamen „Münstergeneral”. Nach der gescheiterten Revolution wanderte Langsdorff nach Amerika aus und ließ sich  als Zahnmediziner ausbilden. 1860 kam er nach einer Amnestie nach Baden zurück, zunächst nach Mannheim, dann nach Freiburg und ließ sich als erster ausgebildeter Zahnarzt nieder. Der Pionier der Zahnheilkunde – er begann als einer der ersten mitWurzelbehandlungen und Plomben – wurde Anhänger spiritistischer Theorien underforschte alternative Heilmethoden wie den Magnetismus. In seinen letzten Lebensjahren lebte er im Evangelischen Stift, das der Mann seiner Cousine, der sozial eingestellte Fabrikant Carl Mez gegründet hatte.

Karl von Rotteck junior (26.12.1806 – 1898)
Der Sohn des weltberühmten Staatsrechtlers Karl von Rotteck und seiner Frau Katharina Mors war neben Langsdorff der politische Kopf der Freiburger radikalen Demokraten. Der Jurist war Schriftführer des Freiburger Turnvereins und Sekretär der „Bürgerlichen Lesegesellschaft” (später „Harmonie”). Karl von Rotteck warRedner auf der Volksversammlung am 26. März 1848 auf dem Freiburger Münsterplatz vor 25 000 Teilnehmern. Weil er Ostern 1848  ür den Abbruch des Freischarzuges war, wurde er als Anführer abgewählt. Nach der gescheiterten Revolution 1849 wurde Karl von Rotteck mit seiner Familie aus Freiburg in das amerikanische Exil vertrieben, sein Vermögen wurde beschlagnahmt. Er arbeitete für deutschsprachige Zeitungen und unterstützte die republikanische Partei von Abraham Lincoln. Ohne Freiburg wiedergesehen zu haben, starb Karl von Rotteck mit Anfang 1898 auf seiner Farm in Woodstock bei St. Louis.  

Was wollten die „48er Revolutionäre” in Freiburg?
Nach der französischen Februarrevolution 1848 glaubten die radikalen Demokraten im Großherzogtum Baden um Friedrich Hecker und Gustav Struve, der Zeitpunkt sei kommen, um die Monarchien in den deutschen Ländern zu stürzen. Mit einer „Schilderhebung” sollten die badischen „Volksvereine” eine Massenerhebung auslösen und den Großherzog zum Abdanken zwingen. Freiburg sollte auf dem Weg von Konstanz zur Residenz nach Karlsruhe die wichtigste Zwischenstation sein. Deshalb versammelten sich zu Ostern 1848 die Freiheitskämpfer aus dem Breisgau und vom Kaiserstuhl in Freiburg, um ihren Anführer Friedrich Hecker zu empfangen. Der schlecht vorbereitete und unzulänglich geführte „Heckerzug” verfehlte seine Wirkung. Die Mehrheit des Bürgertums zögerte, die Liberalen schwankten zwischen der Forderung nach einer Republik und einer „konstitutionellen Monarchie”. Die erste deutsche Nationalversammlung in Frankfurt („Paulskirche”) konnte ihren Verfassungsentwurf nicht in die Tat umsetzen. Die Monarchien erwiesen sich als stärker und unter Preußens Führung wurde 1849 der demokratische Revolutionsversuch niedergeschlagen. Das deutsche Reich wurde 1871 im Spiegelsaal von Versailles nach dem Krieg gegen Frankreich unter Preußens Führung gegründet. Die Freiheits- und Menschenrechte der „48er” wurden erst nach dem Ersten Weltkriegdurch die Verfassung von Weimar kurzzeitig politische Realität und fanden 1949 nach einem neuerlichen Weltkrieg Eingang in das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland.

Die „Initiative zur Erinnerung an die Badische Revolution” will die Verdienste der Demokratiebewegung des 19. Jahrhunderts im öffentlichen Gedächtnis lebendig halten. „Freiheit und Menschenrechte sind nicht vom Himmel gefallen, mussten blutig erkämpft werden und die Deutschen haben sie leider in einer Revolution selber nie erkämpft, obwohl es immer wieder mutige Männer und Frauen gab, die dafür ihr Leben gelassen haben.” – Oberbürgermeister Dr. Dieter Salomon am 31.7.2004 auf derGedenkfeier für den 1849 in Freiburg erschossenen Freiheitskämpfer Maximilian Dortu. 

Initiative zur Erinnerung an die Badische Revolution von 1848/49 
Heinz Siebold, Stechertweg 7, 79104 Freiburg, hsiebold@aol.com

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